Patientenbeschwerde, was kann ich tun?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von saurlygiel, 12.06.2011.

  1. saurlygiel

    saurlygiel Newbie

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    Hallo, ich habe da ein riesiges Problem.

    Eine Patientin (26)auf meiner Station, hat sich massiv über mich bei der PDL beschwert.
    Vorgeschichte: Die Patientin wohnt in meiner Straße,zwei Aufgänge weiter, man ist sich also schon mal begegnet, einmal gab es ein Zwischenfall auf der Straße (diese ist sehr eng) ich war im Auto auf dem raus,fast an der Kreuzung,sie fuhr rein und blieb aber nicht stehen sondern fuhr weiter Stück für Stück auf mich zu(sehr fordernd), sodas ich Rückwärts zurücksetzen mußte für ca.100 m um sie dann durchzulassen, mein erster Fehler, ich zeigte ihr einen Stinkefinger, da ich nicht aus dem Fenster brüllen wollte und meine fast 3 Jährige Tochter im Auto hatte.
    der Anfang: die Patientin ( zu Besuch)war ein paar Wochen später in der Klinik und sprach mich im beisein einer Kollegin an ( wir hatten Feierabend und waren auf dem Weg nach Hause) ob ich die Frau gewesen sei, die ihr einen Stinkefinger zeigte, ich hätte es ohne ihre Frage nicht gewußt das sie es war, da ich kein Gesichtergedächtnis habe, und so genau, auch nicht hingesehen hatte, wußte nur,blond,lange Harre,Sonnenbrille und grinsend.
    Geschichte: einen Monat später, lag sie nun auf meiner Station, ich hatte Spätdienst und sie war vom OP zurück, sie meldete sich mehrmal wegen Schmerzen, erhielt von Kollegen diverse Co-Med. trotz Vygon-Pumpe ( 4 Amp.Dipidolor auf 20ml Nacl - für 5 minütige Bolusgaben), diese wurde aber wohl nicht, trotz mehrfacher Aufklärung genutz, wir dürften ihr bei der nächsten Klingel dann mit Temgesic s.l. weiter helfen, die brachte ich ihr dann ins Zimmer, erklärte ihr die Einnahme und wiß nochmal auf die Vygon hin, die Patientin, setze dann ein fieses grinsen auf und meinte sinn gemäß"...ja.ja du mich auch..." ( Interpretation, meinerseits- nach Blick und Wortschatz), darauf hin mein zweiter Fehler, ich fragte "...fühlen sie sich von mir genervt?" daraufhin die gleiche Reaktion der Patientin und mein dritter Fehler "...na dann kann ich ja gehen" und das tat ich dann auch.
    Im weiteren Dienstverlauf, bat ich meine Kollegin, dieses Zimmer zu übernehmen, da ich dort nicht mehr rein wollte um Konflikte jeglicher Art zu vermeiden.Das klappte auch prima, und ich bin der Patientin nicht mehr begegnet.
    Am nächsten Tag kam ich zum Nachtdienst, und mir wurde ausgerichtet, das sich die Patientin bei der Stationsleitung beschwert hätte, und das ich sie am Bett mit " du *****" beschimpft haben soll, und das sie sich an die Geschäftsführung wenden wird.
    Ich war wie vom Donner erschlagen, konnte es gar nicht glauben, und schrieb auch noch in dieser Nacht, eine Stellungnahme.
    So, nun beschwerte sich die Pat. tatsächlich bei der PDL, aber nun mit einer anderen Geschichte, ich hätte also schon im Vorfeld (irgendwo im Krankenhausgelände)diese Bemerkung getätigt, mit der Drohung, das alles noch ein Nachspiel hätte, und mich nun als Krankenschwester gegenüber Schutzbefohlenen frischoperierten Patienten derart meine Position ausnütze, weder ihre Schmerzen beachte, sie sogar herunter spiele und sie ganz arrogant und wie den letzen Dreck behandelt hätte.
    Nun hatte ich bereits diverse Gespräche, mit der OS und der PDL, man glaubte mir Gott sei Dank, da ich ja bereits seit 19 Jahren (inkl.Ausbildung) in der Klinik bin, und mich alle gut kennen und diesen Vorfall als Privatfehde gesehen haben.
    Ich war erleichtert und ließ es dabei, nun zwei Wochen später meldete sich wieder die Patientin bei der PDL, erwartet von mir eine persönliche Entschuldigung, sonst würde sie die Krankenkassenvereinigung und die Hauptgeschäftsführung einschalten.
    Meine PDL möchte nun, das ich etwas derartiges schreibe, und unproffessionalität am Patientenbett zugebe, damit endlich ruhe ist.
    Nun bin ich zwar bereit derartiges zu tun, aber ohne irgendetwas zuzugeben, möchte zwar meine Ruhe haben, mich aber nicht wirklich entschuldigen, da die Anschuldigungen komplett gelogen sind, weiß nicht weiter. Möchte aber auch nicht der Klinik schaden, und möchte auch nicht ewig damit konfrontiert werden.
    Möchte aber meiner PDL gegenüber meinen Guten Willen zeigen, ach ich weiß auch nicht, kann mich einer verstehen?
    Wichtig ist noch, das alle Aktionen, Beschwerden etc. von der Mutter der Patientin kommen, und diese nun auch noch behauptet, stets als Zeugin dabei gewesen zu sein.
    Was für ein Dilemma
    Danke fürs lesen, und im vorraus schon für eure Ratschläge
    Saurlygiel ( ist mein Name auf elbisch):-)
     
