Port-a-cath: Wieviel ml/h zum offenhalten?

db50ddg

Newbie
Registriert
21.04.2005
Beiträge
1
Hallo,

Wir haben einen 9-jährigen Jungen der z.Zt. Antiobiotika über den Port bekommt. Um ihn nicht 3x täglich mit Heparin abstöpseln zu müssen lassen wir kontinuierlich eine Infusion laufen. Wieviel ml/h müssen mindestens kontinuierlich über den Perfusor laufen damit der Port nicht verstopft?
 

kleo83

Junior-Mitglied
Registriert
03.02.2005
Beiträge
58
Alter
38
Ort
Ffm
Beruf
Krankenschwester
Hallo,
also, bei allem unter 5ml/h verstopft er auf jeden Fall. Bei 10ml/h weiss ich es nicht genau.
Kann man die Antibiose nicht auf oral umsetzen??
 

EckFrank

Newbie
Registriert
28.02.2005
Beiträge
7
Alter
49
Ort
Rheinland-Pfalz
Beruf
Kinderkrankenpfleger, Musiker
Hallo!

In unserer Kinderklinik lassen wir die Infusionen - auch die "Ports" - zum "Offenhalten" auf pos. 5-15 ml/h laufen, allerdings als Elektrolyt-Heparin-Gemisch.

D.h. pro 1 ml Elektrolyt-/NaCl-Infusion wird 1 I.E.Heparin hinzu gegeben!

Beispiel: auf 500 ml PÄD I (oder auch Jonosteril BAS 1/3 etc.) kommen 500 I.E. Heparin. Dann kann man laut unserer Ärzte die Infusion auch auf 5-10 ml/h zum Offenhalten laufen lassen.

Ansonsten bleibt nur übrig nach der Antibiose den Port mit Heparin zu spülen... was bei mehrmals am Tage durchzuführener Antibiose auch ungünstig ist, gerade auch aus psychischer Sicht für die Kinder. 3-5mal am Tag vor und nach i.v.-Gabe Kind fixieren, mit "Spritzen" hantieren etc. finde ich nicht so gut...aber das ist Ansichtssache!

Wobei mich mal interessieren würde, ob diese Niedrigdosierung überhaupt etwas bringt? Zumindest bleiben die Venen und auch Ports unserer kleinen Patienten damit meistens offen - meistens... :mryellow:
Auch hatten wir schon sehr kleine Kiddies, wo der Doc "vergessen" hatte Heparin-Gemisch anzusetzen, und es unerfahreneres Pflegepersonal nicht gleich bemerkt hatte, und die Infusionen dann trotzdem auf pos. 10-15 ml/h 3-4 Tage problemlos am Laufen waren...vielleicht kann mir da jemand weiterhelfen? Gibt es da Erfahrungswerte bzw. wissenschaftliche Nachweise dafür?

Orale Antibiose ist bei Kindern ja gerade zu Beginn der Therapie "kontraproduktiv" bzw. einige Medis für die Kids gibt´s nun mal leider nur "i.v." Dank unserer tollen Pharmaindustrie und deren Bemühungen für die Pädiatrie! :(

Viele Grüße,
Frank!
 

onkomen

Junior-Mitglied
Registriert
25.10.2002
Beiträge
42
Alter
54
Ort
Berlin
Beruf
Fachkrankenpfleger Onkologie
Hallo,


wieso soll man den Jungen nicht abstöpseln?
Den ganzen Tag eine heparinisierte Infusionslsg. laufen lassen?

Wir blocken mit einer sog. VitC Plombe, d.h. 500mg Ascorbinsäure auf 100ml NaCl 0,9%, aufgezogen in einer 10ml Spritze werden 4ml und injeziert.
 

martine

Newbie
Registriert
07.10.2003
Beiträge
8
Alter
37
Ort
Luxemburg
hallo,

Bei uns wird immer mehr darüber geredet keinen Heparinblock meh zu setzen, wenn der Patient jeden Tag mindestens 1 Infusion über den PAC bekommt. Voraussetzung ist dass die Kammer nach der Infusion mit einer 20ml NaCl-Lösung und hohem Druck durchgespült wird.
Bis jetzt hat das gut funktionniert, nur das Problem ist, jeder macht wie er denkt, so dass wir trotzdem immer die 8ml aspirieren müssen bevor wie das Medikament durchlaufen lassen... mal sehen bis jetzt ist noch keiner verstopft :engel:

Martine
 

Moni

Junior-Mitglied
Registriert
03.03.2005
Beiträge
80
Ort
Berlin
Beruf
Krankenschwester
Akt. Einsatzbereich
Unfallchirurgie
Hallo,

Wir blocken Port-Katheter nur, wenn der Port-Katheter unbenutzt ist und die Portnadel gezogen ist! Bei laufender täglicher Infusion reicht das spülen anschließend mit 10ml NaCl 0,9%.

Bei den Gebrauch wie oben genannt Ascorbinsäure ------> können Mikrothromben entstehen!!!!

Gruß Moni:besserwisser:
 
T

thinkpink

Gast
Wir spülen auch nach jeder Infusion nur mit einem fertigem (Luxus pur - ich geniesse es!) Heparinlösung die 10 IE enthält. 10 ml spülen und verstopseln bis zur nächsten Infusion....
 
