News Personalmangel bedroht Patientenversorgung

Ute

Poweruser
Mitglied seit
04.02.2002
Beiträge
1.736
Alter
47
Ort
Hannover
Beruf
Krankenschwester, Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege (FLP)
Akt. Einsatzbereich
Zur Zeit in der Elternzeit
Funktion
Study nurse
[25.05.05]

Präsidentin der Rotkreuzschwestern warnt: Gefährlicher

Personalmangel bedroht Patientenversorgung

Die Personalsituation in der Alten- und der Krankenpflege hat sich wegen des steigenden Kostendrucks im Gesundheitswesen weiter verschlechtert: „Viele Krankenhäuser arbeiten mit einem gefährlichen Minimum an Personal“, warnte Sabine Schipplick, Präsidentin des Verbandes der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) beim Abschluss ihres Bundeskongresses in Ham-burg. Wegen des Kostendrucks im Gesundheitswesen würden viele Stellen „gar nicht oder erst sehr spät besetzt“.

In der Altenpflege gebe es einen „massiven Nachwuchsmangel“, weil den ausbil-denden Pflegeeinrichtungen das Geld fehle, um Ausbildungsverträge mit interes-sierten Jugendlichen abzuschließen.

Verschärfend komme hinzu, dass schon heute Fort- und Weiterbildungen, die un-erlässlich für die Qualität der Pflege sind, in vielen Bereichen nicht mehr stattfin-den. „Wir befürchten einen erheblichen Qualitätsverlust bei der Versorgung von Patienten“, unterstrich Schipplick.

An die Gesundheitsministerkonferenz, die im Juni in Erlangen stattfinden wird, richtete sie den Appell: „ Bei der Qualifizierung von Pflegepersonal darf nicht ge-spart werden.“

Die aktuellen „Pflegebaustellen“ hat der Verband in einem Baustellenprotokoll zusammengefasst, das über die Homepage abgerufen werden kann.

Zum dreitägigen Bundeskongress der Rotkreuzschwestern sind rund 1000 Teil-nehmerinnen und Teilnehmer aus dem In- und Ausland nach Hamburg gereist. Der Verband ist die Dachorganisation von bundesweit 34 DRK-Schwesternschaften mit rund 21.000 Mitgliedern. Die Schwesternschaften sind unter anderem Träger von zahlreichen Krankenhäusern, Pflegeschulen sowie
Alten- und Pflegeheimen.

Pressestelle: Carmen Planas Balzer Tel.: 030 / 847829-10, E-Mail: planasbc@drk.de, Mobil: 0178 / 4034367, Kongressbüro (18. – 20. Mai): Tel.: 040 / 808037-5032, Fax: 040 / 808037-5400 www.drk-schwesternschaften.de

Quelle: www.schwesternschaften.drk.de
 

willi

Newbie
Mitglied seit
05.06.2004
Beiträge
14
Zu Personalmangel in den Kliniken und Heimen

Guten Abend,

ich verstehe gar nicht,dass wir Pflegepersonal nicht mehr dagegen unternehmen,dass so an Personal gespart wird.Ich verstehe auch nicht,dass sich nicht die Pflegedienstleitungen zusammentun und kundtun,dass es so nicht geht.
Es ist doch teilweise wirklich so,dass die Besetzung auf den Stationen gefährlich knapp ist .
Wieso streiken wir eigentlich nicht es geht doch um unsere Arbeit ,um unsere Verantwortung den Patienten gegenüber.


Viele Grüße

Willi
 

Janina

Senior-Mitglied
Mitglied seit
03.12.2003
Beiträge
117
Das verstehe ich allerdings auch nicht. Wir schuften und schuften und das alles zum Wohle des Patienten, weil die können ja schließlich nichts dafür.
Und solange wir das alles irgendwie hinbekommen ist doch alles in Ordnung.
Vor kurzem habe ich mich nach einer neuen Stelle umgesehen und hätte warscheinlich auch eine in einem Krankenhaus bekommen. Mir wurde aber schon beim Vorstellungsgespräch klar gemacht, daß ich täglich mit ca 2 Überstunden rechnen könne. Da hab ich doch dankend abgelehnt. Da bleib ich lieber im ambulanten Bereich. Da kann ich zwischendurch wenigstens mal schnaufen.
Ich bin der Meinung wir und auch unsere Patienten und deren Angehörige sollten uns endlich mal dagegen wehren so kann es nicht weitergehen.
Ich könnte mich noch stundenlang aufregen aber dann kann ich wieder nicht schlafen.:motzen::angry:
Ich wünsche noch eine gute Nacht:schlafen:
Gruß
Janina
 

