Portversorgung in Altenheim: darf man ablehnen oder ist das Dienstverweigerung?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von xavierka, 23.06.2012.

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  1. xavierka

    xavierka Gast

    Hallo an alle,

    Habe schon vieles gelesen hier, aber leider keine Antwort auf meine Frage gefunden...
    Darf ich als Fachkraft zu meinem PDL oder Heimleiter Nein sagen, wenn ich mich mit Portversorgung nicht auskenne und mir unsicher bin? (Ehrlich gesagt, wir sind 3 PFK und alle mit dem Port überfordert...)
    Eine Schulung gab es nicht, da hat uns eine nette Dame 1 mal gezeigt, wie alles gemacht werden muss- gilt das als Schulung? Für die Firma wohl schon... Ich habe bis jetzt mit einem Port nichts zu tun- aseptisches arbeiten in einem Zimmer, wo 2 Bewohner sind (1 davon mit nekrotischen Zähen) stelle ich mir sehr schwierig vor; dazu kommt Zeitdruck; Unterbesetzung und einfach Angst wegen Komplikationen.
    Was kann also an mich zukommen, wenn ich bei ,, nein,, bleibe? Es wurde schon gedroht mit Konsequenzen. Wie soll ich reagieren?
    Ich bedanke mich im Voraus für Eure Antworten.

    MFG
    X.
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Um welche Art der Portversorgung geht es? Verbandswechsel? An- und Abhängen von Infusionen? Das ist an geeignetes Personal delegierbar. Beim Anstechen des Ports streiten sich die Experten noch darüber.

    Allgemein gesagt: Wenn ich Tätigkeiten durchführe, für die ich nicht qualifiziert bin, darf ich sie nicht durchführen. Wenn ich allerdings qualifiziert, ist die Ablehnung Arbeitsverweigerung und ja, das kann ein Abmahnungsgrund sein. Inwieweit Du durch Eure Schulung qualifiziert bist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Bei dreijährig ausgebildetem Personal würde ich aber davon ausgehen, dass Ihr mit Infusionen umgehen oder dies lernen könnt. Und ein Port ist ein zentral-venöser Zugang.

    Aseptisches Arbeiten ist in Mehrbettzimmer problemlos möglich. Ihr werdet den Port dort sicher nicht implantieren, das werden die Chirurgen im OP bereits erledigt haben. Für einen aseptischen Verbandswechsel brauche ich keinen sterilen Raum. Den Verband an den Zehen wechselt ihr doch sicher auch im Zimmer.
     
  3. xavierka

    xavierka Gast

    Hallo Claudia,

    An- und Abhängen von Infusionen bzw. Nahrung- ich finde es unmöglich aufgrund von möglichen Komplikationen, das man es von uns erwartet- und Port ist nun was anderes als zb. Insulingabe oder s.c. NaCl. Ich dachte immer, oder vllt. bin falsch informiert- wenn man sich unsicher fühlt, oder eben nicht geschult worden ist- kann man solche Dienstanweisung auch Ablehnen.
    MFG.
    X
     
  4. Baum

    Baum Senior-Mitglied

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    Hey, Xavierka,

    toll, dass du Dir darüber Gedanken machst. Ich an deiner Stelle würde es NICHT machen, wenn ich mir nicht sicher bin. Es kann eigentlich nicht viel passieren, WENN man sich auskennt. Kenne ich mich nicht aus, dann würde ich es zum Schutz der Patientin nicht machen, bis ich eine VERNÜNFTIGE FoBi bekommen habe. Und wenn ich mir dann noch unsicher bin aber immerhin gewisse theoretische Grundlagen soweit sitzen (kann gut sein, nach der FoBi, denn die Theorie ist was anderes als die Praxis und das echte Anstechen), dann würde ich den HA bitten, das mit einem zusammen zu machen, und ihm einfach sagen, dass man sich noch nicht sicher genug fühlt, Ich denke, der hilft da schon.