B

Britta nrw

Gast
martine schrieb:
hallo,

Bei uns wird immer mehr darüber geredet keinen Heparinblock meh zu setzen, wenn der Patient jeden Tag mindestens 1 Infusion über den PAC bekommt. Voraussetzung ist dass die Kammer nach der Infusion mit einer 20ml NaCl-Lösung und hohem Druck durchgespült wird.
Bis jetzt hat das gut funktionniert, nur das Problem ist, jeder macht wie er denkt, so dass wir trotzdem immer die 8ml aspirieren müssen bevor wie das Medikament durchlaufen lassen... mal sehen bis jetzt ist noch keiner verstopft :engel:

Martine
Wir handhaben das auf der Onkolgie jetzt auch seit längerem so. gibt da glaub ich auch ne Studie zu. versuche mal näheres zu erfahren... halte euch auf dem laufendem...

britta
 

JazzmanHamm

Newbie
Registriert
26.04.2006
Beiträge
2
Alter
42
Ort
Hamm NRW
Beruf
Krankenschwester
Akt. Einsatzbereich
Hämatologie/ Onkologie
db50ddg schrieb:
Hallo,

Wir haben einen 9-jährigen Jungen der z.Zt. Antiobiotika über den Port bekommt. Um ihn nicht 3x täglich mit Heparin abstöpseln zu müssen lassen wir kontinuierlich eine Infusion laufen. Wieviel ml/h müssen mindestens kontinuierlich über den Perfusor laufen damit der Port nicht verstopft?

Hallo!
Bei uns auf der Station ist es üblich den Patienten Freiraum zu geben!
Wir haben Portspüllösungen 100ml NaCL 0,9%+10.000 IE Heparin. Wenn die Infusion leer ist spüllen wir mit 20ml NaCl pur den Port und Blocken mit der Portspüllösung 5ml. Läuft länger nichts darüber muß auf jeden Fall alle 24 Stunden neu geblockt werden! Das ist unser Standard. Wir haben damit erreicht, dass auch Portinfektionen weniger werden! Ich hoffe ich konnte dir helfen?!
lg JazzmanHamm :lol:
 

chicagogurl

Newbie
Registriert
28.04.2006
Beiträge
14
Ort
Hamburg
Beruf
Krankenschwester
Akt. Einsatzbereich
Allgemeinpflegepool
hallöchen,

bei uns blocken wir den Port nur mit 10ml NaCl, wenn täglich Infusionen laufen, Heparin ist da denn nicht nötig.
 

kikra-sonja

Newbie
Registriert
11.11.2004
Beiträge
8
Alter
38
Ort
Oldenburg
Beruf
Kinderkrankenschwester
Hi,

ich krieg grad schon einen riesen Schreck. Mit welchen Mengen an Flüssigkeit die Port-Systeme so gespült werden. Aber ich vermute mal, dass es sich hauptsächlich um Erwachsenen-Ports handelt?!?
Auf unserer Pädiatrischen Onkologie handhaben wir es wie folgt:
Bei liegender Portnadel und Antibiotikatherapie in 6-8stdl. Abständen lassen wir sogar 20 ml/h laufen. Bei größeren Therapieintervallen stöpseln wir die Portnadeln mit 5ml NaCL zum Spülen und im Anschluss mit 4ml Heparin 400iE-NaCl-Gemisch ab. Diese Plombe lassen wir bis zu 72h bei liegender Portnadel bestehen. Meist ziehen wir bei so großen Intervallen aber die Portnadel, nur Eltern und Kinder finden das immer reichlich bescheiden.
:wink:
Sonja
 

kleo83

Junior-Mitglied
Registriert
03.02.2005
Beiträge
58
Alter
38
Ort
Ffm
Beruf
Krankenschwester
Mal wieder ein neuer Beitrag zum Thema -PORT BLOCKEN

Bei uns wird nach einer Infusion mit 10ml NACL0,9% ( nach Blutabnahme mit 20ml) gespült und anschließend mit 2ml einer Heparinlösung geblockt (100ml NACL0,9% mit 5.000 IE Hep)
 
Registriert
08.12.2006
Beiträge
4
Ort
Münster
Beruf
Gesundheits- und Krankenpfleger
Hallo Kollegen,

wie steht es mit der Neuerung, zum Blocken von Portsystemen sei Heparin kontraindiziert, da keine Verhinderung von Okklusionen nachgewiesen werden konnte. Es sollte nur NACL zum Blocken von Ports benutzt werden, oder aber ein neues Mittel Namens Taurolidin.:daumen:

Der Captain
 

narde2003

Board-Moderation
Teammitglied
Registriert
27.07.2005
Beiträge
13.391
Ort
München
Beruf
FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
Akt. Einsatzbereich
HOKO
Funktion
Leitung HOKO
Hallo Captain Pfleger,

das Mittel kenne ich nicht, setzt ihr es ein? Mit welchen Erfahrungen?

Liebe Grüsse
Narde
 

narde2003

Board-Moderation
Teammitglied
Registriert
27.07.2005
Beiträge
13.391
Ort
München
Beruf
FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
Akt. Einsatzbereich
HOKO
Funktion
Leitung HOKO
Hallo Captain Pfleger,

wenn du etwas herausfindest, lass es uns wissen.

Liebe Grüsse
Narde
 

Über uns

  • Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit mehr als 15 Jahren eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

Unterstützt uns!

  • Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!