Wieland

Stammgast
Mitglied seit
01.03.2005
Beiträge
233
Alter
34
Ort
Jena
Beruf
Gesundheits und Krankenpfleger
Akt. Einsatzbereich
Innere Medizin (Infektologie / Gastroenterologie)
Funktion
Datenschutzbeauftragter / Sicherheitsbeauftragter
tja es wäre mal wichtig der Öffentlichkeit klar zu machen das es geradezu gefährlich ist weiter am personal zu sparen. Aber es wird eben lieber ein neues medizinische gerät für 150.000 € gekauft als neues Personal eingestellt.

Wenn ich mir als Schüler solche Dialoge mitanhören darf wird mir echt schlecht:

PDL: OK, XY ist krank aber wenn wir das so schieben haben wir genung Leute.
Schwester: Dann ist aber nur eine examiniert im Dienst.
PDL: Es ist doch noch der Schüler da. (Ich bin erstes Lehrjahr)
Schwester: Können wir nicht noch eine Aushilfe bekommen?
PDL: Nein die kostet Geld und dürfen nur im Notfall eingesetzt werden.

Wenn die Patienten wüßten was da so abgeht würden sie vielleicht auch mal was sagen. Aber denen ist meisten das Mittagessen wichtiger und wehe das hat keine gute Qualität.
 

willi

Newbie
Mitglied seit
05.06.2004
Beiträge
14
Zu Personalmangel

Hallo,


ja genau solche Gespräche habe ich auch schon x-mal gehört.
Hauptsache der laden läuft,aber wie ist doch eigentlich den aussenstehenden ,PDL usw. egal.
Dabei hört man nur noch von Pflegequalität,Qualitätssicherung,Qualitätsmanager und Pflegeberater usw.Aber in der Realität,also auf den Stationen ist die Qualität doch gar nicht gesichert.Wie denn auch,wenn eine Schwester mit einem Schüler für 30 Patienten zuständig sind.
Du hast Recht, man müsste viel mehr die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen,aber ich glaube,solang die nicht als patient im Krankenhaus liegen,geht denen das am Ohr vorbei.
Ich weiss auch leider nicht was man dagegn tun könnte.Aber weil ich doch was tun wollte gegen den personalabbau und gehaltskürzungen wie z.B. Weihnachtsgeld bin ich erst mal in die Verdi. eingetreten.

Also,viele Grüße und viel Erfolg

tschau
Brigitte
 

Janina

Senior-Mitglied
Mitglied seit
03.12.2003
Beiträge
117
Und warum läuft es? Weil wir so blöde sind und das ganze irgendwie hinbiegen und wenn wir dafür laufend Überstunden schieben und die dann auch noch verfallen lassen und nicht auf unser Recht bestehen diese wieder auszugleichen. Also kann es den Chefs ja egal sein, wenn wir so blöd sind für das gleiche Geld mehr zu arbeiten und uns nicht dagegen wehren. Und die Patienten werden doch ordentlich versorgt also haben die auch keinen Grund sich zu beschweren.
Erst wenn wir den Druck, der auf unseren Schultern lastet, auch weitergeben und zwar an die richtigen Stellen, erst dann wird was passieren. Solange wir das aber irgendwie kompensieren wird der Druck immer größer werden.:angryfire:
Auch wenn es uns noch so leid tut, glaube ich müssen es auch die Patienten merken und wissen, daß es eben unmöglich ist 30 Patienten mit einer examinierten Kraft und einem Schüler zu versorgen.
So heißt es blos die bösen Schwestern haben überhaupt keine Zeit für z.B. meine Mutter wenn ich nicht da gewesen wäre hätte sie gar nichts zu essen bekommen weil sie alleine nicht mehr essen kann.
In so einem Fall müssen wir ganz deutlich machen das wir nicht mehr schaffen können als eben geht, auch wenn Patienten darunter leiden müssen, was in keinem Fall in unserer Absicht liegt aber es liegt auch nicht in unserer Macht das zu ändern also müssen die Angehörigen sich eben bei der Krankenhausleitung, bei den Krankenkassen und beim Gesundheitsministerium beschweren, wir können an dieser Situation leider nichts ändern und ich sehe auch nicht ein, das wir uns kaputtschuften und am Ende selbst am Ende unsere Kräfte sind. Das kann nicht Sinn und Zweck der Sache sein.:nurse::gruebel:
Gruß Janina
 

