Pflegeplanung bei entfernter Harnblase

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von hatti, 25.06.2008.

  1. hatti

    hatti Newbie

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    Hallo,

    ich habe bald meine praktische Prüfung. Die Station, auf der ich arbeite hat so durchhorchen lassen, dass ich eine Patientin bekomme, der die Harnblase entfernt wurde.

    Jetzt meine Frage,

    Welche zwei Pflegeschwerpunkte muss ich setzen??

    Wie sieht die Pflegeplanung aus??

    Könntest Ihr mir helfen?? Ist meine erster einsatz auf der Urologie.

    Gruß

    Hatti
     
  2. Lin

    Lin Poweruser

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    Was hast du bereits erarbeitet? Was sind deine Ideen dazu?

    Gruß,
    Lin
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Schließe mich Lin an. Gib erst mal was vor. Korrigieren kann man immer noch.

    Elisabeth (die nicht gerne Hausaufgaben für andere macht, aber gerne hilft *g*)
     
  4. mutnaz

    mutnaz Newbie

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    liebe Hatti, habe zwar schon eine Ewigkeit keine Pflegeplanung mehr gemacht aber grundsätzlich gilt wohl, handelt es sich um eine frischoperierte Patientin oder hat sie schon lange einen Blasenersatz. Und natürlich welchen Blasenersatz hat sie. Ist sie frischoperiert dann stehen natürlich Nachblutungsgefahr, Infektionsgefahr, Embolie-+Thrombosegefahr im Vordergrund. Auf die Bilanz muss geachtet werden, weil ja die Nähte an Harnleitern und ev. neuer Blase noch nicht dicht sind.Die Harnleiter sind mit Splinten geschient ( die sind durch die Bauchdecke nach aussen abgeleitet)
    Es liegt ein Katheter im Nabelstoma (um das Stoma zu schienen) Es liegt ein Cystofixkatheter, ein- zwei Drainagen und ev. noch ein Redon. Es ist peinlich darauf zu achten, dass alle Schläuche fördern und was. Vielleicht hat der Pouch ein Leck,dann käme Urin über die Drainagen- dann muss man sich auch fragen - fördern die Splinte, die ja direkt den Urin aus den Nieren ableiten sollen. Der Sinn der Splinte ist ja die Anastomose Harnleiter-Blase abheilen zu lassen. Und das Wundgebiet weitgehend trocken zu legen.
    Ileusgefahr besteht auch da ja die neue Blase aus einem Stück Darm gemacht wird daher sind die Patienten parenteral ernährt für ca 7-10 Tage dann abführen und langsam Aufbaukost. Wurde ein Pouch angelegt, dann ist auch auf eine Azidose zu achten dazu werden Blutgase bestimmt( venös reicht aus). Ausserdem muss der Pouchkatheter angespült werden, da die Flockenbildung den Katheter verstopft. Gleiches gilt für die Neoblase(heisst so weil Wiederverbindung mit der erhaltenen Harnröhre- also später wieder normale Miktion möglich) Der Pouch wird meist über ein Nabelstoma katheterisiert. Hierzu muss der Patient angeleitet werden ( alle 3-4 Stunden) Zur Nacht kann der letzte Einmalkatheter im Pouch belassen werden und mit Ableitungsbeutel versehen werden. Sonst muss der Patient geweckt werden. Das ist wichtig weil der Darm ja seine normale Tätigkeit beibehält nämlich Nährstoffe resorbieren!!!!!
    Beim Iliumconduit ist es eine ausgeschaltete Darmschlinge des Dünndarms in den werden die Harnleiter eingenäht und das Stoma an die Haut genäht das muss mit Platte und Beutel versorgt werden- hier kommen natürlich dann die ev. Hautprobleme dazu. Und die Anleitung des Patienten es selbst zu versorgen
    Wenn die Blase schon seit längerer Zeit entfernt ist stehen vielleicht andere Pflegeprobleme im Vordergrund. Vielleicht kommt sie zur Chemo??
    Oder dass Stoma muss korrigiert werden oder oder oder.
    Hier gilt grundsätzlich wohl Sicherung des Harnablaufs, Hautirritationen und Gefahr der Azidose, Bei Neo-Blase kann auch das Problem der Inkontinenz auftreten.
    Ich hoffe das hilft ein wenig weiter
    Gruss mutnaz
     
  5. Henning

    Henning Junior-Mitglied

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    Hallo zusammen,

    viele wichtige Punkte die da mutnaz geschrieben hat. Mir haben aber noch ein paar Dinge gefehlt. Medizinisch war sicher soweit alles dabei, aber ich bin der Meinung, daß eine so große OP auch immer einen psychischen Aspekt hat der mitberücksichtigt werden muß, vorallem bei einer OP im Urogenitaltrakt.
    Während meiner Ausbildung haben wir die Pflegeplanungen mit Hlfe der ATL`s (Aktivitäten des täglichen Lebens) geschrieben.
    Unter die ATL "Sich als Mann und Frau"fühlen könnte z.B. der Verlust der Libido(BeiMännern nach Radikaler Cystektomie) als Problem dargestelllt werden. Oder unter der ATL "Sinn finden " Probleme die sich hinsichtlich der evtl. verminderten Kontinenz bzw. des verlorenen Selbstwertgefühls ergeben.
    Grüße Henning
     
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