Patienten beschweren sich, was tun?!

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Sporbitzboy, 01.10.2009.

  1. Sporbitzboy

    Sporbitzboy Newbie

    Registriert seit:
    01.10.2009
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenpfleger / Wundexperte ICW
    Ort:
    Mainz
    Akt. Einsatzbereich:
    Kardiologie
    Hallo,

    ich arbeite seit ca. 2 Jahren auf einer kardiologischen Station und seit ca. 5 Monaten beschweren sich Patienten wegen mir, da ich unfreundlich sei, obwohl ich der Meinung bin, dass ich zu den Patienten freundlich und zu vorkommen sei. Dies merke ich anhand dessen, da mir Patienten immer wieder Geld anbieten, an den Tag, wenn sie entlassen werden, aber diese nehme ich natürlich nicht an und ebenso den Feedback was die Patienten mir geben.

    Vor kurzem gab es eine erneute Beschwerde, dass ich unfreundlich sei und nicht auf den Patienten eingehen würde. Die Beschwerde kam von Angehörigen, welche ebenso als Krankenschwester arbeiten. Also, ich fang mal an...
    Am Montag hatten wir verdammt viel zu tun und ca. 16 Uhr hat der Patient geklingelt sowie die Angehörigen waren da. Ich bin natürlich hin und habe gefragt, was er wünscht. Der Patient ist ein Schmerzpatient und bekommt morgen und abends je 2 BTM Tabletten sowie bei Bedarf MSI s.c. bei zusätzlichen Schmerzen. Der Patient hatte für abends 2 BTM Tabletten gesetzt bekommen und eine von den hat der Patient auf anraten von den Angehörigen um 15 Uhr, wg. Schmerzen ohne meines wissens eingenommen. Um 16 Uhr forderte der Patient sowie die Angehörigen eine neue BTM Tablette für abends, da er eine vorgezogen hatte - natürlich konnte ich diese nicht ohne weiteres aufschliessen, da es der ärztlichen VO bedarf und diese ebenso fest verordnet war. Der Patient sowie die Angehörigen wussten ebenso bescheid, wenn er vermehrt Schmerzen bekommt, dass er sich melden sollte und dann würde man die Bedarfsmedikation ohne weiteres geben. Dies habe ich ebenso in einem freundlichen Ton den Angehörigen mitgeteilt. Ich habe ebenso den Arzt geholt und er war in dieser Situation ebenso Zeuge wie ich mit dem Patienten sowie den Angehörigen umgegangen bin und zwar freundlich, was er auch bestätigte - ausserdem hat der Arzt gesagt, dass keine weitere BTM Tabl. aufgeschlossen werden darf. Den Angehörigen passte dies natürlich nicht, da sie ja selber Krankenschwestern sind und derren Äußerung war, man soll auf den Patienten individuell eingehen und es sei nicht schlimm, wenn man ein Tablette vorzieht und einfach eine neue BTM Tablette ohne weiteres setzt. Ich bin auch der Meinung dass man individuell auf den Patienten eingehen soll, aber man kann keine BTM Tablette (retard) ohne weiteres neu setzen, dass hätten diese eigentlich eigentlich genauso Wissen müssen, aber naja... Jedenfalls am nächsten Tag kam die Chefin zu mir und hat gefragt was das soll, ich habe ihr die Situation geschildert, aber das war ihr egal. Ich hätte auf den Pat. eingehen und den Arzt bescheid geben sollen. Meines erachtens habe ich nichts falsch gemacht, ich habe mich an die ärztliche VO gehalten und war freundlich zum Patienten und den Arzt hin zu gezogen.

    andere Situation

    ein Patient hat ein Druckverband und klingelte genau um die Zeit als dieser ab kann.. ich bin zum Patienten: er sagte sofort zu mir: machen sie den Verband ab. Ich teilte den Patienten mit, dass es nur der Arzt darf, den Druckverband ab zu machen und ich gab dem Patienten verständnis, dass es natürlich unangenehm ist, diesen noch dran zu haben. Jedenfalls beruhigte sich der Patient vorerst. Ich funkte den Arzt an, dieser kam erst nach ca. 3 Stunden in dieser Zeit klingelte der Patient in 15 min Abstand und jedesmal musste ich den Pat. verdrösten. nach ca. 2 Stunden hat der Pat. gesagt, dass er sich das nicht mehr gefallen lässt und sich wegen mir beschweren würde, da ich nicht dem Pat. helfe und das geht nicht so. Der Pat. beschwerde sich natürlich.

