Podologe

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von Hypertone_Krise, 13.05.2014.

  1. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

    Registriert seit:
    11.03.2009
    Beiträge:
    1.121
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    PDL, GuK, Palliative Care
    Funktion:
    PDL
    Wir hatten neulich in der Onkologie eine Patientin aus dem Pflegheim, die ziemlich ungepflegte Fußnägel hatte. Dies ist auch dem Sohn aufgefallen, der sich deshalb an die Pflegekräfte in dem Pflegeheim wandte. Dort erzählte man ihm , dass seit einigen Wochen kein Podologe mehr in die Einrichtung käme und auch in der Umgebung keine ambulanten Behandlungen mehr durchgeführt werden, weil alle niedergelassenen Podologen inzwischen total überlastet wären. Eine "normale" Fußpflegerin darf bei der Patientin nichts machen, weil sie bereits seit längerem ein diabetisches Fußsyndrom hat.
    Habt ihr in Euren Einrichtungen ähnliche Probleme und wie geht Ihr damit um? Ein bekannter von mir arbeitet bei einer Krankenkasse und bestätigte, dass es wohl generell viel zu wenig Podologen gibt. Das ganze wäre wohl schon auf Landesebene "gewuppt" worden... Aber was bedeutet das für die betreffenden Patienten und die Heime, die eine regelmäßige Versorgung der Betreffenden nicht mehr gewährleisten können?
     
  2. Elfriede

    Elfriede Poweruser

    Registriert seit:
    13.02.2014
    Beiträge:
    814
    Zustimmungen:
    40
    Beruf:
    KrSr
    Ort:
    Niedersachsen
    Akt. Einsatzbereich:
    ambulante
    Richtig !

    Podologen gibt es zu wenige, sind überlaufen und selten zu Heim-/Hausbesuchen bereit.
    Was mir neu ist, ist, daß eine Fußpflege nicht zur Nagelpflege an einen Diabetischen Fuß darf.
    Sie nimmt ja keine podologische Behandlung vor.
    Allerdings kann sie die AVO-Podologie nicht abrechnen.
    Eine med. Fußpflege ist sehr genau mit den Risiken des Diabetes vertraut.

    Sehr interessant fände ich, wo so etwas geschrieben steht. (darf nicht)

    LG, Frieda
    KrSr & med.Fußpfl. !
     
  3. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

    Registriert seit:
    11.03.2009
    Beiträge:
    1.121
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    PDL, GuK, Palliative Care
    Funktion:
    PDL
    Mhm- ich habe kaum Erfahrungswerte mit Fußpflegen, bzw. Podologen, aber ich nehme mal an, dass es da schon noch Unterschiede gibt bezüglich Verschreibungspflicht bzw. -möglichkeit, oder? Und wie sieht das von der Rechtssicherheit aus?
     
  4. Elfriede

    Elfriede Poweruser

    Registriert seit:
    13.02.2014
    Beiträge:
    814
    Zustimmungen:
    40
    Beruf:
    KrSr
    Ort:
    Niedersachsen
    Akt. Einsatzbereich:
    ambulante
    Die "stinknormale" Fußpflege ist im Bereich Kosmetik angesiedelt.
    Weder verschreibungsfähig noch -pflichtig.

    Frag Deinen Frisör.

    med. Fußpfl. und Podologie sind andere Hausnummer.

    Bitte schau, was Dein Pat. benötigt.

    Mit der Rechtssicherheit hat derjenige ein Problem, der den Auftrag annimmt.
     
  5. Maniac

    Maniac Poweruser

    Registriert seit:
    09.12.2002
    Beiträge:
    9.602
    Zustimmungen:
    82
    Akt. Einsatzbereich:
    Krankenhaus
    Funktion:
    Führungskraft
    Vielleicht hilft dir das als Ausgangspunkt für deine Suche:


    http://www.gesundheitsamt.bremen.de/sixcms/media.php/13/3_nb_GBE_Fusspflege und Hygiene.pdf
     
