Pflegediagnosen

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von papu, 25.11.2008.

  1. papu

    papu Gast

    Hallo zusammen,

    ich beschäftige mich gerade ein wenig mit den Pflegediagnosen.
    Es ist allerdings nicht einfach eine gute, einfach verständliche Erklärung zu finden, die den Kollegen klar macht, was eine Pflegediagnose ist und wie sie "entsteht" bzw. sie sich erklärt.
    Wenn ich mit anderen darüber spreche, habe ich oft das Gefühl, dass man aneinander vorbeiredet und das so richtig da keiner zuhören will, ist es doch gleich wieder eine "Mehrarbeit".
    Wo steht die Pflege in Deutschland in Bezug auf die Pflegediagnosen?
    Werden sie kommen und wenn ja wie werden sie kommuniziert?
    Wo werden sie bereits angewandt bzw. und wie als solches dokumentiert?
    Manche sagen, sie tun es, können mir aber nicht erklären, wie sie es dokumentieren?
    Sind sie ein Bestandteil der Ausbildung?
    Kann es dazu überhaupt ein PC-Programm geben?
    Viele Fragen....
    Elisabeth?,-kannst du helfen:-)?
    LG
    papu
     
  2. hartwig

    hartwig Stammgast

    Registriert seit:
    02.04.2006
    Beiträge:
    338
    Zustimmungen:
    4
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Akt. Einsatzbereich:
    Dozent, Stationäre Pflege
    Moin,moin!

    Ich bin zwar nicht Elisabeth, aber als grosses Fan von Pflegediagnosen antworte ich jetzt trotzdem mal... :-)

    Zur zeit gibt es in Deutschland wenige Häuser, die mit Pflegediagnosen arbeiten, oft sind es auch nur einzelne Abteilung. Eingrundlegendes Problem ist einfach, um eine Diagnose stellen zu können muss man Diagnostik treiben und das hat bisher in der Ausbildung einfach nur einen geringen Platz!
    Warum überhaupt Pflegediagnosen einsetzen? Da es schon spät ist :-), zitiere ich einfach mal ...:






    Meine Erfahrung ist, dass Pflegediagnosen, eher Zeit sparen, als zusätzlich Zeit zu kosten. Den grossen Vorteil gegenüber der Formulierug eines reinen Pflegeproblems sehe ich vor allem darin, dass eine Pflegediagnose Ätiologie und Symptome beinhaltet, also über ein simples Problem hinausgeht.

    Bei uns waren damals Pflegediagnosen Bestandteil der Ausbildung und ich habe damit auch wärend meines praktischen Examens gearbeitet.​

    Softwarelösungen gibt es einige, eine Shareware findest Du beispielsweise hier​


    Soweit nur auf die Schnelle einige Infos!​

    Gruss Hartwig​
     
  3. papu

    papu Gast

    Guten Morgen Hartwig,

    vielen Dank dir für die schnelle Antwort.Jetzt ist es noch etwas früh, ich schreibe dann heut abend:-)
    LG papu
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Gegenfrage: Ist der Pflegeprozess bereist flächendeckend implementiert?
    Daraus dürfte sich die Antwort ergeben: Deutschland ist weit von einem Bedarf der Einführung der Pflegediagnose entfernt.

    Ich würde sagen: die Hoffnung stirbt zuletzt- so bitter das klingen mag. Ein sehr hoher Prozentsatz fragt nicht, warum mache ich jetzt diese Tätigkeit. Checklisten und Drehbuchstandards haben das Denken abgelöst.

    Soweit mir bekannt ist, gibt es einige psychiatrische Kliniken, die nach NANDA einschätzen. Genauere Angaben kann ich aber nicht machen.

    siehe oben

    Ich spreche mal für unsere Schule: nein, es erfolgt lediglich eine Erwähnung. In der Praxis erleben die Azubis im ganzen Haus eher eine Art Pflegedoku nach Orem mit vorgegebenen Textbausteinen.
    [/QUOTE]

    Elisabeth
     
  5. hartwig

    hartwig Stammgast

    Registriert seit:
    02.04.2006
    Beiträge:
    338
    Zustimmungen:
    4
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Akt. Einsatzbereich:
    Dozent, Stationäre Pflege

    Moin, moin!

