PKMS-Änderungen 2013 - eine einzige lächerliche Farce!

Dieses Thema im Forum "Pflegeplanung, Pflegevisite und Dokumentation in der Pflege" wurde erstellt von MilanX, 26.10.2012.

  1. MilanX

    MilanX Junior-Mitglied

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    Nun ist es also raus, was sich 2013 bei der PKMS-Dokumentation ändern, bzw. verbessern wird: NICHTS!
    Es wird im Planungsbogen lediglich einige sprachliche Veränderungen geben - inhaltlich jedoch - ich kann es kaum glauben: NICHTS!

    Da fragt man sich doch ernsthaft, was die hochbezahlten Herren und Damen Pflegebürokraten das ganze Jahr eigentlich gemacht haben? Monatelang haben sie dazu aufgerufen, Verbesserungsvorschläge einzureichen. Man fragt sich, mit welcher Strategie sie eigentlich all die in diesem Jahr laut gewordene Kritik der Pflege und all die gut gemeinten Verbesserungsvorschläge derjenigen ignorieren, die dieses sinnfreie Dokumentationssystem Tag für Tag anwenden müssen.

    Dann bleibt eben alles wie es ist: Mehr Dokumentation und weniger Zeit für die Patienten. Und der Mißbrauch eines Systems, das mangels Zeit mißbraucht werden will und muss! - hauptsache die Erträge stimmen.

    Immerhin: Auf einen Punkt konnte man sich offensichtlich einigen: Dass es 2014 Änderungen infolge von einzureichenden Verbesserungsvorschlägen geben wird. Oder dient diese Voraussage lediglich als Argument dafür, dass die Existenz von Personalstellen (für die Weiterentwicklung von PKMS), auf denen unsere Damen und Herren Pflegebürokraten sitzen, weiterhin dringend erforderlich ist?

    Wann endlich kann sich die Pflege dieser Bürokraten entledigen, um sich wieder darauf zu konzentrieren, worauf es ankommt: Menschen pflegen.
     
  2. squaw

    squaw Poweruser

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    Gar nicht, es wird eher noch schlimmer.
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    @MilanX- darf ich fragen, welche Vorschläge du zu den Änderungen eingebracht hast? Man könnet dann ja vergleichen, ob diese aufgegriffen wurden und wie sie konkret umgesetzt werden. Hast du deine Vorschläge als Privatperson abgegeben oder habt ihr es als Team gemacht?

    Elisabeth
     
  4. MilanX

    MilanX Junior-Mitglied

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    Weder noch. Es ist gar nicht möglich, als Einzelperson oder als Team Einzelvorschläge einzureichen, sondern nur als Institution. Da liegt es auf der Hand, dass der Deutsche Pflegerat & Co. sich offenbar so vor einer Flut von Anträgen schützen will. Eigentlich bedauerlich, denn so hätten die Kollegen möglicherweise auch mal endlich etwas zu tun...

    Die bisher eingereichten Verbesserungsvorschläge in diesem Jahr spiegeln aber wieder, was ich (rein theoretisch) auch vorgeschlagen hätte.
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Es musste also net die eigene Einrichtung, das eigene Team sein, wo man sich einbringen konnte. Der Berufsverband, bei dem man Mitglied ist, wäre sicher auch dankbar gewesen für eine entsprechende Zuarbeit.

    Hier werden ebenfalls Einzelexperten angefragt: AGKAMED: AG OPS 9-20 .

    Ergo: Vorwürfe machen ist leicht. Selbst aktiv werden und erkennen, dass auch den entsprechenden Gremien Grenzen gesetzt werden, ist manchmal ein steiniger Weg.

    Elisabeth
     
  6. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ich glaube immernoch nicht an PKMS. Das ganze System ist zum scheitern verurteilt. Es werden Stellen geschaffen, bzw. i8tarbeiter freigestellt, es wird Software gelauft, es wird ein riesiger Aufwand an Zeit und Kosten betrieben ... für ein paar Mark, die keinem Vergleich standhalten würden...