Vanessa

Junior-Mitglied
Mitglied seit
16.03.2005
Beiträge
62
Alter
37
Ort
Saarland
Beruf
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Hallo.....

Arbeite als exam. KS in einem Altenheim.Also bei uns ist das normal das wir nur 1 Fachkraft pro schicht arbeiten.Haben 30 Bew. davon weden 28 gewachen und 10 angereicht.Arbeite meisten mit einer helferin(die um halb 11 oder um 12h Feierabend hat) und mit einer Praktikantin.
Haben unserer PDL dieses Problem geschildert.Unsere PDL Kann leider keine Mitarbeiter mehr anstellen weil das Geld fehlt.Arbeite seit April auch nur noch 3/4.Habe aber im Monat mindestens 45 Überstunden
Tja,was will man da machen. Es gibt nur eine möglichkeit wenn es einem zu viel wird -Kündigen-
Trotzdem gefällt es mir sehr gut und wir haben eine tolle PDL hat immer ein offenes Ohr für uns!!!
Politiker reden immer von Personalnotstand und das was geändert werden muss, aber passieren tut nichts.Hauptsache sie haben das Thema mal angesprchen.
Liebe Grüße...
 

Wieland

Stammgast
Mitglied seit
01.03.2005
Beiträge
233
Alter
34
Ort
Jena
Beruf
Gesundheits und Krankenpfleger
Akt. Einsatzbereich
Innere Medizin (Infektologie / Gastroenterologie)
Funktion
Datenschutzbeauftragter / Sicherheitsbeauftragter
ich denke ein Problem ist auch das die Arbeit die anfällt auch immer noch geschafft wird. Die Schwester pumpen sich total aus so das am Ende jeder Patient trotzdem gewaschen ist und sein Essen nebs Medikamente hat. Da fällt es der PDL und dem Vorstand leicht zu sagen. "Es klappt doch, können wir doch so lassen". Auf einige Stationen läuft seit Monaten nur eine Notbesetzung weil die PDL mitbekommen hat das es auch so geht. Weil die Kräfte eben sagen: "Egal wie wenig wir sind, der Patient muss trotzdem versorgt werden." Eine sehr menschenfreundlich Einstellung die aber leider nicht belohnt wird.

Wahrscheinlich muss wirklich erst ein Patient sterben weil zu wenig Personal da ist. Was meiner Meinung nach schon sehr oft passiert. Es ist bloß relativ schwer nachweißbar das Personalmagel das Problem ist.
 

Cyan

Junior-Mitglied
Mitglied seit
22.07.2004
Beiträge
68
Beruf
Krankenpfleger
Das was auf der Strecke bleibt ist die Pflegequalität!:besserwisser:
Durch den Personalmangel und dem Zeitmangel leidet die Qualität in der Pflege!
Oftmals ist nur eine ausreichende Pflege zu leisten.
Wie war das noch gleich?
Satt,sauber,trocken?!
 

Elisabeth Dinse

Poweruser
Mitglied seit
29.05.2002
Beiträge
19.811
Beruf
Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
Akt. Einsatzbereich
Intensivüberwachung
SGB V § 12 Wirtschaftlichkeitsgebot
(1) Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen.
Nun stellt sich nur die Frage: Was ist ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich? Und weíß der Kunde Patient auch um diese Gesetzeslage?

Elisabeth
 

Ute S.

Stammgast
Mitglied seit
15.03.2002
Beiträge
274
Ort
Schweiz
Beruf
dipl. Pflegefachfrau HöFa-1
Funktion
Praxisausbilderin
Hallo,

ich stehe zwar auch auf der AN-Seite und schimpfe darüber, dass immer mehr gespart wird, aber ich muss doch auch mal eine Lanze brechen für die PDL's, die's mit den Vorgaben auch nicht leicht haben. Im Prinzip haben sie im Vorstand eines Krankenhauses auch nicht viel zu sagen und sind auch "nur" ausführendes Organ. Ich kann mir vorstellen, dass sie auch ganz schön in der Klemme sind und auch nur noch mit Bauchschmerzen organisieren können. Mein Job wär's nicht!


