Pflegeaspekte bei Patienten-Abholung aus dem OP

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Chirurgie" wurde erstellt von stefan1981, 08.12.2005.

  1. stefan1981

    stefan1981 Senior-Mitglied

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    "Postoperativer Transport"

    Ich habe -eine in euren Augen blöde- Frage.
    Ich habe im Oktober mein Staatsexamen in der Krankenpflege absolviert.

    Nun arbeite ich bei einem großen Krankenhaus in einem Springerpool.
    Das heißt ich bin ein wenig das Mädchen für alles:engel:.

    Nun kam in meiner Ausbildung (staatlichen Ersatzschule ) der Bereich der Chirurgie leider etwas kurz. Da ich auch des öfteren auf chirurgischen Stationen eingesetzt werde hab ich da momentan meine Defizite.

    Nun zu meiner eigentlichen Frage. Wenn man den Patient vom Operationssaal abholt- auf was muss man da achten, was kann passieren,wie reagiert man im Notfall!?
    Ich nehme immer dieses Operationsschale mit ( Mundkeil, Zellstoff, Intubator,Zungenzange ....). Was gehört da alles rein von rechts wegen?!
    Wie nutze ich diese fachgerecht.

    Ich hab natürlich schon die gängigsten Grundbegriffe und Handlungen drauf- aber wollte diese Frage mal von Erfahrenen Leuten erörtert wissen.
    Brauche nur mal ein Stichwörter.

    Hier ist nur mal ein Grundgerüst:(Eckdaten)

    Bei der postoperativen Übergabe vom Wachraum/OP:

    1) Kreislaufverhältnisse sollten stabil sein
    2) Patient sollte erweckbar sein
    3) Patient sollte Schmerzarm sein
    4) Infusionen und Medikamentenübergabe durch das OP-Personal
    5) Verlauf der OP (Komplikationen,...)
    6) Blutungen sollten weitesgehend weg sein
    7) Ableitungen (Drains und Zugänge)

    Bei der Fahrt aif die Station:

    a) Krankenbeobachtung

    1) Hautfarbe
    2) Atmung
    3) Bewusstsein
    4) ansprechbar
    5) Schmerzen
    6) Mimik und Gestik

    b) Komplikationen während der Fahrt

    1) Übelkeit und Erbrechen (- Patient zur Seite drehen oder erhöht lagern
    - Schale reichen+ Zellstoff
    - Aspirationen verhindern)

    2) Bewusstlosigkeit (- prüfen der ABC Fähigkeiten
    - ggf. stabile Seitenlage
    - Reanimation, Mund leer räumen )

    = Wie reagiert ihr bei einer Reanimation? Man braucht ja eine harte Unterlage ? Ist die Matratze nicht zu weich dafür? Kenne noch solche Reanimationsbretter die man unterlegen kann um eine harte Unterlage zu kriegen. Hab aber leider keines dabei?!

    3) Krämpfe (- Beißkeil wenn möglich zwischen die Zähne tun?!
    - Zungenzange nutzen?!

    4) .......

    Die Operationsschale

    - Beißkeil (bei Krämpfen/ Bewusstlosigkeit?!)
    - Zungenzange ( bei Bewusstlosigkeit Zunge hervorholen?)
    - Schale und Zellstoff( wie gehabt)
    - Intubator ( braucht der Arzt bei einer Intubation?!)
    - .....was fehlt noch?


    Das waren ein paar spontane Gedankengänge von mir!
    Bin für jeden Gedankenaustausch dankbar.

    mfg Stefan


     
    #1 stefan1981, 08.12.2005
    Zuletzt bearbeitet: 08.12.2005
  2. narde2003

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    Hallo Stefan,
    deine Schale kenne ich nicht, wir nehmen immer einen Beatmungsbeutel und Maske mit.
    Im Intensivbereich auch noch Monitoring.
    Zungenzange gibt es bei uns nicht, aber ggf. einen Güdeltubus.
    Bei Reanimationen nehmen wir in einem solchen Fall das Brett vom Bett am Kopf oder Fussteil.
    Meinst du mit Intubator ein Laryngoskop?
    Dann brauchst du auch noch das restliche Equipment dafür wie z.B. Tubus.
    Wichtig vtl. noch der Notfallpiepser des Reateams.
    CU
    Narde
     
  3. Cystofix

    Cystofix Poweruser

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    Moin,

    ich denke, diese 'Schale' oder wie man sie sonst noch nennen will, ist auf keinen Fall Pflicht.