    Wichtig ist, dass du dich einfach mit deinen Kolleginnen GUT (!!) absprichst, dass sich niemand unter Druck setzen lässt und ihr ALLE DREI (!!!) "nein" sagt:megaphon:. Das APH braucht euch, und wenn ihr alle drei nee sagt, dann können die euch nichts. Und es gibt genügend APHs, die nach Personal lechzen.
    Ohne vernünftige Anleitung, oder wenn ICH mich unsicher fühle, dann mache ICH die Sachen auch NICHT. Selbiges im Spital bei z.B. Vac-Pumpen: wenn ich nicht mehr weiss, wie`s funzt, dann hol ich zur Not den Chirurg auf Innere.:nurse:


    Vor allem, wenn ihr da jetzt nicht nein sagt, dann erwartet die PDL demnächst noch (überspitzt gesagt), dass ihr Chemos anhängt. Bei nem Port kann man schon einiges falsch machen, wenn das Handling nicht ganz klar ist. Das fängt mit dem Abstöpseln mit Heparin /NaCl (je nach Standart- ihr habt dazu vermutlich gar keinen) an und geht weiter mit der Minimalgrösse der Spritzen (immer 10ml-Spritzen, sonst kann der Port k.o. gehen) über das aseptische Arbeiten, das aus Zeitgründen evtl. nicht möglich ist. Aber wenn eure PDL das erwartet: ich denke fast, die sollte es können, wenn sie aus der Pflege kommt.

    Ich würde damit argumentieren, dass ihr euch unsicher seid, gerne zuvor eine genaue Instruktion hättet via FoBi und ihr das für die Sicherheit der Pat. lieber so hättet. Und ich finde, letzendlich ist das PH ja auch für eine sichere, gute Pflegequalität zuständig und hat der Patientin gegenüber eine Verantwortung. Und da wird es ja im Interesse des APHs liegen, dass die Bewohner auch medizinisch gut und sicher versorgt sind, oder etwa nicht?
    Ich denke, da die PDL sicher Wert auf eine gute, sichere Versorgung der Patienten und ein gutes Image nach draussen legt, wird sie euch die FoBi sicher organisieren können, damit ihr das nä. Mal bescheid wisst (und z.B. dem Arzt assistieren könnt oder es unter seiner Aufsicht oder wenn ihr es euch zutraut alleine macht).

    ACHTUNG, Xavierka,
    Falls ihr den Port anstecht und ihn falsch handhabt, dann rate mal, wer gesagt bekommt: Ja, warum hast du denn keine FoBi zuvor darin gemacht? Rate mal, wer hängt, falls etwas schief geht und das nach draussen dringt? Sicher nicht die PDL. Das bist dann DU, oder eine diener Kolleginnen...

    LG und setzt euch durch! Wenn ihr alle nein sagt, dann kann die PDL gar nicht anders, als euch die FoBis zu organisieren und sollte grössten Wert darauf legen, dass ihr da teilnehmt. Denn ich denke nicht, dass eure PDL erwartet, dass ihr Eingriffe durchführt, in denen ihr euch überhaupt nicht sicher seid und dadurch den Pat. gefährdet.
    :dudu:

    PS: Warum müsst ihr denn einer armen alten Dame im APH den Port anstechen? Geht es ihr schlecht? Was ist das Ziel des Port-a-cath anstechens bzw. der geplanten Therapie?
     
  5. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Das kannst Du kurzzeitig machen, aber Du hattest eine Schulung. Dafür wird's auch einen Nachweis geben. Ich kann natürlich nicht beurteilen, wie gut die Einweisung war. Aber da Du geschult worden bist, hast Du jetzt keinen triftigen Grund für das "Nein" mehr.

    Welche Komplikationen befürchtest Du?

    Ihr habt doch wahrscheinlich diese fertig zusammengestellten Packs mit fertig angemischter Infusionslösung samt -leitung, mit fertig abgepackten 10er-Spritzen mit NaCl (Heparinspülung ist out!) und sterilem Material?
     
