Pflege in der Psychiatrie/Psychosomatik, zwischen Bore- und Burnout

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von Aletheia, 07.07.2013.

  1. Aletheia

    Aletheia Newbie

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    Zu allererst möchte ich hier eines klarstellen, mir geht es hier nicht darum die Arbeit von Pflegern in der Psychiatrie/Psychosomatik passee anzuprangern und als „schlecht“ zu abzustempeln, sondern um meine eigenen Erfahrungen in diesem Bereich und welche ihr gemacht habt.

    Zu meiner Person: Ich habe eine abgebrochene Ausbildung zur GuKP (2 Jahre) und eine abgeschlossene Ausbildung zur Erzieherin, sowie einen Uniabschluss in pädagogischer Psychologie und befinde mich gerade in der Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (Richtlinienpsychotherapieausbildung).

    Während meiner Ausbildung zur GuKP, bei mehreren Praktika während des Studiums und jetzt im psychiatrischen Jahr konnte ich die Arbeit von Pflegern auf psychiatrischen Stationen für Erwachsene und Kinder und Jugendliche miterleben und musste dabei objektiv und subjektiv empfundene große Unterschiede im Umfang des Tätigkeitsbereichs, der Qualifikation des Personals und der Qualität der Pflege feststellen.

    Auf einer psychosomatischen Station dürfte z.B. eine Krankenschwester die "Gestaltungsgruppentherapie", ohne jegliche Zusatzqualifikation in diesem Bereich leiten und die gemalten Bilder der Patienten deuten.

    Überhaupt ist mir aufgefallen, dass ob psychiatrische oder psychotherapeutische/psychosomatische Station/Rehaklinik, in vielen es gang und gäbe zu sein scheint, dass Pfleger ohne die nötige Zusatzqualifikation zu besitzen (Weiterbildungen/Fortbildungen/Ausbildung absolviert zu haben) Gruppentherapien leiten (dabei verdienen akademisch ausgebildete Kunsttherapeuten etc. auch nicht viel mehr als eine Pflegekraft und PIAs oftmals gar nichts während ihrer Ausbildung zum Therapeuten, nur können sie nicht noch zusätzlich Pflegetätigkeiten übernehmen)…

    Ich habe nichts dagegen, dass Pfleger die allseits beliebten DBT-Angebote anleiten (die nun auch für andere psychische Störungen modifiziert angeboten werden), wenn sie eine Zusatzqualifikation in diesem Bereich erworben haben. Aber das auf manchen Stationen fast die Hälfte der Behandlungsangebote von unzureichend ausgebildeten Pflegern durchgeführt werden, geht meiner Meinung nach zu weit und offenbart nur den Ökonomisierungswahn der Kliniken, keine für die jeweiligen Therapieformen ausgebildeten Fachkräfte mehr einzustellen, zu Lasten der Qualität.

    Auf einer geschlossenen Erwachsenenstation musste ich miterleben, dass die Patienten dort ohne jegliche Therapie lediglich verwahrt werden und sich das Pflegeteam regelrecht in ihrem Pflegestützpunkt verbarrikadieren und der Patientenkontakt oftmals nur als lästige Störung angesehen wird.
    Da ich selbst schon von psychotischen/manischen Patienten plötzlich ohne Vorwarnung körperlich angegriffen wurde, weiß ich nicht nur theoretisch um das fremdgefährdende Potenzial mancher psychiatrischen Störungen und halte deshalb die Zwangsbehandlung als letzten Akt in einer Reihe von vorausgegangenen Interventionsmaßnahmen als angebracht. Doch musste ich leider miterleben wie manch als "nervig" (aber total harmlos) eingestufter Patient (mit Missbrauchserfahrungen, PTBS), ohne Fremd- oder Eigengefährdung etc. mit Fixierungen und Zwangsmedikation von den Pflegekräften ruhig gestellt wurden, um nicht mehr von ihnen gestört zu werden.

    Dagegen habe ich auf einer anderen geschlossenen Station das Gegenteil erleben dürfen (war dort als studentische Hilfskraft angestellt). Dort gehörte es zum Therapiekonzept, dass die Pflegekräfte/Hilfskräfte sich sehr oft im Patientenaufenthaltsraum aufhielten und sich mit den Patienten beschäftigten. Dort gab es innerhalb von 3 Wochen nicht eine Zwangsbehandlung in Form von Fixierung oder Medikation.

    Woher stammen diese Qualitätsunterschiede in der stationären Pflege von psychisch Kranken? Auf den somatischen Stationen sind mir solch gravierende Unterschiede nie untergekommen.

