PEG infiziert?

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Atalante, 21.04.2009.

  1. Atalante

    Atalante Junior-Mitglied

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    PEG an ortsüblicher Stelle (wenigstens das :-))
    Verweildauer seit 1,5 Jahren
    Fast 3cm Durchmesser "Rohes Fleisch" wuchernd wie Blumenkohl
    Braun/weißliche Schmiere, fädenziehend, ich habe Schnupfen und kann keinen Geruch festsstellen. Wird aber so sein, wie andere Kollegen bestätigen.

    Was um Himmels Willen ist das?
    Heute geht es noch ins Krankenhaus. Gut, dann kann ich Euch auch noch etwas mitteilen.

    Nachtrag: PEG liegt, weil sie zwar isst, aber nicht trinkt. Wie isses nur möglich? :eek1:

    Grüsse,
    Atalante
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Wieso soll sich die Einstichstelle einer PEG nicht entzünden oder wildes Fleisch bilden können?

    Interessant ist allerdings, wie sich ein Durchmesser von 3 cm entwickelt hat, ehe Euch etwas auffiel. Wie lange versorgt Ihr die Patientin schon?
     
  3. Atalante

    Atalante Junior-Mitglied

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    Seit gestern und war bisher Pflege der Familienangehörigen.
    Wie Herr Blüm meinte, jeder könne pflegen, man brauche nur eine zarte Hand und ein warmes Herz.

    Es geht zunächst heute noch in die Gastroenterologie zur weiteren Abklärung.

    Danach werde ich einmal eine Behandlung solch eines Falles hier vorstellen wollen, eben, weil es auch wahrscheinlich sehr selten anzutreffen ist.

    Ich war jedenfalls vollkommen perplex. Ich wußte gar nicht mehr, wer, warum, was, wo das sein sollte und hin wollte. :knockin:

    Grüsse,
    Atalante
     
  4. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Infizierte PEGs sowie wildes Fleisch an der Einstichstelle sind nicht so selten. Ich habe sie noch nicht in dieser Größe erlebt, aber wenn die Patientin bisher von Laien versorgt wurde, die vielleicht dachten, das müsste so sein, ist das Wachstum nicht weiter verwunderlich. Wurde die PEG bis jetzt überhaupt verbunden oder lag die Einstichstelle bloß?

    Ich dachte bei reiner Laienpflege muss alle paar Monate ein Pflegedienst kontrollieren, ob alles okay ist? Ist das nicht passiert?
     
  5. Kikraintensiv

    Kikraintensiv Senior-Mitglied

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    Hallo!

    Also so ein Granulom hatten wir am Tracheostoma auch schon mal. Als dann der Kanülenwechsel immer schwerer wurden haben wir es in der Klinik weglasern lassen. Ging super, hält nur leider nicht lange, das wächst schon wieder nach...

    Die Peg ist bei unserer Pat. auch öfter mal infiziert, wir behandeln es mit sterilen Kompressen, Octanisept und Fucicort. Das Hilft ganz gut.....

    LG
    Kikraintensiv
     
  6. martius

    martius Junior-Mitglied

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    @Claudia
    Da soll es doch einige Patienten und Angehörige geben, die kein Vertrauen mehr zu den Behandlern haben und entsprechend können sich solche Wunden entwickeln. Manchmal sind es auch finanzielle Beweggründe die eine Behandlung nicht zulassen. Habe auch schon Hausärzte erlebt, die selbst rumgedoktort haben. :knockin:
    Kannte eine Patientin, die hat sich von ihrem Hund den Ulcus cruris tgl. auslecken lassen. Ihrer Meinung nach ist seitdem die Wunde nicht größer geworden. :mrgreen:

    Nix is unmöglich in unseren blühenden Landschaften.
     
