Patient mit bleibenden erhöhten BZ-Werten

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von mary_1604, 31.07.2008.

  1. mary_1604

    mary_1604 Senior-Mitglied

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    Hallo an alle, ich hätte ein paar Fragen bezüglich zu den BZ-Werten und den Insulinarten, also welches Insulin besser geeignet wäre/ist?
    Es geht um eine 94 Jahre alte Pat., ihre BZ-Werte liegen immer im Bereich zwischen 200-350, sie erhält bestimmt schon seit 1-2 Monaten ein Langzeitinsulin, welches abends verabreicht wird (Lantus), seit kurzem erhält sie sogar die doppelte Dosis und die Werte gehen nicht runter. Ich weiß wir sind keine Ärzte, geschweige denn, ich bin sogar noch Lehrling, aber mich würde schon interessieren, ob hier nicht kurzzeitinsuline besser wären, was meint ihr? Wann wendet man überhaupt kurz- oder langzeitinsuline an bzw. beides?
    Danke schonmal im Voraus für eure Bemühungen!
    Liebe Grüße
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Elisabeth
     
  3. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Bevor man hier auf kurzwirksame geht würd ich folgendes versuchen:


    1. Levemir versuchen (als anderes Analoga)
    2. Protaphane versuchen (als NPH)
    3. Actraphane (als Misch, bspw. 30/70)
     
  4. narde2003

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    Hallo Mary,

    wie geht es der Patientin mit diesen Blutzuckerwerten? Hat sie Beschwerden? Wenn nein, kann man in ihrem Alter auch hohe BZ-Werte tolerieren, die Dame ist 94!

    Ich erlebe es in der Klinik häufig, dass es manchen Patienten mit "optisch" gut eingestellten BZ nicht sonderlich gut geht und Zeichen der Hypoglycämie bereits bei Werten um die 170 auftreten.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  5. mary_1604

    mary_1604 Senior-Mitglied

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    Danke für die schnellen antworten, du hast recht sie ist schon 94 und es gibt keine auffälligkeiten das es ihr schlecht damit geht, ich glaube auch ne das der arzt da viel ausprobieren wird, mich hat es einfach interessiert und ein bisschen gedanken macht man sich schon. Möchte ja auch was lernen:-).
    Danke für den link, werd gleich mal rein schauen
    Liebe grüße
     
  6. Nightwolve

    Nightwolve Newbie

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    wichtig ist es nur, dass ihre werte unter 300mg/dl bleiben, da es bereits ab einem Bz um die 300mg/dl zu einem hyperosmolaren Koma kommen kann, was lebensbedrohlich sein kann.
     
  7. blubbblubb

    blubbblubb Gast

    Hi

    Ich habe derzeit eine Pat (84), die auch ständig über 200mgdl lag. Wenigstens einmal am Tag ging der BZ über 400mgdl.
    Sie bekommt Levemir fix. Und Actrapid im Nachspritzschema.
    Auch hier ging es der Dame gut. Nebst anderen Diagnosen.
    Entgleisung ging einher mit kortisonhaltiger Injektion fürs Knie.
    Mittlerweile wird sie wieder stabiler, mit Werten, die als "normal" gelten.
    Denke auch, wenns ihnen gut dabei geht, im Hinblick auf das Alter. Kaputtmachen kann man meist nix mehr, weil sie eh schon diverse Spätschäden haben. Was soll man da noch gross einstellen, wenns ihnen bei nem BZ von 100 dreckig geht?!
    Was anderes ist es sicher, wenns um jüngere Leute geht.

    Lieben Gruss
    das blubbblubb
     
  8. Nightwolve

    Nightwolve Newbie

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    Bei älteren Menschen muss der Blutzucker auch nicht mehr so eingestellt werrden, dass Spätkomplikationen abgewendet werden. Meistens werde die 70-80 jährigen Patienten diese Komplikationen auch nicht mehr überleben. Wichtig ist eben nur, dass der Blutzucker unter 300mg/dl bleibt und der Patient sich leistungsfähig genug fühlt, die meisten ATL's selbst durchzuführen.
    Höhrere Dosierungen von Cortison können den Blutzucker immens in die Höhe schießen lassen.
     
  9. Maik aus der Schweiz

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    Lantus ist doch kein langzeitinsulin so wie Actraphane oder?
    Probier es mit diät alte leute essen gerne
     
  10. mary_jane

    mary_jane Gast

    Das letzte was ich im stolzen Alter von 94 machen würde ist eine Diät:mrgreen:
     
  11. Susi_Sonnenschein

    Susi_Sonnenschein Bereichsmoderatorin
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    Hallo Maik,
    soweit ich informiert bin, ist Actraphane (je nach dem ob 30 oder 50) ein Mischinsulin aus Kurz- und Verzögerungsinsulin, deshalb gibt man es oft 2x tägl., während Lantus ein langwirksames ist, deshalb nur die einmalige Gabe. Hier noch eine Übersicht:
    Diabetes-Teens.EU bull; Die Informationsseite
     
  12. Maniac

    Maniac Poweruser

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    1. Lantus ist ein Langzeitanalogon
    2. Actraphane eben nicht. Ist eine Mischung aus NPH und Alt.
    Gibts (momentan noch) in ganz unterschiedlichen Mischungen, angefangen von 10% Alt bis 50% Alt.
    3. Wenn Ältere Leute gerne essen, ist Diät wohl eher der falsche Weg - denn was man nicht gerne macht, hält man auch nicht konsequent ein.