  2. alesig

    alesig Poweruser

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    Hallo
    Sich für etwas Entschuldigen was man nicht getan hat finde ich falsch.
    Habe vor Jahren etwas ähnliches erlebt, ein Patient den ich privat kannte und von mir zurückgewiesen wurde, wollte sich rächen. Erfundene Geschichten an PDL, Drohungen mit Presse etc. Ich habe eine Anwalt eingeschaltet, der dem Idioten einen sehr freundlichen Brief schrieb, mit all den Konsequenzen die ihne erwarten sollte er mit seinen Verleumdungen fortfahren. Dann schrieb er auch noch einen netten Brief an die PDL in der er erklärte warum ich mich auf keinen Fall Entschuldigen werde, da ich nicht schuldig sei, auch nicht damit endlich Ruhe herrscht.
    Ich hatte dann Ruhe.
    Gute Nerven Alesig
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Befrag einen Anwalt. Schreib da nix, was net stimmt.

    Hier geht es um gezielten Rufmord. Und die PDL mag ja meinen, dass sie das mit einer schriftlichen Stellungnahme beenden kann. Ich befürchte bei derlei Aktivitäten aber, dass mit einem Schuldeingeständnis Tür und Tor für Klagen geöffnet sind. Du würdest ja eine öffentliche Beleidigung zugeben.

    Ich würde der PDL mitteilen, dass sie sich des Tatbestandes der Nötigung strafbar macht, wenn sie dich zur Falschaussage zwingt. Entwerder sie oder du setzen die Geschäftsführung über den tatsächlichen Tatbestand in Kenntnis ... oder dein Anwalt tut es.

    Btw. Ob die Mutter als Zeugin zugegen war, dürfte deine Kollegin im Dienst einfach wiederlegen können.

    Lass dich net unterkriegen von solchen Menschen.

    Elisabeth
     
  4. opjutti

    opjutti Poweruser

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    :klatschspring::klatschspring:alesig!!

    Genauso machst du es saurlygiel.:-)

    Du kannst doch nix zugeben, was du nicht gemacht hast, auch nicht, wenn es deine Vorgesetzte verlangt.:dudu:

    Das könnte evt. auch gegen dich verwendet werden, 19 Jahre hin oder her!!:eek1:

    Anwalt, der weiß schon, wie er mit Lügnern und falschen Verdächtigungen umzugehen hat.

    Alles Gute

    opjutti
     
  5. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Ich sag nur Verleumdungsklage, mach dich mal schlau, ob die eine Akte bei der Polizei hat...
     
  6. monaluna

    monaluna Poweruser

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    Oh man du Arme,

    ich schliesse mich meinem Vorredner an! Rede mit der PDL und such dir eine Rechtsvertretung! Nix zugeben, was du nicht gemacht hast!!!

    wuensche dir viel Kraft.
     