    andere Situation

    ich hatte Nachtdienst und einen Notfall zu betreuen und während dessen klingelte ein Pat., zum Glück haben wir eine Klingelanlage und ich konnte nachfragen was der Pat. wollte. es war auch ein schwieriger Pat., dieser sagte mir durch die Anlage, er wollte ein Kännchen Wasser, ich teilte dem Pat. mit, dass ich momentan eine Notsituation habe und das Wasser sobald bringe, wenn die Situation vorüber ist. Dies dauerte etwa 1 Stunde. Die Priorität ist ja für alle denke ich klar: zuerst der Notfall, dann der Rest! Jendenfalls hat der Pat. sich beschwerd und ich musste zur Chefin antanzen.. ich habe ihr die Situation erklärt und dann sagte Sie mir noch. warum machst du dir es so schwer... wenn man auf dem weg zum notfall ist, dann kann man ja, das Kännchen Wasser mit nehmen. Ich habe gedacht.. mich tritt ein Pferd als ich das hörte und ich habe meiner Chefin auch gesagt, dass Wasser ist in einer Notsituation egal.. hier wird der Patient zuerst versorgt, der in einer Notsituation ist..

    es gibt noch 2 andere Fälle von dem ich weiss, aber ich denke die 3 reichen. in den letzten 5 Monaten habe ich mehrere Patienten versorgt und ca. 5 bis so denke ich 10 Beschwerden kamen, aber diese sind alle meist begründet. Manchmal habe ich das Gefühl, was so denke ich auch ist, dass Patienten einen für unfreundlich erachten, wenn man nicht das geben kann, was man nicht darf oder wenn man länger auf was warten muss.

    Ich habe ebenso durch einen Kollegen erfahren, dass meine Chefin jetzt die Beschwerden sammeln will und dann damit zur PDL gehen möchte. Die Fälle wurden bisher noch nicht schriftlich erötert oder überhaupt so richtig darüber gesprochen. So nach dem Motto, zwar ist das medizinisch und pflegerische alles i.O., aber trotzdem der Kunde ist König und bekommt alles, wenn ich danach gehen würde, wäre ich schon längst im Gefängnis.

    Wie soll ich mich Verhalten? Abwarten bis was kommt und dann den Betriebsrat mit einschalten oder sogar als dritten Zeugen meinen Anwalt, wenn es zum Gespräch kommt? Was kann ich tun?

    Ich würde mich auf eine Antwort freuen

    lg sporbitzboy
     
  2. Trisha

    Trisha Poweruser

    Registriert seit:
    04.03.2004
    Beiträge:
    1.431
    Zustimmungen:
    4
    Beruf:
    Krankenschwester, Pflegerische Fachexpertin für chronische Wunden
    Ort:
    Göttingen
    Akt. Einsatzbereich:
    Bildungsmanagement Bereich chronische Wunden
    Hallo,

    Du befindest Dich, glaube ich, in einem Teufelskreis.
    Mir ging es einst genau so, und letztendlich, wenn ich da nicht letztendlich gekündigt bekommen hätte, hätte man mich irgend wann raus gemobbt (so erging es auf dieser Station etlichen neuen Mitarbeitern, das war dann doch etwas tröstlich).