    Dazu möchte ich noch anmerken, dass die Anwendung von Pflegediagnosen eigentlich keine Mehrarbeit sein kann, denn wir alle setzen uns ja intensiv mit dem Patienten auseinander, betreiben ein Assessment , eine Diagnostik, bevor wir mit einer Massnahme beginnen, oder etwa nicht? (Achtung, Ironie!)

    Das Problem ist hier, dass Pflegediagnosen oft eher als Methode verstanden werden, es geht aber darüber hinaus: Es ist eine Arbeitshaltung und eine Art und Weise, wie man sich mit dem Patienten beschäftigt, dies ist oft nicht gewollt, daher lehnt man Pflegediagnosen ab.

    Es gibt einige Praxisberichte von Kliniken, die damit arbeiten, z.B. hier:

    **Hier stand ein Link... diese Verlinkung war defekt und wurde vorübergehend entfernt**

    ist aber aus Österreich, nicht aus Deutschland.

    Gruss Hartwig
     
  6. Finja

    Finja Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    19.02.2007
    Beiträge:
    63
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Niedersachsen
    Hallo...

    vielleicht eine ganz dumme Frage, aber ich habe noch nie mit Pflegediagnosen bewußt gearbeitet.
    Könnte man den Sinn und Begriff Pflegediagnose, der Rubrik Risikomanagement zuordnen?? Interessiere mich nämlich für die Fachweiterb. Risikomanagement. Wer damit nix anfangen kann, könnte hier mal kurz reinschauen EXCURS Gruppe - Unternehmensberatung / Fachakademie und Studienzentrum

    Lg Finja
     
  7. hartwig

    hartwig Stammgast

    Registriert seit:
    02.04.2006
    Beiträge:
    338
    Zustimmungen:
    4
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Akt. Einsatzbereich:
    Dozent, Stationäre Pflege
    Das ist schwierig, da ich die Aufgaben eines Risikomanagers in der Pflege nicht im Detail kenne. Grundsâtzlich könnte man vielleicht eine Parallele ziehen in der Arbeitsweise: Um ein Risiko beziffern zu können musst Du dies diagnostizieren auf der Basis wissenschaftlich überprüfter Assessmentinstrumente, da sonst zuständige Behörden Deine Einschätzung nicht einordnen können. Um Pflegediagnosen zu finden, ist eine ähnliche Arbeitsweise nötig. Ich denke aber, damit hören die Gemeinsamkeiten auf. Als Risikomanager beschäftigst Du Dich mit der Struktur Deiner Einrichtung. Wie ist beispielsweise das Risiko der Dehydratation in einer Altenpflegeeinrichtung? Hier geht es ersteinmal um die Festlegung gewisser Algorithmen, wie sind die Abläufe, was passiert, wenn ein bestimmtes Ereignis auftritt? Welche Instrumente haben die Mitarbeiter in der Hand, um eine Dehydration zu erkennen? Wie sehen die Schnittstellen zu den Ärzten aus? usw Du beschäftigst Dich also nicht mit dem einzelnen Patienten, sonders mit den Arbeitsabläufen im allgemeinen.

    Die Pflegediagnose:

    Flüssigkeitsdefizits, Gefahr eines (Dehydratationsgefahr) (NANDA)


    bezieht sich im Gegensatz dazu auf den jeweiligen Patienten. Es ist also hier ein andere Fokus.

    Gruss Hartwig
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Mir fällt gerade noch ein bei deinem Beispiel: Diagnose = Problem.

    Platt gesagt: eine Pflegediadnose ist ein einheitliche Angabe von Pflegeproblemen. Anhand der Symptome kommt man zur Pflegediagnose. Um aber "therapieren" zu können muss die Ursache beachtet werden.
    Und daran scheitern viele Pflegende.

    Elisabeth

    Hat eigentlich deine "Spielerei" mit der Schriftgröße einen tieferen Sinn?
     
  9. hartwig

    hartwig Stammgast

    Registriert seit:
    02.04.2006
    Beiträge:
    338
    Zustimmungen:
    4
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Akt. Einsatzbereich:
    Dozent, Stationäre Pflege
    Nein,kein tiefere Sinn, :-) ,ich habe es zig mal geändert, aber es gibt bei mir wohl irgendein Problem mit dem Editor, sorry!

