Podologie / Wundmanager?!

Dieses Thema im Forum "Wundmanagement" wurde erstellt von Dodez, 20.03.2009.

  1. Dodez

    Dodez Newbie

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    Vorab erstmal ein großes Lob,
    sehr sehr interessantes Forum mit überschaubaren Themen und
    auch verwertbare Antworten ;)

    Nun zu meinem Anliegen,
    Grundinformation ist diese, wir sind mehrere Podologen und Fußpfleger in einer Praxis. Hauptpatientenstamm besteht aus Diabetikern und wir arbeiten mit einigen Fußambulanzen und Diabetologen zusammen - Kassenzulassung natürlich vorhanden.
    Zu Frage, wir haben vor unsere Praxis weiter auszudehnen im Bereich Wundmanagment (nicht als Hausbesuche sondern in der Praxis). Ich habe mich auch schon durch etliche Seiten und Informationsquellen durchgearbeitet zum Thema Wundmanager. Da gibts ja mehr oder weniger große unterschiede im Bezug auf Wundmanager ICW e.V. und Wundtherapeut WTcert usw...
    Ich hab gehört, dass man außerdem eine Zertifizierung beantragen muss um überhaupt
    mit den Krankenkassen abrechnen zu können. Wie und wo informiert man sich da um eine zertifizierung zu beantragen ? Die Suche im Internet hat bis jetzt leider nichts gebracht bzw. habe dabei nur herausgefunden wo man seinen Wundmanager absolvieren könnte.
    Davon ab haben wir noch vor, die Fortbildung zum Qualitätsmanager bzw. Qualitätsmanagmentbeauftragten zu machen um auch hierbei die Zertifizierung zu bekommen. Gibt es da irgentwelche Unterschiede zu z.b. einem Qualitätsmanager in einem anderen Bereich als Podologie / Wundbereich ? Das sich evtl. beide von einander unterscheiden ist mir klar aber im Bezug auf andere Institutionen zur "Prüfung" / Zertifizierung.
    Und wie sind beide Bereiche miteinander verknüpft, sprich muss z.B. das Qualitätsmanagment vorhanden sein nebst dem Wundmanager um eine Zertifizierung zu beantragen ?

    Schonmal vorab ein großes Danke,
    wäre sehr nett wenn jemand vielleicht noch ein paar nützliche Tips oder
    Hinweise diesbezüglich hätte :-)
     
  2. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Vielen Dank, im Namen aller hier Mitwirkenden!

    Ich versuche mal, einige Deiner Fragen zu beantworten.
    Welche Weiterbildung Ihr letztendlich wählt, ist Eure Entscheidung. Man kann von vorn herein nicht pauschal sagen, welche besser ist. Wichtig sind wahrscheinlich für Euch die Kosten, (evtl. Reise- und Übernachtungskosten dazu rechnen!), die Dauer der Weiterbildung und was Ihr damit letzendlich machen könnt.
    Bei Wundexperte ICW z.B. erhalten nur Podologen ein Zertifikat, Fußpfleger jedoch nicht. Bei den anderen Weiterbildungen weiß ich jetzt nicht so Bescheid, die haben sich bisher aber auch weniger etabliert.

    Zu der Zertifizierung:
    Du musst mal "DIN ISO 9001" googeln, oder "Zertifizierung Podologen-Praxis", dann kommst Du schon zu Informationen. Über diesen Weg wirst Du sicher auch die restlichen Fragen beantwortet bekommen.
    Denn welche Qualifikationen die Mitarbeiter einer Podologen-Praxis haben müssen, kann ich Dir nicht beantworten.

    In Pflegeeinrichtungen ist es so, dass Fachkräfte mit entsprechenden Qualifikationen vorhanden sein müssen, das fordern die Expertenstandards, die jedoch nur auf den Bereich der Kranken- und Altenpflege verbindlich angewendet werden.

