Pausenablösung Nachtdienst

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von topses, 17.09.2015.

  1. topses

    topses Newbie

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    Hallo zusammen,

    ich habe eine rechtliche Frage zu unserer geplanten Pausenablösung.

    Wir sind eine 32 Betten-Station (Endoprothetik) und wurden bis jetzt von einer anderen Station, die zu zweit sind, für 45 Minuten abgelöst.

    Ab November ist von der PDL ein Testlauf von 2 Monaten geplant (Betriebsrat hat anscheinend mal wieder zu allem Ja und Amen gesagt :cry: ), dass wir uns mit unserer Nachbarstation gegenseitig ablösen. Die Nachbarstation ist ebenfalls eine Endoprothetik, aber privat. Je nachdem wieviel Einzelzimmer die haben, schwankt die Patientenzahl, meistens aber über 20. Beide Stationen sind mit jeweils einer Kraft besetzt.

    Die Stationen befinden sich zwar auf der gleichen Ebene, aber räumlich getrennt (anderer Gebäudeflügel). Es sollen nun die Stationen jeweils für 2x30 Min (Nachtdienst wird verkürzt, dass die 30 Min. ausreichen :cry: ) zusammengeschaltet werden, damit jeweils eine Pflegekraft seine Pause machen kann. Sprich, die jeweilige Station ist für 30 Minuten nicht besetzt, sondern nur durch die Klingelanlage mit der anderen verbunden. Stürzt z.B. ein Patient, der alleine liegt, und nicht klingeln kann, hat der leider Pech gehabt. Rufe von der anderen Station würde man nicht hören. Gut, es sind zwar "nur" 30 Minuten, aber auch da kann was passieren.

    Ist das rechtlich überhaupt OK?
    Gibt es irgendwas schriftliches, was man der PDL vorlegen kann? :deal:

    Ich finde es zum Ko..., wie inzwischen mit Patienten und Krankenpflegepersonal umgegangen wird. Für mich ist dieser Testlauf inakzeptabel, weil es imho schon gefährliche Pflege ist. Eine ganze Station ohne jegliche Besetzung, sorry, absolut inakzeptabel.

    Ausserdem ist bei uns öfters soviel los, dass man eh keine Zeit hat, auf die andere Station zu rennen, wenn es dort mal klingelt.

    Danke schon mal für eure Antworten.
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Die Pausenablösung durch die Nachbarstation mit zusammengeschalteter Klingelanlage gibt es auch in meinem Betrieb. Die Besetzung ist durch jeweils andere Kollegin gewährleistet.

    Eine hundertprozentige Sicherheit wird es ohnehin nie geben. Auch bei einer kleineren Station höre ich nicht immer unmittelbar, wenn ein Patient stürzt o.ä., das kommt darauf an, wo ich mich in diesem Augenblick befinde.

    Nutzt den Testlauf. Dokumentiert, wenn es nicht möglich war, eine Pausenablösung zu gewährleisten, weil zu viel zu tun war, schaut, wie ihr den Ablauf auf den verkürzten Nachtdienst anpassen könnt. Ihr habt es noch nicht ausprobiert, also werdet ihr den Arbeitgeber nicht davon überzeugen können, dass es nicht funktioniert, auch wenn ihr jetzt dieser Ansicht seid.
     
    Elisabeth Dinse gefällt das.
  3. sunjah

    sunjah Junior-Mitglied

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    Bei uns gibts nichtmal ne Pausenablösung. Wir müssen immer ran wenn wer klingelt oder irgendwas ist, egal ob man grad versucht Pause zu machen und was zu essen oder nicht...
     
  4. topses

    topses Newbie

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    @-Claudia-
    Vielen Dank für deine Antwort. Dies werden wir mit Sicherheit auch tun. Und es wird sicherlich oft vorkommen, dass wir die Klingeln auf der Nachbarstation nicht abdecken können. Meine Hoffnung ist, dass dann einige privat Versicherte beim Chefarzt richtig Rabatz machen, dann hat sich die Sache evtl. relativ schnell erledigt :lol:.

    @sunjah
    das wäre mir sogar lieber, keine Pausenablösung. Es wäre 45 Minuten mehr Arbeitszeit oder zumindest 45 Min Bereitschaft. Aber da haben die lieben Raucher- und andere Kollegen nicht mitgemacht.
    Und in der Pause essen, dass es da bei den ersten drei Bissen klingelt, ist Standard bei uns. Würde ich jedesmal ne Million drauf wetten, dass es da klingelt, bräuchte ich schon längst nicht mehr arbeiten.
     
  5. Resigniert

    Resigniert Stammgast

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    es ist aber schon klar, dass eine Klinik gesetzlich verpflichtet Pause zu gewähren?. Mit Angabe des Pausenzeitpunktes?
    Es ist schon klar, dass die Pausenregelung ein Arbeitnehmerschutzgesetzt ist?
     
  6. alesig

    alesig Poweruser

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    Hi
    Arbeitgeber muss einen Pausenkorridor vorgeben-> gesetzlich Vorgeschrieben. Er kann durchaus verlangen dass sich 2 Stationen gegenseitig ablösen. Dies muss als Dienstanweisung geschehen. Der Betriebsrat ist da in der Mitbestimmung.
    Bin ich der Meinung dass dies Patientengefährdend ist, teile ich meine Bedenken schriftlich mit. In den Nächten in denen ich der Meinung bin dass es aufgrund von Patientengut, Arbeitanfall etc. nicht möglich ist Pause zu nehmen bzw. abzulösen, schreibe ich dies an die PDL und notieren mir die entgangene Pause als Plus im Dienstplan. Sollte mir dieses Plus nicht gewährt werden, schriftliche Nachricht über die Patientengefährdende Dienstanweisung an PDL,Cherarzt,Betriebsrat etc.
    Dann- einfach Pause nehmen bzw. ablösen, die Verantwortung liegt beim Arbeitgeber. Wer auf Nummer 100% gehen möchte, fragt nach beim Anwalt, Gewerkschaft usw.
    Alesig
     
  7. kölscheschwester

    kölscheschwester Junior-Mitglied

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    Bei uns ist es grundsäztlich so, dass im Nachtdienst nur eine Schwester für beide Stationen der Ebene verantwortlich ist. Im Tagdienst sind die beiden Stationen jeweils von mind. einer Examinierten besetzt. Dies bedeutet im Nachtdienst bei einer vollen Belegung 36 Patientinnen.
    Häufig gibt es auch keine Pausenablösung und man rennt die ganze Nacht von einer Station auf die andere und wieder zurück! Alles nicht so prickelnd. In einigen Nächten müsste man sich theoretisch mindestens zweiteilen, wenn auf beiden Stationen gleichzeitig ein Schwesternruf geht! :nurse::knockin:
     
  8. FLORA.BLEIBT

    FLORA.BLEIBT Poweruser

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    Fachkrankenpfleger f. Anästh.- und Intensivpflege
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    Süddeutschland
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    Anästhesie
    Funktion:
    Knecht für alles
    warum machst du da mit??
     
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