Patient entlassen als Pflegefall

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Innere Medizin" wurde erstellt von YvLi, 13.04.2010.

  1. YvLi

    YvLi Newbie

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    Hallo zusammen,
    ich verstehe die Welt nicht mehr! Ein Freund (43 Jahre alt) von mir wurde Ende Januar ins KH eingeliefert, wegen einer Fraktur im Fußgelenk. Wurde behandelt und plötzlich bekam er eine schwere Lungenentzündung, die ein paar Wochen anhielt, dann noch eine Staphylokokkeninfektion. Ihm ging es garnicht gut, war sehr schwach, hat kaum gegessen und getrunken, nur geschlafen. Dann kam die Atemnot dazu, tägl. 24 h Sauerstoff. Vor 2 Wochen sagten sie ihm er solle den Sauerstoff reduzieren, da es keine Entzündungszeichen mehr gibt, die Blutwerte im Normalbereich liegen und sie nichts finden würden. Sie wollen ihn nach Hause entlassen. Er wurde dann geschwächt und mit O2 nach Hause entlassen. Seine Ehefrau mußte in der Nacht den Notarzt anrufen, da er Atemaussetzer hatte und wurde in eine andere Klinik eingeliefert. Dort vermuteten sie einen Herzinfakt, der sich nicht bestätigte. Auch diese Klinik will ihn in zwei Tagen nach Hause entlassen. Er schläft nur, hat keine Kraft und benötigt ständigen Sauerstoff ! Wie kann das sein ???????????????????
     
  2. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Ihr solltet Euch an den Sozialarbeiter in der Klinik wenden, und mit diesem eine häusliche Versorgung des Patienten absprechen.
    Die Kliniken entlassen auch Intensivpatienten wenn diese medizinisch austherapiert sind und wenn es nur noch um die Pflege des Patienten geht und darum, daß er versorgt ist. Leider kann nicht jeder Patient in einer Klinik geheilt werden. Wenn Du mal schaust: Es gibt sehr viele ambulante Pflegedienste für Beatmungspatienten und Intensivmedizin, die sich darauf spezialisiert haben mit schwerstkranken Patienten zu arbeiten. Es ist sogar möglich nötigenfalls eine 24 Stundenbetreuung zuhause zu bekommen. Früher mußten diese Patienten egal wie alt sie waren in einem Altenpflegeheim weiter gepflegt werden. Ein Daueraufenrhalt in einer Klinik ist leider nicht möglich, wenn die Behandlung abgschlossen ist. Es ist wirklich schlimm, was Deinem Bekannten da passiert ist.
    Die Kliniken können aber nachdem die medizinischen Leistungen ausgeschöpft sind keinen Patienten weiterbehandeln, der nur noch Pflegepatient ist. Es gibt sehr viele Patienten in dieser Situation, leider.
    Das Schöne an den Intensivpflegediensten ist, daß viele sehr gut ausgebildetes Fachpersonal haben. Darin arbeitet prinzipiell examiniertes Personal und die Fachpfleger für häusliche Beatmung kennen die aktuellen Möglichkeiten die es gibt recht gut, sodaß diese Euch gut unterstützen können. Du mußt darauf achten, daß ihr wirklich einen Intensivpflegedienst beauftragt, und keinen einfachen ambulanten Pflegedienst. -
    Ich wünsche Euch für die Zukunft alles Gute und hoffe, daß es dem Patienten doch noch etwas besser gehen wird in der Zukunft. Da mein Sohn Fachpfleger und PDL in so einem Intensivpflegedienst ist, höre ich natürlich recht viel von den Versorgungsmöglichkeiten. Die Krankenkassen würden manche Patienten gerne in ein Pflegeheim abschieben, weil das billiger ist. In der Regel hilft ein ambulanter Intensivpflegedienst auch hier mit wertvollen Tipps weiter und kann Euch sagen, welche Schritte ihr einzuleiten habt und welche Ansprüche ihr stellen könnt.( bitte unbedingt darauf achten, daß es sich um häusliche Intensivpflege handelt, mein Sohn stellt nämlich ausschließlich examinierte Kräfte ein, und solche mit einer Weiterbildung, die sich wirklich bestens auskennen und er arbeitet nicht mit ungelernten Kräften. Es gibt aber auch noch andere Intensivpflegedienste, nicht daß DU meinst, daß ich hierfür Reklame machen möchte. Es geht lediglich darum, daß es einen Unterschied gibt, ob jemand nur gewaschen und gepflegt werden muß, oder ob so eine schwerte Erkrankung Grundlage ist. Für einen alten und behinderten Patienten mag der allgemeine Pflegedienst ausreichend sein, für einen Patienten mit einer häuslichen Beatmung eignet sich ein Dienst der Pflegeexperten für häusliche Beatmung angestellt hat,bevor jetzt einer schreit: Wir können das auch.- Die Fachweiterbildung zu Pflegeexperten für häusliche Beatmung und häusliche Intensivpflege ist sehr wertvoll für den Patienten der diese benötigt). Die werden auch im Vorfeld dafür sorgen, daß die Ressourcen für eine häusliche Intensivpflege bei der Entlassung vorliegen werden. herzlichst Fearn
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Woran es liegt, wird dir hier niemand beantworten können. Da ist der behandelnde Arzt zu befragen. Es scheint hier mehr vorzuliegen als nur eine Lungenentzündung und eine Fraktur des Fußgelenkes.
    Der Mann wird sicher auch in der Häuslichkeit weiter von einem Arzt behandelt. Dieser wird der Ehefrau sicher auch Auskunft geben können.

    Eigentlich wird niemand aus dem KH rausgeschmissen, der noch therapiert werden muss. Hier scheint die Therapie beendet zu sein. Eine Sauerstoffpflicht ist keine Indikation für eine Verlängerung des Krankenhausaufenthalts.

    Das jemand anch einem längeren Krankenhausaufenthalt geschwächt ist, liegt wohl im Bereich des Normalen.

    Elisabeth
     
  4. Dirk Jahnke

    Dirk Jahnke Poweruser

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    Moin YvLi

    Natürlich wirst du hier keine Antwort finden , aber folgende Fragen kamen mir in den Sinn :


    • Warum wurde keine Rehabilitation eingeleitet - 43 Jahre sprechen doch absolut dafür und eher gegen eine direkte Entlassung.
    • Gibt es Vorerkrankungen.
    • Ist ein Pulmologe eingeschaltet ?
    • Gibt es eine Diagnose für das Atemnotsyndrom ?
    • wurde er intensivmedizinisch betreut / beatmet
    • resultiert aus der "allg. Schwäche" alles weitere (erinnert mich an eine critical illness Polyneuropathie ?)

    Ich möchte auf diese Fragen keine Antworten haben! Nur würde ich sie in meinem privaten Umfeld in den Raum werfen.
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Intensivüberwachung
    Ich denke auch, hier steckt viel mehr hinter als nur Fraktur und Pneumonie.

    Elisabeth
     
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