Practise Nurse

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Berufspolitik" wurde erstellt von Chris_89, 18.11.2009.

  1. Chris_89

    Chris_89 Newbie

    Registriert seit:
    20.01.2009
    Beiträge:
    20
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Azubi Krankenpflege
    „Practice Nurse“ – nicht nur der Arzt darf verschreiben

    In England darf eine Krankenschwester, wenn sie die entsprechende Zusatzausbildung hat, nach bestimmten vorgegebenen Richtlinien Medikamente verschreiben. Eine „Practice Nurse“ arbeitet dabei in einer hausärztlichen Praxis und ist betraut mit der Versorgung chronisch Kranker und der Neuaufnahme von Patienten. Zugang zu dieser Kompetenzerweiterung erhielten die Krankenschwestern ursprünglich aufgrund eines massiven Ärztemangels. Untersuchungen zeigten jedoch auch, dass Kontroll- und Routineuntersuchungen nach Richtlinien von den Krankenschwestern ebenso gut wie von Ärzten gemacht werden. Ein Beispiel für so eine Untersuchung: Die Nachsorge bei Patienten nach koronaren Bypass-Operationen. Diese wird zum Großteil von „Practice Nurses“ durchgeführt. Ziel ist es dabei natürlich auch, weiterhin die Kosten des Gesundheitssystems zu senken. Krankenschwestern sollen dabei auch verstärkt für die ambulante Versorgung eingesetzt werden. So zeigte ein in Glasgow durchgeführtes Projekt, dass durch die gezielte Betreuung von Patienten mit Herzinsuffienz, deren Einweisungsrate ins Krankenhaus halbiert werden konnte. Da diese spezielle Patientengruppe äußerst lange Liegezeiten hat, zeigt sich hier ein weiteres enormes Einsparpotential.
    Diese Beispiele machen deutlich, dass Krankenschwestern im Gesundheitssystem Großbritanniens sehr gezielt eingesetzt werden.



    Quelle: Die Krankenversicherung in England - Gesundheitssystem




    Was haltet ihr davon?


    Denkt ihr es wird irgendwann möglich sein sich mit einer pflegerischen/medizinischen Einrichtung selbstständig zu machen? Mit einem entsprechendem Studium/Weiterbildung? (ausgenommen ambulante Pflege)

    Ich finde zu diesem Thema nur sehr wenig bzw. viel aus England, aber wenig aus Deutschland. Aber war hier nicht auch mal die Rede von so etwas?
     
  2. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

    Registriert seit:
    11.03.2009
    Beiträge:
    1.121
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    PDL, GuK, Palliative Care
    Funktion:
    PDL
    In Deutschland halte ich das für unrealistisch, weil wir als Pflegefachpersonal einfach zu teuer für die niedergelassenen Ärzte , bzw. Krankenkassen sind. Ich hatte sowas ähnliches mal meiner Hausärztin vorgeschlagen, die die Idee, sich einiger ihrer Tätigkeiten zu entledigen, zwar sehr , meine Gehaltsvorstellungen hingegen weniger reizvoll fand...:wavey: Übrigens: Scrubs finde ich gigantisch gut.
     
  3. DavePl

    DavePl Newbie

    Registriert seit:
    04.11.2009
    Beiträge:
    17
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpfleger
    Ort:
    Köln
    Akt. Einsatzbereich:
    Hämatologie-Onkologie
    Ich halte das Projekt bzw die Tätigkeiten in Deutschland für zur Zeit unrealistisch. Ich finde persönlich das ich als Krankenpfleger mit "nur" drei Jahren Ausbildung generell viel zu wenig gelernt habe, und selbst mit meinen knapp drei Jahren Berufserfahrung nach meinem Examen wäre ich nicht so leichtsinnig bei so einem Projekt mitzumachen.
    Auch finde ich es fragwürdig so weit in DE zu gehen. Das würde bedeuten das ein Krankenhaus später auch versuchen würde, ärztliche Tätigkeiten zu deligieren (was meine Station schon als Projekt hat und durchführt "Übernahme ärztlicher Tätigkeiten"). Damit meine ich, Therapie bedingte Anordungen und Überwachungen werden an eine Schester/Pfleger deligiert, der vieleicht eine Fortbildung (Mit Glück eine Weiterbildung), dessen Auswirkungen bei falschem Handeln enormer sind als meine Tätigkeiten eh schon haben. Und dann spart man Ärzte ein, die nunmal Jahrelang studieren und meines erachtens vom meisten medizinischen eh mehr Ahnung haben (Ausnahmen gibts natürlich auch).
    Weiterhin hätte ich Angst, das man für mehr Verantwortung nicht mehr Geld bekommt, im Gegenteil, die anderen Krankenschwestern und Pfleger bekommen später wahrscheinlich weniger Geld als jetzt, da diese nicht einem "höheren" Qualifizierungsstand besitzen.

