Pflegemüde...

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von mutters-kind, 13.03.2009.

  1. mutters-kind

    mutters-kind Poweruser

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    Hallo Allerseits ,

    bin neu hier in diesem Forum und muss mich wohl erstmal orientieren:knockin:
    Habe ein Problem und hoffe , dass mir hier Denkanstösse gegeben werden...
    Also , ich bin (logisch) Krankenschwester :nurse:, grade 40 Jahre alt , habe über 20 Jahre in meinem Job gearbeitet , zur Zeit auf einer KMT-Station , habe Leitungserfahrung, Intensiverfahrung und natürlich auch in diverse Fachbereiche reingeschnuppert , bzw. auch langfristig dort gearbeitet . Meinen ersten operierten Bandscheibenvorfall habe ich hinter mir :cry:und , was soll ich nun sagen , ich mag im Moment nicht recht zufrieden sein in meinem Job . Die Wochenende nerven , die Nachtdienste sind eine Plage für alle , ich mag kein Sterben an Maschinen sehen , ich mag nicht mehr gute Miene "zum bösen" Spiel machen , mag nicht mehr Hoffnung und Optimismuss verbreiten , wenn man weiss , wie es für den Patienten ausgeht...
    Ist jemand in ähnlicher Situation ? Habe wirklich das Gefühl "aufgebraucht" zu sein und mache mir viele Gedanken über eine Umorientierung , leider fehlt es mir an Ideen.:gruebel:..wer hat einen guten Rat , echten Schupser oder einfach nur den gleichen Hänger wie ich ???Wahrscheinlich geht es nicht nur mir allein so...

    Frue mich auf Antworten:-)
     
  2. spaybell

    spaybell Junior-Mitglied

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    Glaub mir, es geht nicht nur dir so.
    Unser Beruf macht uns allen zu schaffen.
    Arbeite jetzt seit 6 Jahren auf der ITS+Anä. und es ist nicht immer schön dort zu sein.
    Durch meine FWB habe ich aber gelernt beser damit umzugehen. Musste viel selbsreflektieren und auch Sachen umstrukturieren, um noch weiter arbeiten zu können. Das was am meisten belastet ist für mich die Unmenschlichkeit, die auf solchen Stationen einzug gehalten hat.
    Durch meine Facharbeit habe ich einigen Menschen aber aufzeigen können, dass wir immernoch mit Menschen arbeiten und nicht nur mit Maschinen.

    So Idee: Lehrerin für Krankenpflege, Dozentin in einer Weiterbildungsstätte, Mentorin, Wundmanager, Stationsleitung usw.
    Sind alles Richtungen wo dein Rücken nicht so belastet wird.Risiko gehört dazu und du bist noch jung.
    Lass dich nicht kaput machen.
    Wünsche dir viel Glück

    MfG Spaybell
     
  3. Schwester Sonja

    Schwester Sonja Senior-Mitglied

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    Spaybell hat Recht.

    Du solltest Dir wirklich etwas anderes suchen oder eine Fort- oder Weiterbildung machen.

    War vor vielen Jahren in einer ähnlichen Situation und habe dann etwas ganz anderes gemacht (war im OP in einer Tierklinik und arbeitete in einer radiologischen Praxis).

    Nun bin ich in der Notaufnahme und es gefällt mit total gut.
    Sollte sich das jemals ändern, werde ich auch wieder etwas ändern, denn so wie damals will ich nie wieder an einer unzufriedenstellenden Arbeitssituation leiden.

    Wünsche Dir viel Kraf und einen guten Einfall.

    Gruß, Sonja
     
  4. Hoppetosse

    Hoppetosse Newbie

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    Hossa Mutters Kind.

    Was Du schreibst hätte genausogut von mir sein können, bis auf den Bandscheibenvorfall, der bei mir noch konservativ zu retten war.
    Ich werde nä. Monat 40 und habe mich entschlossen, das Kapitel Pflege nach auch knapp 20 Jahren an den Nagel zu hängen.
    Habe gestern die Geschäftsleitung informiert und werde ab nä. Monat bei der Müllabfuhr fahren.
    D.h. feste Arbeitszeiten, WE und Feiertage frei und Abends bzw. Nachts immer zu Hause.
    Geld ist nicht alles, und Erfüllung hatte ich schon länger nicht mehr in meinem Job.
    Also wirf den Anker bevor es zu spät ist....und das geht schneller als man denkt...
    Gutes gelingen
    wünscht
    Hoppetosse
     
  5. mutters-kind

    mutters-kind Poweruser

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    Guten Morgen an Alle !!!