    Gruss Hartwig
     
  10. papu

    papu Gast

    Liebe Elisabeth,

    der Pflegeprozess ist sicher nicht flächendeckend implementiert.
    Ich glaube sogar, dass vielerorts in den Krankenhäusern kein wirklicher Pflegeprozess mehr stattfindet....Haut mich ruhig...
    Ich bin überzeugt, dass die Pflegenden sich nicht bewußt machen oder sich bewußt sind, dass das was sie tun ein Prozess sein sollte.
    In vielen KH´s gibt es keine Pflegeplanung mehr.
    Die funktionale Pflege "regiert" mit dem Blick auf das "hier und Jetzt" und nicht mit dem Blick auf ganzheitlich patientenbezogenen und ressourrcenorientiert.
    Ich erlebe das schon so, wie ergeht es da euch?
    Was mich derzeit gerade total irritiert, ist die Diskrepanz zwischen den "gedachten" Ansprüchen und der "gelebten" Realität der Pflege.
    Wir haben sie auch die "Drehbuchstandards" in 3 Ordnern im Schrank....Meine Kollegen wissen, dass es sie gibt, aber was inhaltlich drinsteht ist ein anderes Kapitel.:gruebel:
    Wie bekomme ich das Wissen und ein Verständnis für das Wesentliche dahin, wo es hinsollte, nämlich zu den Kollegen?
    :cry: LG
    papu
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Ich glaube unter dem gegenwärtigen Personalmangel und den immer weiter sinkenden (finanziellen) Interesse wird es sobald keine Veränderung am Status-Quo geben. Jeder ist damit beschäftigt im Arbeitsalltag zu überleben. Da kommen Pflegeexperten nicht gut.

    Ergo: warten auf bessere Zeiten und hin und wieder die Kollegen mitnehmen in die Gedankenwelt der Pflegeexperten. Sie neugierig machen- dabei aber vermeiden, zu zeigen, dass denken auch Zeit kostet.

    Ganz wichtig: keine neuen Checklisten und "Drehbuchstandards" einführen und die Arbeit der Kollegen wert schätzen. Es reicht schon, ihnen aufzuzeigen, dass sie eigentlich schon anfangen pflegetheoretisch zu denken... es nur nicht so benennen.

    Elisabeth
     
  12. papu

    papu Gast

    Hallo Elisabeth,

    ich arbeite ja mit und wertschätze die Kollegen auch....
    Die Standards müssen schon seit Jahren eingeführt sein...also bleiben sie ein Thema, da sie ja als wesentliches Kriterium der Qualitätssicherung angesehen werden und als "Nachweis" dienen.
    Ich weiß manchmal nicht mehr, wie man das alles so noch verantworten kann und wielange es noch dauert bis es knallt.
    Ich glaube nicht, dass bessere Zeiten so bald kommen und sehe parallel dazu, wie junge Kollegen sich immer mehr von ihrem Beruf und seinen Möglichkeiten (die es ja noch immer gibt) entfernen, gar nicht erst richtig einsteigen, Empathie nicht gelebt wird....und und und...
    Ich finde es gerade sehr schwer, (weil ich viel lese, lerne, sehe, mir anschaue) zu zusehen, wieviele gute Sachen wir machen könnten und wir es einfach nicht tun.
    Einfach mal z.b. den Stationsablauf überdenken, da gibt es immer kleine dinge, die zu ändern, Freiräume bringen.
    Warum müssen alle Patienten bis zum Frühstück der Kollegen (ab 10.00 Uhr/10.30 Uhr) gewaschen sein?
    An Themen wie Pflegeprozess, Pflegediagnosen ist gar nicht zu denken.
    Kleine interne Fortbildungen sind schon zuviel.
    Seufz.
    Ich mach meine Arbeit gern,versuche Kollegen, Patienten und angehörigen gerecht zu werden mit allen Konsequenzen, mal mehr, mal weniger schwer aber ich habe immer mehr das Gefühl, damit irgendwie ein bißchen allein zu stehen.
    LG
    papu
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Sind unsere Ansprüche nicht zu hoch. Der Stationsablauf wird nur gestört durch pflegetheoretische Grundlagen.

    Waschen, Füttern, Trocken legen- mehr will der Pat. nicht. Hin und wieder ein nettes Gespräch. Er ist zufrieden, wenn er sich umsorgt fühlt. Da interessiert ihn kein Hintergrundwissen. Das ist der Alltag von zig tausenden Pflegekräften. Sie haben längst erkannt, dass Fachwissen eher ein Hemmschuh sein kann. Funktionieren ist die Devise.