    Alles "gut gemeinte" wurde verdreht, also anders interpretiert. Man warf mir vor, unfreundlich zu sein oder falsch gehandelt zu haben, ähnlich wie bei Dir. Bei genauem Hinterfragen stellte sich heraus, dass ich ja "eigentlich" weder unfreundlich war, noch falsch gehandelt habe.
    Nach meinem "Rausschmiss" meinte die Stationsleitung: "Die Chemie hätte halt nicht gestimmt".
    Also lag es nicht daran, dass ich evtl. unfreundlich war oder angeblich was falsch gemacht habe, sondern dass man mich als Teammitglied nicht akzeptierte. Zugegeben: der geborene Teamworker bin ich wahrlich nicht.
    Meine schlechte Stimmung, die durch das intensiv betriebene Mobbing entstand, wirkte sich auch auf den Umgang mit Patienten aus, dennoch könnte ich ebenfalls nicht von mir behaupten, dass ich jemals unfreundlich gegenüber Patienten war!
    Aber das war das subjektive Empfinden einzelner Kollegen, aber auch von einzelnen Patienten. Ernsthafte Beschwerden seitens der Patienten wurden mir zwar nicht bekannt, dennoch wurde mir von Kollegen später, bei Ankündigung meiner Kündigung, mitgeteilt, dass ich dies, das und jenes gesagt hätte, und das unfreundlich gewesen sei. Ich war so geschockt, das bleibt mir bis heute wahrhaftig in Erinnerung.
    Vielleicht solltest Du ein offenes und klärendes Gespräch mit der Leitung suchen. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
    Du musst Dir aber im klaren sein, dass sich solche Sachen negativ im Arbeitszeugnis auswirken kann, und das bedeutet natürlich auch u.U. Karriereknick.
    Mir hat es nicht geschadet - im Gegenteil, ich habe erfahren und gelernt, dass ich anderweitig meine Qualitäten habe, und dass ich eher ein Einzelkämpfer bin und sehr gut eigenverantwortlich handeln kann.
    Die damalige Station hat mich in die ambulante Pflege getrieben. Dort bin ich so richtig aufgeblüht.

    LG
    Trisha
     
  3. Mandarin

    Mandarin Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    06.04.2009
    Beiträge:
    74
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Bayern
    Hallo,

    wenn die Situationen wirklich alle so einhergegangen sind wie du es hier schilderst, dann kann dir ja eigentlich nichts passieren.

    Ich würde vorab einen Gesprächstermin mit dem Betriebsrat vereinbaren, um Möglichkeiten zum Ablauf des Gespräches mit deiner PDL durchzugehen, bzw. kannst du ja Fragen ob die Möglichkeit besteht das jemand vom Betriebsrat bei dem Gespräch mit deiner Chefin dabei ist.

    Alles Gute.
     
  4. Lin

    Lin Poweruser

    Registriert seit:
    28.12.2007
    Beiträge:
    1.528
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Urologie
    Ganz wichtig ist, dass du solche Situationen, bei denen du dir denkst, da könnte sich der Pat. bzw. die Angehörigen später beschweren, bis auf das kleinste Detail dokumentierst.

    Ich hatte mal einen ähnlichen Vorfall, bei dem sich die Angehörige (selbst eine Krankenschwester im Haus) bei meiner BL über mich beschwert hat über etwas, dass ich nicht gemacht haben sollte. Blöd für sie war, dass ich alles genau dokumentiert habe. Ich bin zwar zur BL zitiert worden, weil ich ihm den Vorfall nochmal schildern sollte, aber es war für ihn weiter kein Thema. Ich habe mir, dann am nächsten Tag den Pat. geschnappt und mit ihm (mit einem Zeugen) nochmal über den Vorfall ruhig und sachlich geredet. Er hat gesagt, dass er vergessen hat, dass ich das doch gemacht habe, weil er noch im Halbschlaf war, er sich im Nachhinein aber erinnern konnte. Er wollte und wusste selbst nicht, dass seine Tochter sich beschwert und hat sich entschuldigt. Danach war die Sache für mich vergessen.

    Wenn du wirklich alles was der Pat. sagt, wie du gehandelt hast, was du gesagt hast, welchen Arzt du informiert hast, etc. genauestens dokumentiert hast, können sie dir damit nichts anhaben bzw. hast du etwas in der Hand, damit sie dir deswegen nicht so einfach kündigen können.
    Gut ist auch, wenn du eventuelle Beschwerden gleich im Vorhinein deinem Vorgesetzten meldest.

