Pflegeplanung: Patientin mit aktueller Makrohämaturie bei Nierenzellcarzinom

Dieses Thema im Forum "Pflegeplanung, Pflegevisite und Dokumentation in der Pflege" wurde erstellt von Sheroa, 29.09.2008.

  1. Sheroa

    Sheroa Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    10.07.2007
    Beiträge:
    104
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Azubi seit 1.4.08
    Hi,

    ich muss für die Schule meine erste Pflegeplanung abgeben.
    Die Aufgabe war folgende :
    ein Patient nach Wahl, Info zu 6 beliebigen Pflegekriterien nach Roper, zu 3 soll man eine Pflegemassnahme mit Problem, Ressource, Ziel Massnahme beschreiben.

    Ist unten auch gleich mit angefügt und bitte nun um weitere Anregungen, Verbesserungsvorschlägen, hab ich was wichtiges vergessen?

    Angaben zur Patientin:

    71 jährige Patientin mit aktueller Makrohämaturie bei Nierenzellcarzinom unter Marcumar und Plavixtherapie.

    Zst. nach PTCA und Stents bei 3 Gefässerkrankung 2 Wochen zuvor
    leichtgradige eingeschränkte linksventrikuläre Pumpfunktion
    Aortenklappenersatz
    Arterielle Hypertonie
    Adipositas

    In der ersten Nacht treten bei der Patientin Dyspnoe und Schmerzen auf.


    Meine Überlegungen im Vorfeld


    aktuell ihr Problem die Makrohämaturie, welche durch die Antikoagulanzien auftreten könnten, oder aber durch den Tumor.
    Als pflegerischer Aspekt fiel mir da nur ein potentielles Problem des Dauerkathetes ein.

    aktuell ihr Problem die Dyspnoe bei Herzerkrankung

    und längerfristig halt das Übergewicht

    aktuelles Problem ist bestimmt auch der Intertrigo, das hab ich aber erst ein Tag nach der Infosammlung am Rande mitgekriegt, als ich um die Salbe gebeten worden bin. Ich wollt es aber bei "sich pflegen und kleiden " mit einbringen um aufzuzeigen das die Patientin sich auch um sich selber kümmert.

    Für Anregungen bin ich dankbar.

    LA - Für eine sichere Umgebung sorgen

    Die Patientin ist orientiert und zimmermobil und kommt mit dem Infusionständer und Urinbeutel klar. (EB).
    Eine Sturzgefahr besteht nicht. (EB)
    Die Patientin kennt sich durch einen früheren Aufenthalt auf der Station aus. (EB)
    Die Patientin nimmt ihre Medikamente selber ein. (PA, EB)
    Die Patientin hat keine Schmerzen (PA)
    Die Patientin ist aufgrund ihrer Herzerkrankung mit Antikoagulanzien (Marcumar und Plavix) therapiert. Die Wirkung des Marcumar ist durch eine Ampulle Konakion aufgehoben, und wird nun durch 2x tägliche Gabe von Clexane 80´000 IE um 7 Uhr, und um 19 Uhr weitertherapiert. (PU)


    LA - Atmen

    Am Tag der Informationssammlung gibt die Patienten keine Atembeschwerden an. (PA)
    Die Atmung ist mit 14 regelmäßigen Atemzügen in Normalbereich. (EB)
    Die Patientin ist hyperton (RR 150/90) und leicht tachykard mit 84 regelmäßigen gut tastbaren Pulsschlägen / min (EB)
    Die Patientin berichtet, dass vor allem nachts eine Art „Verlegenheitshusten“ auftritt. Sputum tritt aber keins auf, es wäre nur eben so ein Kratzen im Hals.
    Die Frage nach dem Rauchen wird mit „nicht mehr“ kommentiert. Den Krankenakten zufolge ist die Patientin im Zustand nach Nikotinabusus.

