Pflegediagnosen - Urinausscheidung

Dieses Thema im Forum "Ausbildung in der Altenpflege und Altenpflegehilfe" wurde erstellt von deadly_silence, 07.09.2010.

  1. deadly_silence

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    Tja.. Wie der Titel schon sagt, verzweifel ich momentan wieder etwas an meiner Praxisaufgabe. Die muss ich im November abgeben, und auch da hab ich erst wieder Schule.

    Folgendes Problem:
    Ich muss eine oder mehrere Pflegediagnosen zur Urinausscheidung formulieren, der Bewohner hat einen suprapubischen Dauerkatheter und leidet an einer Hemiparese links.

    Folgende Pflegediagnosen gibt es zur Urinausscheidung:
    - Beeinträchtigte Urinausscheidung
    - Stressurininkontinenz
    - Reflexurininkontinenz
    - Drangurininkontinenzgefahr
    - Drangurininkontinenz
    - Funktionelle Urininkontinenz
    - Totale Urininkontinenz
    - Harnverhalt (akut/chronisch)
    - Selbstversorgungsdefizit: Toilettenbenutzung

    Was trifft jetzt auf meinen Bewohner zu? Ich tippe auf Harnverhalt (nur ist der dann akut oder chronisch?) und auf Selbstversorgungsdefizit: Toilettenbenutzung, wegen der Hemiparese.. Was meint ihr? Und WIE zum Teufel formulier ich die Pflegediagnose dann aus? Da er ja einen SPDK hat.. Ich bin gerade echt am Verzweifeln.. :(

    Des Weiteren soll ich Zielsetzungen im Bezug auf die Urinausscheidung schreiben.. Was gibt es denn da für Zielsetzungen? Der hat ja wie gesagt nen Katheter.. Da kann man doch nur regelmässig wechseln und sauber halten, verbinden, usw., oder? Sind das Zielsetzungen? Damit nix verdreckt oder sich entzündet? Oder sind das schon wieder pflegerische Massnahmen? Und was für Hilfsmittel sind denn da gegeben? Nur das Katheterset, oder nicht? Bin verwirrt.. Und dankbar für jede Hilfe.
     
  2. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    Was die Indikation für den suprapubischen DK ist, müsste man durch die medizinische Doku erfahren, bzw. beim Hausarzt nachfragen.
    Ohne entsprechende Info würde ich eher die beeinträchtigte Urinausscheidung und das Selbstversorgungsdefizit benennen.

    Wie habt ihr denn gelernt, wie ihr eine Pflegedg. formulieren sollt?
    "Selbstversorgungsdefizit bei der Urinausscheidung bei Gangunsicherheit aufgrund der Hemiprese links"
    "Beeinträchtigte Urinausscheidung aufgrund der suprapubischen Urinableitung"

    Ja, was Du schreibst sind Maßnahmen. Deine Ziele sind die Dinge, die Du durch Deine Maßnahmen vermeiden/erreichen möchtest. Dein "Damit nix verdreckt oder sich entzündet" ist schon ein Ziel, das müsste aber anderst formuliert werden.
    Hilfsmittel sind z.B. der Urinbeutel und das Verbandmaterial
     
  3. deadly_silence

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    Schon mal danke für deine Antwort.. =)
    Ich habe momentan zu diesen Themen folgendes geschrieben:

    Und als Pflegediagnose selbst? Könnte ich das so schreiben, wie du es hier geschrieben hast? Oder würde das nicht ausreichen? Wir haben es in der Schule so gelernt, dass ein Symptom geschrieben wird, eine Ursache und die dazugehörige Pflegediagnose mit dem Schweregrad der zu leistenden Hilfestellung.. Also A, B, U, TÜ oder VÜ..
     
  4. deadly_silence

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    Hab jetzt mal versucht, die Pflegediagnosen zu formulieren..:

    Passt das so? Und was nehm ich als Symptom bei der beeinträchtigten Urinausscheidung? Und sind das die einzigen beiden, die sich auf den Urin beziehen?
    Und muss da nicht irgendwo mit hin, wieso er überhaupt nen SPDK hat?
     
  5. deadly_silence

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    Tut mir Leid, dass ich gleich zum Anfang meiner Anmeldung hier so viele Beiträge hintereinander schreibe, aber ich glaube, der Groschen ist gefallen..:

    Sieht das jetzt richtig, oder falsch aus?:deal:
     
  6. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    Im Prinzip ok, wenn Du mit dem Harnverhalt bei neurogener Blasenentleerungsstörung richtig liegst.

    Was die Maßnahme "Einsatz von Inkontinenzhilfsmitteln durch Pflegekraft" betrifft, könntest Du noch genauer werden, z.B. tagsüber Vorlage midi, nachts Vorlage maxi, Wechsel nach Bedarf.
    Außerdem fehlt für den Einsatz von Inko-Hilfsmitteln noch die Begründung.
     
  7. deadly_silence

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    Ja, in einem der Arztbriefe habe ich gelesen, dass er an einer neurogenen Blasenentleerungsstörung leidet.

    Was für eine Begründung gibt es denn für die Inkontinenzmaterialien? Dass er dennoch noch ab und zu auf normalem Wege Wasser lässt? Ist zumindest so, soweit ich weiss..