    Meine Spielwiese hat sich mittlerweile fast vollständig in deses Forum verlegt. Wo soll ich auch sonst hin mit meinem Fachwissen.

    Ich darf auf einer Station mitarbeiten. Auch da kann ich ein wenig von meinem Wissen abgeben- wohldosiert und nicht zuviel. Ich muss nichts beibringen- dass ist wie eine Erlösung.

    All das hilft mir über die Wartezeit drüber hinweg. Ich will nicht noch weiter ins Burnout rutschen.

    Elisabeth
     
  14. Purzl

    Purzl Newbie

    Registriert seit:
    27.11.2008
    Beiträge:
    2
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    DGKP/ZWM
    Ort:
    Leibnitz
    Akt. Einsatzbereich:
    Altenpflege
    Funktion:
    stellv. Stationsleitung
    Ist das ironisch gemeint??
    Wenn ich so arbeiten müsste wär ich schon am bessten Weg ins Burn-Out...

    ad. Stanards
    Die sind meiner Meinung nach doch sehr wichtig, da in Schulen tlw. Dinge anders beigebracht werden, wie auf Stationen od. Ähnl. tatsächlich gearbeitet wird. Oder auch wenn jemand dann mal die Fachrichtung wechselt, sind sie oft ein nützlicher Leitfaden für den Neuen.
    Als DGKP bin ich rechtlich gesehen immer auf der richtigen Seiten wenn ich nach aktuellen Standards arbeite.

    ad. Pflegediagnosen
    Find ich praktisch, da Pflegeprobleme nicht mehr die vielen Bezeichnungen haben, die jeder anders formuliert. Und ehrlich gesagt bin ich damit viel schneller.
    Das einzige was stört ist, das NANDA dafür eine Nützungsgebühr von ca. € 5.-/ Pat. einheben.:cry:

    Liebe Grüsse
    Mario
     
  15. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

    Registriert seit:
    13.12.2007
    Beiträge:
    1.972
    Zustimmungen:
    90
    Beruf:
    Krankenschwester mit WB Stroke Unit, RbP
    Ort:
    Bayern
    Akt. Einsatzbereich:
    Stroke Unit mit IMCI
    Redet man aneinander vorbei weil man sich nicht versteht, unklare Angaben?
    Also ich habe auch meine Defizite, weil ich nicht genau verstanden habe was Du meinst....

    meinst du mit Pflegediagnosen
    die DRG's die der Pflege zugeordnet sind (und bei uns im PC patientenzugehörig + per Vorlage, geordnet nach Bereichen, etwa 10, abgehakt und gespeichert werden und bei Entlassung von den Ärzten in ihre DRG's einbezogen werden, inzwischen sogar unterstützt von DRG-Beauftragten, welche selbst exam. Pflegekräfte sind und anhand der medizinischen Kurve und der Pflegekurve auch noch mal schauen ob alle Diagnosen drin sind, somit richtige Geldbringer für's Krankenhaus) Bestandteil der Ausbildung, bei Einführung gab es interne Schulungen für die Examinierten, Doku in der Pflegekurve.
    oder
    den Pflegeprozess (Ressourcen+Probleme, Ziele, Maßnahmen)? Da erstelle ich ja ebenfalls Pflegediagnosen.
    Unterscheidungen in akut/chronisch; leicht- bis höchstgradig; intermittierend/kontinuierlich, bei Deku die Gradeinteilung, exakte Größe.....alles in Stichpunkten, kurz und knapp, so genau wie möglich, keine Probleme erfinden.
    Chronische Defizite mit denen ein Pat. selbst zurecht kommt werden nur in der Anamnese erfasst.
    Ziele und Maßnahmen müssen realistisch sein da sie sonst nicht durch die Maßnahmen erreichbar sind.
    Jede Pflegegruppe hat einen Ordner der die allermeisten Bereiche umfasst um eine einheitliche Pflegesprache zu erreichen - theoretisch. Erarbeitet wurde dieser im Rahmen einer AG von den Pflegekräfte selbst. Praktisch behindert das hochgradig, chronisch kontinuierliche Zeitdefizit diese Maßnahme in hohem Maße.
    Ich bemühe mich bei einem Patienten den ich aufnehme sofort die relevante Diagnose/ Diagnosen zu stellen, klappt aber nicht immer.
    Alle unsere Pflegekräfte die ihr Examen seit 2-3 Jahren hinter sich haben sind sehr konsequent, in der Ausbildung wird das Thema sehr, sehr ausführlich behandelt. Was wiederum mir hilft, da ich es so nicht gelernt habe. Selbstverständlich muss auch der Pflegeprozeß dokumentiert und bei Bedarf aktualisiert werden, in der Pflegekurve ist dafür ausreichend Platz.