    Entweder man krempelt das ganze bürokratische Monster komplett um, oder es wird irgendwann komplett aufgelöst werden...
     
  7. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    hm, ja dieses Monster seh ich auch, auch wenn ich das Ganze nicht überblicken kann
    es wurden Stellen geschaffen - im IT-Bereich - Menschen die die Doku kontrollieren - bevor es an den MDK zur Abrechnung geht
    beim MDK wird das Ganze wohl auch nicht nebenbei laufen

    es gab dieses Jahr eine Infoveranstaltung zum Thema
    meine Frage war u.a. wo denn die zusätzlichen Stellen bleiben UND das erwirtschaftete Geld
    Zahlenbeispiel - im Monat 50 "Fälle" macht aufs Jahr ganz grob 600.000€
    na ja, 1 Teil soll der Pflege zugute kommen, der große Rest - wird im Unternehmen verteilt

    dazu ist noch was zu sagen. 2009-2011 wurde 30 Vollstellen neu geschaffen, finanziert zu 90% von staatlicher Stelle.
    Wo diese PK sind - keine Ahnung, eine Verbesserung - ich kann sie nicht sehen, mit meiner direkten subjektiven Wahrnehmung vor Ort.
    Jetzt 2012 muss das KH 100% selbst zahlen.
    Was machte man: Es gab die Angabe, dass diese Stellen nur gehalten werden, wenn mindestens diese 50 "Fälle" pro Monat erreicht werden.
    Hat schon was, so eine - man könnt böswillig sagen - Drohung.
    Man hat auch weitere Bereiche hinzugenommen, um über eine längere Liegedauer letztlich auch wieder die Punkte zu erreichen und abrechnen zu können.
    Es gab auch schon Rückmeldung - wenn partout eine Zeitlang keine PKMS zu berechnen war für die IMC - mei - wenn jemand nicht A4 ist, dann isser' s halt nicht. Man könnte, durchaus, entsprechend dokumentieren, aber das wär doch letztlich - Betrug. SOWAS ist mir zutiefst zuwider.

    Das Geld welches vom Unternehmen KH zusätzlich eingenommen wird/werden möchte - fällt auch nicht vom Himmel, es kommt woher - ein kleines bisschen auch von mir, dem Beitragszahler. Hat man da die Dollarzeichen vor Augen als eines der Hauptkriterien?
    Gut gemeint IST das ganze ja, hochaufwändige Pflege wird abgebildet. Das möcht ich den Initiatoren nicht absprechen.
    Nur das was da grad draus wird - schmeckt mir nicht, hat einen unangenehmen Beigeschmack.
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    und das auch ohne ein Umkrempeln. Wollen wir eine Wette abschließen?

    Elisabeth
     
  9. Vicodiin

    Vicodiin Poweruser

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    seh ich auch so..
     
  10. MilanX

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    Das Geld, was die Krankenhäuser durch PKMS nun zusätzlich einnehmen, muss ja von irgendwoher kommen. Und da Krankenkassen nicht extra ihre Beiträge erhöht haben, gibt es nur eine Quelle: Es wird an anderer Stelle im Gesundheitssystem abgezogen.
    Wenn man nun an dieses bürokratische Monster denkt, würde wahrscheinlich ein Aufschrei durch die Masse an Beitragszahlern gehen, wenn die Versicherten wüssten, wie ihre Beiträge zur Finanzierung eines solchen Blödsinns verschleudert werden, ohne dass eine einzige zusätzliche Pflegestelle geschaffen wurde (stattdessen gibt es zusätzliche Stellen in der Kodierung, zusätzliche Stellen beim MDK, zusätzliche Stellen in der IT, zusätzliche Stellen bei Verlagen)

    Und woher all die Mitarbeiter nehmen? Man zieht sie von der Pflege ab, was dazu führt, dass sich die Qualität der Pflege durch PKMS erst recht verschlechtert. Um aber dem MDK zu zeigen, wie gründlich die hochaufwendige Pflege angeblich läuft, wird das System kurzerhand be******en.

