Pflegeplanung in der Psychiatrie

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von Flitze, 20.11.2006.

  1. Flitze

    Flitze Newbie

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    hallo,

    ich suche hilfe zum o.g. thema...gibt es links bzw. sonstige hilfen im netz ?
    ich brauch keine software, sondern allg. hilfe....natürlich haben wir das alle mal gelernt, aber mittlerweile schon etwas her der pflegeprozess. :D

    erfahrungen, wie gut ist das umsetzbar auf einer "geschlossenen" staion ? (speziell: kurze, längere liegezeiten...kooperation von pat. welche unter zwang da sind)

    erfahrungen mit "NANDA - Wikipedia" ?
     
  2. Bübchen

    Bübchen Junior-Mitglied

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    Grüß Dich!

    Ich bin noch in der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, aber mir wurde ein ganz tolles Buch von unserer Praxisanleitung empfohlen.
    Das Buch heißt: " Pflegestandards in der Psychiatrie" und ist von Martin Holnburger. Das Buch ist fast wie eine Pflegeplanung aufgebaut. Mir ist es beim Pflegeplanung schreiben immer eine große Hilfe. Ich meine es kostet 27 Euro.

    Liebe Grüße Bübchen

    Hier nochmal die ISBN Nr. 3-437-26201-7
     
  3. Flitze

    Flitze Newbie

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    danke für die antwort, haben das buch auf station.... :fidee:

    weitere vorschläge bzw. NANDA erfahrungen ?
     
  4. Friedrich

    Friedrich Junior-Mitglied

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    NANDA und Holnburger

    Hi Flitze!

    Der Holnburger ist dazu da, der geforderten Formalie "es muss einen Pfleplan geben" Genüge zu tun.
    Er ist keinesfalls geeignet, gute Pflegeplanung zu machen, denn er z.B. phasenweise abwertend gegenüber PatientInnen.

    Es gibt ein neues Buch mit NANDA - Diagnosen: Abderhalden / Ricka: Pflegediagnosen und Maßnahmen, Hans Huber Verlag, ISBN 3-456-82960-4; Es ist sehr ausführlich und mann müsste es für die praktische Arbeit auf Station kürzen; dafür ist es gut recherchiert und sehr konstruktiv.

    Ich unterrichte auch Pflegeplanung in der Psychiatrie und kann nur sagen, dass es wirklich eine Übungssache ist, die richtigen Formulierungen zu finden.

    Und ich weiß, dass sich alle schwer tun; selbst die Pflegepädagogen, die nicht aus der Psychiatrie kommen, können meist keine perfekte psychiatrische Pflegeplanung.

    Nur Mut

    Friedrich
     
  5. *Tigerente*

    *Tigerente* Newbie

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    Hallo,

    was ist denn Dein spezielles Problem dabei?

    Ich schreibe sehr gerne Planungen - arbeite auf einer Akutpsychiatrie mit geschütztem Bereich!

    Ich merke immer wieder, wie wichtig für eine gute Planung das ausführliche Aufnahmegespräch ist.

    Die ATLs im Hinterkopf komme ich mit dem Patienten ins Gespräch - meistens
    sprudelt dabei viel aus diesem heraus....ich muss halt aufmerksam sein - und auch achtsam, ihn nicht zu überfordern!

    (Ich führe dieses Gespräch i.d.R. erst nach 2 Tagen!)

    Es kommen meist viele Probleme ans Tageslicht, die benannt werden können.

    In der Bezugspflege ist es sehr gut möglich, mit dem Patienten zusammen seine wichtigsten Ziele für die nächste Zeit zu formulieren. Bezugspflegezeiten, die reglemässig eingehalten werden, helfen ungemein, inn Kontakt zu kommen. Auch viele Kurzkontakte sind dabei nicht zu unterschätzen!

    Kleine Schritte sind sinnvoll, die Formúlierung ist dann wirklich reine Übungssache - anfangs ist es oft ganz schön kniffelig!

    Wichtig finde ich, dass ein Ziel realistisch ist - große Worte wie "Pat. ist in der Lage selbstständig sein Leben zu organisieren" finde ich viel zu abstrakt!

    Es sind ja oft viele kleine Probleme, die wie ein Puzzle das Leiden des Patienten erkennen lassen!

    Was können wir denn überhaupt während des stastionärften Aufenthaltes in Angriff nehmen? Wo wollen wir rangehen? Worauf kann der Pat. sich einlassen?
    Diese Dinge thematisiere ich durchaus mit dem Patienten.