    Eine Pneumoniegefährdung liegt nach der Beurteilungsskala nach Bienstein nicht vor. (EB)


    In der darauf folgenden Nacht treten Atembeschwerden und Engegefühl im Brustkorb auf welche die Patientin erst bei der morgen Visite dem Arzt gegenüber erwähnt (MA).
    Die Laborkontrolle ergibt einen Anstieg des Troponin T Wertes auf 0.05. (Normalwert bis 0.03)
    Die Patientin ist stark hyperton mit 190/90. Der Puls liegt bei 92 regelmäßigen gut tastbaren Pulsschlägen / min (EB)


    Pflegeplanung: aktuelles Problem

    Problem: Die Patientin hat eine Dyspnoe bei bekannter Koronarer 3-Gefäßerkrankung, eingeschränkter linksventrikulärer Pumpfunktion, Hypertonie, Adipositas. Es besteht die Gefahr eines Herzinfarktes.
    Ressource: Patientin kann auf die Klingel drücken wenn wieder eine Dyspnoe auftritt.
    Ziel: Erkennen von möglichen Herz-Kreislaufkomplikationen.
    Maßnahme: Stündliche Kontrolle der Vitalzeichen.


    LA - essen und trinken

    Die Patientin ist 168cm gross und wiegt 96kg (P.A). Der BMI liegt bei 34.0, entspricht Adipositas Grad II (EB).
    Die Patientin trinkt zu Hause täglich bis zu 2 Liter Tee, Wasser und Kaffee. (PA)
    Sie zieht „deftiges“ essen dem Süßen vor. Auf Kuchen ist sie nicht besonders scharf.“
    Sie bedauert es sehr dass sie nicht so viel Gemüse essen darf wie sie möchte. „Sie muss doch wegen dem Herz etwas aufpassen.“
    Es ist keine Trinkbeschränkung verordnet.


    Pflegeplanung:

    Problem: Die bestehende Adipositas erhöht das Risiko eines Infarktes des schon erkrankten Herzes
    Ressource: Patientin ist sich bewusst dass sie auf die Ernährung achten muss wegen der Herzerkrankung
    Ziel: Erfolgreiche und dauerhafte Gewichtsreduktion um das Herz zu entlasten und das Infarktrisiko zu senken
    Maßnahme: Ernährungsberatung hinzuziehen, mediterrane Ernährung,
    Aufgrund der aktuellen Probleme Kostumstellung auf nicht blähende Lebensmittel


    LA - ausscheiden

    Es besteht eine schmerzlose Hämaturie (PU) bei Marcumar und Plavixtherapie.
    Die Patientin hat einen Dauerkatheter. Für die ersten 24h wurde eine Dauerspülung verordnet. (EB, PU). Der Urin ist fleischwasserfarben und wird im Verlauf immer klarer.(EB)
    Nach der Verordnung von 2x 10mg Lasix einmalig, erfolgt eine negativ Bilanzierung mit 1700ml am ersten Tag des Aufenthaltes.
    Die Patientin hat eine Stressinkontinenz Grad I. (PU).
    Die Patientin leidet an Nykturie. (P.A)
    Die Stuhlausscheidung erfolgt täglich.
    „Ich lege über Nacht immer getrocknete Pflaumen in ein Glas Wasser und nehme diese dann zum Frühstück.“ (PA).
    Für die Dauer des Aufenthaltes wurde 3x täglich Movicol verordnet. (PU)

    Pflegeplanung (potentielles Problem)

    Problem: Pat. besitzt einen Dauerkatheter über den er sich infizieren kann. Gefahr einer nosokomialen Harnwegsinfektion.
    Ressource.: Pat. spürt Schmerzen und kann es äußern.
    Ziel: Die Harnwege bleiben Infektionsfrei.
    Pat. kennt Hygienerichtlinien bei der Verwendung eines Dauerkatheters.
    Maßnahme: Mindestens 1x täglich, sowie nach jedem Stuhlgang Intim- und Katheterpflege mit Octenisept
    1x pro Schicht Temperaturkontrolle
    Pat Hygienerichtlinie erklären (1. Abknicken von Katheter und Ableitungssystem vermeiden; 2. Auffangbeutel freihängend ohne Bodenkontakt; 3. Beutelhöhe nicht über Blasenniveau 4. Bei Diskonnektion => Desinfizieren; 5. Beutel mit Schutzhandschuhen berühren)



    LA - sich pflegen und kleiden

    Die Patientin wäscht sich täglich selbst mit ihren eigenen Mittel.
    Sie zieht ihre Kleidung dem Flügelhemd vor.
    Die Patientin bittet um Bepanthen für den Intertrigo unterhalb des Busens.
    Die Patientin hat oben eine Zahnprotese.

