Pflegeplanung bei Patienten mit Hauptdiagnose Parkinson

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Frau Körner, geboren am 28.09.1917, lebt seit einem Sturz von der Treppe vor 3 Jahren, im Pflegeheim. Vor einigen Jahren ist ihr Ehemann gestorben. Sie hat sehr guten Kontakt zu ihren Kindern, die sie oft besuchen kommen. Vor einigen Jahren ist die Diagnose Parkinson gestellt worden. Heute kommt Frau Körner, nach telefonischer Absprache mit dem RTW auf die Neurologie. Sie hat die Einweisungsdiagnose:Verdacht auf Apoplex mit hängenden Mundwinkel rechts, ausserdem einen insulinpflichtigen Diabetes (es wurde morgens kein Insulin gespritzt, aufgrund von Übelkeit und Erbrechen), Hypertonie, komplette Herzinsuffiziens, starke Sehschwäche sowie eine ausgeprägte Hörschwäche. Seit einigen Jahren leidet die Patientin unter trockene Haut und hat einen Intertrigo unter den Brüsten. Die Patienten ist Urininkontinent und leidet unter chronischer Obstipation. Sie trägt Zahnprothesen unten sowie oben. Sie hat ausserdem eine Knie-TEP rechts. Sie hat einen leichten Tremor in den Händen.
Die Patientin ist bettlägerig, hilft jedoch bei der Ganzkörperpflege, sowie bei allen anfallenden Tätigkeiten, so gut es geht, mit. Sie ist zu allem orientiert. Seit letzter Nacht klagt die Patientin über Durchschlafstörungen.

Fallbeispiel aus der Schule und wir mussten dazu ne Pflegeplanung erstellen: Vielleicht habt ihr ja auch Lust dazu.
 

Elisabeth Dinse

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Was hast du denn bis jetzt erarbeitet? Kannst du dies hier einstellen, dann kann man ergänzen oder ggf. wenn nötig korrigieren.

Elisabeth
 
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Der 1. Teil hier mal:

Problem:

Fr. K ist aufgrund von
a) Bettlägerigkeit
b) Harninkontinez
Dekubitus gefährdet (Bradenskala 13 Punkte) Fr. K. ist besonders im Bereich der Fersen, Ellenbeugen und am Steißbein gefährdet.

Ressourcen:

Die Patientin ist über die Entstehungsmechanismen eines Dekubitus informiert.

Die Patientin ist motiviert an der Vermeidung eines Dekubitus mitzuarbeiten


Nahziele:
Dekubitusgefährdete Körperegionen, wie Fersen,Ellenbeuge und Steißbein sind frei von anhaltenden Druck.


Fernziel:
Die Haut bleibt intakt

Die physiologische Hautdurchblutung wird langanhaltend gefördert.


Pflegemaßnahmen:

Einschätzung des Dekubitusrisikos anhand der Bradenskala 1 wöchentlich donnerstags

4stündlicher Lagerungswechsel mit Lagerungshilfen

Freilagerung von gefährdeten Körperregionen

morgens und abends KBO Haut

4 stündliche Inkontinenzmaterialwechsel und bei Bedarf
dabei Gesäß und Intimbereich mit kühlen Wasser abwaschen und sorgfältig abtrocknen

das wars erstmal
 

Elisabeth Dinse

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Du vermischst Dekubitus mit Hautirritation durch Exkremente (Intertrigo/ Windeldermatitis).

Kannst du vielleicht erst mal eine Pflegeanamnese zusammenstellen aus deinen Angaben? Ich glaube, hier geht es nicht nur um den Parkinson und die damit verbundenen Einschränkungen. Eventuell können wir ja das ATL Raster zur Hilfe nehmen.

Elisabeth
 
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Ich hab in den ATL's folgende Gliederung mir gemacht:

Kommunikation:
Hörschwäche
Sehschwäche

Vitalfunktionen:
Hypertonie
3xtgl messen VZK
komplette Herzinsuffiziens
Gefahr von Hyper/Hypoglykämie


Essen/Trinken
mundgerechte Stücken
Dehydrationsgefahr?
Zahnvollprothesen

Ausscheiden
Harninkontinenz
chronische Obstipation

sich sauberhalten und kleiden
übernahme ganzkörperwaschung
hilfe beim einkleiden
trockene Haut
Dekubitusprophylaxen
Intertrigo unter den Brüsten

sich bewegen
Knie TEP
Kontraturenprophylaxe
bewegungeinschränkung aufgrund von Parkinson/derzeit bettlägerig
Tremor in den Händen
Thromboseprophylaxe
Pneumonierisiko erhöht

schlafen
durchschlafstörungen/einschlafstörungen
 

Elisabeth Dinse

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Es geht um die PFLEGEanamnese.

