Pflegeplanung - Ab wann?

Dieses Thema im Forum "Pflegeplanung, Pflegevisite und Dokumentation in der Pflege" wurde erstellt von AlexK, 13.03.2010.

  1. AlexK

    AlexK Newbie

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    Hallöchen....
    ich hab da mal eine vielleicht etwas seltsame Frage. Aber ab wann ist eine Pflegeplanung denn vorzuhalten? Dass jeder "Pflegebedürftige" laut Gesetz eine Pflegeplanung haben muss ist klar, aber wie lange kann ich mir für die Erstellung Zeit lassen? Gibt es da konkrete "Empfehlungen" bzw. reicht es aus, wenn z.B. hausintern eine Regelung besteht "...nach 4 Wochen..." (ausgenommen KZPFL etc.)

    Bin gespannt auf eure Antworten!
     
  2. Robby

    Robby Senior-Mitglied

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    Eine vernünftige Pflegeplanung ist meines Erachtens erst nach 1-2 Wochen möglich. ( Ich rede jetzt vom amb. Bereich).Dann kenne ich den Kunden/Patienten in seinem Alltag und kann mit den gewonnenen Erkenntnissen mir ein umfassendes Bild machen. Dann habe ich genügend Material um eine fundierte Pflegeplanung zu erstellen.
    Bis es aber soweit ist, kann man ja in die Akte vor Ort einen Pflegeablauf stichpunktartig erstellen, damit die Mitarbeiter eine Orientierungshhilfe haben was bei dem Patienten unter Tag bzw. bei den jeweiligen Einsätzen pflegerisch durchgeführt wird. Konkrete Empfehlungen sind mir keine bekannt, eine hausinterne Regelung reicht da vollkommen aus. Aber 4 Wochen ist meiner Meinung nach zu lang ( ausser es ist ein "aussergewöhnlicher Fall")
     
  3. MichaB

    MichaB Junior-Mitglied

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    Huhu, hier mal unsere gängige Praxis (welche vom MDK auch als gut empfunden wird)


    Pflegepanungen sind innerhalb von 6 Wochen zu erstellen.

    Innerhalb der ersten 3 Tage müssen folgende Dinge Dokumentiert sein:

    - Sturzassesement
    - Schmerzassement (wichtig bei Bewohnern mit Chron. Schmerzen oder Schmerzsyndrom)
    - Bradenskala
    - Erfassung von Vitalwerten und Biografie


    Innerhalb der 6 Wochen, bis Abschluss der Pflegeplanung, muss auch erfasst sein, ob die aktuelle Trinkmenge entweder IO ist, zu niedrig ist, oder ob die verminderte Trinkmenge durch due Biografie und Gewohnheit akzeptiert wird. (selbiges gilt für Essmenge und Gewicht)


    6 Wochen erachte ich schon alleine deshalb als wichtig, da erstmal die ERkenntnisse über Biografie und ist-Zustand vorhanden sein müssen, um
    eine Aussagekräftige Planung zu erstellen.


    Für Bew. in der Kurzzeitpflege erstellen wir keine Pflegeplanung.
    Dort reicht die Festlegung aller zu erbringenden Leistungen.


    MfG. Micha
     
  4. tina84

    tina84 Junior-Mitglied

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    Bei uns ist es so das schon am ersten Tag ein Grundgerüst einer Pflegeplanung stehen muss, d. h. nächtliche Rundgänge, Lagerung, Essen/Getränke anbieten, Unterstützung bei der Grundpflege. Diese können dann als Leistung nach der Schicht abgezeichnet werden und dienen als Nachweis das Leistungen erbracht wurden. Verlangt übrigens auch der MDK so! Nach spätestens 4 Wochen muss die Pflegeplanung komplett und individuell für den Bewohner stehen. Bei uns ist auch für jeden KZP Gast eine Pflegeplanung zu erstellen.
     
  5. kaffee

    kaffee Newbie

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    Pflegeheim
    hallo
    bei uns (Pflegeheim) ist es auch so, wie bei tina84 beschrieben:
    alle möglichen Risiken (Sturz, Dekubitus, Schmerz, Kontraktur, Ernährungszustand) müssen nach Einzug in 1 - 3 Tagen ermittelt sein, ein Grundgerüst Pflegeplanung ist ebenfalls innerhalb von 24 Std. zu erstellen.
    Das ist manchmal ganz schön schwierig, wenn man die Person noch gar nicht kennt und diese auch wenig Selbstauskunft geben kann. Die Planung stützt sich dann erst mal auf die eigene Erfahrung und sofern vorhanden auf die letzten Krankhausberichte und Pflege-Überleitungsbogen u. Angehörigenberichte.
    Sehr oft kann man die Planung dann nach zwei Wochen wieder umschreiben, insbesondere die demenzerkrankten Bewohner zeigen oft sehr abwechslungsreiche Verhaltensweisen, die man so nicht vorhersehen kann. Der Umzug, die neue Umgebung, neue Gesichter tragen natürlich gerade bei diesen Bewohnern zur Desorientierung bei.
    In der stationären Pflege ist die Dekumentation / Pflegeplanung nur noch auf die Anforderungen des MDK ausgerichtet und nicht, was sinnvoll und praktikabel ist, deshalb: Pflegeplanung muss her, egal wie gut oder schlecht die Informationsgrundlage ist.
     
  6. AlexK

    AlexK Newbie

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    Vielen lieben Dank für die Antworten bzw. Auskunft wie ihr es handhabt!
    Weiss jetzt, was das für mich bedeuten wird.....auch wenn ich doch noch bis zuletzt einen Funken Hoffnung hatte, dass wir uns da ein wenig Zeit lassen können/dürfen! :knockin:
     
  7. Kaddi1310

    Kaddi1310 Junior-Mitglied

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    Bei uns muss die Pflegeplanung nach 24 Std. geschrieben sein.
    Meiner Meinung nach kann man sofort nach der Ankunft des Pat eine Pflegeplanung schreiben.
    Man sollte sie ja eigentlich auch tgl. aktualisieren :-)
     
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