    Gruß,
    Lin
     
  5. Maniac

    Maniac Poweruser

    Registriert seit:
    09.12.2002
    Beiträge:
    9.602
    Zustimmungen:
    82
    Akt. Einsatzbereich:
    Krankenhaus
    Funktion:
    Führungskraft
    Ich würde an deiner Stelle weiter schriftlich fixieren, was vorfällt, wenn Pat ausdrücklich sagen, sie wollen sich beschweren.
    Wennnochmal was Größeres kommt, kannst du auch evt ZUERST zur PDL gehen (also mit Termin) und dann das ganze Thema einmal aufrollen...

    Hab auch letztens bei ner geplanten Beschwerde die PDL angerufen und vorab angelündigt, dass dort was kommen könnte.
    Das ich ebenfalls alles korrekt gemacht habe, hat er mir bestätigt und sich bedankt, dass ich vorab bescheid gesagt hab. Dann kanne r sich auf den Anruf einstellen...
     
  6. Sporbitzboy

    Sporbitzboy Newbie

    Registriert seit:
    01.10.2009
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenpfleger / Wundexperte ICW
    Ort:
    Mainz
    Akt. Einsatzbereich:
    Kardiologie
    Danke für die lieben Antworten. Das sind echt gute Tipps, welche ich auch in Anspruch nehmen werde. Ich habe gerade von einem Kollegen erfahren, dass von der Abteilungsleitung Mitarbeitergespräche geführt werden und das ohne Termin - einfach spontan ohne das man es weiss (unvorbereitet)

    Ich werde auf jedenfall mir einen Termin beim Betriebsrat einholen und dem vor zu kommen. Da habe ich noch eine Frage, darf man den ohne Ankündigung / ohne Termin ein Mitarbeitergespräch führen?

    Dokumentation ist auf jedenfall wichtig und zum Glück dokumentiere ich alles!

    Lg
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Ich sags mal ganz vorsichtig: ein und derselbe Satz kann verbunden mit unterschiedlicher Körpersprache (Körperhaltung, Sprachmelodei usw.) von jedem anders interpretiert werden. Kann da ev. die Ursache für die Mißverständnisse liegen.
    Gerade Zeitdruck und die daraus resultierende Unzufriedenheit siehtman Pflegekräften nicht selten an.

    Gedanken zu: Was kann man tun?
    Sich selbst reflektieren. Nicht alle Schuld dem Pat. zuschieben. An Mißverständnissen sind fast immer beide beteiligt: der der spricht und der der hört. Und was gesagt wird muss noch nicht verstanden werden im Sinne des Sprechenden.
    Abwarten, was da kommt. Falls ein Gespräch anberaumt wird, nicht alleine in das Gespräch gehen- nur mit BR-Mitglied.

    Ein Anwalt ist in dieser Situation fehl am Platze.

    Elisabeth
     
  8. Pflegemaus13

    Pflegemaus13 Newbie

    Registriert seit:
    24.06.2008
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Ort:
    Großraum München
    Akt. Einsatzbereich:
    Hämatologie / Onkologie
    Funktion:
    SSL, Praxisanleiterin
    Hallo,

    also MA-Gespräche sind nicht unvorbereitet durchzuführen. Beide Parteien müssen die Möglichkeit haben sich vorzubereiten. Ein klärendes Gespräch zu den Situationen ist natürlich möglich, aber ein klassische MA-Gespräch ohne Vorbereitung nicht. Wenn deine Leitung keine neutrale Position einnehmen kann / will, bist du mit dem Personalrat gut beraten. Ansonsten kann ich mich nur den anderen TN anschließen - Dokumentation!!

    Stutzig macht mich allerdings aber schon die Tatsache, dass sich die Beschwerden bei dir so häufen.
    Es gibt immer Pat. denen man es nicht recht machen kann, egal wie sehr man sich ,,verbiegt". Aber sooft hintereinander und über einen längeren Zeitraum??
    Hast du deine Haltung / Einstellung / Umgang etc. schon mal kritisch hinterfragt??
     