  7. Atalante

    Atalante Junior-Mitglied

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    Pflegeeinstufung von den Angehörigen abgelehnt.
    Sie wollen auch keinen Pflegedienst beanspruchen.
    Grund, Ihr werdet es nicht glauben:

    Ein Schwager hatte vor Jahren für seine Frau nach Einstufung II mit einem Pflegedienst einen Vertrag geschlossen.
    Dem Pflegedienst kam deren Lebensauffassung und Lebensart sehr seltsam vor und wollte sich rechtlich absichern und schwups, hatten die beiden wohl eine amtliche Pflegschaft vor die Nase gesetzt bekommen. Da Vermögen vorhanden, sahnte der auch ab und sie hätten keine Gewalt mehr über sich selbst ohne den "Vormund" um Erlaubnis zu bitten. Also Geld vom Konto nur mit Unterschrift des "Vorgesetzten". Der Mann meinte zu dem Wort Vorgesetzter, dass das genau dem Sinn entspräche.
    Sie selbst hätten auch keine Kinder und ausser dem oben erwähnten Schwager keine Verwandtschaft mehr. Sie wollen keine Fremden im Haus haben, und schon gar nicht irgendetwas vom Staat. Und überhaupt, sie kämen selbst zurecht.
    Ausser dem infizierten PEG ist auch alles in Butter finde ich.
    Die Zugehfrau hat uns mal vorsichtig kontaktiert, nur mal zum Nachfragen, ob da nicht doch Hilfe erwünscht sei, wie sie meinte. Der HA käme zwar nur auf Wunsch mal vorbei, aber sie brauchen keinen, sie seien nicht so krank.
    In der Gastroenterologie steht zumindest der Termin in der kommenden Woche an, der Ehemann hat sich das noch organisieren lassen, aber wir sind draussen. Immerhin mal eine Kontrolle eines Facharztes, ist ja auch was wert.

    @ Claudia, wenn kein Geld aus den staatlichen Töpfen fließt, gibt es auch keine Kontrolle, die Freiheit ist manchen viel Geld wert.

    Und Ihr werdet es nicht glauben, ich kann das Ehepaar irgendwie verstehen. Trotz eines Anspruchs auf wahrscheinlich Pflegestufe I auf die Versorgung Staat zu verzichten, ist heutzutage zwar nicht mehr üblich, aber manche können es sich doch leisten.

    Grüsse,
    Atalante
     
  8. Schwester Persephone

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    Ich kenne bei einer Pat. von uns auch eine derartige Wucherung von "wildem Fleisch" (allerdings ohne Infektion):
    Nach drei Jahren Liegezeit fing es an, dass ein schmaler Saum von was-auch-immer (sah aus wie gut durchblutete Schleimhaut) zu sehen war. Die Familie, die hauptsächlich pflegt, versorgt die PEG seit 10 Jahren selbst (Ablehnung der KK der HKP-Verordnung nach 5 Jahren Versorgung durch uns); die pflegende ST meinte, das "bißchen Pflasterdraufkleben" könne sie ja auch, daher hat sie der KK auch nicht widersprochen. D.h. wir kommen 1 x tgl. morgens zur Grundpflege (und alle paar Wochen wechseln wir noch den DK), die Behandlungspflege wie auch die restliche Grundpflege wird selbst gemacht. Da man seitens der Familie der Meinung ist, nach 15 Jahren mehr Ahnung von Pflege zu haben, als die meisten Fachkräfte, kommt auch sehr wenig Anleitung in Betracht :mrgreen:.
    Die Wucherung wurde immer größer; die PEG immer poröser (es trat schon regelmäßig Nahrung aus) - dennoch wurde ein Wechsel nicht in Betracht gezogen. Als wir dann nach 5 Jahren Liegezeit einen Wechseltermin organisiert hatten, stellte sich heraus, dass die PEG eingewachsen war (buried bumper). Bei einem weiteren (!) Termin wurde nun eine zweite PEG angelegt, da selbst das Durchfädeln einer dünneren Sonde nicht mehr möglich war und man sich so also palliativ zur Zweitanlage unter Belassen der alten PEG entschlossen hat.
    Soviel zum Thema Pflegedienst und Laienpflege.
    By the way kann aber auch ohne Pflegeeinstufung ein Pflegedienst per Verordnung durch den HA nur zum VW kommen; Krankenkassenleistung, s.o.
     