    Jetzt hab ich gleich noch ein Problem.. Und zwar..
    Aufgabenstellung Nr. 1 lautet:
    "Nennen und beschreiben Sie die zugrunde liegende Erkrankung für die Notwendigkeit der entsprechenden Maßnahmen mit der dazugehörigen ärztlichen Diagnose und der entsprechenden Krankheitsgeschichte."
    Und Aufgabenstellung Nr. 8 lautet:
    "Nennen Sie sonstige ärztliche und pflegerische Diagnosen bei dem betreffenden Bewohner."

    Jetzt hab ich zur Aufgabe 1 komplett alle ärztlichen Diagnosen geschrieben.. Und jetzt bei 8 nochmal das selbe? Bin etwas verwirrt..
    Und was ist gemeint mit "Beschreiben Sie den Pflegeverlauf" und "Evaluieren und reflektieren Sie die geleistete Pflege".. Die letzten beiden auf die Urinausscheidung bezogen.....:?:
     
  8. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    zum Beispiel. Oder auch eine Stuhlinkontinenz.
    Bisher schreibst Du ja nur, dass der Bw. aufgrund seiner eingeschränkten Mobilität ein Selbstversorgungsdefizit beim Toilettengang hat.

    Zu 1 würde ich beispielsweise für die Maßnahme "Suprapubischer Dauerkatheter" etwas über die neurogene Blasenentleerung schreiben, zur eingeschränkten Mobilität über den Schlaganfall usw. So wie ich die Formulierung der ersten Frage verstehe, sollst Du Deine Pflegemaßnahmen über die medizinische Diagnose begründen, soweit das möglich ist.
    Bei der Frage 8 sollst Du dann weitere Diagnosen nennen, die pflegerisch keine konsequenzen haben. Außerdem sollst Du Pflegediagnosen aufführen, die, Ihre Begründung nicht in den medizinischen Diagnosen haben.

    Ein Beispiel für eine medizinische Diagnose wäre Z.n. Appendektomie 1998
    Ein Beispiel für eine Pflegediagnose wäre Gefahr des Intertrigos aufgrund des starken Schwitzens

    Was hat sich verändert oder ist stabil geblieben, seit Du den Patienten betreust (Pflegeverlauf).
    Hast Du schon Ziele erreicht oder erreichst Du mit den geplanten Maßnahmen Deine Ziele? Sind Deine Pflegemaßnahmen angemessen, (Evaluation und Reflexion)
     
  9. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    Ein Tipp noch: Formuliere alles so gut Du kannst, geh dann bald zu Deiner Schule und lege es der Lehrkraft, die Euch die Aufgabe gestellt hat vor und frage sie ob alles ok. ist.
    Wenn nicht hast Du noch aureichend Zeit um die Praxisaufgabe zu überarbeiten.
     
  10. deadly_silence

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    Hey, ich bins nochmal..
    Also entweder, ich mache zuviel/zu ausführlich, oder die wollen wirklich so viel haben.. Oo Habe jetzt schon 5 Seiten mit Schriftgrösse 12 und mir fehlen noch zwei Aufgaben, und eine ist noch nicht vollständig.. -.-

    Jedenfalls hab ich nochmal eine Frage..
    "Beschreiben Sie den Pflegeverlauf"
    und
    "Evaluieren und reflektieren Sie die geleistete Pflege"..
    Habe mir dazu notiert, dass die beiden Aufgaben auch zusammengeführt werden können.

    Was wollen die beim Pflegeverlauf? Das, was man bei dem Bewohner in der Frühschicht, Spätschicht und Nachtschicht alles machen muss? Oder nur Besonderheiten, wie Insulingabe, BZ-Kontrolle, Gewicht-Kontrolle, SPDK-Pflege, usw..? ._. Bin ratlos..
    Und was soll ich beim Evaluieren und reflektieren hinschreiben? Ist das das in der Doku, wo steht "Keine Veränderungen", oder "Zustand hat sich verschlechtert/verbessert"? Oder was ist damit gemeint?
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Eon BDK wird net angelegt, wenn der Pat. infolge einer Erkranking net in der Lage ist, die Toilette zu benutzen.

    Bei einer neurogenen Blasenentleerungsstörung kommt es häufig zu einem Harnverhalt. Ist ein bestimmtes Limit der Blasenfüllung überschritten tritt Harn aus. Der Pat. kann dies net regulieren. Genauso wenig ist er in der Lage, die Blase komplett zu entleeren.

    Daraus ergibt sich: Einstichstelle SPK versorgen, für kontinuierlichen Urinablauf sorgen, Harnstau vermeiden.

    Die Hemiplegie hat in diesem Beispiel keinen Einfluss auf die Ausscheidung. Der Pat. hätte das Problem der Blasenentleerung auch wenn er zur Toilette gehen könnte.

    Das "Selbstversorgungsdefizit beim Toilettengang" lässt sich also net mit dem Harnverhalt begründen.

    Hat er eine Kontrolle über den Stuhlgang- dann wird die Plegie wieder Thema. Er kann nur mit Hilfe zur Toilette.
    Hat er keine Kontrolle darüber, fällt die Hemiplegie komplett als Ursache für die Ausscheidungsprobleme weg.

    Elisabeth
     
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