  9. Sporbitzboy

    Sporbitzboy Newbie

    Registriert seit:
    01.10.2009
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenpfleger / Wundexperte ICW
    Ort:
    Mainz
    Akt. Einsatzbereich:
    Kardiologie

    Ja, ich habe schon meine Haltung / Einstellung / Umgang etc. mit dem Pat. kritisch hinterfragt und achte ebenso darauf, dass ein korrektes Verhalten gegenüber dem Pat. sowie den Angehörigen eingehalten wird - egal, wie stressig die Dienste manchmal sind. Leider sind das ausschliesslich nur die Patienten, die stets Forderungen stellen, welche ich nicht nachkommen kann, da es meine Kompetenzen überschreitet und ich den Arzt benötige, wie z.B. BTM zusätzlich geben, Druckverband abmachen etc. oder solche Pat., die leider wegen einen Notfall oder ´Aufnahme´ warten mussten, aber das sind die wenigsten, da zum Glück die meisten Verständnis haben. Wenn die Pat. wg. vermehrten Arbeitsaufkommen länger warten mussten, dann entschuldige ich mich ebenso bei denen und mehr kann man nicht tun.

    Ich habe mir ebenso Gedanken gemacht, ob es auch an meiner Körpergröße liegen könnte, da ich 2 m gross bin und habe leider auch eine tiefe Stimme. Da die meisten Beschwerden von männlichen Pat. sind. Leider wirke ich vom äusserlichen für manche Menschen bedrohlich, dies wurde mir auch schon mal im privaten Bereich gesagt. Einer der mich nicht kannte. Nur vom ersten Eindruck. Aber als wir ins Gespräch kamen, wirkte ich nicht mehr bedrohlich. Kann das auch ein psychologischer Aspekt sein?

    lg
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Nun mal nicht die abstrusesten Gründe suchen, warum einen die einen Pat. mögen und andere ebend nicht.

    Elisabeth
     
  11. sigjun

    sigjun Gast

    Wie kann Deine Chefin dies raten, wenn Du es eh schon gemacht hast?



    Wie kommt Deine Chefin darauf, dass Du ers Dir schwer machst? Das muss m.E. einen Grund haben.

    Mitunter kommt es auch darauf an, wie man es den Patienten erklärt.
    Vielleicht musst Du nur etwas an der Art ändern wie Du den Patienten etwas sagst. Vielleicht beobachtest Du Dich mal selbst in einer solchen Situation oder reflektierst, wie Deine Handlung/Dein Gesagtes auf Dich selbst wirken könnte?

    Vielleicht sprichst Du Deine Chefin auf dieses Gehörte an, gehst in die Offensive und zeigst, dass Du es klären willst. Stichwort: Eigen-/Fremdwahrnehmung.

    Du hast das Recht zu einem Gespräch ein BR-/MAV Mitglöied mit hinzu zu ziehen.

    Ich möchte Dir nichts unterstellen, ich habe lediglich meine Gedanken zu Deiner Schilderung niedergeschrieben und welche Fragen sich mir dabei gestellt haben.
     
  12. Trisha

    Trisha Poweruser

    Registriert seit:
    04.03.2004
    Beiträge:
    1.431
    Zustimmungen:
    4
    Beruf:
    Krankenschwester, Pflegerische Fachexpertin für chronische Wunden
    Ort:
    Göttingen
    Akt. Einsatzbereich:
    Bildungsmanagement Bereich chronische Wunden
    Mein Mann kratzt auch an der 2-m-Marke und verfügt über eine tiefe Stimme. Aber bedrohlich wirkt er dadurch nicht. Im Gegenteil, er ist allseits beliebt.
    Und wenn Du "bedrohlich" wirken solltest, warum sollten sich Pat. beschweren?
    Ich kann mir jedoch vorstellen, zumindest wenn ich so zwischen Deinen Zeilen lese, dass Dein Selbstbewusstsein so ziemlich am Boden ist. Was man ja auch verstehen kann. Wie ich bereits schon schrieb, Du befindest Dich da wahrscheinlich in einem Teufelskreis: Unmut, devote Haltung. Pat. finden dies nervig, beschweren sich wegen Sachen, die eigentlich einer Beschwerde nicht wert sind. Du stehst wiederum unter massivem Druck, immer alles richtig zu machen, es allen recht zu tun - und das denke ich führt letztendlich dazu, dass automatisch Unvollbringbares von Dir erwartet wird. Wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden, was ja nicht verwunderlich ist, kommt es zu Beschwerden.
    Ich kann mir vorstellen, dass Du weniger bedrohlich wirkst sondern der Sündenbock bist oder die Zielscheibe...
    Kommt das dem nah? Ich kenne Dich ja nicht.