    Edit: Ups, sorry, hatte die 2. Seite des Threads nicht gesehen
     
  13. mary_1604

    mary_1604 Senior-Mitglied

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    Danke für die vielen Antworten, bin etwas schlauer:-)
     
  14. Maik aus der Schweiz

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    Ja danke euch habe mich nochmal schlau gemacht da kann mann nur sagen upps :knockin:
     
  15. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

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    Hallöle,

    hier mal noch eine ggf. interessante Grafik zum Thema:

    **Hier stand ein Link... diese Verlinkung war defekt und wurde vorübergehend entfernt**


    Gruß
    Dennis
     
  16. Garfildiene

    Garfildiene Newbie

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    Hallo , ich habe grade div. Antworten auf Deine Fragen gelesen und habe so einige mal geschluckt. Ich versuch das mal in eine gewisse Reihenfolge zu bringen:
    - Ihr schreibt von Folgeerkrankungen die , die Pat eh nicht mehr erlebt. Das habe ich auch lange so gesehen unter dem Motto : Sie ist jetzt 94 und Folgeerkrankungen sind frühestens nach 10 Jahren zu erwarten . Wenn sie die noch erlebt dann Glückwunsch. Das hab ich dann mal in deutlich abgeschwächter Form bei nem Doc angebracht der bei einer älteren Dame mit Diät anfangen wollte, und er meinte: Da haben sie Recht aber seit wann hat sie denn die hohen Werte ? Sollen wir das Risiko eingehen und ihr in dem Alter noch Folgeerkrankungen antuen ?
    Nachdem ich einigemale geschluckt habe seh ich es auch wie der Doc
    -klar kann es einem Pat bei diesen Werten "gut" gehen , der Mensch gewöhnt sich an vieles . Aber geht es ihr wirklich gut nur weil sie den reduzierten AZ auf ihr Alter schiebt und stolz behaupten kann genug zu trinken ? Oder fehlt ihr der Vergleich zu soweit gut und gut dank besserer Werte ?
    - Klar sollte man sie nicht mehr zu scharf nach unten hin einstellen nen hohen BZ kann man runter bekommen (notfalls auf der Intensiv) unter 0 läßt sich mit dem Leben leider nicht vereinbaren,
    - Zum Thema Diät: Bitte nicht ! sie ist 94 will man ihr da noch die Diabetes Diät beibringen und ihr immer wieder sagen was falsch war ? Wir sollten uns im Klaren sein das die Fehler auf die man sie dann täglich hinweisen müßte sie beschämen würden . Das sollte man ihr nicht antuen.

    Zum Thema was tuen:
    Wie sehen die Spritzstellen aus ? Sind sie evtl. verhärtet und das Insulin kann gar nicht ankommen ? Manchmal reicht ein einfacher Wechsel der Injektionsstellen aus um den BZ in den Griff zu bekommen.
    Wenn das nicht hilft und die Pat noch selbständig futtert und für sich sorgt finde ich folgendes sinnvoll: Sie ißt mit Genuß so wie sie mag , bekommt weiterhin ihr Lantus und wird 3 mal am Tag mit Altinsulin nach unten korrigiert wenn erforderlich. Sollte sie es nicht alleine schaffen kommt halt nen amb. Pflegedienst.

    Wofür welches Insulin :
    Bei jüngeren Pat soll das langzeit Insulin den Grundbedarf abdecken , also vergleichbar mir dem Grundumsatz bei der Ernährung. Soll heißen Basal (langzeit) deckt den Bedarf den der Pat hat ohne zu essen . Alt oder Analoga decken den Mahlzeiten Bedarf ab , natürlich auch wenn der BZ durch Aufregung oder was auch immer steigt.

    LG Garfildiene
     
  17. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

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    Hallo,

    ich denke auch den Beitragsverfassern geht es darum heruaszustellen, dass man die Frau nicht mehr zu "scharf" einstellen sollte. Was nicht bedeuten soll man tut gar nichts, drückt aber hier und da mal ein Auge zu.
    Ich persönlich finde das nicht verwerflich und wenn man in diesem Alter einen Durchschnittswert von 160 - 200 erreicht und die Dame damit gut zu recht kommt finde ich es alle mal besser als Werte um die 100 und die arme Frau hat ständig nur noch Sorgen um Diät, Werte und Insulin.


    Gruß
    Dennis
     
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