    Also was war jetzt gemeint?
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Wer legt die aktuellen Standards- auf welcher Grundlage fest? Mit den Expertenstandards in D kann ich durchaus konform gehen. Schwer fallen mir hausinterne Standards. Sie geben nicht selten den Wissensstand des Erstellenden wieder.
    Und sie muten an, wie ein Versuch, den Lesenden zu dressieren- so detailiert wird oft der Vorgang/ die Handlung beschrieben. Dabei vergisst der Erstellende oft, dass dem Lesenden das Hintergrundswissen fehlt. Und so bleibt dem Lesenden tatsächlich nur die Handlung unreflektiert durchzuführen im guten Galuebn richtig zu handeln.

    Zu den Pflegediagnosen: In D wird in dem somatischen Bereich oft lediglich das Handeln dokumentiert. Das Warum fällt weg, da nicht abrechnungsrelevant.

    @amezaliwa- Pflegediagnosen sind international einheitliche Textbausteine. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Pflegediagnose ? Wikipedia .

    Elisabeth
     
  17. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    04.09.2004
    Beiträge:
    10.445
    Zustimmungen:
    215
    Beruf:
    Krankenschwester, M.A. Pflegewissenschaft, Dozentin
    Akt. Einsatzbereich:
    Palliativstation, Bildungszentrum
    Funktion:
    Praxisanleiterin, Bachelor of Nursing, M.A. Pflegewissenschaft
    Er meint die dritte Möglichkeit: die Pflegediagnosen, z.B. die von NANDA oder möglicherweise auch die von Doenges/Morehouse. Das ist eine andere Art der Pflegeplanung, nicht deckungsgleich mit dem Pflegeprozess und schon gar nicht mit den pflegerelevanten DRGs.

    Dein "Defizit" ist, dass Du von denen noch nichts gehört zu haben scheinst, aber damit befindest Du Dich in guter Gesellschaft. Die Anzahl der Krankenhäuser und Pflegedienste in Deutschland, die damit arbeiten, dürfte sehr gering sein sein.

    Ich habe in der Ausbildung auch die Pflegediagnosen von Doenges/Morehouse kennengelernt (schätze NANDA war noch nicht so bekannt), aber im meinem Ausbildungskrankenhaus selbst wurde auch mit dem Pflegeprozess gearbeitet.

    Meine Güte, mir fällt mal wieder auf, wie weit Deutschland hinterherhinkt. In Großbritannien haben sie mich schon vor zehn Jahren milde belächelt, als ich berichten musste, dass sich unser Haus an dem Pflegemodell von Nancy Roper orientiert...
     
  18. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Pflegediagnosen ersetzen nicht den Pflegeprozess.

    Pflegediagnose-Ressourcen-Ziele-Maßnahmen-Evaluation.
     
  19. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

    Registriert seit:
    13.12.2007
    Beiträge:
    1.972
    Zustimmungen:
    90
    Beruf:
    Krankenschwester mit WB Stroke Unit, RbP
    Ort:
    Bayern
    Akt. Einsatzbereich:
    Stroke Unit mit IMCI

    1.Wenn z.B. NANDA gemeint ist warum wurde es dann nicht so genannt, wenn mich jemand mit "Hallo Sie" anredet reagiere ich auch eher befremdet, da ich doch einen eigenen Namen habe.
    2. hat mein Arbeitgeber mir vor laaaanger Zeit sämtliche Abkürzungen und Kurzerläuterungen um die Ohren geschmissen, jedoch danach nix weiter veranlasst, also GEHÖRT hab ich sehr wohl davon, manches in der Praxis scheint mir auch gar nicht so weit weg davon zu sein.
    Wobei ich gerade einiges gegoogelt und gewikied habe und z.B. auf Z I M - Transcodierungsversuch von NANDA-Pflegediagnosen nach ICD-10 gestossen bin.
    Es bleibt halt die Frage wann ein Arbeitgeber die Notwendigkeit sieht sein Personal entsprechend zu schulen, selbstverfreilich auch von Leuten die davon was verstehen, momentan ist scheinbar kein Bedarf.