    Warum gehört es zum festen Konzept mancher Stationen, dass gut geschulte Pflegekräfte als Co-Therapeuten den Patienten bei der Stabilisierung helfen und in anderen sie dagegen sich in ihren Personalräumen verschanzen und eine Kaffeepause nach der anderen machen? Ich konnte so z.B. in einer psychiatrischen Station für meine mündlichen Prüfungen lernen, da wir die Patienten sich selbst überließen (da es nur ein unbezahltes benotetes Pflichtpraktikum war, wollte ich nicht das gesamte Team gegen mich aufbringen und ging nicht dagegen an)… In einer psychosomatischen Station erzählte mir eine sehr junge GuKP, das sie nur auf der Station arbeite, weil man dort einen sehr ruhigen Arbeitsplatz, mit viel Leerlauf...

    Welche Erfahrungen habt ihr während eures Einsatzes in der Psychiatrie/Psychosomatik gemacht, sind meine Erfahrungen nur bedauerliche Einzelfälle?
     
  2. yoyoyoyo

    yoyoyoyo Stammgast

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    Psssst. Sei leise! Das hört man hier alles extrem ungern. Krähen und Augen, du verstehst?
    Faule Pflegekräfte gibt's nicht, und man ist grundsätzlich auch bei 4 Stunden Pause am Tag und im Vergleich zum ärztlichen Personal traumhaften Wochenarbeitenzeiten völlig überarbeitet.


    Ich übrigen finde ich es kurios, dass du in der Post-Gert-Postel-Ära noch auf formalen Qualifikationen in der Psychiatrie bestehst (die Lektüre einer Postel-Biographie sei jedem ans Herz gelegt). Ich habe befreundete Dipl.-Psych.s in Psychotherapeutenausbildung mal gefragt, ob sie aus dem Studium relevante Kenntnisse mitgebraucht haben. Sie sagten die therapeutischen orientierten Vorlesungen an ihrer Uni seien ausgefallen und durch Berichte über das Forschungsthema des Profs ersetzt worden. Sie hätten damit aber keinerlei Probleme, außer ein paar Terminologievokabeln bräuchten sie im Alltag sowieso nichts davon. Eine vernünftige therapeutische Bindung traue ich auch jeder Pflegekraft zu...
     
  3. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    Yoyoyoyo - langsam machst Du mich böse...:angryfire:



    @ Aletheia, zu Deinem Post kann ich nichts sagen, ich habe seit meinem kurzen Einsatz während der Ausbildung nicht mehr in der Psychiatrie gearbeitet. Ich fand nur das Thema interessant und dachte, ich könnte vielleicht eine intelligente Antwort lesen. Schade - falsch gedacht - vielleicht später dann...
     
  4. Marty

    Marty Poweruser

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    @yoyoyoyo,

    ...vielleicht verbieselst du dich stante pede in ein dir eher angemessenes Medizinerforum?

    @Aletheia,

    ...bitte entschuldige dieses kurze OT, leider kann ich nichts Substanzielles zu deinem Beitrag schreiben.

    Gruß, Marty
     
  5. Irgendeine

    Irgendeine Poweruser

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    sag mir den namen von diesem krankenhaus! damit ich weiß, wo ich meine bewerbung in 2 jahren hinschreiben muss!
     
  6. BellaSwan2012

    BellaSwan2012 Stammgast

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    @Aletheia

    Dein Beitrag schmeisst ja einige Themen zusammen, die man wie ich finde auseinander halten sollte. Zum einen kristisierst du die Sparpolitik, was kann Pflege dafür, wenn Therapeutenstellen weggestrichen werden?

    Deine Sorge bezgl. dass PP Therapien übernehmen, für die sie keine/geringe Quliikation haben, ist verständlich und ich sehe es auch kritisch, aber eine logische Konesequenz der Sparplitik, Stichwort: Billigmedizin, die zu Lasten der Qulität geht.


    Zu den Punkt, dass Patient als Störfaktor angesehen werden, kann ich nur sagen, dass man es nicht pauschalisiern kann, sicher ist bei den einen oder anderen die Motivatin den Bach runter gegangen, aber ich bin überzeugt, dass keine Psychiatries Pflegeleitbild Patient als Störfaktor vorsieht.

    Genauso ist es mit Fixierungen: Es gibt unterschiedliche Aufassungen wie das gehandhabt werden soll. Die meisten meiner Kollegen und ich sind total Anti-Fixierung, wir machen viel mit Deskalationstechniken, wir versuchen auch die Angel-sächsische Methode mit Festhalten auszutesten. Aber alles kostet Geld erstmal, für Schulugen, für mehr Personal ect. Was ich damit sagen will ist, dass nicht alle Psychiatrien fixieren willkürlich.