  6. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

    Registriert seit:
    11.03.2009
    Beiträge:
    1.121
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    PDL, GuK, Palliative Care
    Funktion:
    PDL
    Elfriede, Reaktionen wie Deine empfinde ich nicht als hilfreich sondern unhöflich. Den Unterschied zwischen Podolgen und stinknormaler Fußpflege kenne ich auch ohne meinen Frisör fragen zu müssen. In unserer Klinik haben wir einen eigenen Podologen, der allerdings im Rahmen eines bestimmten Stellenanteils als Podologe bei uns tätig ist und und ansonsten als Pflegefachkraft arbeitet. Die Patientin wurde von ihm behandelt und ist inzwischen wieder entlassen worden. Mich hat die grundsätzliche Handhabung mit der Problematik interessiert, die sich aufzeigt, wenn eine podologische Behandlung zwar verordnet wird aber mangels Podologen nicht durchgeführt werden kann. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass es o.k. ist, wenn dann alternativ die normale Fußpflege konsultiert wird. Und ich vermute , dass die Rechtsicherheit dann auch zum Problem der Einrichtung werden kann. Außerdem ist davon auszugehen, dass wir nun des öfteren in der Klinik mit den Folgen eines diabetisches Fußsyndrom, das nicht adäquat behandelt wurde ( werden konnte) konfrontiert werden.
    @ Maniac: Danke schön.
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Das, was es immer bedeutet: der Pat./Pflegebedürftige steht im Mittelpunkt und da steht er im Weg. Das Versorgungsdilemma, und das betrifft ja nicht nur die Podologen, bekommt der Bürger erst mit, wenn er selbst oder Angehörige betroffen sind. Ändern wird sich nix. Denn Änderungen kosten Geld und das hat die Kasse nicht- schon gar nicht für chronisch Kranke.

    Und so stellt sich die Frage: braucht es für jede Fußpflege bei einem Diabetiker wirklich einen Podologen? Oder welche Möglichkeiten gibt es noch?

    Nebenbei- geht jeder Diabetiker zum Podologen bezüglich der Fußpflege? Kann ich mir kaum vorstellen wenn man bedenkt, dass rund 7% der Bevölkerung "zu süß" sind.

    Elisabeth
     
  8. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

    Registriert seit:
    11.03.2009
    Beiträge:
    1.121
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    PDL, GuK, Palliative Care
    Funktion:
    PDL
    Habe heute mal meinen Hausarzt gefragt: Eine podologische Behandlung darf nur dann verordnet werden, wenn ein diabetisches Fußsyndrom vorliegt. Außerdem setzt dies eine umfassende ärztliche Diagnositk vorab voraus. Der Großteil der Diabetiker wird sich also wohl die Fußnägel selbst schneiden oder ne Fußpflege bezahlen müssen. Bestätigt wurde mir, dass es von den Podologen inzwischenn viel zu wenige gibt, nicht zuletzt weil die Fußpfleger/innen inzwischen sehr frühzeitig die Behandlung von "kritischen" Füßen ablehnen und an die Podologen verweisen.
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Das würde bedeuten, dass auch der ganz normale Fußpfleger aktiv werden kann und darf.

    Elisabeth
     
  10. Maniac

    Maniac Poweruser

    Registriert seit:
    09.12.2002
    Beiträge:
    9.602
    Zustimmungen:
    82
    Akt. Einsatzbereich:
    Krankenhaus
    Funktion:
    Führungskraft
    Und das hast du jetzt woraus geschlossen?
     
  11. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

    Registriert seit:
    11.03.2009
    Beiträge:
    1.121
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    PDL, GuK, Palliative Care
    Funktion:
    PDL
    Ich verstehe Deine Rückschluß auch nicht Elisabeth. Das Problem, dass es für die kritischen Füße nicht genügend Podologen gibt, besteht nach wie vor. Normale Fußpfleger durften und dürfen bei normalen Füßen jederzeit aktiv werden.
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Der feine Unterschied für die Kasse dürfte bei "normalen" Füßen liegen. Ein Diabetiker hat erst mal "normale Füße". Das Problem taucht dann auf, wenn es dort Veränderungen gibt. Stichwort Sensibilität.

    Bleiben wir beim Fakt und gehen davon aus, dass man mit dem Risiko zu lasch umgeht. Die Versorgung mit Podologen ist unzureichend. Was bedeutet das jetzt für den Betroffenen? Gänzlich auf Fußpflege verzichten? Allein nur das Problem publik machen kann es ja auch nicht sein.

    Elisabeth
     
  13. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

    Registriert seit:
    11.03.2009
    Beiträge:
    1.121
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    PDL, GuK, Palliative Care
    Funktion:
    PDL
    Ja nun- das Problem habe wengier ich sondern diejenigen, die in ihren Einrichtungen die Versorgung ihrer Bewohner gewährleisten müssen. Ich wundere mich übrigens schon ne ganze Weile, warum hier kaum Feedback kommt...
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Was sollen denn die Kollegen deiner Meinung nach machen? Du kannst ja kaum dem Podologen vorschreiben, welche Kunden er behandeln darf und welche nicht.