Ute S.
 

Janina

Senior-Mitglied
Mitglied seit
03.12.2003
Beiträge
117
Natürlich haben es die PDLs nicht leicht aber die können warscheinlich noch eher mit der Krankenhausleitung ins Gespräch kommen und ihnen klar machen, daß es so nicht geht. Man kann als "einfache" Krankenschwester kaum den Druck an die Krankenhausleitung weitergeben. Als erstes geht das ganze an die Stationsleitung, dann an die PDLs und die können den Druck weiter nach Oben geben aber der Druck muss eben auch weitergegeben werden sonst bekommen die ganz oben von der ganzen Sache nichts mit und denken weiterhin es wird schon irgendwie gehen deshalb sehe ich nicht ein, daß wir uns erdrücken lassen und die da oben weiterhin denken es geht doch. Es geht eben nicht und das müssen wir denen klar machen und wenn darunter die Patienten leiden müssen dann gibt es nichts was mir mehr leid tun würde, denn das ist eigentlich das letzte was ich will, aber vielleicht wird es nur so verstanden. Es wird eben nur gehandelt wenn wirklich was passiert ist obwohl Prophylaxe ja immer noch das Beste ist was man machen kann wie wir ja alle wissen.
Gruß Janina
 

Elisabeth Dinse

Poweruser
Mitglied seit
29.05.2002
Beiträge
19.811
Beruf
Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
Akt. Einsatzbereich
Intensivüberwachung
Die PDLs werdens schon richten. Wie viele Pflegende aus der Basis mögen mit diesem Wunsch im Kopf Pflegemanagement studiert haben und dann gehofft haben endlich was verändern zu können. Und wie schnell hat sie die Realität dann eigenholt. Geld ist endlich. Und wie soll ein PDL auch nachweisen, dass es so nicht weiter geht? Die Basis funktioniert. Da können noch 2 Pflegekräfte krank werden... die Arbeit wird übernommen: der Patient darf nicht leiden. Warum dürfen Pflegekräfte es? Und was heißt: der Patient leidet? Leidet er, weil er einmal weniger gewaschen wurde? Leidet er, weil er sein essen eine halbe Stunde später bekam? Der Kunde Patient bekommt die Leistung, die er bezahlt hat. Und da wird zukünftig so mancher Pat. noch das Staunen bekommen, was alles geht, wenns denn billiger ist.

Die PDLs können es nicht richten. Wenn es jemand richten kann, dann ist es die Basis. Und hier zählt nicht der Einzelne, sondern die Masse. Und dann sind wir bei Organisation der Pflegekräfte, bei Registrierung, bei Pflegekammer... .

Aber wollen wir wirklich etwas ändern am derzeitigen Zustand. Ist es so nicht auch ganz gut, wenn man kräftig jammern und verlangen kann, dass frühere Zustände wieder hergestellt werden. Veränderung ja... aber bitte nicht bei mir.

Elisabeth :evil:
 

Janina

Senior-Mitglied
Mitglied seit
03.12.2003
Beiträge
117
Nein auch die PDLs können es nicht richten aber sie können den Druck weiter nach Oben geben.
Und warscheinlich leidet ein Patient auch nicht wenn er einen Tag nicht gewaschen wurde oder das Essen eine halbe Stunde später bekommt.
Aber wenn er einen halben Tag oder länger in einer nassen Windel daliegt oder das Essen nicht gereicht bekommt, was mir schon zu Ohren gekommen ist, dann leidet er. Was nicht in Ordnung ist, wenn er leiden muss aber nur dann wird auch er bzw. seine Angehörigen sich beschweren. Was wichtig ist, damit es nicht nur heißt, wir würden übertreiben.
Und natürlich hatt das ganze nur eine Wirkung wenn nicht nur Einzelne versuchen zu kämpfen. Wenn wir wirklich wollen das sich was verändert, dann müssen wir alle zusammenarbeiten. Nur dann wird man uns hören.
Es nützt uns schließlich nichts wenn wir nur von Bekannten und Verwanten hören wie toll es doch ist, daß es Menschen wie uns gibt und das sie selbst diesen Job nicht machen könnten und wie schlecht wir bezahlt werden und daß das eigentlich unverschämt ist usw..
Also ich kann dir da nur zustimmen wenn du sagst, daß es nicht der Einzelne sondern die Masse macht.
Auch ich bin wie willi jetzt bei Verdi ob das ganze wirklich etwas bewegt weiß ich noch nicht aber es ist auf jedenfall besser als gar nichts zu tun. Allein schon wegen dem persönlichen Gefühl.
Einen schönen Abend noch.
Gruß Janina
 