    Und das wird sich im nächsten Jahr verschärfen. Denn ab 130 Punkte gibt es dann nahezu das Doppelte an Geld - an diesen Schatz will doch jedes Krankenhaus...

    Ich komme inzwischen zu dem Fazit, dass Pflegewissenschaftler, die dieses System hochhalten und sich darüber profilieren, unserem Beruf zunehmend schaden. Sie haben keine Ahnung, was sich tagtäglich auf Stationen ereignet, glauben aber mit Konzepten wie PKMS Abhilfe zu schaffen. Das nimmt eine beängstigende Entwicklung an.
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Es ist dich immer wider schön zu lesen, wie man die Verantwortung weiter delegiert.

    Warum siehst du den Splitter im Auge der Pflegewissenschaftler, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?

    Pflegewissenschaftler versuchen die Arbeit abzubilden, die du leistest. Wie du sie leistest, dass liegt in deinem Ermessen. Wenn tagtäglich was dokumentiert wird, was man net geleistet hat, dann erweckt man nun mal den eindruck, dass man mit noch weniger Personal noch weniger leisten kann.

    So lange wie Pflege versucht sich selbst zu überholen bei dem Versuch es allen Recht zu machen wird sich nix ändern- im Gegenteil.

    Elisabeth
     
  12. MilanX

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    Verantwortung delegiere ich nicht, sondern übernehme sie - so, wie es jeder in der Pflege tut.
    Wenn aber Pflegewissenschaftler, die keine direkte Verantwortung über Menschen haben, unsere Arbeit abzubilden versuchen, wie sie gar nicht existiert und wie sie fern jeglicher Realität ist, frage ich mich nach der Existenzberechtigung so mancher Pflegewissenschaftler.

    Natürlich kann ich 5 Pflegern einer Station ein optimales Arbeitskonzept entwerfen. Am nächsten Tag nehme ich der Station aus Kostengründen drei Leute weg und sage den anderen beiden: Macht euch nichts draus, denn wie ihr mein wunderbares Arbeitskonzept heute bewerkstelligt, liegt ganz in eurem Ermessen. Mit diesem eigenen Ermessen geht dann bedauerlicherweise jeder anders um: Es zeigt sich am Umgang mit Patienten, an schweren Hygienemängeln...oder eben an der schlechten Dokumentation.

    Eine schlechte Dokumentation bei PKMS führt zu Negativentscheiden beim MDK - also: Weniger Geld fürs Krankenhaus. Wie damit umgehen? Auch das ist Ermessenssache, allerdings die der Geschäftsleitung: Wahrscheinlich wird es dauerhaft auf Einsparungen hinauslaufen.

    Ich bin froh, in der Pflege noch an der Basis zu arbeiten und mir somit ein angemessenes Urteil bilden zu können. Ich werde aber sauer, wenn mir Kollegen, die seit langem nicht mehr an der Basis arbeiten, erzählen wollen, wie gut man unter den Bedingungen doch tatsächlich arbeiten könne und was man immer noch alles besser machen könne. Nein, so langsam sind mal andere dran, etwas besser zu machen, Frau Dinse.
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, dann liegt es an der Badekose.

    So lange versucht wird mit einer Minimalbesetzung (und noch weniger) die maximale Qualität zu erreichen und dies auch noch so dokumentiert muss sich net wundern, dass immer mehr an der Personalschraube gedreht wird.

    Wenn die Basis der Meinung ist, sich durch komplette Selbstaufgabe bis zum letzten Tropfen ausquetschen zu lassen, dann soll sie dies tun. Die Pflegewissenschaftler haben dies weder vorgeschlagen noch wollen sie dies- im Gegenteil. Das will die Basis nur selber.