    LA – ruhen und schlafen

    Die Patientin hat Einschlaf- und Durchschlafprobleme durch die Nykturie. Sie grübelt viel Nachts und ihr Mann fehlt ihr sehr. Sie versucht aber Schlafmittel zu vermeiden. Sie steht meistens auf wenn sie nachts nicht weiterschlafen kann und hat somit eigentlich keinen festen Rhythmus.
     
  2. Sheroa

    Sheroa Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    10.07.2007
    Beiträge:
    104
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Azubi seit 1.4.08
    Schade, hatte gehofft das ich nach einer Woche zumindest die eine oder andere Antwort erhalte....

    Liebe Mods, bitte um Löschung des Threads....
     
  3. flexi

    flexi Administrator
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    11.02.2002
    Beiträge:
    7.782
    Zustimmungen:
    46
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Ort:
    Großraum Hannover
    Hallo sheroa,

    warte doch vielleicht noch ein paar Tage ab, denn ich glaube durchaus, das der Zeitpunkt nicht gerade günstig war. Die frisch Examinieren mögen wohl keine Planungen mehr sehen, die Frühjahrskandidaten werden langsam wach.

    Daher meine Frage:
    Wo sind eigentlich die Praktiker im Umgang mit Planungen oder werden sie nur noch in der Schule geschrieben?
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Mein Problem als Praktiker ist: ich kann mich nur schwer in eine didaktische Pflegeplaung einfinden. Versuchen kann ich es aber mal.

    Pflegeanamnese:

    Ressourcen:
    Pflegeprobleme:
    Selbständigkeitsdefizit im Bereich Körperpflege infolge Infusion und DK
    Bewegungseinschränkung infolge Infusion und DK
    Kontrollierte Bilanzierung
    Einstichstelle Infusion
    transurthraler Dauerkatheter
    mangelnde Kommunikation

    Ziel: Erhalt der Selbständigkeit
    Verhinderung von Infektionen
    ausreichende Flüssigkeitszufuhr
    Einbeziehung der Pat. in den Genesungsverlauf

    Maßnahmen:
    Assistenz bei der Körperpflege (z.B. Hilfe beim Anziehen der eigenen Kleidung)
    Kontrolle ESS Infusion, ggf. neuer Verband, Vermeidung unnötiger Diskonnektionen
    Aufklärung über Verhalten bei DK (auf kontinuielichen Ablauf achten, ausreichende Flüssigkeitszufuhr)
    Verantwortung für die Flüssigkeitszufuhr der Pat. übergeben (selbständiges Führen eines Trinkprotokolls)- Kontrolle des Trinkprotokolls mit ggf. Korrektur
    Aufklärung des Pat. über Beobachtungskriterium: Macrohämaturie und den Zusammenhang zwischen Einfuhrmenge
    Beibehalten der häuslichen "Obstipationsprophylaxe" (Bereitstellen von Trockenpflaumen)
    Aufklärung, dass Pat. jegliche Veränderungen ihres Zustandes (Dyspnoe, Veränderung der Urinfarbe) unmittelbar dem Pflegepersonal mitteilt

    Evaluation: Selbständigkeitsgrad, Trinkprotokoll, ESS Infusion, Urinfarbe, Stuhlgang

    An der Ernährung würde ich nichts drehen wollen. Die Pat. kennt ihr Problem und braucht keine zusätzliche Ernährungsberatung. Adipositas ist nie nur ein Problem der Kalorienzufuhr. Essen hat für diese Pat. oft eine andere Bedeutung als für Normalgewichtige.

    Elisabeth
     
  5. Sheroa

    Sheroa Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    10.07.2007
    Beiträge:
    104
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Azubi seit 1.4.08
    Ich danke dir Elisabeth.

    ich kann verstehen das es für jemand der in der Praxis ist und die Patientin nicht selber kennt und sehen kann alles andere als einfach ist.

