Pflegeplanung Körperbild beeinträchtigt nach Mastektomie

Dieses Thema im Forum "Pflegeplanung, Pflegevisite und Dokumentation in der Pflege" wurde erstellt von steftie, 28.09.2012.

  1. steftie

    steftie Newbie

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    Hallo
    Ich muss in Rahmen des Palliativunterricht eine Pflegeplanung in bezug auf seelischen Schmerz schreiben. Ich habe mir selber ein Beispiel konstruiert.
    Hätte jetzt gerne von euch Verbesserungsvorschläge und Ausbauvorschläge vorallem in der Maßnahmenplanung. Ich arbeite mit P.O.P.
    Hier die konrete Fragestellung:

    Konstruieren Sie ein möglich auftretendes Phänomen in Zusammenhang mit psychischem Schmerz/Leiden anhand der von Silvia Käppeli erstellten Pflegekonzepte und beschreiben Sie die praktische Umsetzung mit Ziel und Maßnahmenplanung.

    Beispiel:
    Frau Z. ist eine 45-jährige Frau, die mit ihrem Mann und ihren 2 Kindern(7,16) auf einem kleinen Bauernhof in der Steiermark lebt.
    Eines Abends entdeckte sie zufällig nach dem Duschen einen Knoten in der linken Brust. Bei der Vorsorgeuntersuchung ein halbes Jahr vorher wurde nichts gefunden.
    Es vergehen 5 weitere Wochen, bis Frau Z. sich für einen Arztbesuch entscheidet. Daraufhin binnen sofort weiterführende Untersuchung in einem Krankenhaus.
    Die Verdachtsdiagnose wird am 10.12.2008 gestellt-Frau Z. leidet an Brustkrebs. Dies wird ihr telefonisch mitgeteilt
    Die nachfolgende Stanzbiopsie bestätigte die Verdachtsdiagnose bösartiger Brustkrebs. Die anschließende Durchuntersuchung ergab, dass der Tumor noch nicht gestreut hat d.h. keine Metastasen vorhanden sind.
    Daraufhin wurde ihr zur präoperativen Chemotherapie und anschließender Amputation geraten.
    Nach der Amputation:


    Problem: Körperbild, beeinträchtigt? Hoffnungslosigkeit? Selbstwertgefühl, beeinträchtigt?
    Ätiologie: Amputation der linken Brust
    Symptome: Frau Z. vermeidentet es den eigenen Oberkörper zu beachten und zu berühren
    Pat. äußert Hilflosigkeit im Umgang mit ihrer Familie in Bezug auf die veränderte Ästhetik
    Äußert Angst vor Ablehnung der Familie v.a. des Ehepartners
    Ressourcen: Erhält von Bezugspersonen (Gatte, Kinder) wertschätzende Rückmeldungen zur Person
    Ziele: Äußert Zufriedenheit mit dem eigen Körperbild und der persönlichen Identität
    Äußert, sich im Umgang mit der Familie sicherer zu fühlen

    Maßnahmen:
    · Morgens und abends bei der Blutdruckkontrolle, den Patienten zu ermutigen die Brust anzusehen/ zu berühren. Danach die Patienten auffordern die dabei auftretenden Gefühle auszusprechen.
    · Unterstützung anbieten in Bezug auf sich so zu kleiden, dass die körperliche Veränderung möglichst wenig sichtbar ist – jeden Morgen um 7:30
    · Gespräch mit Ehepartner führen über die nonverbale Körpersprache (Ekel, Akzeptanz), und über „normalen“ Umgang aufklären am 10.02. um 16:00


     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich überlege, ob man ein Trauma "wegberühren" kann.

    Es geht hier ja net nur um das ästhetische Aussehen. Welche Bedeutung hat die weibliche Brust in der Sexualität zwischen den Partnern? Das wird man kaum erfahren innert eines wenige Tage dauernden Aufenthaltes im KH. Für solche intimen Gespräche braucht es ein großes Vertrauen.

    Elisabeth
     
  3. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    Sei mir nicht böse, aber ich halte gerade die erste Maßnahme für gewagt. Ich denke du meinst es gut und möchtest die Frau dazu bringen die fehlende Brust zu realisieren und sie in Richtung Akzeptanz bringen. Oder was genau so das Tasten der verbundenden Amputationswunde bringen? Was möchtest du erreichen?
    Ich kann mir vorstellen, dass dieses Vorgehen in der Anfangsphase ganz schön nach hinten losgehen kann.