    Ergo: Die Basis hat die aktuellen Zustände selber zu verantworten und nur sie alleine ist dafür zusrändig, wie es sich weiter entwickeln wird.

    Elisabeth
     
  14. HHS

    HHS Poweruser

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    @MilanX:
    Wow, wow, wow- Vorsicht mit Deinen Aussagen!!
    Die empfinde ich als etwas unqualifiziert, auch wenn ich Deinen Frust mit der PKMS ein Stück weit nachvollziehen kann!

    Hast Du Dich ERNSTHAFT mal mit Pflegewissenschaft auseinandergesetzt?
    Ziele, Aufgaben, Geschichte?

    Bin ich froh, das wenn alles gut läuft ich in der Pflege nicht mehr an der Basis arbeiten werde, und mir trotzdem ein angemessenes Urteil bilden kann. Ich werde aber sauer wenn mir Kollegen die in an der Basis arbeiten, mir erzählen wie man Bedigungen noch schlechter gestaltet und die Pflege noch schlechter machen kann.

    Es waren Pflegewissenschaftler, die dafür sorgten, das wir heute einen gewissen Mindeststandard haben. (ganz früh am Anfang Nightingale vor mehr als 100 Jahren, Peplau vor mehr als 70 Jahren, und so weiter...)
    Es sind Pflegewissenschaftler, die herausgefunden haben, das weniger Krankenschwester gleich höhere Patienten-Sterblichkeit im Krankenhaus bedeuten. (http://www.medknowledge.de/abstract/med/med2011/05-2011-06-personal-sterblichkeit-krankenhaus.htm)

    Es sind aber nicht die Pflegewissenschaftler, die die Personalstärke bestimmen.

    Das ist die Politik, die Du mit deiner Stimme mitbestimmst!
    Es sind die Kolleginnen und Kollegen, die Sachen tun, "weil man es ja schon immer so getan hat" und damit notwendige Neuerungen blockieren.
    Es sind die Kolleginnen und Kollegen, die bei Dauerausfall und Mindestbesetzung immer noch versuchen alles zu tun, was geht und sich hinterher aufregen, das man dann immer noch Personal kürzt. ("Ging doch- also ist immer noch zuviel Personal da, das müssen wir kürzen")

    Kritik an der PKMS ist erlaubt, sicher. Aber diese Herumhackerei auf die Pflegewissenschaft geht mir doch ein wenig auf die Nerven.
    Aber manchen wollen ja Back to the Roots- sprich zurück in die Steinzeit!
     
  15. MilanX

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    Ja, ich habe mich mit Pflegewissenschaft beschäftigt im Rahmen eines Studiums und beobachte seitdem, wie Wissenschaft und Pflegealltag immer weiter auseinander driften. Die Pflegewissenschaft stelle ich auch nicht grundsätzlich in Frage, sondern die zunehmende Profilierungssucht innerhalb der Pflegewissenschaft (wieviele Pflegetheorien und -modelle haben wir mittlerweile jetzt?)

    Nur ein Beispiel, wo wir ja bei PKMS sind:
    Schaut euch mal die Dokumentationshilfe für PKMS unter folgendem Link an, die jetzt veröffentlicht wurde:
    http://www.recom.eu/fileadmin/recom-verlag/pressezentrum/pdf/1_Formulierungshilfe_fuer_die_A1.pdf

    Und dann schaut euch mal unten die Leute an, die diese Hilfe herausgegeben haben. Da stehen über 30 (!) Personen. So eine ähnliche PKMS-Hilfe (etwas anwendungsfreundlicher) habe ich bereits vor einem knappen Jahr für unser Krankenhaus entwickelt, allerdings alleine.

    Und noch etwas: Es gibt offensichtlich einen Trend, aus der direkten Pflege auszusteigen, eine akademische Laufbahn einzuschlagen, um anschließend zwar in der Pflege weiter zu arbeiten, jedoch bloß nicht mehr an der Basis. Die Frage, warum das so ist, lasse ich hier einfach mal unbeantwortet.

