Placebo-Dragees

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von GKP2012, 22.06.2014.

  1. GKP2012

    GKP2012 Stammgast

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    Habt ihr auch Placebo Dragees in eurem Medikamentenschrank ?
    In welchen Situationen verwendet ihr die ?
    Was für Patienten bekommen die ?

    Die liegen bei uns seit Jahren im Schrank und kommen nie zur Anwendung.
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Die sollten auch nicht routinemäßig zur Anwendung kommen.

    Außer zu Studienzwecken halte ich den Einsatz von Placebos (ebenso wie das Spritzen von Kochsalzlösung anstelle von Schmerzmitteln etc.) für ethisch nur schwer vertretbar.
     
  3. Elfriede

    Elfriede Poweruser

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    Seit bald 20 Jahren habe ich keine Placebos mehr gesehen.
    Sind aus ethischen Gründen nicht mehr in der Regelversorgung zu finden.
    Seitdem gibt es aber Medikamente mit Wirkstoffmengen unter dem therapeutisch
    sinnvollen Niveau. ----------- ?!?
     
  4. yoyoyoyo

    yoyoyoyo Stammgast

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    Während meiner Zeit in der Pflege habe in der Chirurgie einige wohlüberlegte Einsätze von Placebos bei der Therapie postoperativer Schmerzen gesehen, in der Regel mit faszinierendem Erfolg. Bei den richtigen Patienten (psychisch überlagert, Aggravation, Opiatabhängigkeit etc.) ein sehr sinnvoller Ansatz und im übrigen sogar leitliniengerecht (S3 Leitline "Behandlung akuterperioperativer und posttraumatischer Schmerzen")!
    Bei dieser sehr sorgfältigen und gut überwachten Anwendung sehe ich dann auch kein großes ethisches Problem. Wenn ich den Ex-Opiatabhängigen nach der Op mit ein paar Placebos statt Opiaten vom Rückfall abhalten kann ohne dass ein großer Leidensdruck entsteht darf man sie zumindest mal erwägen.
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das besonders die ärztl. Kollegen der schneidenden Zunft ihre Probleme mit einer adäquaten Schmerztherapie haben ist hinlänglich bekannt. Schließlich haben sie das Böse rausgeschnitten. Erst wenn sie selber die Seiten gewechselt haben und Pat. wurden, setzt bei vielen- leider nicht bei allen- ein Umdenken ein. Manche sind einfach fest davon überzeugt, dass das Leiden zum Genesen dazu gehört. Heißt ja nicht umsonst "Patient".

    Beispiel für überheblichen Denkens gefällig?

    Pat. mit ausgeprägtem selbstverletzenden Verhalten klagt über massive Bauchschmerzen. Ihr wurde über Jahre hinweg erklärt: psychisch bedingt. Jeder Somatiker meinte, wenn sie angezogen vor ihm saß, dass man das kontrollieren müsste. Zog sie sich zur körperlichen Untersuchung aus, flachte das Interesse sofort ab und ihr wurden ein paar Antazida in die Hand gedrückt. Erst eine neue Psychiaterin bestand auf eine umfassende Abklärung- und siehe da: Magengeschwüre. Nach entsprechender Therapie ist die Pat. nun seit Jahren beschwerdefrei. Wie viel Leid hätte der Pat. erspart werden können wenn es nicht so viele Ärzte geben würde, die ihre Vorurteile im Alltag ausleben dürfen.

    Elisabeth
     
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