    Wir nehmen einen Beutel ( mit AMBU-Btl., Guedel-Tubus, Maske ) mit, wenn wir nen Pat. aus dem AWR auf die Intensiv holen, und halt nen Monitor/Oxylog, sofern er gebraucht wird.

    Diese 'Zungenzange' dürfte eine Magill-Zange sein, oder? Wofür man die in dem Falle brauchen sollte...hmm...
    Da langt ein Guedel-/Wendl-Tubus, um die Zunge wieder 'vorzuholen'.

    Und ein Laryngoskop mitzunehmen, wenn ich einen 'Normalstationspat.' aus dem AWR abhole, ist imho aus 2 Gründen Schwachsinn: 1. Zur Not beuteln 2. Intubiert Ihr selber? ( Kann ich mir nicht vorstellen )
    Da könnte man gleich nen kompletten Notfallkoffer mitführen, denn passieren kann ja immer irgendwas... :roll:

    Und zur Rea braucht man nicht zwingend ein Brett, die Matratzen sind ja in der Regel nicht soooo weich.

    Krampfanfall und Mundkeil - bitte nicht, macht man nimmer... ( kriegt man i.d.R. eh nicht mehr zwischen die Zähne )

    Gruss Cys
     
  4. stefan1981

    stefan1981 Senior-Mitglied

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    ....

    Hab mir heut erst mal einen Klinikleitfaden für die Pflege und für die chirurgische Pflege geholt. Das man nicht ganz so dumm dasteht.

    Hab das mit dem Beißkeil auch so gelernt.Da man bei dem Versuch den Beißkeil zwischen die Zähne zu bringen einer sehr starken Kraft entgegen wirken muss und somit ggf. mehr Schaden als nutzen bringt!

    Aber das war ja an nem anderen Krankenhaus.

    Stefan
     
  5. Mobitz

    Mobitz Poweruser

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    Hallo Stefan,

    ich gehe mal davon aus, dass Du auf einer Normalstation eingesetzt wirst.
    Weiß nicht genau, warum Du dann dieses (zum Teil etwas seltsame) Zubehör brauchst.
    Wie mein Vorredner schon sagte, ist es fragwürdig, warum man Intubationsmaterialen mitnehmen sollte. Da wirklich lieber nen Beatmungsbeutel (zum Beispiel der Firma Ambu(R) )
    Aber ich behaupte mal, dass in den ALLERseltensten Fällen kreislauf- oder ateminsuffiziente Patienten auf Normalstation gelegt werden. :wink1:
    Im Falle einer Rea (die natürlich trotzdem immer passieren kann) wäre sicher die Nummer des Reateams wichtiger.
    DAS wollt ich auch sagen. Manche Kollegen sind so damit beschäftigt, ein Brett zu organisieren, dass sie vergessen, dass der Beginn der CPR eigentlich wichtiger wäre. Brett ist eigentlich zu vernachlässigen. Am besten vergessen!

    Ne Schale und Zellstoff schadet sicher nicht (haben die meisten Aufwachräume aber auch).
    Zur Übergabe gehört das Vorstellen beim Patienten, falls er nicht bekannt ist die Anamnese, OP, intra- und postoperative Besonderheiten, Angaben zur postoperativen Weiterversorgung (Schiene, Mobilisation, Medikamente o.ä.), Vitalverhältinisse, VAS und wirksame Analgesie, Vigilanz, je nach OP evtl. neurologischer Status (z.B. mittels GCS), Medikamente, Ein- und Ausfuhr, evtl. Drainagen, Fragestellung PONV und vor allem auch pflegerische Besonderheiten (mit evtl. Hautveränderungen).
    Und die Übergabe wenn möglich MIT dem Patienten machen. Da kann man dann schon viel erfahren.
     
