PPR A4: was ist der Sinn?

Dieses Thema im Forum "Pflegeplanung, Pflegevisite und Dokumentation in der Pflege" wurde erstellt von Majasophia, 14.11.2014.

  1. Majasophia

    Majasophia Newbie

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    Hallo zusammen!

    Ich versuche gerade, das PKMS und das PPR A4 System zu verstehen. kann mir vielleicht jmd. kurz erklären, warum es die Einstufung zum A4 Patienten braucht? Wozu wird dies verwendet?

    vielen Dank schon im Voraus!
     
  2. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

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    Hallo,

    der PKMS wird zur Abbildung der Pflege von hochaufwendigen Patienten im KH verwendet und dient als Grundlage zur Leistungsabrechnung. PKMS wird nicht auf der IMC und Intensivstationen erfasst.
    Bei der Berechnung der PKMS gibt es zwei zusatzentgelte (ZE) das ZE 131.01 und das ZE 131.02, diesen Beiden sind dann Entgelte hinterlegt die das Krankenhaus bei positiven Fällen bekommt.
    Die Überprüfung des Scores wird bei uns durch den MDK gemacht, dieser stellt dann fest ob das ZE bestätigt werden kann oder nicht.
    Letztendlich so kann ich aus Erfahrung sprechen, ist es immer noch nicht überall durchgedrungen dass die Pflege von der Systematik auch profitieren kann auch wenn es einen Mehraufwand an Dokumentation betrifft.

     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Hm- dokumentieren wir nicht eh Pflege? Warum muss es immer ein Sonderblatt sein? Weil der MDK nicht lesen kann? Oder weil man dem MDK unterstellt, nicht lesen zu können.

    Was mich sehr verwundert- müsste sowas nicht längst per Informationsveranstaltung flächendeckend eingeführt sein?

    Elisabeth
     
  4. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

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    Hallo Elisabeth,
    klar dokumentiert ihr auch die Pflege, halt nur nicht immer in der vorgegebenen Matrix. Z.b. muss ein Patient mindestens 7x am Tag gelagert werden, dies sollte auch so dokumentiert sein um einen Bereich abzudecken, oder die GKW mit 2 PK, steht da nur ein Handzeichen haste verloren. Es gibt da viele Beispiele die ich dir nennen könnte. Selbst in unserer Klinik ist es schwierig mit der Durchdringung zu den PP. Auf einigen Stationen klappt es super auf anderen wiederum gar nicht.
    Man kann sich nur wünschen dass irgendwann die elektronische Pflegeakte eingeführt wird damit man auch den tatsächlichen Aufwand für alle Tätigkeiten abbilden kann. Meiner Meinung nach würde dann auch mehr dokumentiert werden.
    Und im Endeffekt muss es kein Sonderblatt sein. Bei uns ist es nur ein klick am Bildschirm J Wir dokumentieren nicht für den MDK sondern um das zu zeigen was wir leisten.
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Unsere Kodierer haben auch alles aus der üblichen Dokumentation rausgeholt.... bis wohl eine PDL einem Auditor? MDK-Mitarbeiter? was erklären sollte. Dann wurde wieder das gute alte System der Extrabögen und sinnentleerten Checklisten eingeführt. *fg*

    Elisabeth
     
  6. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

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    Das ist ja dann eine anständige Leistung von den Kodierern, das wäre bei uns z.B. überhaupt nicht machbar, zumal es auch nicht unser Aufgabenbereich ist, die Doku zu überprüfen. Und dass die PDL da mit jmd. Vom MDK gesprochen haben will halte ich für äußerst Fragwürdig. Letztendlich geht es da um bares Geld für die Klinik, was aber viele noch nicht verstanden haben. Sicherlich habt ihr auch im Haus ein QZ Doku, warum wird da die Erfassung von PKMS per EDV gestütztem Modul nicht mal besprochen, weitaus bequemer als irgendwelche Bögen auszufüllen zumal es auch die Leistungsabrechnung vereinfachen würde das dass ZE ja dann automatisch gezogen wird. Die Überprüfung der Doku überlassen wir dann den MDK.

     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich arbeite in dem Haus nicht mehr. Ehedem gab es eine einheitliche Papierdoku für alle Stationen. Das hat das ganze wohl für den Kodierer vereinfacht. Nach 4 Jahren hab ich als Pat. dort gelegen und hab mich ein bisschen amüsiert, als der Kollege Checklisten ausfüllen musste, die keinerlei Sinn machten weil ich A1 war. Schade um die vergeudete Zeit für solchen Blödsinn.

    Es nutzt übrigens auch eine elektronische Doku nix, wenn die PDL bei Unstimmigkeiten für den MDK keine Erklärung bereit halten kann. Dokumentationen sehen ja nicht aus wie Pflegeplanungen nach Fiechter und Meier. Die sollten ja eigentlich nur der Ausbildung dienen. Eine praxisorientierte Doku hat kurz und knapp zu sein. Was einzelne Satzbausteine bedeuten, dass kannst hinterlegen und musst es net jedesmal ausformulieren.
    Ist ja nun egal. Mich interessiert das nur noch von der Patientenseite aus. Und mir tun die Kollegen leid, die endlose Papierberge zu wälzen haben, damit andere zufrieden sind. Wobei mit "anderen" natürlich nicht der Pat./Pflegebedürftige gemeint ist.

    Elisabeth
     
  8. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

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    wenn die PDL bei Unstimmigkeiten für den MDK keine Erklärung bereit halten kann.