    LG
    Trisha
     
  13. Fearn

    Fearn Poweruser

    Registriert seit:
    13.04.2009
    Beiträge:
    742
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Krankenschwester /PA
    Könnte es sein, daß Du zuviele der Gegebenheiten mit den Patienten und mit den Angehörigen diskutierst?
    Einigen bekommt das nicht. Wäre es ein Lösungsansatz, dem Patienten und seinen Angehörigen zu sagen: " Ich kümmere mich darum, muß aber hierzu das " Okay" vom behandelnden Arzt einholen. Es kann etwas dauern,- bis ich die Anordnung vom Doc bestätigt bekommen habe. Aber ich komme von alleine auf den Vorgang zurück, sobald ich meine Anweisung habe." Mit einem freundlichen Lächeln mag das bestimmt besser zu verstehen sein als längere Erklärungen.
    Ich hab in den letzten Monaten die Erfahrung gemacht, daß die Beschwerden generell mehr werden, nachdem der Service des Hauses auf "Hotelstandard " angehoben wurde. Nun sollte man meinen weil es mehr für die Patienten und Besucher gibt, wären diese zufriedener. Das ist aber nicht der Fall. Die meckern und sich am Beschwehren wie nie zuvor. Ob die nun Ihre Gummibärchen, die Tageszeitung, Kaffee zu allen Tageszeiten und für alle Besucher bekommen scheint gar nicht ins Gewicht zu fallen. Ich rede jetzt natürlich nicht von Schmerzmitteln, aber die Wünsche werden bei der Personaldecke nahezu unerfüllbar und ich höre mir den ganzen Tag lang nur noch "Genöcker und Beschwerden" an. Unsere Arbeitsleistungen sind trotz der dünnen Personaldecke nicht weniger oder anders geworden. Aber ich höre mir tatsächlich nur noch "unerfüllbare" Wünsche an, die es vorher kaum gab. So in der Art: Die Aussicht aus dem Zimmer stimmt nicht!"- Sicherlich haben wir nun plötzlich keinerlei Zimmer mit Meerblick usw. Ich bin dazu übergegangen die Wünsche ersteinmal anzunehmen, ernst zu nehmen und zu erklären, daß ich dafür sorgen würde, daß diese Wünsche gerne weiterleite und hoffe, daß alles zur Zufriedenheit geregelt wird. Wo die dann ein Zimmer mit Meerblick herbekommen, das ist ja dann eigentlich nicht mein Problem. Das geht an die Serviceassistenten, und die können da ja etwas basteln. Gedanken mache ich mir darüber auf keinen Fall mehr um nicht zu sagen: " Ich versuche über manche Wünsche nicht mehr nachzudenken, - dann wird es schlimmer!"- Der eine Patient möchte lieber im Park mit dem Besuch spazieren gehen anstatt zu seiner Untersuchung, schimpft los. Ich biete die Untersuchung nochmal freundlich an, und wenn der Park dann noch wichtiger ist, dann ist eben Spazierengehen für ihn angesagt, statt untersucht werden. Wird Dokumentiert und dann ist das Thema für mich durch,ohne irgendeinen weiteren Satz. Die Diskutiererei bringt gar nichts, außer daß eine Beschwerde folgt, weil man den schönen Spaziergang " unterbinden wollte. Ist ja auch klar. Im Hotel, bin ich im Urlaub und da möchte ich mich erholen, frei bewegen. Bei uns könnte es daran liegen, daß ein Krankenhaus eben doch kein Hotel ist, und daß ein Patient halt lieber Kunde sein möchte, als ein Patient. Da ich den Trend nicht ändern kann spielen wir eben Hotel und nicht mehr Krankenhaus. Schauen wir mal und sehen zu wo das alles hinführt. Vielleicht gibts nächstes Jahr dann Zimmer mit Meerblick mitten in der Stadt. Das schaue ich mir dann auch gelassen an, wie die das bewerkstelligen. Vielleicht lerne ich ja noch etwas.....
    Liebe Grüße Fearn
     