    Ein paar gänzlich andere Gedanken und mittelgradigen Ärger kann ich aber auch nicht abtun:
    Mich hat eher entsetzt dass in Großbritannien ab 60 erst mal guuuut überlegt wird ob man medizinisch/ chirurgisch handeln will oder nicht, seeeehr lange Wartezeiten..... dafür hab ich noch nicht mal ein müdes Lächeln übrig.
    Was nützen einem denn die schönsten Theorien wenn die Mehrheit der nicht besserverdienenden Menschen in dem Land nicht umfassend medizinisch versorgt wird, ab einem bestimmten Alter nur noch der Geldbeutel entscheidet.
    Auch NANDA, north american... aus dem Lande der Menschen die sich überwiegend noch nicht mal vernünftigen Zahnersatz leisten können, Arbeitgeber sich komplett aus der Krankenversicherung raushalten können und das auch tun, Menschen 3, 4 Jobs haben um sich über Wasser halten zu können. Passt irgendwie nicht zusammen.
     
  20. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    04.09.2004
    Beiträge:
    10.445
    Zustimmungen:
    215
    Beruf:
    Krankenschwester, M.A. Pflegewissenschaft, Dozentin
    Akt. Einsatzbereich:
    Palliativstation, Bildungszentrum
    Funktion:
    Praxisanleiterin, Bachelor of Nursing, M.A. Pflegewissenschaft
    Die Qualität eines Gesundheitssystems und die Fachkompetenz von Pflegepersonal sind aber zwei Paar Schuhe.

    Off topic:
    Das britische Gesundheitssystem - das amerikanische kenne ich nur vom Hörensagen, da enthalte ich mich des Kommentars - ist beileibe nicht so schlecht wie sein Ruf. Es finanziert sich komplett aus Steuergeldern - keine Krankenkassenbeiträge, kein Krankenhaustagegeld, keine 10,-Euro bei Haus- oder Zahnarzt und soweit ich weiß noch nicht mal Zuzahlungen zu Medikamenten. Von diesem Geld alle Gesundheitseinrichtungen, eine hervorragende Aus- und Weiterbildung aller Beschäftigten und eine Versorgung der Bevölkerung, die zumindest keine gesundheitlichen Schäden verursacht, zu gewährleisten, das muss erst mal einer nachmachen.

    Bezüglich der viel zu langen Wartezeiten (und anderen negativen Aspekten) sind die Briten wenigstens ehrlich. Die Finanzmisere ist der Bevölkerung bewusst, und kein Politiker heuchelt Unwissen. Hierzulande wird ja noch nach 15 Jahren Sparkurs behauptet, die Krankenhäuser könnten nur nicht mit Geld umgehen. Und das "sozialverträgliche Ableben" wurde doch ebenfalls längst befürwortet?

    In punkto Bettenzahl pro Einwohner bewegen wir uns ja längst auf die Briten zu, die OP-Wartezeiten werden auch hier schon länger. Ehrlich gesagt würde ich mir heutzutage fast lieber in England als in Deutschland den Blinddarm herausnehmen lassen. Vielleicht hab ich's dort mangels Einzelzimmer nicht ganz so gemütlich. Dafür habe ich doppelt so viele Pflegekräfte, die sich prä- und postoperativ um mich kümmern, und noch dazu sind sie meist besser ausgebildet und müssen ihr Fachwissen auf dem neuesten Stand halten.

    Off topic aus:

    "Pflegediagnosen" ist bereits die korrekte Bezeichnung. Die von NANDA erstellten sind nicht die einzig verwendeten.
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Pflegediagnosen Forum Datum
nanda Pflegediagnosen - neu oder alt? Literatur und Lehrbücher 18.11.2014
Praktisches Examen - Pflegediagnosen Rund um die Abschlussprüfung (Examen) 25.01.2014
Fallbeispiele - Pflegediagnosen (POP) Ausbildungsinhalte 24.11.2013
Suche Pflegediagnosen Und Maßnahmen Literatur und Lehrbücher 07.11.2010
Pflegediagnosen - Urinausscheidung Ausbildung in der Altenpflege und Altenpflegehilfe 07.09.2010

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.