    Warum muss denn die PDL in einem KH dem MDK Rede und Antwort stehen?? Sowas habe ich noch nie gehört/erlebt. Bei uns gibt es dafür Ärzte/Kodierer und Pflegesachverständige

     
  9. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Es geht um Geld. Viele Häuser schreiben keine schwarzen Zahlen und benötigen das um zB entsprechend Personal vorhalten zu können.
    Die Papierberge zur Dokumentation der Mobilisation und Bilanz und eben zusätzlich des PKMS-Bogens können genau hier helfen, was dann eben nicht für "andere" ist, sondern für das Pflegepersonal UND die Patienten...


    Und @schlitzkompresse, ich glaube Elisabeth redet überhaupt nicht von PKMS, sondern von irgendwelcher Dokumentation anno dazumal. Kann mich aber täuschen @Elisabeth?
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Die Doku anno dazumal enthielt alle Aspekte, die dann auf einem extra Zettel nochmal dokumentiert werden... für den MDK. Doppeldoku hab ich schon immer gehasst.

    Und die sinnentleerten Papiere werden sich mir nie erschließen. Zeitverschwendung erster Güte. Man befragt Pat. bei der Aufnahme und erstellt diverse Checklisten- obwohl der Pat. gar nicht pflegeabhängig wird. Aber Hauptsache, man hat ein Blatt abgeheftet. Das ist für mich Papierberge wälzen ohne Sinn und Verstand.

    Ich kann den Unmut der Kollegen nachvollziehen. Es fehlt an der Möglichkeit zu differenzieren. Es soll alles dokumentiert werden. Ob es Sinn macht- PPR A$- oder nicht PPR A1- Hauptsache es steht was. Das die Zeit dann wieder am Pat. fehlt- wen interessiert das schon.

    Ganz nebenbei- wir laufen wieder in dieselbe falsche Richtung wie bei der PPR. Der Schwerpunkt wird auf die Maßnahme gelegt, nicht auf die Notwendigkeit derselben. Die PPR hat das Vorgehen ehedem außer Kraft gesetzt. Die PPR A4 ist mehr als restriktiv und wird den aktuellen Bedingungen im Krankenhaus kaum gerecht. Viele scheitern schon an den zeitbezogenen Anforderungen. Die Arbeit muss aber trotzdem erbracht werden.

    Elisabeth
     
  11. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Dabei nicht nur auf die Maßnahmen schauen sondern vor allem auf die notwendigen Voraussetzungen, wann die anerkannt werden.

    Elisabeth
     
  13. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Selbstverständlich geht das voraus. Darauf extra hinzuweisen - darauf bin ich nicht gekommen.
    Den Erfassungsbogen (den wesentlich längeren) - erstelle ich nur, wenn wenigstens 1 Merkmal für hochaufwändige Pflege tatsächlich auch zutrifft. Sowie die realistisch eingeschätzte voraussichtliche Behandlungsdauer erwarten lässt, dass dabei auch das Ziel (Entgeltung) erreicht werden kann.
    Steht ja auch so im link.
    Aber vielleicht macht es doch Sinn, darauf hinzweisen. Dass man sich darüber Gedanken macht, bereits zu Beginn.
     
  14. anne86

    anne86 Newbie

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    wollte nur anmerken das PKMS jetzt auch auf IMC erfasst werden kann. Intensiv nach wie vor nicht.
     
  15. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

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    Korrekt. Auf der Intensiv hast du ja die Komplexbehandlung und auch die Super- SAPS
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Die PKMS bildet nur die Pflege ab- nicht den medizinischen Aufwand. Und der reine Pflegeaufwand dürfte annähernd identisch sein, wenn er nicht sogar höher liegt.

    Und die zusätzliche Dokumentation der Pflegearbeit kostet Zeit, die dann wieder am Pat. fehlt. Mal ganz davon ab, dass, wie schon bei der alten PPR, sich mehr an Punkten orientiert wird. Das Ziel ist nicht weitestgehende Autonomie zu erreichen sondern den Pat. solange als möglich pflegeabhängig zu halten. Aber mit dem Problem steht die Pflege ja nicht alleine. Der medizinische Sektor hält es ja ähnlich.

    Elisabeth
     
  17. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

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    Und das begründest du wie?
     
  18. anne86

    anne86 Newbie

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    Ich empfinde das so wie Elisabeth. Denn man soll ja unbedingt die erfordelriche Punktzahl erreichen! Doof wenn der Pat. plötzlich selbstständiger wird ;) Dazu der Druck der ausgeübt wird. Ständig wird gesagt wir brauchen mehr PKMS Pat. das reicht noch nicht. Was soll man aber machen wenn nicht ausreichend PKMS Pat da sind.
    Ja, die Dokumentation kostet viel Zeit, die man gut für die Pat. nutzen könnte. Ich finde jedoch wenn man geübt in der PKMS- Doku ist, gehts recht flott. Das Problem ist bei uns, dass gefühlt jeden Tag andere Kleinigkeiten dazu kommen, die wir jetzt auch dokumentieren müssen und in der Summe geht dabei schon sehr viel Zeit flöten.
     
  19. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ganz einfach- was bringt mehr Punkte? Wenn der Pat. etwas alleine macht oder wenn die PK aktiv wird?

    Der Fehler liegt hier im System als solches. Es honoriert die Leistung die im Gesundheitssystem erbracht wird. Ob diese nun wirklich nötig war oder nicht, spielt eine untergeordnete Rolle.

    Elisabeth
     
  20. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

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    Wenn dein KH nach diesem Prinzip arbeitet, dann ist es wirklich arm dran...*kopfschüttel*
     
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