    Was mich außerdem interessiert- die Verordnung ist nur unter ganz bestimmten Bedingungen möglich. Wer bezahlt dann den Podologen, wenn die Kasse wegfällt. Der Bewohner? Wie teuer wird so was und kann sich das jeder leisten?

    Elisabeth
     
  15. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

    Registriert seit:
    11.03.2009
    Beiträge:
    1.121
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    PDL, GuK, Palliative Care
    Funktion:
    PDL
    Weshalb habe ich wohl hier gepostet? Weil ich genau das wissen möchte: Wie wird in den Einrichtungen damit umgegangen? Was gibt es für Alternativen? Ist es inzwischen eher die Regel anstatt die Ausnahme, dass die podolgoische Versorgung vernachlässigt wird? Wie reagieren darauf die betroffenen Bewohner und/oder deren Angehörige, wie der MDK?
     
  16. Spaßvogel

    Spaßvogel Newbie

    Registriert seit:
    11.05.2014
    Beiträge:
    22
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Rettungssanitäter, Gesundheits- und Krankenpfleger, Wundmanagement, Mentor...ect...
    Akt. Einsatzbereich:
    Heimintensivpflege
    Funktion:
    Teamleitung
    bisher hatte ich/wir immer glück.
    wir hatten damals im heim einen engpass, weil unser "hauspodologe", also der, der immer vorbeikam, sich das leben genommen hat.
    wir haben uns einen wolf telefoniert um einen neuen zu finden.
    die füße sahen immer schlimmer aus.
    gab dann auch beschwerden. zu dem zeitpunkt hatten wir bereits der krankenkasse gemeldet das wir keinen podologen bekommen können und anfragen gestellt ob wir nicht auf einen uns bekannte fußpflegerin zurückgreifen können, die bei uns auch tätig ist, sich aber nur um die "gesunden" füße kümmert.
    bevor wir einen antwort erhalten haben fanden wir einen neuen podologen der sich gerade einen kundenstamm aufbauten.
    wir erklärten den betroffenen die situation und auch den angehörigen.
    gab viel wind darum. einige wollten sich beim mdk und oder bei den verischerungen beschweren.
    ich sagte dann immer: "ja bitte tun sie das, wir haben es auch schon getan und kommen nicht weiter. ist alles dokumentiert" (stimmte ja auch).
     
  17. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Das bedeutet also, dass man die Füße bewusst "vergammeln" lässt. Ob das für so eine Klientel gut ist?

    Elisabeth
     
  18. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

    Registriert seit:
    11.03.2009
    Beiträge:
    1.121
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    PDL, GuK, Palliative Care
    Funktion:
    PDL
    Was wäre denn DEINE Alternative, Elisabeth? Ich habe die Tage mal ne Manüküre machen lassen und mich mit der Dame über das Thema hier unterhalen. Sie selbst macht auch Fußpflege und meinte, dass das Risiko, haftbar gemacht zu werden, wenn bei der Behandlung eines "problematischen" Fußes was schief geht, ihr persönlich viel zu hoch wäre und sie inzwischen nur noch konsequent die "normalen" Füße behandelt.
    @ Spaßvogel: Schade, dass Ihr keine Rückmeldung von der KK bekommen habt- das wäre mal sehr interessant gewesen, wie die sich positionieren.
     
  19. Spaßvogel

    Spaßvogel Newbie

    Registriert seit:
    11.05.2014
    Beiträge:
    22
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Rettungssanitäter, Gesundheits- und Krankenpfleger, Wundmanagement, Mentor...ect...
    Akt. Einsatzbereich:
    Heimintensivpflege
    Funktion:
    Teamleitung
    vergammeln lassen kann man es natürlich nicht.
    wenn wir keinen neuen podologen gefunden hätten, hätten wir die kassen genervt.
    dann mit den patienten gesprochen und ggf mit deren angehörigen ob wir als alternative einen fußpfleger beauftragen dürfen. dieses hätten wir schriftlich fixiert und von dem patienten bzw dem gesetzlichen vertreter gegenzeichnen lassen.

    damit befinden wir uns wenigstens nicht mehr im unrechtlichen bereich, sondern in einer helleren grauzone.
    was anderes fällt mir auch nicht ein.
     
  20. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Und genau diesen Lösungsansatz meine ich.

    Elisabeth
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Podologe Forum Datum
Werbung Petition zur Änderung/Erweiterung des Podologengesetzes Werbung und interessante Links 28.02.2014

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.