  14. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

    Registriert seit:
    10.03.2005
    Beiträge:
    1.060
    Zustimmungen:
    3
    Beruf:
    Gesundheitspfleger, Rettungssanitäter
    Ort:
    Rheinland-Pfalz
    Akt. Einsatzbereich:
    Intermediate Care/Innere Medizin
    Ja, seit aus Krankenhäusern, Kliniken oder wie auch immer man es nennen möchte, die Konkurrenz zur Hilton Hotel Kette geworden ist häufen sich somit auch die Beschwerden......Warum muss man denke ich nicht erläutern :D

    Allerdings bin ich auch ziemlich ehrlich und sage auch konkret, dass mich Beschwerden zur Servicedienstleistung nicht im geringsten interessieren und sie sich bitte an Hr. Fr. XY wenden möchten.

    Damit erntete ich natürlich auch schon einige entsetzte Blicke, aber nachdem Verweis, dass ich nur Gesundheits- und Krankenpfleger sei und nur mit der Pflege und Gesundheit des Angehörigen oder des Patienten selbst zu tun habe und kein Hotelangestellter bin, beruhigte sich die Situation eigentlich immer recht schnell, wenn nicht stelle ich immer noch mal eine kleine Frage:
    "Wer soll sich um die Gesundheit ihres Angehörigen bemühen? Die Servicekraft, die sie ja schon gesehen haben oder lieber ich mit entsprechender Ausbildung?"
    Bei dem Zustand unseres Servicepersonals ist die Antwort meist eindeutig. :-)

    Gruß
    Dennis
     
  15. So abstrus finde ich die Begründung mit der Körpergröße und der Stimmlage nicht. So etwas kann(!) durchaus eine Begründung sein. Muß aber nicht.
    Sachliche Informationen werden anders angenommen, wenn eine kleine, lächelnde Schwester mit heller Stimme sie gibt und nicht ein Kleiderschrank von Kerl. (Im Einzelfall.)
     
  16. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    27.07.2005
    Beiträge:
    13.280
    Zustimmungen:
    63
    Beruf:
    FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    HOKO
    Funktion:
    Leitung HOKO
    Ich nehme mal an, da du das auch korrekt dokumentierst.
    Gerade wenn ich merke, dass es vtl. wo Probleme geben könnte, dokumentiere ich die Situation schon im Vorfeld.

    Ich würde auch die meine SL direkt ansprechen und mich nicht auf irgendwelche Gerüchte verlassen. Woher wissen deine KollegInnen was deine SL vorhat? Als SL würde ich nicht auf die Idee kommen, mich gegenüber anderen MA darüber auszulassen.
    Dass ich auf Vorfälle aber reagieren muss ist verständlich.

    Aus Sicht der SL: Zu mir kamen Angehörige, die sagen die PK XY hat meinem Mann/Frau/Vater/Mutter bei Schmerzen das Schmerzmittel verweigert, das finde ich unmöglich und so weiter...

    Wie soll nun aus deiner Sicht die SL reagieren? Sie muss sich die Situation schildern lassen um mehr darüber zu erfahren.
    So wie wir hier nur deinen Sichtweise lesen können, bekommt die SL erst nur die Sichtweise der Angehörigen.
    Dann kommt es auch noch darauf an mit welchem "Ohr" hast du die Nachricht aufgenommen? Wohl nicht mit dem "Sachohr".