    Vilen Dank für die Antworten...es ist ja schonmal schön , nicht allein zu sein . Man fragt sich ja doch manchmal , ob es nicht an einem allein liegt , dass man gefrustet und unmotiviert ist:gruebel:Aber ich denke , viel Frust kommt einfach von den mständen unter denen man arbeiten muss , stets freundlich , nett und kompetent , allseits bereit "einzuspringen" , flexibel , am besten nie krank , eine Familie , die Geduld hat wie ein Gummiband usw.usw. !! Ich bin eigentlich gern:nurse:...aber ich gebe mich langsam geschlagen und ich denke , ehe mein Privatleben und mein Seelenehil noch mehr unter der Situation leidet sollte ich die Reissleine ziehen und einen neuen Weg suchen...
    Dozentin finde ich gut , dass würde mir liegen , reden kann ich gut:mrgreen:und Berührungsängste habe ich auch keine...die Frage ist , wie kommt man an sowas ?? Mein Problem ist , ich kann mir keine grossen Umschulungskosten leisten , da ich als alleinerziehende Mama froh bin , über die Runden zu kommen...würde so eine Massnahme von Ämter o.ä unterstützt ?? Ich dnke mal , ein Gespräch mit meinen Hausarzt könnte mich weiter bringen , vielleicht würde ich ja aufgrund meines Vorfalles , der grad wieder Probleme macht , finanziell vom Arbeitsamt unterstützt werden ??? Weiss jemand was ?? Wo kann ich mich informieren ???Wer ist diesen Weg schon gegangen , mit welchem Erfolg ?? Reich werden muss ich nicht unbedingt , aber ein Auskommen muss ich ja haben...:-)
    Ich freue mich sehr auf weitere Antworten...

    Liebe Grüsse

    Mutters-Kind
     
  6. triangel

    triangel Newbie

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    innere Medizin,Schwerpunkt Diabetisches Fusssyndrom
    Bin auch 40 und kenne dieses Gefühl nur zu gut!Hab schon zig mal alles mögliche in Gedanken durchgespielt,von umschulen,über Stationswechsel etc,bis ich dann doch für mich zugeben musste,das ich diesen Job doch gern mag und ich mich damit identifizieren kann.Ein Plus war auch für mich ,das das Klima sehr gut ist,bis aufs normale "Stutenbeissen"!Man verbringt ja doch sehr viel Zeit mit den Kollegen und da muss das Umfeld meiner Meinung nach stimmen!
     
  7. mutters-kind

    mutters-kind Poweruser

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    :emba::-):cry:Ja , stimmt , ein gutes Team kann vieles auffangen...wenn man eins hat:cry:Zur Zeit sieht es bei uns leider so aus , dass wir über unsere drei KMT-Stationen rotieren , leider nicht wochenweise , sondern zum Teil tageweise....so wird man zum Einzelkämpfer , hat heute den Patienten , morgen den und übermorgen wieder einen anderen ! Da fragt man sich dann leider auch , wo die Qualität bleibt , denn grade onkologische Patienten sollten doch das Recht auf feste Bezugspersonen haben...sofern möglich und sich nicht täglich an jemanden Neuen gewöhnen müssen ! Es werden auf dem Dienstplan nur Köpfe gezählt , Löcher werden durch Rotation gestopft ! Nein , so will und kann ich nicht mehr arbeiten...
    Das Thema Dozentin interssiert mich dringend und brennend , denn reichlich Erfahrung bringe ich schonmal mit , auf den Mund gefallen bin ich auch nicht und Ängst vor Neuem habe ich auch nicht ( solange die Finazen stimmen ) . Ich mag mich nicht mehr verheizen lassen und ich glaube ganz fest , ich kann auch andere Dinge....vor sechs Jahren konnte ich mir nicht im Traum vorstellen , einen beatmeten Patienten zu versorgen , heute geht das locker von der Hand...warum sol ich es dann also nicht schaffen , auch beruflich in einen neue Richtung zu gehen , ohne dabei die Pflege ganz aus den Augen zu verlieren....schön wäre es , wenn ich mehr zum Thema "Sterbebegleitung" tun könnte , dass war immer schon mein Steckerpferd ( klingt blöde , aber iss so ). Ich empfinde es schon als angenehm , einen Patienten vernüntig an der Himmelpforte abgegeben zu haben...auch diese Seite kommt momentan in meinem Bereich zu kurz , wie soll ich einen gute Begleitung machen , wenn ich weder Patient noch Angehörige voher kannte:gruebel:Naja , dass sind alles so meine Gedanken und es freut mich wirklich , nicht allein mit meinem Dilemma dazustehen . Wenn ich lesen , was ich geschrieben habe , klingt das alles echt düster:cry:und ich frage mich , wo ist die Motivation geblieben , die ich mit 17 hatte , wild entschlossen:nurse:zu werden....

    einen sonnigen Tag wünsche ich allen , die frei haben und denen die arbeiten müssen , einen nicht zu stressigen Dienst..

    winke-winke
     
  8. Nutella Woman

    Nutella Woman Poweruser

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    QM, Chefin für FSJler
    Vielleicht wäre auch eine Weiterbildung in Palliative Care etwas für Dich? Danach vielleicht einen Job im Hospiz oder auf einer Palliativstation suchen...

    Zum reinschnuppern wäre es vielleicht auch gut mal mit Eurer Krankenpflegeschule Kontakt aufzunehmen. Vielleicht kannst Du dort auf Honorarbasis einen Themenschwerpunkt im Unterricht übernehmen - so kannst Du auch erst einmal gucken ob Dir das dozieren liegt. Nützt ja nix, wenn Du erst später merkst dass es Dir doch nicht liegt.
     

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