    Nein, natürlich bestimmen Pflegewissenschaftler nicht die Personalstärke. Aber ich habe den Eindruck, aus der Wissenschaft kommen zunehmend Verschlimmbesserungsvorschläge, die dem wenigen verbliebenen Personal zusätzliche Ressourcen abverlangen. Das ist es, was mich stört. PKMS ist dafür das beste Beispiel.
     
  16. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Die Arbeitsgruppe macht wesentlich mehr, als "nur" eine Dokumentationshilfe herauszugeben. Und die eingebrachten Vorschläge dieser Arbeitsgruppe erscheinen mir ganz vernünftig: AGKAMED: AG OPS 9-20

    Aber die Pflegewissenschaftler bestimmen nicht die Umsetzung von PKMS. Das macht wieder die Politik.
     
  17. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Da frage ich doch glatt mal nach: welches Studium war es, dass dir die Erkenntnis gebracht hat, dass es ganz viele Pflegetheorien und -modelle gibt?

    Ich gebe durchaus zu, dass die PKMS net der große Wurf sind. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man das Fahrrad net neu erfinden sollte. Es gibt ja bereits entsprechende Systeme: NANDA, NIC und NOC. damit gibt es in D nur ein Problem: die Ausbildung ist für den Einsatz solcher Instrumente net ausgelegt. Hier wird Fachkompetenz erwartet und da reicht es nicht, wenn man nach Skala und detailierten Standards arbeitet.

    Aber du als Vertreter der Basis hast ja augenscheinlich sowohl die Kompetenz (Studium) als auch die tägliche Erfahrung aus der Praixs. Nun bin ich gespannt, wie dein Modell, dass alle Pflegebereiche abdecken muss, aussehen wird. Wer weiß- vielleicht wirst du damit im Gesundheitsministerium punkten können. Musst nur den § 12 aus dem SGB V beachten- jede Leistung muss begründet werden.

    Btw.- kannst du ganz genau sagen, wann die Pflegewissenschaftler unrechtmäßig weniger Personal einfordern für ein Pflegeleistung? Mir sind nur Beispiele erinnerlich, die von Politiker kommen, die ja bekanntlich Laien sind.

    Elisabeth
     
  18. HHS

    HHS Poweruser

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    Meines Wissens nach 15 PflegeMODELLE, aber alle im letzten Jahrtausend entstanden.
    Wenn Du wirklich studiert bist, dann müsste Dir aber klar sein das es nicht möglich ist nur ein Modell für alle Bereiche der Pflege zu haben.
    Andere sind mittlerweile veraltet oder sind uns in Fleisch und Blut übergegangen.

    Außerdem arbeiten Pflegewissenschaftler auch an anderen Themen, als immer einer völlig neuen Theorie oder Modell. Fällt aber in Deutschland noch nicht so sehr auf- Pflegewissenschaft ist halt in Deutschland eine noch sehr, sehr junge Disziplin.

    Das auseinander driften sehe ich auch. Aber das ist eher eine Frage der Relation. Ist es mein Zug der da abfährt, oder der am gegenüberliegenden Bahnsteig?

    Das Auseinanderdriften liegt wohl eher daran, das sich der Pflegealltag nicht genügend mit der Wissenschaft Fuß fassen konnte- sprich die Wissenschaft ist dem Alltag ein gutes Stück vorraus. Ist in anderen Wissenschaftsdisziplinen auch nicht anders- vom theoretischen Laser 1928, zum ersten funktionierenden Laser 1960 bis zu den ersten CD-Spielern in den 80er hat es auch ne Weile gebraucht.

    Außerdem kommt in Deutschland hinzu das die Politik das bisher zu verhindern wusste. Erkenntnisse, die uns helfen würden bzw. bestätigen was wir schon lange sagen, werden schön von Politik ignoriert. Nicht nur das, ich habe das Gefühl man spielt uns absichtlich gegeneinander aus.