    LG
    Trisha
     
  3. Schwester Persephone

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    Hallo :-)

    Hinsichtlich der Abrechnung von Wundversorgung mit den Kassen sieht es meines Erachtens so aus, dass die Erbringung der Leistung nur bei Delegation durch den behandelnden Arzt (rechtssicher) möglich ist, eine Abrechnung hingegen nicht (außer natürlich mit dem behandelnden Arzt als Kooperationspartner). Grundlage hierfür ist das SGB V, u.a. §37.2.

    Der jeweilige AOK-Landesverband und/oder auch der vdek wird hier aber sicher genauere Informationen haben.

    Als Erstqualifikation ist gerade bei Diabetiker-Klientel wohl der "Wundassisten DDG" sinnvoll, darauf aufbauend vielleicht der "Wundassistent DGfW WAcert®" - diesbezüglich ist es wohl am besten, die jetztigen Kooperationspartner anzusprechen und ggf. den Verband, dem Du angeschlossen bist.
     
  4. Dodez

    Dodez Newbie

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    Erstmal danke für eure Antworten ;)
    Langsam aber sicher kommern wir der Sache näher ^^

    Also wenn dann wären nur unsere Podologen daran beteiligt, die jeweilige Fortbildung zu absolvieren, wie erwähnt, dass keine Fußpfleger diese Fortbildung mitnehmen können/dürfen.
    Da es in dem Bereich auch mehrere Fortbildungsmöglichkeiten gibt haben wir unsere Suche bzw. unsere Wahl auf die der ICW oder der DGfW beschränkt, da diese soweit gelesen die geläufigsten sind bzw. anerkannt.
    Da sind wir noch am grübeln welche uns eher zusagt.

    Also die Zertifizierung bzw. die Kassenzulassung für die Podologenpraxis haben wir ja schon. Wir können also mit den Kassen abrechnen bezogen aber nur auf unsere Behandlungen also Podologie. Wir bräuchten aber auch die Zertifizierung um im Wundmanagment-Bereich tätig sein zu "dürfen". Es ist z.B. auch in Sanitätshäusern so, dass sie die Zertifizierung brauchen um überhaupt mit den Kassen abrechnen zu dürfen - zwar Behandelt der WM außer Haus aber es muss ja die gleiche Vorraussetzung auch bei einem "Festen" WM vorhanden sein,der vor Ort in einer Praxis arbeitet als bei einem, der rausfährt. Und soweit ich gehört und gelesen habe müssen dafür 2 Vorraussetzungen erfüllt sein: Einen zertifizierter Wundmanager und das Qualitätsmanagment. Nur man kann doch nicht einfach eine X beliebige Fortbildung/Zertifizierung zum Qualitätsmanagment machen, die dann nicht auf das jeweilige Berufbild passt. Grob gesagt, eine Zertifizierung/Qualitätsmanagmentfortbildung im Bereich Metallbau bringt uns in unserer Medizinischen Einrichtung rein garnichts.

    Wie siehts dann bei Wundmanagern aus, die z.B. ins Altenheim / Krankenhaus fahren. Diese müssten ja auch praktisch abrechnen können. Denn so wie ich mir das Vorstelle fährt z.B kein WM raus, erbringt die erforderliche Leistung aber wird dafür nicht bezahlt. Das ein WM von jeweiligen Pflegedienst oder sonstigen Arbeitgeber bezahlt wird, ist natürlich denkbar aber was würde dann diese Institution daran verdienen ohne Abrechnen zu können!?


    Wäre durchaus möglich, dass ich hier gerade auf dem Schlauch stehe aber irgentwie blicke ich da immernoch nicht ganz durch ;)
    Für weitere Hilfen bin ich sehr dankbar :-)
     
  5. Schwester Persephone

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    Klar, dafür habt Ihr ja auch einen Rahmenvertrag.

    Oh, da gibts verschiedene Möglichkeiten:

    Variante 1 ist: Pflegedienst mit HKP-Vertrag. Dafür gibts je nach Bundesland verschiedene Vergütungsvereinbarungen.