  6. catweazle

    catweazle Poweruser

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    Wieso, am Fußende und am Kopfende sind doch Bretter genug? Das geht ziemlich fix.
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Haben die Kollegen dir diese Schale hingestellt? Hört sich für mich nach Fake an- vor allem die Zungenzange.

    Elisabeth
     
  8. pipse

    pipse Newbie

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    ist ja ganz witzig die idee mit der schale...aber nur,wenn man neue kollegen reinlegen mag. ich arbeite seit 5 jahren in der schweiz,da läuft alles etwas anders. zbsp.haben wir keinen aufwachraum,was aber nicht weiter wild ist. die patienten werden,wenn sie ansprechbar sind,auf die station verlegt.mitgenommen wird da garnichts,höchstens jemand,der schieben hilft.brauchte auch in den letzten jahren nie equipment.man sollte sich natürlich gut mit postoperativer pflege auskennen,um zu entscheiden,ob man den patienten denn auch tatsächlich mitnehmen will.zu schläfrige patienten lässt man lieber noch im op-trakt.wegen rea und anderen zwischenfällen braucht man sich nicht verrückt machen...wenn eure lifte zeitgemäss sind,sollten da auch notfalltasten drin sein,womit man ganz schnell hilfe bekommen kann.und so häufig sind ja zum glück zwischenfälle nicht,nausea kommt meistens auch erst nach dem morphium...zum problem könnte aber der ständige stationäre engpass werden,der in dtl.vorherrscht. hoffentlich kann ich damit umgehen,wenn ich mal wieder nach dtl.umsiedle.
     
  9. Mobitz

    Mobitz Poweruser

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    Trotzdem ist es ein gewisser Zeitaufwand, ... gerade wenn die Kollegen nicht so oft mit Reanimationen zu tun haben und somit eh schon aufgeregt sind.
    Ausserdem lässt sich über die Effektivität dieser Bretter streiten.
    Ich halte nichts davon.
    Aber meinetwegen kann man ja die Betten ruhig auseinanderbauen, wenn einem nichts effektiveres einfällt.
     
  10. stefan1981

    stefan1981 Senior-Mitglied

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    da bin ich wieder...

    bin auf wechselnden Stationen. Onkologie, Gefäßchirurgie, plastische Chirurgie.. . Je nachdem wo es mich hinführt.

    Der chirurgische Klinikleitfaden ist nicht schlecht. Hat mir echt ne Menge gebraucht. Hab dort auf einige Fragen Antworten gefunden.

    Das mit dem Rea- Brett ist mir jetzt auch klar:roll: . Kam zwar noch nicht in den Genuss in den Betten zu liegen- denk mir aber auch das sie nicht so weich sind. Den Tipp mit den Kopf und FUßbrettern find ich ziemlich gut.
    Da haben wir dann doch nen Brett... :lol1:!

    Zum Thema Schale sage ich gar nichts mehr. Die Schale bringt eigentlich gar nichts.

    1) Beisskeil ist schon lange out
    2) Intubieren kann ich noch nicht :D

    Ich hab ne Schwester gefragt was die Schale beinhaltet.
    Sie sagte zu mir wörtwörtlich" DIe Schale nützt dir gar nichts. Die haben wir mal vor 10 Jahren zusammengestellt und nun nimmt man die halt immer mit...!?Sieh zu das du so schnell wie möglich auf die Station kommt und dann ... !" Aber egal- viele sagen auch das sie dort schon 16 Jahre arbeiten und nie gab es nen zwischenfall.

    gebt mir mal nen paar Stichworte zum Thema postoperative Übergabe und Fahrt. Ein paar Sachen sind doch schon gefallen. Was habt ihr da für Erfahrungswerte gemacht...?!

    mfg Stefan
     
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