Janefunny

Junior-Mitglied
Mitglied seit
01.06.2005
Beiträge
39
So jetzt werde ich auch mal meinen Senf zu diesem Thema dazugeben. Bin ja erst kurz in der Krankenpflege tätig, aber wenn ich ehrlich bin, hätte ich es mir nie so vorgestellt. Die Krankensituation in den Krankenhäuser ist schrecklich. Alles geht mit Zeit, es ist manchmal sehr unmenschlich, wie Pflegepersonal einen Menschen waschen muss. Da wird dann mal eine Ganzkörperwaschung in 10 Min durchgeführt, so schnell kann manchmal eine alte Person gar nicht schauen.
Aber nicht die böse Schwestern sind dran Schuld, sondern einfach die Leute, die es zulassen, dass die Stationen unterbesetzt sind.
Kann es einfach nicht verstehen, dass an der Pflege als erstes gespart wird. Weil wenn ein Patieten gut gepflegt wird, dann wird er dadurch schon gesünder. Wenn ich mir vorstelle, einmal im Krankenhaus zu liegen und gepflegt zu werden, dann läuft mir ein Schauer über den Rücken und ich beten, dass ich es vermeiden kann, solche Erfahrungen am eigenen Leib zu erleben..
Als ich meine Ausbilung angefangen habe, dachte ich, in diesem Beruf zählt die Menschlichkeit, aber es zählt die Zeit.. Ruck Zuck muss es gehen... Eine Examinierte rennt von einen Zimmer zum anderen, hat soviele Sachen im Kopf, was eigentlich drei Examinierte zusammen im Kopf haben..
Aber an die Seele und das die körperliche Belastung denkt keiner..
Wenn man sich beschwert, heißt es noch... es warten noch 10 Stück, die auf ihre Stelle spekulieren...
 

Elisabeth Dinse

Poweruser
Mitglied seit
29.05.2002
Beiträge
19.811
Beruf
Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
Akt. Einsatzbereich
Intensivüberwachung
Janefunny schrieb:
Kann es einfach nicht verstehen, dass an der Pflege als erstes gespart wird. Weil wenn ein Patieten gut gepflegt wird, dann wird er dadurch schon gesünder.
Diese Erkenntnis ist aber leider den geldgebenden Institutione nicht beizubringen. Der Kunde Pat. möchte eine maximale medizinische Versorgung. Die Pflege ist ein Randgebiet für unseren lieben Mitbürger. Die können oft nicht verstehen, dass das auch noch Geld kosten soll. Pflege zum Nulltarif, das wärs. So reicht das Geld nicht für eine menschliche Pflege. Und ich muss ganz ehrlich sagen: es wird Zeit endlich mal Klartext zu reden. Was will der Kunde? Man sollte jedem Pat. am Ende seines Aufenthaltes mal die Rechnung mitgeben, damit er sich einen Überblick verschaffen kann. Ich glaube, da würden manchen die Augen aus dem Kopf rollen.

Aber so wie jetzt ists doch besser: Nachthemd... selbstverständlich vom Krankenhaus, Pflegemittel... wenns geht auch von da, Einreibungen auch wenn sie nichts bringen... immer her damit. Schließlich hat man ja 10 € bezahlt. Das Essen taugt nichts. Hat mal jemand versucht seine Famile mit 5 € pro tag ein Dreisterenessen zu servieren? Die Ansprüche sind immens, die Bereitschaft für Dienstleistung auch zu zahlen gering.

