Pflegeplanung - brauch eure Hilfe!

rampidl

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hob a fallbeispiel bekommen...hab scho einige pflegediagnosen herausgefunden vielleicht fallen euch noch welche ein...hier die beschreibung:

Herr Z., 72a, wurde heute aufgrund einer chron. AVK rechts unterschenkelampurtiert. Herr Z. hatte eine positve Eintsellung gegenüber der OP. Ihr Nachbar im PH war prakt. Arzt und hat sie gut daraufvorbereitet. Herr Z. ist 72 Jahre alt und wohnt seit einigen Jahren im PH im Burgenland wo es ihr gut gefällt. Herr Z. wurde gerade vom OPsaal zurückgebracht. Wie man dem Anästehsiebericht ersehen konnte ist Herr Z. Diabetiker.

Auszug aus dem Pflegebericht:

Herr Z. hatte präoperativ starke Schmerzen und freut sich schon auf einen schmerzlosen Zustand. Er wurde über Phantomschmerz aufgeklärt glaubt aber nicht daran. Herr Z. wurde mit einer Rötung unter der Bauchfalte aufgenommen. Herr Z. ist adipös und isst gerne Süssigkeiten. Er liest jeden Tag seine Tageszeitung und seine Lesebrille im PH vergessen. Herr Z. leidet an chron. Obstipation und nimmt jeden 2. Tag 2 Tabletten Atrin ein. Mit diesen Tabletten ist er sehr zufrieden. Herr Z. bekamm präoperativ einen DK. Intraoperativ wurde ein Wunddrain eingelegt. Der Operateur ordnete prä-postoperativ eine BZ-Kontrolle an.

Nun zu meinen Fragen:


WELCHE INFORMATIONEN BRAUCHT MAN NOCH UM EINE INDIVIDUELLE PFLEGEPLAN ZU ERSTELLEN?

ZÄHLE DIE AKTUELLEN UND POTENTIELLE PFLEGEPROBLEM E AUF UND FÜHREN SIE DAZU DIE PFLEGESCHWERPUNKTE AUS.

FORMULIERE MINDESTENS ZWEI PFLEGEDiAGNOSEN UND PLaNEN SIE ZIELE (FERN-UND NAHZIELE) und MASSNAHMEN!!



Danke für eure INPUTS!
 

Trisha

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Hi!


Mal sehen wie ich Dir helfen kann.

Informationen hast Du ja schon viele zusammen getragen. Vielleicht wäre noch das soziale Umfeld (Angehörige, Bekannte, Freunde) zu beachten und mit einzubeziehen, evtl. gibt/gab es wichtige Ereignisse in seinem Leben, die ihm von Bedeutung sind (Biographie).

Die aktuellen Probleme sind die, die er jetzt erst erworben hat. Z.B. die Amputation mit all seinen Folgen (Schmerz, Akzeptanz); DK, Drain, Wundheilung etc., sein KH-Aufenthalt allgemein, psych. Situation

Die potentiellen Probleme wären z.B. sein Diabetes, Obstipation, Adipositas. Die Dinge, die schon vor dem Aufenthalt da waren und mit denen er auch nach Hause gehen wird.

Seine bisherigen Gewohnheiten sollen auch in der Planung erscheinen, z.B. die Süssigkeiten, Tageszeitung lesen.

Zu dem jeweiligen Problem formulierst Du das Ziel. Es sollte auch an die anderen Probleme gedacht werden, z.B. Dekubitus-, Thrombose-, Pneumoniegefahr, Gefahr der Wundheilungsstörung wegen seines Diabetes usw.. Die Ziele sollten realistisch und erreichbar sein. Das Ziel, das Du bei einem Diabetes erreichen willst ist z.B., dass sein BZ im Normbereich ist. Bei Thrombosegefahr ein guter venöser Rückfluss gewährleistet usw.
Die Massnahmen, die Du ergreifen musst sind dann meistens nicht mehr schwer zu formulieren.

Ich hoffe, Du kommst mit diesen Informationen ein Stückchen weiter.

LG
Trisha
 

Lillebrit

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Hallo,
ich würde bezüglich der Pflegediagnosen so vorgehen:

- Suche die aktuellen und potenziellen Probleme heraus
- nimm ein geeeignetes Buch zu den Pflegediagnosen zur hand
- schau nun, unter welchem "Punkt2 Du dieses Problem einordenen würdest
- Lies Dir die entsprechenden Diagnosen durchm prüfe, ob dieses zutreffen könnten ( anhand von den Symptmon, die aufgeführt sind).
- Zu diesesn Pflegeproblemen findest Du ( zumindest im "Doenges und Moorhouse" die jeweiligen Pflegepriortäten).



LG, Lillebrit
 

rampidl

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danke für die antworten...aber ich weiss nicht wie ich die bisherigen Gewohnheiten in die Planung z.B. die Süssigkeiten, Tageszeitung lesen einbauen soll
 

Trisha

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Hi,

die bisherigen Gewohnheiten sollten z.B. unter AEDL oder ATL "Sich beschäftigen" (hier Tageszeitung) vorkommen, einfach damit dies in der Planung mit berücksichtigt wird. Die Planung soll ja ein Leitfaden für die Kollegen sein, die den Pat betreuen. Die sollen wissen, dass dieser Pat. gerne liest, nur so kann darauf Rücksicht genommen werden.
Nicht nur die Probleme sind wichtig, sondern auch Gewohnheiten und Ressourcen.

LG
Trisha
 

Elisabeth Dinse

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Hallo @all

wenn ich die Beiträge zum Thema Pflegeplanung so lese, werd ich das Gefühl nicht los, dass da in der Ausbildung etwas schief läuft.
Der Gesetzesgeber sieht vor, dass nur notwendige, zweckmäßige und ausreichende Pflege bezahlt wird. Warum wird in der Ausbildung der Eindruck erweckt, dass alle Probleme und Gewohnheiten des Pat. die gleiche Priorität haben? Wecken wir da nicht falsche Vorstellungen in unserem Berufsnachwuchs?

Ich kann z.B. nicht erkennen, inwieweit es Aufgabe einer Krankenschwester ist, für regelmäßige Erscheinen der Tagespresse am Pat.bett zu sorgen. Zumal die Brille nicht vorhanden ist. Ist es ebenfalls Aufgabe der Pflegekraft für Süßigkeiten zu sorgen???
Wir sollten die Kirche im Dorf lassen und uns auf unsere Aufgaben besinnen und diese waren mit den aktuellen und potentiellen Problemen erfasst.

Elisabeth
 

flexi

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Hallo zusammen,
*ironie an*
das mit den Süssigkeiten hat da schon seinen Zusammenhang, Pat. ist adipös und seltsamerweise hat laut Fallbeispiel der Anästhesist wohl während der Narkose den Diabetes festgestellt.....
Tja, Elisabeth, wenn die Brille nicht da ist, ist die logische Konsequenz halt, das du die Zeitung vorlesen musst.....
*ironie aus*
Ich hasse diese theoretisch konstruierten Pflegeplanungen...:wut:
 

Trisha

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Und ich hasse sie auch.


Trisha
 

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