  6. Baum

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    Hey, Claudia,

    Komplikationen eines Porth-anstechens: Sepsis durch unsteriles arbeiten, Luftembolien, Porthembolien durch falsche Handhabung... Ich kann die Bedenken der TE gut nachvollziehen.
    Heparinspülung ist bei uns im Spital z.B. noch in. Wir müssen nach Standart mit Heparin spülen.
    Und ich versteh auch nicht den Zweck eines Porth-anstechens, wenn die Pflegekräfte es schon kaum schaffen, alle satt und sauber zu halten. Und dann soll man da noch regelmässige Infusionstherapien unter aseptischen Bedingungen durchführen, wenn kaum genug Personal da ist, um eine vernünftige Dekubitusprophylaxe in den APHs durchzuführen.
    Was genau sich an der Therapie für die Pat. an ihrer Lage so verbessern soll, seh ich jetzt eh nicht unbedingt, sie wird ja einen Grund für künstliche Ernährung haben (und jetzt nur so ne Vermutung, sie will nicht mehr essen und hat keinen Appetit mehr oder ist so dement, dass sie`s nicht mehr regelmässig kann?! Für alles andere wäre sie nämlich im Spital, schätze ich...). Die einzige, die Profit aus der Situation schlägt, sind nicht gar: MITARBEITER? PATIENTIN? Nein! Der Gewinn liegt beim PH und vielleicht auch ein wenig bei der PDL. NA, wer hätt´S gedacht.
    Ich kann dir nicht die Arbeitsrechtlichen Konsequenzen sagen, Xavierka, aber ich kann die die Konsequenzen aufzählen, die auf euch zukommen, wenn was passiert und das irgdenwer mitbekommt, dass ihr medizinische Massnahmen ohne vernünftige Schulung durchführt. Was war das denn für ne Frau, die euch das gezeigt hat? Möchte die PDL nicht das nä. Mal dabei sein, damit sie zur Not auch die folgenden Examinierten in den nä. Jahren anweisen kann, wenn da wieder mal ein Wechsel erfolgt? Würde doch Sinn machen, oder nicht?

    lG!
     
  7. Baum

    Baum Senior-Mitglied

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    PS: Wenn EUCH ein Fehler passiert, dann wird die PDL wohl kaum den Kopf für euch hinhalten, oder?
     
  8. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Die Indikation der parenteralen Ernährung ist ja zweitrangig. Der verordnende Arzt wird sich schon was dabei gedacht haben. Mir würden genug Indikationen für eine parenterale Ernährung einfallen, die keinen Aufenthalt im KH rechtfertigen.

    Du rätst, die TE und ihre Kolleginnen sollen sich weigern, bis sie geschult werden. Nun hatten sie schon eine Schulung. Aber selbst wenn sie noch eine weitere erhalten sollten - dann haben sie doch immer noch Zeitdruck und Personalmangel. Sollen sie sich dann immer noch weigern? Ihnen gehen doch die Argumente aus.

    Wie gesagt, die Qualität der Schulung kann ich nicht beurteilen. Aber ich hab schon Schulungen über Portversorgung gehalten. Mir haben neunzig Minuten gereicht, und ich glaube, ich hab alles relevante abgedeckt. Inklusive der Komplikationen und der rechtlichen Situation. Und wir hatten sogar die Zeit, einen Port anzustechen (einen Musterport natürlich ohne Patient drumherum).

    Wir reden von Fachkräften mit dreijähriger Ausbildung. Von denen kann ich nach einer guten Einweisung erwarten, dass sie eine Infusion fachgerecht an- und abstöpseln.
     
  9. xavierka

    xavierka Gast

    Hallo an alle,

    Vielen Dank für Eure Antworten und Mühe.
    Die Dame hat Ca in letztem Stadium, BMI unter 18, deshalb Nahrung über Port. Leider keine fertige Mischung (ist ja teurer)- also ich müßte dann Lipide reinspritzen wie auch Vitamine.
    Einen Nachweiss über Schulung (1xmal gezeigt bekommen) gibt es natürlich nicht- andere PFK werden sich wahrscheinlich fügen aus Angst (was ich unmöglich finde- es geht doch in erster Linie IMMER um Bewohner!).
    Wenn Euch einer 1x mal gezeigt hätte, wie man Auto fährt- könnt ihr gleich losfahren? So fühle ich mich derzeit... Und wenn man in Frühdienst zu 2 ist- 1PFK+1 PK- hättet ihr ruhig arbeiten können und die Arbeit (aseptische vorbereitung)ausüben können bei 30 Bewohner?
    Ich lehne es ab. Am Montag werde ich mich bei meine Rechtschutz beraten lassen- ich möchte niemanden Umbringen.
    Übrigens- für PDL ist Port kein Thema- wir sollen es machen, genauso wenig wie Umgang mit MRSA bei andere BW.(Laut Ihr ist alles nicht so schlimm- da kann nicht viel passieren; Schutzkleidung nur bei Wundversorgung etc...)
    LG
    X.
     