    Die Probleme der Körperpflege sind mir jetzt selber nicht so aufgefallen das ich sie als probleme gesehen habe, da die Patienten jeden morgen für gute 30 Minuten ohne Hilfe in der Duschkabine verschwunden war.

    Mein jetziges Problem an einer Pflegeplanung beruht einfach auf Unwissenheit. Ich kann nach einem halben Jahr Schule einfach noch nicht überblicken welche Grunderkranken welche Pflegeprobleme mit sich bringen.

    Ich hab die Pflegeplanung zur Ernährungsberatung im nachhinein herausgenommen und durch die Problematik der Makrohämaturie als solches ersetzt. Deswegen ist sie ja schliesslich im KH. Weil durch die Antikoagulanztherapie eben Blutungsgefahr besteht. Ob die Hämaturie nun durch den Tumor oder durch die Therapie kommt gilt es ja zu beobachten und zu klären.
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Du schreibst keine Planung für die Krankheit. Nicht umsonst heißt es PFLEGEplanung.

    Stell dir bei einer Plaung immer vor, du solltest jemanden völlig Fremden die erforderlichen Pflegeleistungen erklären bzw. delegieren.

    Elisabeth
     
  7. badewaynie

    badewaynie Newbie

    Registriert seit:
    21.07.2008
    Beiträge:
    16
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Akt. Einsatzbereich:
    Chirurgie/Onkologie
    hallo sheroa,
    habs gerade erst gelesen...
    also, bei uns war das a und o, dass wir die probleme des patienten erfassen, dass heißt, was ist denn wirklich problematisch für den menschen in seiner momentanen situation. es geht nicht um probleme, die uns stören.
    uns wurde beigebracht, dass ärztliche diagnosen nichts in einer pp zu suchen haben.
    überleg dir immer, was du den ganzen tag bei dem patienten gemacht hast und formuliere das. außerdem müssen ziele und maßnahmen realistisch und überprüfbar formuliert werden. du hast z.b. geschrieben :
    Ziel:
    Erfolgreiche und dauerhafte Gewichtsreduktion um das Herz zu entlasten und das Infarktrisiko zu senken
    Maßnahme: Ernährungsberatung hinzuziehen, mediterrane Ernährung,
    Aufgrund der aktuellen Probleme Kostumstellung auf nicht blähende Lebensmittel

    was ist denn eine erfolgreiche und dauerhafte reduktion? besser wäre: frau... nimmt wöchentlich 500g gewicht ab das ist überprüfbar und kann am ende des prozesses evaluiert werden.
    was ist mediterrane ernährung? jeder mensch versteht etwas anderes darunter.
    stell dir vor, eine kollegin kommt nach 3 wochen aus dem urlaub. sie kennt niemanden mehr auf station... die pflegeplanung sollte so geschrieben sein, dass jede gkp x genau weiß, was bei dem jeweiligen patienten zu tun ist. deshalb darf sie auch keinen spielraum für individuelle auslegungen lassen, sondern muss klar formuliert werden.

    ich finds in jedem fall toll, dass du dir so viele gedanken machst und den mut hast, deine pplanung hier öffentlich vorzustellen!
    ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen und hab dich nicht nur verwirrt mit meinem gelaber...

    lieben gruß
    anna
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Pflegeplanung Patientin aktueller Forum Datum
Pflegeplanung für Patientin mit fehlendem Krankheitsverständnis in der Psychiatrie Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik 08.09.2006
Pflegeplanung bei Patientin nach Strumektomie Pflegeplanung, Pflegevisite und Dokumentation in der Pflege 27.08.2006
Pflegeplanung einer Patientin mit drohendem Spätabort in der 26 Ssw. Gynäkologie / Geburtshilfe 18.08.2006
Verkaufe Pflege heute, Pflegeplanung, Anatomie, etc. Literatur und Lehrbücher 01.08.2016
Pflegeplanung in der Praxis Ausbildungsinhalte 09.06.2016

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.