1. wach sein und schlafen
Durchschlafstörungen.

2. sich bewegen
bettlägerig, Knie-TEP rechts, leichten Tremor in den Händen

3. sich waschen und kleiden
trockene Haut, Intertrigo unter den Brüsten

4. Essen und Trinken
insulinpflichtigen Diabetes, Zahnprothesen unten sowie oben, aktuell Übelkeit und Erbrechen, mit hängenden Mundwinkel rechts - fragl. Schluckstörung

5. Ausscheiden
Urininkontinent, chronische Obstipation

6. Körpertemperatur regulieren
keine bekannten Probleme

7. atmen
siehe Symptome Hypertonie, Herzinsuffizienz

8. für Sicherheit sorgen
???

9. Raum und Zeit gestalten
Sie ist zu allem orientiert

10. kommunizieren
starke Sehschwäche, ausgeprägte Hörschwäche

11. Kind, Frau, Mann sein= Rollenverständnis
hat sich mit der Rolle der Pflegebedürftigen auseinandergesetzt und hat diese angenommen, hilft bei der Ganzkörperpflege, sowie bei allen anfallenden Tätigkeiten, so gut es geht, mit

12. Sinn finden im Werden, Sein, Vergehen
Vor einigen Jahren ist ihr Ehemann gestorben, seit einem Sturz von der Treppe vor 3 Jahren, im Pflegeheim, Sie hat sehr guten Kontakt zu ihren Kindern, die sie oft besuchen kommen. Vor einigen Jahren ist die Diagnose Parkinson gestellt worden. Verdacht auf Apoplex

Symptome: Hypertonie
Herzklopfen
Schwindelgefühl
Schweißausbrüche
Atemnot in Ruhe
Ohrensausen und Nasenbluten
Beklemmungsgefühle
Starker Druckkopfschmerz
Sehstörungen
Bewusstseinstrübungen
Krämpfe, Lähmungserscheinungen und Erbrechen

Symptome: komplette Herzinsuffiziens
Die Herzinsuffizienz wird nach den Richtlinien der New York Heart Association in vier Stadien eingeteilt: Herzinsuffizienz - Symptome | NetDoktor.de

Das wäre meines Erachtens die Pflegeanamnese. Es folgen die Festlegung der PFLEGEprobleme- also Probleme, die man pflegerisch bearbeiten kann. Dann schaust du auf die Ressourcen und erst dann planst du deine Maßnahmen. Zur Kontrolle der PFLEGEmaßnahmen solltest du entsprechende Kriterien fetslegen.

Bis dato ist deine Aufzählung eine "wilde Sammlung" von Problemen, Ressourcen, Maßnahmen und Auswertungsmöglichkeiten.

Elisabeth
 

Elisabeth Dinse

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Schade, dass wir über die Informationssammlung nicht hinausgekommen sind. Aber so ist das wohl, wenn man "Hausaufgaben machen" verweigert und erwartet, dass der andere selbst denkt.

Elisabeth
 

pflegeschüler1988

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Alter
31
Ort
Nieder-Olm
Beruf
Gesundheits- Krankenpfleger, Rettungssanitäter, Student Pflegemanagement
Akt. Einsatzbereich
Anästhesieintensiv
Leider fehlt wie fast immer die Konkretisierung des Fallbeispiels.
Eine Durchschlafstörung die erstmalig in der Nacht aufgetreten ist, ist keine Durchschlafstörung.
Mein Problem ist eine Begründung für die Durchschlafstörung zu finden.
Ein Beispiel:Fr. leidet an Durchschlafstörung aufgrund von Ungewohnter Umgebung.
Bettlägerig, eine feste Definition gibt es nicht.
Desweiteren: Weshalb Inkontinenz? Welche Art der Inkontinenz?
Weshalb chronische Obstipation?-Keine Information über Opiatgebrauch. Keine Angabe über Ernährungszustand, Gewohnheiten, Trinkmenge.
So könnte ich noch weiter machen.
 

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