    Ich bin etwas bestürzt dass du schon mehrmals in der Psychiatie angegrifen wurdest. Eigentlich wird man als Frau eher selten Opfer von Gewalt in Psy. Hast du keine Sicherheitseinweisungen bekommen??

    Du erwähnst ja selbst auch positives, was du erlebst hast,deswegen denke ich man nicht alle auf einen Kamm scheren, und deine Frage woher die gravierende Unterschiede kommen? DAür sind vermutlich viele Faktoren verantwrtlich: Personalmangel, überarbeitete oder unmotivierte PP, fehlende Leiterbilder, inkomepetente Leitung, PP die innerlich gekündigt haben?????
     
  7. psychialist

    psychialist Newbie

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  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Die TE dürfet aus der gleichen Ecke wie yoyo... kommen. Das muss mehr als frustrierend sein, wenn angelerntes Wissen auf Fackompentenz und Berufserfahrung trifft. Haben wir ja schon bei yoyo... gesehen.

    Elisabeth
     
  9. kruemel85

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    Wir von der Pflege haben zum Großteil die Weiterbildung für verschiedene Gruppentherapien, was zumindest unser Haus angeht. Wir müssen öfters ran um die Gruppen zu leiten, da es leider an den Therapeuten fehlt, v. a. in der Urlaubszeit oder anderen Umständen. Leider fehlt es dann leider im pflegerischen team, hin und wieder sind wir z. T. so knapp besetzt, z. B. 2 PP im Frühdienst und 1 Stationssekräterin, und 1 PP muss dann die Gruppe machen. In der Zeit ist man dann alleine vorne. Und da ne Gruppenstunde bei uns 1 1/2 Stunden dauert, zusätzlich dazu noch die Vorbereitungsphase und die Nachbereitunsphase hinzukommt, ist das schon ne recht lange Zeit für die andere PP den Stationsalltag zu meistern, v. a. wenn noch Zugänge angemeldet sind oder auch Entlassungen anstehen. Da ist dann nichts mit 4 Stunden Pause Yoyoyoyo, ich weiß nciht wie Du auf diese bescheuerte Aussage kommst! :angryfire: Ich finde Deine Aussage mehr als unangepasst!

    Zu den Gruppen nochmals, es gibt Therapeuten die es sehr gut machen, und da ist es z. T. natürlich besser als wenn die Einheit von einer Pflegekraft geleitet wird, allerdings haben wir auch einige Pflegekräfte die schon jahrelang in dem bereich arbeiten und dadurch mehr Qualität in ie Gruppe einbringen, vor allem mehr Erfahrung und dadurch dann das ganze besser meistern wie ein Therapeut. Ich denke es kommt immer darauf an.
    Hin und wieder, wenn es die Zeit erlaubt, vorallem aber auch die Besetzung werden die Therapiegruppen bei uns auch doppelt besetzt, ein Therapeut und eine Pflegekraft, was auch sehr von Vorteil ist, beispielsweise in Rollenspielen, einer kann ins Rollenspiel rein, während der andere draußen ist und das beobachten kann, ebenso bilden sich auch unterschiedliche Sichtweisen, und vorallem eine Person in der Einheit sieht viel, aber nicht alles.

    Griaßle
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Warum ärgerst du dich? Im realen Leben lässt solche frustrierten Ärzte einfach abtreten. Sie kommen und sie gehen. Net jeder ist für jedes Fachgebiet geeignet. Schon gar nicht die, die sich über andere erheben müssen statt eine Zusammenarbeit anzustreben.

    Elisabeth
     
  11. Baum

    Baum Senior-Mitglied

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    Sorry, aber ich muss Alethia da in einigen Punkten doch sowas wie zustimmen. Leider. Ich musste auch feststellen, dass auf der Somatik weit weniger Differenzen bestehen, was gewisse Grundsätze (Fixierungen, Behandlungen, menschliche Ansätze) angeht.

    Ich führe das darauf zurück, dass in der Somatik täglich ein Arzt nach den Patienten schaut, sogar ins Zimmer kommt und kontrolliert, ob alles okay ist. Da ist "einroter Faden" da i.d.R. Diese Kontrolle fehlt in der Psych, wie ich sie kenne, grundsätzlich. Die Oberärztin schaut 1x in der Woche nach den Patienten. Es sei denn die PK sagt ihr, sie müsse nach der Patientin schauen.