    Wenn man aus der Ausbildung mal ein 4jähriges Studium machen würde, oder eine gesetzlich Vorgeschriebene Mindestdauer der Fortbildung festlegen würde die wirklich zugunsten der Pflege und des Patienten ist; würde ich zum späteren Zeitpunkt meine Meinung revedieren (evtl). :roll:

    Aber das ist nur meine Meinung. Mein Arbeitsplan ist voll genug, und auf meiner Station übernehme ich eine kleine Menge an ärztlichen Tätigkeiten (Abrufen von Transfusionen bei entsprechenden Werten, Vorbereiten von Chemotherapien, Blutentnahmen... uvm...).
    Daneben muss ich noch meine pflegerischen Tätigkeiten vollziehen, die mir als Pfleger wichtig sind und ich nicht an einen Pflege-Helfer deligieren will, damit ich den Kontakt zum Patienten weiterhin habe.
    Weil will ich keinen engen Patienten Kontakt haben, oder will ich nur einen medizinischen Teil haben, dann wärs besser gewesen Arzt zu werden oder ein medizinisch Asst. des Arztes.

    Viele Grüße vom Rhein,

    Dave
     
  4. kräuterfrau

    kräuterfrau Poweruser

    Registriert seit:
    03.10.2008
    Beiträge:
    757
    Zustimmungen:
    23
    Beruf:
    GuK,IBCLC Stillberaterin i.A.
    Ort:
    Waldstadt, Karlsruhe
    Akt. Einsatzbereich:
    Innere Medizin, Gastroenterologie
    Funktion:
    Gerätebeaufragte
    Aber NP Studium wird demnächst auch in D angeboten. Und solche Tätigkeit setzt ein ca 5-jähriges Studium vorraus. Was ich an Nursing Practitoner gut finde ist die Devise care, not only cure ( Fürsorge und nicht nur Behandlung )

    http://www.dbfk.de/download/download/vortrag-Stoecker-nurse-practit-2006-12-08.pdf

    Wenn bei mir alles so läuft wie ich es mir wünsche werde ich genau Advanced Nursing Practice studieren.
     
    #4 kräuterfrau, 19.11.2009
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 19.11.2009
  5. dunkla

    dunkla Newbie

    Registriert seit:
    22.02.2009
    Beiträge:
    24
    Zustimmungen:
    0
    Hallo,

    es wird derzeit in deutschland schon ein master-studiengang mit dem schwerpunkt anp (advanced nursing practice) angeboten.

    gruß
    dunkla
     
  6. DavePl

    DavePl Newbie

    Registriert seit:
    04.11.2009
    Beiträge:
    17
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpfleger
    Ort:
    Köln
    Akt. Einsatzbereich:
    Hämatologie-Onkologie
    Das sind bestimmt kostenpflichtige Studiuengänge an privaten FH`s ?!
     
  7. dunkla

    dunkla Newbie

    Registriert seit:
    22.02.2009
    Beiträge:
    24
    Zustimmungen:
    0
    nein, studiengebühren muss man ja eh fast überall zahlen... guck dochmal auf die seite der fh jena!
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Practise Nurse Forum Datum
Pain Nurse Weiterbildung Fachweiterbildung für Funktionsbereiche 15.10.2016
Verkaufe A HISTORY OF THE INTERNATIONAL COUNCIL OF NURSES Literatur und Lehrbücher 01.07.2016
Mercenary Nurses Talk, Talk, Talk 24.07.2015
Internationaler Tag der Pflege - Nurses Day 2015 Talk, Talk, Talk 10.05.2015
Mit philippinischer Ausbildung und als Registered Nurse in Wien arbeiten? Arbeiten in Deutschland/Österreich/Schweiz als ausländischer Bürger 02.02.2015

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.