    Ich denke es ist hier viel wichtiger, dass die Frau am besten schon vor der OP über Möglichkeiten des Brustaufbaus nach OP oder weitere Möglichkeiten informiert wird.
    Ebenso sollten ihr Adressen angeboten werden, wo sie sich Hilfe holen kann und ggf. mit anderen Betroffenen sprechen kann.
    Aber gut, diese Sachen gehören jetzt nicht unbedingt in die Pflegeplanung.

    Wie klärt man den Ehemann über einen normalen Umgang mit der Ehefrau nach einer Mastektomie auf?

    Wie gesagt, mir sind die Maßnahmen zu schwammig und die erste würde ich so nicht planen.
     
  4. steftie

    steftie Newbie

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    Danke für die ehrliche Meinung.
    o
    mary_jane das mit dem berühren der Brust habe ich vom P.O.P Buch. Ich selber habe ja damit überhaupt keine Erfahrung. Ich was sollte ich deiner Meinung nach in die Pflegeplanung mitrein nehmen? Bzw. wie würdest du die Pflegeplanung abändern?
    PS. Das Beispiel ist jederzeit abänderbar. Ich bin vom Zustand nach der OP ausgegangen u.a. mit der Trauer um die verlorengegangene Brust.

    Lg Steffi
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wer hat damit ein Problem? Sind wir es net ev. selber, die wir uns sehr schwer tun mit einem Trauerprozess zu dem auch eine depressive Phase gehört. Warum erwarten wir, dass die Frau sich sofort post.Op als allererstes für einen Brustaufbau interessiert? Ich denke, da sind ganz andere existentiell bedröhende Problem, die die Frauen bewegen. Da würde ich ansetzen, wenn es denn schon um ein Pflegeproblem in diese Richtuing gehen soll. Und für die Maßnahme brauchst nur eins: zuhören.

    Elisabeth
     
  6. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    @ Elisabeth: Bitte hör doch auf damit in der Wir-Form zu schreiben, wenn du mit meiner Aussage nicht einverstanden bist.
    Ich habe nicht geschrieben und auch nicht zum Ausdruck bringen wollen, dass sie sich als allererstes nur für einen Aufbau interessieren muss.
    Trotzdem ist es hilfreich, dass die Frauen darüber bescheid wissen und nicht erst Informationen nach Wochen oder Monaten erhalten.
    Die existentielle Bedrohung wird dadurch sicher nicht behoben werden können.


    steftie, ich finde es schwierig hier allgemeine Maßnahmen zu finden.
    Ich schließe mich Elisabeth an, zuhören ist wohl die Maßnahme. Gesprächsbereitschaft signalisieren.

    Aber schreibt man so etwas in eine Pflegeplanung?
    Idealerweise sollten wir doch immer gesprächsbereit sein und zuhören, unabhängig von der Erkrankung.
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ops- ich wollte dir net zu nahe treten. Entschuldigung.

    Elisabeth
     
  8. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    Alles gut, Elisabeth.
    Ich hab mich nur missverstanden gefühlt. Reagiere bei diesem Thema etwas empfindlich.

    Mich würde interessieren ob in diesem P.O.P Buch, die Maßnahme mit der Berührung, näher erläutert wird.
     
  9. steftie

    steftie Newbie

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    Hi
    Nein näher erklärt ist das nicht.

    Wisst ihr zufällig ein anderes Beispiel Punkto psychischer Schmerz/Trauer? Wo man eine bessere Pflegeplanung machen kann?

    LG
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Woran erkennst du psychischen Schmerz und Trauer? Oder willst du das hinein deuten in das Erkrankungsbild?

    Elisabeth
     
  11. steftie

    steftie Newbie

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    Hi
    Wie bereits ob geschrieben, muss ich mir selbst ein Beispiel konstruieren und kann somit Symptomatik verändern und hineininterpretieren.
    Psychischer Schmerz/Trauer hat etwas mit Verlust zu tun. Einen geliebten Angehörigen, einen Fuß, oder eben auch eine Brust.
     
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