    Fakt ist aber als Pflegende: es macht einen Unterschied, ob ich weiss, dass um 9.00 der Herr Doktor ins Zimmer geht und den Patienten und auch indirekt meine Arbeit (Ordnung, Rasur, Nägel, Haare des zu Versorgenden) beurteilt. Oder aber ob ich weiss: Jo, ein- zweimal schaut der Doc rein... Wirkt sich auch auf meine Arbeitsdisziplin indirekt aus, wenn man nicht gut reflektiert.
    :weissnix:

    Ich stelle eben fest, dass in Psych auch ein paar Burn- outies arbeiten, wie überall. Aber ich denke eben, dass in der Psychiatrie falsch gewählte Kommunikation durch ein Burn- out, fehlende Empathie und Sensibilität, viel verheerender auswirken als auf der Somatik. In der Somatik würde die Patientin vermutlich den Köpf schütteln und lachen bei einer Burn- out- Schwester.
    In der Psychiatrie sind die Menschen auf dieser Ebene aber auch hilfloser und verletzlicher.:spopkorns:

    Und das Thema Fixierungen lässt sich in meinen Augen im Zeitalter der Klingelmatte, Rutschsocken, Expidet- Medikamenten, Validation, Hüftprotektoren eigentlich fast immer vermeiden, wenn man will. Und wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg....
     
  12. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    DAS tut mir irgendwo richtig weh.
    Sollte sich ein Arzt (in meinen Bereich) erdreisten, bei der Körperpflege irgendwelche Vorschriften machen zu wollen - dann darf er sich - schleichen. Nicht sein Revier. In welchem Umfang mein Patient zum Zeitpunkt der Körperpflege physisch oder psychisch in der Lage ist, habe ich zuvor abgewogen und ich entscheide das. (hier ein . weil - darüber wird nicht mit dem Arzt diskutiert)
    In der Psych - am Beispiel eines Kranken der wenig oder keinen Antrieb hat Körperpflege selbst zu betreiben, wäre die ärztliche Beurteilung der Sache ein Hinweis, ob die Therapie anschlägt oder auch nicht. Dafür ist dann nicht ausschließlich die PK, bzw. PFK zuständig, sondern auch die Therapeuten und, sofern vorhanden - die medikamentöse Therapie. Damit ist der Arzt in der Verantwortung die bisherige Therapie zu reflektieren, falls sie schon länger läuft und Hr./Fr. Müller/ Meier weiterhin dazu nicht in der Lage ist, obwohl es rein körperlich möglich wär. Oder?
    Pflege reflektiert, Arzt reflektiert, Therapeuten reflektieren - alle miteinander kommunizieren - ja SO passt mir das jetzt besser.

    Selbstverständlich kann in jedem Bereich einer Klinik die Körperpflege eines Patienten täglich komplett von einer PK übernommen werden, wir sind da auch rucki zucki fertig, der Patient erstrahlt hinterher und ich sonne mich darin. Anschließend hoffe ich dass das der Arzt auch so sieht - muss er doch, oder?
    Das ist jetzt sehr überzogen dargestellt, aber - den Eindruck hab ich gewonnen, er gefällt mir überhaupt nicht.
    Meine Arbeitsdisziplin oder -motivation braucht keinen Doc der mir bei der Arbeit zuschaut. Lob, Anerkennung - hä?
    Das Gegenteil ist (für mich) richtig - es nervt komplett, wenn keine Rücksicht genommen wird, alle paar Minuten jemand rein kommt und - stört.
    Visite muss eigentlich NICHT stur von einem zum nächsten Zimmer marschieren und mitten in die Grundpflege platzen.
    Traurig, wenn man es trotzdem monieren muss.

    Rasur - kritische Angelegenheit. Einem Patienten wurde von einem Kollegen vor einigen Jahren mal der längere Bart stark gekürzt, weil ständig Essen drin hing - danach gab es richtig Ärger mit den Angehörigen. Ich weiß leider überhaupt nicht mehr ob es ein eindeutiges Einverständnis des Patienten vorab gab, nur dass der Pat sehr eingeschränkt in der Kommunikation war, Dysphagiekost bekam, selbst essen konnte, irgendwie - und das auch durfte.

    Ebenfalls distanziere ich mich davon lange Fingernägel zu schneiden - die zuvor dorthin gepflegt worden sind, egal ob mehr oder weniger absichtlich. Außer es gibt relevante medizinische Gründe dafür.
    Sowie Zehennägel zu schneiden, die in desaströsem Zustand sind, seit langem vernachlässigt wurden; nur damit sie "schön" aussehen.
    Schön = kurz, sauber.

    Eigentlich hatte ich bisher ein völlig anderes Bild von den Kollegen in der Schweiz, bitte korrigiert mich schnell.
    So ein paar Zeilen, so fuchsig machen sie mich.

    Visite mit dem OA - ist bei uns auf der Allgemeinstation auch "nur" 1x pro Woche, nicht öfters.
     
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