  10. hypurg

    hypurg Poweruser

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    Reden wir jetzt vom "Anstechen" oder "nur" vom An- und Abhängen?
     
  11. Baum

    Baum Senior-Mitglied

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    Ja, das stimmt, dann gehen die Argumente aus, wenn sie eine vernünftige (!) Schulung hatten.

    Und unter einer VERNÜNFTIGEN Schulung verstehe ich genau das, was du hier beschreibst. Mit Port anstechen in der Theorie und so. Aber wenn da eine Dame war, die denen zeigte, wie das geht, dann hatte ich das so verstanden, dass die Frau das an der Pat. gezeigt hat, und nicht so schön mit Theorie und so. Kann aber auch sein, dass ich das falsch verstanden habe.
    Auf der anderen Seite frag ich mich, ob die Schulung echt so eine wie von Dir beschrieben war, weil die TE sich ja schon noch sehr unsicher ist mit Port-anstechen. Das weiss ich eben nicht und kann das auch nicht sagen. Das müsste die TE hier noch sagen, WAS das für eine Art der Schulung war.7
    WENN es eine gescheite war, dann gibt es auf alle Fälle einen Grund weniger sich zu weigern, das zu machen.

    Andere Gründe für ein verweigern des Porth-anstechens und der Infusionstherapie wären schlicht Personalmangel, denn ich kenne die wenigsten APHs, die Porths anstechen lassen... Und wie gesagt, wenn da einer in seinen Ausscheidungen liegt bzw. oft nicht mal die Zeit für eine regelmässige Dekubitusprophylaxe ist oder die Menschen noch nicht einmal das ihnen zustehende Toilettentraining gemacht bekommen können, dann würde mir hier noch ein zweiter Grund für eine Verweigerung einfallen. Denn als Leiterin eines APHs liegt der PDL doch sicher daran, dass die Pat. alle regelmässig aufs WC gehen können und eine halbwegs vernünftige und würdevolle (!) Grundpflege gawährleistet ist. Und wenn dem so ist, dann ist das Port-anstechen bzw. medizinische Massnahmen ja voll ok.... Alles andere wäre aber kein Indiz für eine gute Pflegequalität, würde ich sagen. Meinst du, die PDL schon?...

    Und das mit der Indikation für die Nahrung ist in dem Fall zweitrangig, ja. Aber auch nicht ganz ohne Bedeutung, denn was möchte der Arzt der Frau denn Gutes tun mit der Nahrung? Auch hier bin ich gespannt auf die Aussage der TE, denn ich kenne kaum eine Indikation für ne künstl. Ernährung, ausser Nahrungsverweigerung. Für alle Magen/Speiseröhren etc.- Geschichten landen die Menschen normalerweise im Spital bei uns. Mal sehn, was die TE schreibt.

    lG
     
  12. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Die blöde Software hat meinen Beitrag gefressen, deshalb nochmal:

    @xavierka: Ohne Nachweis einer Schulung hast Du bei Deiner Verweigerung gute Chancen. Die Portversorgung darf nur an geeignetes Personal delegiert werden - da Du nicht geschult bist und die PDL Dir das Gegenteil nicht beweisen kann, bist Du nicht geeignet. Glück gehabt!

    (Solltest Du eine Schulung durchsetzen wollen, kenne ich zufällig eine Dozentin, die Dich in neunzig Minuten fit macht :anmachen:. Aber mehr Personal kann ich Dir leider nicht herbeizaubern.)

    Könntet Ihr die Nahrung nicht über Nacht laufen lassen? Vielleicht ist im Spätdienst mehr Zeit, um die Infusion vorzubereiten. Das Abstöpseln und Durchspülen mit Kochsalz wäre dann im Frühdienst eine Sache von einer Minute.

    @Baum: Ginge es ums Anstechen des Ports, könnte ich die Skrupel eher verstehen. Da ist die rechtliche Situation ja ohnehin noch ungeklärt. Aber es scheint um simples Anschließen der Infusion an einen liegenden Zugang zu gehen - und das ist jetzt so schwer nicht.
     