    Oder warum hinken wir in Sachen Pflege anderen europäischen Ländern um bis zu 20 Jahre hinterher?
    Warum war Deutschland wegen der grottenschlechten Pflege vor der UNO?
    Warum haben wir immer noch keine Definition der Pflege in Deutschland?

    Boah, toll!! Ganz alleine hast DU? Boah, bist Du toll!!!
    Geht's Dir darum?

    Viele Köche verderben zwar den Brei, aber wenn zuwenige da mitsprechen, heißt es später wieder: wir konnten ja gar nicht mitreden!

    1.) was hat das mit dem Thema PKMS zu tun?
    2.) Studieren, weil man nicht mehr an der Basis arbeiten will? Bitte nicht wieder diese unsägliche Diskussion, von wegen was ist notwendiger und wer ist besser....
    3.) Als Antwort zu Deiner Frage: gibt ne Menge Gründe dafür- und entsprechend viele wissenschaftliche Theorien dazu!

    PKMS ist vielleicht nicht ideal gelungen. Aber wenn es das nicht gäbe, würde die Politik was anderes verlangen.
     
  19. MilanX

    MilanX Junior-Mitglied

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    Hey HHS,
    Deine hohe Motivation am Pflegestudium sei Dir gegönnt. Um aber nicht nochmal missverstanden zu werden: Nicht die Wissenschaft an sich stelle ich in Frage, sondern das zunehmende Überstülpen von wissenschaftlichen Erkentnissen auf eine Branche, die oft nicht einmal weiß, wie sie personell den nächsten Tag bewerkstelligen soll. Bevor man zum Feinschliff kommt, muss man doch ersteinmal für Substanz sorgen.

    Klar interessiert das alles nicht die Wissenschaft, klar ist das Aufgabe der Politik. Nur worauf beruft sich Politik u.a. bei ihren Entscheidungen? Wer sitzt in den Gremien und Ausschüssen?

    Wissenschaftliche Erkenntnisse sind sicher alle richtig und manchmal großartig. Ich bin sofort dabei, wenn es heißt, wir akademisieren jetzt die Pflege aus Gründen des komplexen Berufsbildes (dann wäre man wenigstens mal konsequent!). Vor zwei Jahren beschließt dann jedoch der Bundestag, dass Krankenpfleger nun auch werden darf, wer einen Hauptschulabschluss hat. So baut man keine Substanz für eine Branche auf, die eine bestmögliche Versorgung nach wissenschaftlichen Erkenntnissen garantieren soll.

    Was hat das nun mit PKMS zu tun? Hier geht es zusätzlich auch ums Geld der Pflegekräfte. Pflegewissenschaftler werden von der Politik beauftragt, das Maß für hohen pflegerischen Aufwand zu definieren. Was dabei herauskommt, ist teilweise realitätsfern, teilweise sagen Pflegekräfte, sie verstehen nicht einmal den Dokumentationsbogen. Und weil dem so ist, müssen in vielen Krankenhäusern eigens Stellen für PKMS-Beauftragte geschaffen werden, die man aus der Pflege rausnimmt. Das kostet und kostet.

    Klar, dass PKMS nun weiter hochgehalten muss - es garantiert schließlich all die Personalstellen auch in Zukunft.

    Noch ein Tip, HWS (solltest auch Du wirklich studiert sein): Deine Passagen vermissen an einigen Stellen etwas Sachlichkeit und Gehalt. Wo Du aber die Zahl der Pflegemodelle recherchiert hast: Wieviele davon sind tatsächlich praxistauglich und welche wenigen werden immer wieder verwendet, weil sie sich durchgesetzt haben?
     
  20. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Welches Studium hattest du nochmal absolviert? Die Antwort bist du bis jetzt schuldig geblieben.

    Btw.- weißt du eigentlich genau, wie die PKMS entstanden ist und unter welchen Bedingungen das Update erfolgte? Bitte net wieder eine wilde These sondern konkrete Quellenangaben.

    Elisabeth
     
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