Und das Wort Solidarität halte ich im Zusammenhang mit dem Gesundheitswesen für eine leere Worthülse. Erst komme ich. Ich will weniger Krankenkassenbeitrag bezahlen- schließlich bin ich ja gerade nicht krank. Und mich wirds schon nicht treffen. Und das mein Nachbar so krank ist, ist tragisch. Aber so eine teure Therapie...? Und vielleicht wird er gar nicht mehr wach? Da muss man doch mal überlegen, ob er so überhaupt leben wollte? Das ist doch eigentlich nur noch ein vegitieren. ...

Elisabeth (die die Entwicklung in unserer Gesellschaft beängstigend findet)
 

Janina

Senior-Mitglied
Mitglied seit
03.12.2003
Beiträge
117
Und genau deshalb müssen wir alle zusammenhalten und geschlossen etwas dagegen unternehmen je mehr je besser. So viel wie möglich an die Öffentlichkeit bringen. Und so leid es uns auch tut die Patienten darunter leiden lassen und aufhören uns selbst kaputt zu machen, sonst ändert sich nämlich gar nichts.
Gruß Janina
 

Wieland

Stammgast
Mitglied seit
01.03.2005
Beiträge
233
Alter
34
Ort
Jena
Beruf
Gesundheits und Krankenpfleger
Akt. Einsatzbereich
Innere Medizin (Infektologie / Gastroenterologie)
Funktion
Datenschutzbeauftragter / Sicherheitsbeauftragter
als Schüler muss ich einfach mal so fragen:

Wenn ich solche Sachen an die Öffentlichkeit bringe verstoße ich dann nicht gegen die Schweigepflicht? Selbst wenn ich keine Namen nenne oder so.

Es geht darum das das Krankenhaus mich dann feuert weil ich dinge erzähle die zwar wahr und erschreckend sind und so den Ruf des Krankenhauses schädigen.
 

missie85

Senior-Mitglied
Mitglied seit
22.06.2004
Beiträge
113
Alter
35
Beruf
Gesundheits- & Krankenpflegerin
Akt. Einsatzbereich
Intensivmedizin
hallo ihr lieben,

auch mal wieder aus Schülersicht was zum Thema Personalmangel:

ich bin der Meinung, das es unverantwortlich ist, so wie das jetzt gehandhabt wird.
ich hatte mitte 1. LJ mal mit einer(!!) Schwester dienst...und ich mehr waren nicht da...

und das auf vierzig patienten, dazu kam, das es ne innere mit Schwerpunkt Herz-Kreislauf war... wir haben einen nach dem anderen auf die ITS gebracht und wieder neue mitgenommen...

wir konnten nicht mal die Grundversorgung richtig gewährleisten.

das nächste Problem ist ja, z. B. der Schüler sollte eigentlich eine zusätzliche Kraft sein, aber wo ist das so? Wenn man sich im spätdienst krankmeldet, bricht gleich alles zusammen und man macht sich unbeliebt...

Zudem bin ich jetzt ende 2. LJ und habe enorm schwierigkeiten auf meine nachtstunden zu kommen, ich hatte bis jetzt 3 von 15 (!!) Nächten. und wenn man dann mal nachfragt, heißt es:das macht die oberschwester nicht mit, weil doch schon zwei schwestern im nachtdienst sind.

wie soll das weitergehen? Ich habe während des dienstes keine zeit was dazuzulernen oder mit anzusehen.:besserwisser:

am schlimmsten ist es wenn die Praxisanleiter kommen um einen nun mal zu zeigen wie man es prüfungsgerecht macht. aber man kann ja gar nicht in ruhe lernen, weil einem andauernd die station mit bösen blicken im nacken sitzt.:motzen:

ist schon ziemlich blöde die situation.8O
 

Vanessa

Junior-Mitglied
Mitglied seit
16.03.2005
Beiträge
62
Alter
37
Ort
Saarland
Beruf
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Hallo...

In den Krankenhäuser sind Azubis leider keine zusätzliche Kraft.Aber bei uns im Altenheim ist das so und wird auch konsequent durchgeführt!

Ich hoffe das dieses Thema mal öffentlich gemacht wird.Die Politiker sollen mal eine Woche im Altenheim oder Krankenhaus arbeiten, vielleicht haben sie dann eine andere Meinung über die Personalsituation.

Liebe Grüße...
 

Über uns

  • Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit mehr als 15 Jahren eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

Unterstützt uns!

  • Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!