    Variante 2: Firmenvertreter. Hierbei handelt es sich oft um exam.PK, die als Medizinprodukteberater tätig sind. Sie begutachten Wunden, dokumentieren ggf. und erstellen eine Behandlungsempfehlung. Service-Leistung im Rahmen von Marketingstrategien.

    Variante 3: Home-Care-Unternehmen; i.d.R. wie oben, teilweise herstellerübergreifend tätig.

    Variante 4: Diverse: Einzelverträge, Franchise-Modelle, Pflegeberater, Delegation durch entsprechende Fachärzte


    Leider ist es immer noch so: mit Wunden lässt sich nicht leicht Geld verdienen - das kann ich aus der Praxis auch bestätigen.
    Eure Überlegung, das Betätigungsfeld der Praxis auszuweiten, finde ich gut und sinnvoll (ich betreue auch Patienten mit DFS und bin froh über jeden Podologen, noch dazu welche, die Wundversorgung übernehmen könnten).
    Vielleicht gibt es ja ein MVZ oder eine "Vertragswerkstatt" (der Name stammt nicht von mir :knockin: KBV - rztliche Kooperation - Vertragswerkstatt - Weiterentwicklung ) in der Nähe, mit der man einen entsprechenden Vertrag abschließen könnte?
     
  6. Dodez

    Dodez Newbie

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    Und genau das ist unser Anliegen, da wir halt jeden Tag Patienten mit DFS bei uns sitzen haben, könnten wir dann halt diese Patienten noch mehr "betreuen".
    Im Moment siehts halt so aus, dass z.B. ein Patient vom jeweiligen Diabetologen, Hausarzt, KH oder sonstige Einrichtungen zu uns geschickt wird, damit wir sie Podologisch behandeln können.
    Nun ist es aber so das halt leider größtenteils Patienten bei uns auftauchen die schon mit Ulcera zu kämpfen haben. Wir kümmern uns also nur um die noch "gesunden" Bereiche am Fuß und Bein.
    Der PAtient aber muss trotzdem weiterhin zurück zur Ambulanz um dort behandelt zu werden oder um Verbände zu wechseln.
    Und genau da wollen wir einspringen, dass unser Patient auch bei uns im Bereich der Wunden versorgt werden kann, damit er nicht immer Hin und Her wandern muss.
    Hört sich erstmal so an wie eine Fußambulanz, wäre natürlich die perfekteste Lösung aber die Arbeit bzw. die Ressourcen die damit verbunden wären sind zu imens.
    Wie gesagt, nur eine Verknüpfung zwischen Podologie und Wundmanagment.

    Leider gibt es so auch keine Podologen die ihre Praxis in diesem Bereich so ausgeweitet haben, deswegen ist es für uns im Moment schwierig dort irgentwie Ansätze zu finden.
     
  7. Schwester Persephone

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    WARUM ihr das wollt und WARUM das sinnvoll und wünschenswert, ist wohl allen Mitlesenden klar. Dennoch scheint das Vorhaben zumindest bzgl. der direkten Abrechnung mit den Leistungsträgern zum Scheitern verurteilt zu sein.
    Lies mal bitte das Interview hier: Diabetes Forum :: Downloads
     
  8. Dodez

    Dodez Newbie

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    Erstmal danke für die Infos und Tips. Wir werden da natürlich noch weiter nachhaken und schauen was sich da ergibt.

    Aber einen kleinen Erfolg haben wir schon ;)

    Wir wissen nun, wo wir unsere Zertifizierung im Bereich Qualitätsmanagment und auch speziell auf die Podologie beantragen und absolvieren können.
    Danke an Trisha für den Tip DIN ISO 9001 :-)

    Für interessierte Zentralverband der Podologen und Fusspfleger Deutschlands e.V. - Veranstaltungen

    Nochmals danke und ich werde euch auf dem laufendem halten!
     
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