  13. xavierka

    xavierka Gast

    Hi Hypurg,

    für dich wahrscheinlich "nur" vom An- und Abhängen wie auch NaCl Spülung nach jede Nahrung- für mich leider NUR. Sprich, schon das alleine ist risikant oder? Oder wie sollte man sich verhalten? Ich weiss es nicht.
    Gruß
     
  14. Baum

    Baum Senior-Mitglied

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    Das hört sich tatsächlich recht gut an, wenn das so ne nicht-nachgewiesene Schulung war. Find`s super, dass du Dir da Rechtschutz dazuholst. Auf die Art und Weise kannst du vielleicht vielen nachfolgenden, die vor so unfaire Arbeitsbedingunge mit Druck von oben klein gemacht werden sollen, helfen.

    Mit einer EPK und einer PK find ich sollte dich die PDL lieber mal darum kümmern, dass alle trocken liegen :-(. Und ein CA ist für mich kein Grund, der ne parenterale Ernährung rechtfertigt. Also bohr ich nochmal weiter: warum isst die Pat. nichts? Ösophagus-CA?

    LG und Hut ab, geschickt eingefädelt, man muss sich echt nicht alles gefallen lassen. Und schon gar nicht, wenn dir die PDL mit Druck kommt und ihr die Bewohner in Gefahr bringt durch den Druck. Das finde ich absolut unverantwortlich und grob fahrlässig von deiner Chefin! Ende-Gelände!
    Das ist echt nicht würdig!
     
  15. Baum

    Baum Senior-Mitglied

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    Und auch ein "nur" abhängen oder spülen kann mit zu wenig Zeit auf zu viele Pat. grossen Schaden anrichten... Für wieviele Pat. seid ihr zuständig?
     
  16. xavierka

    xavierka Gast

    Claudia,

    so schwer ist das nicht? Ja, wenn man sich auskennt- ist ja leider nicht so- schon die Vorbereitung von Nahrung und anhängen hat trägt Sepsis Risiko in sich-wenn man bedenkt, das wir schon durch sprechen es kontraminieren könnten- die Dame, welche seit Jahren in diese Branche sitzt- hat selber für alles 1 Stunde gebraucht- natürlich, hat sie dabei alles erklärt und vllt deshalb hat es solange gedauert- es ist aber alles andere als einfach.
     
  17. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Wenn Du Dir die Hände korrekt desinfizierst, nicht auf den Anschluss tapst und die Klemme vom Port verschließt, wenn keine Infusion läuft, ist das Risiko sehr sehr gering. Und die hygienische Händedesinfektion sollte Dir als Pflegefachkraft bekannt sein.

    Für eine parenterale Ernährung gelten die gleichen Regeln wie für jede andere Infusion auch.

    Eine Einweisung von einer Stunde würde ich nicht als kurz bezeichnen. Ging es auch um die Handhabung der Infusionspumpe? Oder lasst ihr über Schwerkraft einlaufen? Ich war dankbar über meine neunzig Minuten, aber in einer Stunde hätte ich das Wichtigste gut untergebracht. (Dann hätten wir halt auf die Anstecherei verzichtet, die hättet ihr ja wohl ohnehin nicht gebraucht.)
     
  18. xavierka

    xavierka Gast

    Hallo Baum,

    30, davon auch viele schwerstpflegebedürftig, auch wenn die Pflegestuffen es leider nicht zeigen.
    Gruß
     
  19. xavierka

    xavierka Gast




    Türlich, ich habe die Frage in Bezug auf Recht NEIN sagen zu dürfen gestellt? Super, dass du das alles beherrscht, kommt vorbei,OK?
    Gruß
     
  20. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Angebot steht! Hab ich weiter oben geschrieben.

    Wie gesagt, das Recht, "Nein" zu sagen steht und fällt mit den Argumenten. Eine Sepsis kannst Du auch auf anderem Wege begünstigen. Wenn Du Dich da nicht auch weigerst, bricht das Argument weg.

    Vielleicht kann die PDL den Hausarzt zu Dreikammerbeuteln überreden. Dann ist das Fett schon drin, und du musst nur noch Vitamine zugeben. Das spart Zeit.
     
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