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  17. Sporbitzboy

    Sporbitzboy Newbie

    Registriert seit:
    01.10.2009
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenpfleger / Wundexperte ICW
    Ort:
    Mainz
    Akt. Einsatzbereich:
    Kardiologie
    Also mein Selbstbewusstsein ist nicht am Boden, aber schon etwas angekratzt, daß kann man schon ehrlich sagen, wenn man alles mögliche versucht um den Pat. gerecht zu werden und durch die vermehrte Arbeitsbelastung steht man sicherlich unter Druck und wenn noch die Leitung hin zu kommt, steht man unter massiven Druck und letztendes hast Du dann recht... es kommt automatisch zu unvollbringbares.

    Ich habe mir da noch keine Gedanken gemacht, ob ich eine Zielscheibe sei, aber wenn Du dass so sagst... ich weiss nicht, ob dass sein kann! Meine Chefin hat mir mal vor langer Zeit gesagt, dass Sie der Meinung ist, dass KS besser arbeiten als KP - ich habe ebenso einen männlichen Kollegen und wenn es Probleme gibt, dann trifft es nur uns beide... Ich weiss nicht, ob da was dahinter steckt... es kann nur einen so vorkommen. Meine Chefin hat auch sehr hohe Erwartungen an das Personal und zeitweise sind da auch Stimmungsschwankungen. Ich erinnere mich da an eine Situation, ein Pat. fragte mich, ob ich sein Pat. - Fernsehr in Gang kriegen könnte - ich half dem Pat. und er war dankbar und in dem Augenblick kam die Chefin und meinte, was ich den da mache. Ich habe es gesagt und Sie gab mir eine Antwort: das ist nicht unser Job - was soll man dazu sagen? man hat natürlich nichts gesagt und es so hingenommen.

    lg
     
  18. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    27.07.2005
    Beiträge:
    13.280
    Zustimmungen:
    63
    Beruf:
    FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    HOKO
    Funktion:
    Leitung HOKO
    Da gebe ich deiner Cheffin recht, wenn einer der Klinik-TV nicht funktioniert, dann geht ein Auftrag an die Technik. Von den TV der Patienten lasse ich grundsätzlich die Finger.
    Was ich an den Klinik-TV mache: Batt. der Fernbedienung auswechseln. Für alles andere haben wir eine Haustechnik.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  19. Sporbitzboy

    Sporbitzboy Newbie

    Registriert seit:
    01.10.2009
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenpfleger / Wundexperte ICW
    Ort:
    Mainz
    Akt. Einsatzbereich:
    Kardiologie
    Ja, in der Art sage ich das, aber leider ist das für die wenigsten Pat. in Ordnung, diese wollen es sofort wissen und geklärt haben und darauf bestehen diese, aber den grösseren Anteil an Pat. ist das o.k.


    Auf Arbeit bekommt man dies ebenso mehr und mehr zu spüren zum Glück von den wenigsten Pat., die denken, dass Sie in einem Hotel sind, dies habe ich auch schon erlebt sowie meine Kollegen, dass ein Pat. zu den PP mitteilte, er sei im Hotel und man muss alles so machen, wie er es will, dafür sind auch die Schwestern da. Wir konnten nur so viel machen wie es auch nur ging und trotzdem ein unzufriedener Pat. Ich denke ebenso, die Zeit wird es bringen, wie die Zukunft ausschaut und man muss einfach abwarten.

    lg
     
  20. Sporbitzboy

    Sporbitzboy Newbie

    Registriert seit:
    01.10.2009
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenpfleger / Wundexperte ICW
    Ort:
    Mainz
    Akt. Einsatzbereich:
    Kardiologie
    oh... da habe ich wohl noch etwas vergessen. es ging einfach nur darum den fernsehrstecker ein zu stecken, damit der funktioniert und keine reperatur oder sowas.. sorry
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Patienten beschweren sich Forum Datum
Ehemalige Patienten als neue Kollegen auf Station? Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik Dienstag um 18:23 Uhr
News Kliniken: Mehr um Patienten bemühen! Pressebereich 04.11.2016
Patientensicherheit Interdisziplinäre Notfälle 27.10.2016
News Medikationsplan unterstützt Patienten, Ärzte und Apotheker Pressebereich 30.09.2016
Einsicht Patientenakte - delegierbar?? Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz 29.09.2016

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.