    Die Gruppe der Mitpatienten als Übungsfeld zu nutzen, ist bei vielen Problemen sehr wichtig und wird oft als Massnahme so von mir aufgenommen.

    Allgemeine Ziele machen nicht viel Sinn - es sollte immer ein klares und wirklich erreichbares Nahziel gesetzt werden. (Wöchentliche Pflegevisiten!)

    Was fällt Dir denn wirklich schwer, wenn Du mit dem Patienten zusammen die Planung erstellst?

    Probleme, die sich aus dem ausführlichen Aufnahmegespräch ergeben, thematisiere ich direkt und frage den Patienten, was er sich hier selbst für sich wünscht!
    Ich zeige ihm natürlich auch gerne mögliche Wege auf, wenn ich es
    als sinnvoll erachte!
    Oft hat er/sie ja keinen Zugang dazu oder seine eigene Wahrnehmung ist anders als die seiner Mitmenschen...
    Wichtig ist natürlich auch, wie absprachefähig der Patient ist und wie gut seine Compliance ist - davon hängt viel ab!
    Es sollte alles im Rahmen der Möglichkeiten bleiben, die ein Patient hat!

    Wenn der Patient nicht in der Lage ist, Probleme zu erkennen bzw. zu formulieren, dann formuliere ich häufig auch dieses direkt als Problem!

    Seine Konflikte/Defizite/Probleme benennen können (was durch tgl. Kontaktaufnahme oft erreichbar ist!)

    Die Auseinandersetzung mit seinen Problemen (z.B. - ganz banal - nicht NEIN sagen zu können) ist eine wichtige Voraussetzung, um mit ihm daran zu arbeiten!


    Wir sind quasi eine Alltagswerkstatt - Gestaltung von Beziehungen, Suchtprobleme,psychotische Zustände und auch gerade Zwangserkarankungen erfordern ganz kleine Schritte, wenn man weiterkommen will - der Pat. ist da oft sehr schnell überfordert! Da brauchts viel Geduld!

    Patienten, die mit Beschluss da sind, erfordern eine hohe Professionalität! (Meine Erfahrung)
    Wenn Du ihre wahren Probleme herausgearbeitet hast, müsste es möglich sein, im kleinen eine Beziehung aufzubauen und - ggf. auch in Verbindung mit der angesetzten Medikation und einer evtl. Reizabschirmung - auch hier kleine Erfolge zu erreichen - oder vielleicht sogar Step by Step richtig große Erfolge!

    Ich denke, dass erst eine Planung unsere Arbeit möglich macht!

    LG

    von der Tigerente

    Marlies
     
  6. Brady

    Brady Gast

    Hallo zusammen,

    meist ist es beides. Damit meine ich überhaupt eine (seine) Entscheidung zu treffen. Dies beinhaltet auch JA zu sagen zu können, was dem Patienten genauso schwer fallen kann.

    Liebe Grüße Brady
     
  7. *Tigerente*

    *Tigerente* Newbie

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    Huhu Brady,

    ich meinte doch z.B.!
    Hätte also auch JA nehmen können;))
    Aber Du hast völlig recht - es geht darum, eine Entscheidung treffen zu können (wollen)!

    LG

    von der Tigerente

    Marlies
     
  8. Brady

    Brady Gast

    Huhu Tigerente,

    das ist aber jemanden der nicht so bewandert ist in psychiatrischer Pflege nicht klar. Denn meist, wird nur daran gedacht, ich habe kein Selbstbewusstsein...ich kann so schlecht "Nein" sagen....Es passieren Übergriffe die ich nicht will....usw...Da wird dann oft, das ja sagen vergessen. Was genauso wichtig ist. Ja, so will ich es. Ja, ich stehe dazu.Ja, ich habe diese Entscheidung für mich getroffen......usw....

    Liebe Grüße Brady
     
  9. *Tigerente*

    *Tigerente* Newbie

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    Hi - Danke Brady!

    Wie wahr, wie wahr....super erklärt!!!:-)

    Gute Nacht!

    Marlies
     
  10. Flitze

    Flitze Newbie

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    danke für die Erläuterungen, es ging nur darum das es "neu" ist und man sich dagegen sträubt @friedrich :knabber: (du hast es erkannt, danke! )

    Ewig nicht gebraucht und nun von einem Tag auf den anderen einführen und umsetzen war schon eine herausforderung.

    danke
     
  11. klapsenkaschperl

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    ..hallööö...

    suche ne seite wo ich problemlos mia hilfe suchen kann füa die pflegeplanung in der psychatrie???

    wenn einer eine kennt, bitte sagt es mia =)

    danke ;)
     
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