Patientenmobilisation

Dieses Thema im Forum "Arbeitshilfsmittel" wurde erstellt von Ute, 28.07.2002.

  1. Ute

    Ute Poweruser

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    Hi,
    wie bekommt Ihr einen Patienten, in Richtung Kopfteil, alleine hochgezogen ? Habt Ihr einen guten Tip für mich und für andere Lagerungshelfer ?! :wink:
     
  2. carmen

    carmen Poweruser

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    Hi Ute,

    also, wir machen das so:
    wenn es die Erkrankung des Pat. zu läßt, stellen wir das Bett in Kopftieflage, lassen (wenn möglich) den Pat. die Beine anwinkeln. halten die Fußrücken des Pat. "fest" auf die Matraze gedrückt und fordern den Pat. auf, sich nach oben zu schieben.
    Oder
    wenn der Pat. es darf und kann, dreht man ihn auf eine Seite und befördert ihn durch Kinästhetik nach oben.
    Oder
    wenn der Pat. es darf und kann, hält er sich am Haltegriff des Galgens (äh, ich meine des Patientenaufrichters) fest, wieder die Beine anwinkeln lassen, die Füßrücken mit den Händen auf die Matraze "drücken" und sich nach oben schieben lassen.
    Oder
    wenn der Pat. es darf und kann, sollte er sich am Kopfteil (Stange kurz über dem Bettbrett) mit den Händen (oder einer Hand) festhalten, die Fuß- und Beinarbeit wie vorher, dann kann er sich nach oben ziehen.

    Moin Moin
    Carmen
     
  3. Ute

    Ute Poweruser

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    Das mit der Kopftieflage habe ich auch schon gemacht, ist bei uns nicht immer angebracht weil die meisten Patienten nicht flach liegen können, zu viel Volumen an Board, sie bekommen dann keine Luft !

    Die meisten Patienten mobilisiere ich auch Kinästhetisch, ich hatte da mal ein Situation,die Patientin sollte zur Waage aufstehen, sie hatte auch etwas mehr Gewicht, also dachte ich mir, die wuppe ich net :? 8O .

    Ich hatte dann eine Kollegin mobilisiert, die sollte nur für die Sicherheit dabei sein, nun, ich gab der Patientin Anweisungen wie sie sich an die Bettkante mit dem Popo bringt und dann Aufrichtet. Da sagte sie zu mir, ziehen sie mich doch hoch, wie die anderen es auch machen !!! ÄH 8O , wie machen das denn die Anderen, naja, einfach am Oberkörper ziehen und dann "fast" tragen /heben... da ging mir der Hut hoch...Ich sollte sie also von A nach B wuppen und mir noch das Kreuz verdrehen. Nein Danke, wir haben dann den ganzen Vorgang langsam kinästhetisch durch geführt !
    So mußte die Patientin mal mitmachen und war sehr aktiv :wink: und verwundert wie gut das ging! Auch die Patienten müssen umdenken !!! Bloß ich glaube, wir lassen das nicht zu !
     
  4. carmen

    carmen Poweruser

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    Hi Ute :D

    na Dankeschön auch, die von Dir beschriebene Pat. soll mal fein mithelfen :twisted:
    Irgendwie vergessen die Pat. und leider auch manchmal das Personal, dass bei einer Mobi der Pat., wo Diese mehr oder weniger aktiv mithelfen, einige Prophylaxen dabei durchgeführt werden :!: :idea:
    So z.B. Pneumonie,-Dekubitus,-Spitzfuß,-Kontrakturenprophylaxen.
    Und bitte WER hat sie/ihn denn zu Hause im Bett hoch gezogen :?: :?: :?:
    Man sollte halt die Pat. nicht immobiler machen als sie wirklich sind :!: , auch wenn viele Arbeiten, welche wir am Pat. durchführen, oftmals schneller erledigt sind, als wenn das der Pat. selber macht :!: :idea: , doch die Zeit sollte das Pflegepersonal schon aufbringen, um eine Eigenmobilisation des Pat. gewährleisten zu können :!:
    Vor ca 4 Wochen hatte ich ein Erlebnis "der 3. Dimension". :rofl:
    Ein männl. Pat., ca 175cm groß und ganze 135kg schwer 8O , wollte, dass ich ihn per Transfer, aus dem Bett auf den WC-Stuhl am Bett stehend, mobilisiere 8O 8O :!: :!: .
    Er hatte weder Bettruhe, noch war er nicht immobil, bis auf sein eigenes Gewicht, was ihm natürlich bei seiner Eigenmobi zum Keuchen brachte und für ihn anstregend war.
    Da kam von mir nur Eine :?: an ihn:" sagen sie mal bitte, sehe ich aus, wie Schwarzeneggers Tochter oder meinen sie, dass ich auf einer Boxerzeitung geschlafen hätte" :?: 8O
    Er verstand sofort, wir :rofl: herzlich und von Stund an klappte es bei ihm mit der Eigenmobi, auch andere Kolleginnen wurden nicht mehr diesbezüglich von ihm gefragt.