  9. Atalante

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    Hallo, Persephone,

    interessant, was Du da schreibst. Ich werde die Familie noch irgendwann einmal aufsuchen um Interesse zu zeigen.

    Zu Deinem oben genannten Zitat noch meine Antwort:
    Sie mißtrauen jedem, der zu ihnen kommt aus der Angst heraus, es könnte ihnen genauso ergehen wie dem Schwager. Ich denke, dass viele alte Leute solche Erfahrungen machen und nichtsahnend einen Pflegedienst bestellen und sehen sich dann Unabwägbarkeiten gegenüber, mit denen sie nicht herechnet hätten. So etwas spricht sich herum.
    Ich kannte auch eine ältere Patientin, die mir klipp und klar gesagt hatte, hätte sie kein Haus und kein Vermögen würde sich keiner für sie interessieren. Ganz weit entfernte Verwandte hatten wohl Angst um das Erbe und gleich der armen alten Dame einen "vorgesetzt". Auch sie war todunglücklich über die Bevormundung. Und ganz im Ernst, es geht vielen so mit Haus und Hof. Hartz IV Empfänger machen solche Erfahrungen erst gar nicht. Stimmt's?

    Ich werde weiter nachschauen, wie es mit dem PEG wurde. So wie Du es beschreibst ist es ja schon schrecklich genug.

    Grüsse,
    Atalante
     
  10. Schwester Persephone

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    Hallo Atalante,
    hmm, ich kenne solche "Unregelmäßigkeiten" bei Betreuungsverfahren eigentlich nur aus dem Fernsehen und nicht aus der Berufspraxis.
    Dennoch kann ich verstehen, dass die Familie mißtrauisch ist. Jedoch wird im Normalfall erstmal KEIN Berufsbetreuer oder Außenstehender eingesetzt sondern ein naher Angehöriger. Möglicherweise (reine Mutmaßung) konnten sich die Angehörigen untereinander nicht einigen, weswegen dann ein Außenstehender eingesetzt wurde. Den Zusammenhang mit dem Pflegedienst gibt es natürlich, jedoch ist es nicht unbedingt immer dieser, der ein Betreuungsverfahren anregt; das kann jeder Nachbar, der Hausarzt oder wem auch immer auffällt, dass da ein Mensch seine Dinge nicht mehr selbst regeln kann (passiert auch oft im KH, wenn niemand bevollmächtigt ist, zu unterschreiben).

    Wenn diese Pat. nun vll. ja auch eine neue PEG bekommt: auch wenn sie keine Fremden mögen: der Hausarzt kann auch eine Verordnung für häusliche Krankenpflege ausschreiben, die nur die "Anleitung zur Behandlungspflege" (in diesem Fall VW PEG) beinhaltet: dann kommt -höchstens 14 Tage- ein Pflegedienst, der nochmal zeigt, wie man es macht (und in dem Fall wohl den Schwerpunkt auf das Mobilisieren der PEG legen wird, wenn es sich denn um eine eingewachsene Sonde handelt). Dann kommt also nur ca. 4-6 Mal jemand (und man kann auch darauf bestehen, dass dies mehr oder weniger dann auch nur eine Person ist...) und mehr Belästigung findet nicht statt und führt u.U. ja auch zur Vertrauensbildung gegenüber einem Pflegedienst. Dann weiss man nächstes Mal auch, wo es Hilfe gibt :-)
     
  11. Atalante

    Atalante Junior-Mitglied

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    @persephone, ich stimme da mit Dir überein.

    Ich werde versuchen, dort ein bisschen Unterstützung zu geben. Zwingen kann man keinen. Und weitere Eingriffe verbieten sich sowieso.

    Wie geschrieben, keine Kinder und sonstigen Verwandten. Aber nette Nachbarn.

    Grüsse,
    Atalante
     
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