  7. saurlygiel

    saurlygiel Newbie

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    Vielen Dank für eure Antworten, werde mich gleich am Dienstag mit meiner Rechtschutzvers. in Verbindung setzen und mir Rechtsbeistand suchen, entschuldigt bitte meine Rechtschreibfehler, in der Aufregung hab ich doch glatt, Buchstaben und sogar Worte vergessen,:gruebel:
     
  8. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Kann ich gut nachvollziehen, weniger verstehe ich, wie die PDL sowas verlangen kann...
     
  9. saurlygiel

    saurlygiel Newbie

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    Naja, die PDL sagt zwar sie kann mich zu nichts zwingen, bietet mir aber gleichzeitig hilfe an, ein Schreiben zu verfassen,
    Meine PDL möchte halt sie Sache vom Tisch haben, sie sehen es schon so, das es sich hierbei um private Probleme handelt, aber werden ja ständig mit reingezogen und nun auch bedroht.
    Dadurch das ich den Fehler machte die Patientin zu fragen, ob sie genervt sei ( was ja offensichtlich war), liegt für meine PDL eben schon unproffessionelles Verhalten meinerseits vor.
    Somit, wäre eine Entschuldigung angebracht.

    Eine total verzwickte Situation, "Der Patient hat immer Recht", waren leider auch noch ihre Worte, und das verletzt mich schon, wir sind also in unserem Job der Willkür der Pat. ausgesetzt, wenn es hart auf hart kommt, haben wir verloren.:angry:
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Deine PDL hat eine eigenartige Vorstellung von einer Problemlösung. oder hat sei so ein schlichtes Gemüt. Fehlermanagement bedeutet net, dass man dem Pat . immer Recht gibt und somit Fehler aus der Welt schafft.


    Nochmal: schreib nix, unterschreib nix, was einem Schuldeingeständnis gleich kommt. Damit öffnest du der Gegenpartei Tür und Tor. Die haben mit dem Papier dann alle Möglichkeiten... übrigens auch den Nachweis eines Fehlverhaltens um gegen das Haus zu klagen.

    Konfrontier deine PDL mit der Ansage, dass du einen Anwalt einschalten wirst. Mal sehen, wie sie dann reagiert. der Jurist empfiehlt stets: alles abstreiten bis es einen eindeutigen Beweis gibt. Da deine Kollegin/Mitpatienten bezeugen können, dass die Mutter net dabei war als du ihr die Medikation erklärt hast, dürfte es schwierig werden für die Gegenpartei.

    Elisabeth
     
  11. monaluna

    monaluna Poweruser

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    schliesse mich erneut Elisabeth an, ich hoffe du findest moeglichst schnell einen Rechtsbeistand...
     
  12. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    Richtig wäre es gewesen, wenn die PDL der Patientin gleich gesagt hätte, dass diese aus dem Privatleben stammende Geschichte nichts mit der Klinik zu tun hat und dass Sie sich weitere Verleumdungen ihrer Mitarbeiter verbittet. Was sagt denn Euer Personalrat /MAV zu der Sache?
    Du solltest von Deiner Seite aus eine schriftliche Entschuldigung und eine Richtigstellung von der Patientin verlangen, da sie Dich verleumdet hat und Dir das berufliche Nachteile verursacht hat. Die Entschuldigung und Richtigstellung müsste nachrichtlich auch an PDL und Krankenhausleitung gehen.
    Bin mal gespannt, was Dein Anwalt dazu sagt.
     
  13. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Der Patient hat eben nicht immer Recht, sind schon Patienten aus dem Krankenhaus entlassen worden mit den deutlichen Worten, gehen sie bitte in Zukunft woanders hin:deal:!

    Irgendwann wird es unglaubwürdig, wenn man sich selbst verleugnet. Die Dame wird dich weiter provozieren, was das Zeug hält. Ich hätte ihr, wenn sie die Demand Schmerzpumpe partout nicht anwenden kann und das können Leute deren IQ an der Schwachsinnsgrenze liegt.

    Einmal den Gasmann rein, der wird sie schon dazu bringen. Wie gesagt, meiner Meinung nach hat die Frau noch andere Baustellen, wer sich schon im Auto so verhält...

    Ich hätte treu und brav gewartet, die wäre schon irgendwann mal zurückgefahren... Bei mir hat mal ein Müllfahrer auf stur gestellt, ich auch das ging 5 Minuten und er wich zurück, zum Schluß hupten zig Autos und ich habe dann mein Handy rausgeholt und gefragt, ob ich erst die Polizei dann seine Firma anrufen soll...
     
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