Potentielle Pflegeprobleme

Dieses Thema im Forum "Pflegeplanung, Pflegevisite und Dokumentation in der Pflege" wurde erstellt von bky.non, 20.03.2016.

  1. bky.non

    bky.non Gast

    Guten Abend. :-)

    Ich verzweifle langsam...
    Ich habe mehrfach recherchiert und einige Male einige meiner Dozenten gefragt (und auch hier leider kein passendes Thema in der Vergangenheit gefunden [oder zumindest übersehen]), und immer noch keine zufriedenstellende Antwort erhalten, also hier folgende Frage:

    Die Formulierung aktueller Pflegeprobleme ist verständlich, aber wie formuliert man potentielle Pflegeprobleme...?

    Die einzigen für mich logischen Beispiele sind Probleme wie "Pat. ist dekubitus-, pneumonie-, thrombose-, sturz-, etc.-gefährdet." - also alles, woran man am Ende ein -gefährdet hängen kann. Aber wie sieht's mit all den anderen möglichen Problemen aus?

    Zum Beispiel
    "Pat. leidet unter Schmerzen." = "Pat. ist schmerzgefährdet?", "Pat. könnte zukünftig unter Schmerzen leiden?", "Pat. entwickelt eventuell Schmerzen?"

    oder
    "Pat. leidet unter Bewegungseinschränkungen." = "Pat. ist gefährdet, unter Bewegungseinschränkungen zu leiden?", "Pat. könnte in seinen Bewegungen eingeschränkt werden?", "Pat. könnte zukünftig unter eingeschränkter Bewegung leiden?" !?

    Ich verstehe das Prinzip einfach nicht...

    Wie ist die korrekte Formulierung?
    Gehört ein "könnte/wird eventuell/vielleicht/möglicherweise" oder "zukünftig" o.ä. überhaupt in den Satz (eventuell um anzuzeigen, dass es sich um ein mögliches und kein tatsächliches Problem handelt)?

    Oder ist die Formulierung womöglich völlig irrelevant, weil im Endeffekt das bloße Erkennen möglicher Probleme zählt?

    Kann jemand helfen...?
    Gerne à la "potentielle Pflegeprobleme für Dummies". :-)

    Vielen lieben Dank im Voraus !
     
  2. WildeSchwester

    WildeSchwester Poweruser

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    Bei den potentiellen Pflegeproblemen handelt es sich um Probleme die auftauchen können weil etwas bestimmtes vorhanden ist und man aber durch bestimmte Handlungen ein Auftreten des potentiellen Problems verhindern möchte.z.B wenn der Patient eine Venenverweilkanüle hat.Das potentielle Problem wäre eine Phlebitis.Durch tägliche Inspektion(=Maßnahme) möchte man die Entstehung einer Phlebitis verhindern(=Ziel).Ist der Patient adäquat und kann sich äußern wenn die Viggo weh tut wäre das eine Ressource.
    Schmerzen für sich allein wären kein (potenzielles) Pflegeproblem.Zum Pflegeproblem werden Sie wenn der Patient sich aufgrund der Schmerzen z.B nicht bewegen mag und deswegen dann z.B Dekubitusgefährdet ist.Dann aber ist es ein vorhandenes,kein potentielles Pflegeproblem.
    Ich hoffe du wirst schlau aus dem was ich geschrieben habe.
     
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  3. bky.non

    bky.non Gast

    @WildeSchwester
    Okay, ich glaube, ich habe es verstanden: Das potentielle Pflegeproblem also, das sich z.B. auf Bewegungseinschränkungen bezieht, wäre nicht, dass der Patient sich nicht bzw. schlecht bewegen kann - das Problem wäre, was daraus resultiert, also bspw. Kontrakturen... Oder? :-)
     
    Susanne2807 gefällt das.
  4. WildeSchwester

    WildeSchwester Poweruser

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    Genau.z.B.

    Problem: Pat.ist Dekubitusgefährdet aufgrund von Immobilität wegen Schmerzen.
    Ressource: Pat.akzeptiert Lagerungen durch Pfleperson
    Maßnahme: regelmäßige Lagerungen laut Lagerungsplan
    Ziel: Patient entwickelt keinen Dekubitus.
     
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  5. bky.non

    bky.non Gast

    @WildeSchwester
    Aaah, alles klar. Jetzt verstehe ich das Prinzip - endlich konnte das mal jemand leicht verständlich erklären... Vielen lieben Dank ! :-)
     
  6. WildeSchwester

    WildeSchwester Poweruser

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  7. Jillian

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    Uns lehrten sie, dass Diagnosen nichts in einer Pflegeplanung zu suchen haben und wir Pflegeprobleme peinlich genau von Diagnosen unterscheiden sollen. So hätte ich dann "erhöhtes Phlebitis-Risiko" geschrieben als pP statt die Phlebitis an sich.
    Oder sehe ich das falsch?
     
  8. WildeSchwester

    WildeSchwester Poweruser

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    Hier ging es aber nicht um die Formulierung einer Pflegeplanung sondern eher darum deutlich zu machen was potentielle Pflegeprobleme sind.Eine Phlebitis kann ja auch gar kein POTENTIELLES Pflegeproblem sein...ist eine Phlebitis diagnostiziert ist sie ja ein akutes/aktuelles Pflegeproblem.
    Was Diagnosen in Pflegeplanungen betrifft: das Diagnosen in einer Pflegeplanung nichts zu suchen haben ist so nicht richtig. Wenn ein Pat.z.B eine Hemiplegie rechts hat, schreibst du ja in die Planung z.B "kann sich linken Arm aufgrund einer Hemiplegie nicht selbstständig waschen".Richtig ist dass wir als Pflegekräfte keine Diagnosen stellen und in die Planung schreiben.
    Oder wie schreibst du die Pflegeplanung? Was schreibst du,wenn Pat.aufgrund einer Hemi Einschränkungen bei der Körperpflege hat? Was schreibst du, wenn ein Pat.eine diagnostizierte Demenz hat und deswegen den Handlungsablauf waschen nicht mehr hinbekommt?
     
  9. Jillian

    Jillian Senior-Mitglied

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    Dann schreibe ich das genau wie du es im Beispiel formuliert hat. So in etwa - "Patient kann [Tätigkeit einer ATL] nicht (mehr) selbstständig durchführen wegen [Diagnose]."
     
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