    Viele Grüße

    Carmen
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Hallo @all

    Bitte nicht vergessen: viele Pat. haben in langen Krankenhauserfahrungen gelernt das man "hoch fliegt" bzw. über Kopftieflage der Schwerkraft folgend hoch rutscht. dafür ist Passivität notwendig. Passivität die imarbeitsablauf der station auch sonst gern gesehen wird: lasssen sie mal, ich mach das für sie, sie müssen sich ja so anstrengen und es dauert dann auch so lange... .

    Wenn ich einen Patienten dazu bewegen möchte selbst aktiv zu werden, dann muß ich ihn als gleichberechtigten Partner sehen. Und die letzte Entscheidung trifft immer der Pat. selber.
    Um ihn positiv zu stimmen, ist es wichtig bestimmte psychologische Abläufe eines Krankenhausaufnethaltes zu kennen. Der Patient kommt ins Krankenhaus und erlebt eine Phase der Orientierung: alles ist nei, alles ist fremd. Es folgt eine Phase der Abhängigkeit: man überläßt der Pflegekraft alle Entscheidungen,bleibt inaktiv um Fehler zu vermeiden. In der Ablösungsphase geht es darum den Pat. wieder Verantwortung für sein Leben übernehmen zu lassen. Ich muß meine Angebote also an die momentane Situation des Pat. anpassen.

    Wichtig in der Interaktion mit dem Patienten ist immer Vertrauen und Sicherheit, gegenseitige Akzeptanzund das Erspüren von Nähe und Distanz. Nicht jeder von uns kann die körperliche Nähe eines Pat. ertragen und auch nicht jeder Pat. ist an körperlicher Nähe interessiert. "Fliegen" geht herrlich distanziert von statten.

    Übrigens nicht umsonst heißt es ja bei den Kinästheten: Gleichzeitig gemeinsam.

    Elisabeth
     
  6. Ute

    Ute Poweruser

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    [​IMG]
    Quelle: www.caremed.at

    RoMedic Hebehilfen
    Gepolsterte Platte dessen Innenseite mit einer rutschhemmenden Kunststoff-Folie bezogen ist, um ein Abgleiten zu vermeiden.

    Auch wenn ich kein Freund von "heben" bin, wollte ich mal zeigen was ich so im I-Net gefunden habe !
     
  7. SrLisel

    SrLisel Newbie

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    Hallo Ute
    Du kann mann auf diesem Ding auch liegen bleiben oder ist das so hart das das nicht über lange Zeit gehen würde ?? Schiebt ihr das vor jedem Transfer nach oben dann unter den Pat ???
    Dank Dir grüßle
    Sr Lisel
     
  8. pummelfee

    pummelfee Newbie

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    Bei einer Fortbildung habe ich gelernt mann soll doch eine Plastik/ Mülltüte unter den Pat. legen ( von Hüfte bis Kopf)
    und dann wenn möglich den Pat mit soviel eigen Mobi.nach oben rutschen lassen.
    Funktioniert so ähnlich wie ein Rollbort
    ( mann kann auch vom Rollbort den Bezug abmachen und diesen benutzen) . Vorallem bei Pat. geeignet wo die schrägstellung nach unten nicht so geeignet ist.
    Muss dazusagen , braucht etwas Übung und funktioniert nicht bei allen Pat.
    Aber ein versuch ist es wert :flowerpower:
     

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