Organisieren oder nicht organisieren, das ist hier die Frage...

Dieses Thema im Forum "Rund um Tarif- und Arbeitsverträge" wurde erstellt von DennisV80, 30.06.2015.

  1. DennisV80

    DennisV80 Newbie

    Registriert seit:
    30.06.2015
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Funktion:
    Fachkrankenpfleger Anästhesie und Intensivpflege
    Hallo Leute,

    durch eine kürzlich geführte, hitzige Debatte, stehe ich an einem Punkt, wo ich mich frage, ob ich unter großer Politikverdrossenheit leide, oder doch meinen Gedankengängen trauen kann.
    Für mich stellt sich nicht die Frage nach richtig oder falsch, ich möchte mich gern austauschen und vielleicht auch noch was dazu lernen.

    Ich habe vor einem halben Jahr die Fachweiterbildung Intensivpflege / Anästhesie mit Bravour bestanden, arbeite im Bereich Anästhesie und bin natürlich, wie viele andere mit meinem Gehalt einigermaßen unzufrieden.
    Ich finde es nicht in Ordnung, in meiner Gruppe 9a exakt das selbe zu verdienen, wie jemand, der die zwei Jahre FWB nicht gemacht hat. Immerhin bin ich besser ausgebildet und erkenne und vermeide Komplikationen bei Schwerkranken eher, als jemand ohne FWB. Das erspart meinem Arbeitgeber Zeit und Kosten bei der Behandlung.
    Im Gegensatz zu meinen Kollegen auf der Intensivstation bekomme ich dafür noch nicht einmal die "Intensivzulage", obwohl wir das selbe Klientel bedienen.
    Im Vergleich zu jungen, schlecht ausgebildeten Assistenzärzten, denen wir Pflegenden oftmals in den ersten Jahren Anleitung und Einarbeitung geben ( und deren Oberärzte sich zunehmend darauf verlassen, daß wir das tun und sich selbst zunehmend daraus halten...! ) ist mir die finanzielle Kluft dorthin deutlich zu hoch ( ca. 800-1000 € Unterschied zwischen 9a/5 und Ärzten im ersten Jahr ).
    Jetzt fragt man mich zu recht, warum ich als engagierter Mensch nichts dagegen mache, so könnte ich mich doch in der Ver.di organisieren und den Kampf aufnehmen ?!
    Doch so sehr ich auch darüber nachdenke, fällt mir, in meiner Position, überhaupt kein guter Grund ein, mich dort einzureihen und eine Gewerkschaft zu stärken, in denen ich meine Interessen nicht wiederfinde. "Ist doch für Dienstleister", ja richtig, aber ich gehöre aus meiner Sicht nicht mehr der Berufsgruppe der breiten Masse an, sondern ich bin der Meinung, daß ich nun einer pflegenden Minderheit angehöre, deren Interessen in der Ver.di nur eine untergeordnete Rolle spielen. Bevor wieder Stellungskriege ausbrechen, wer sich wie zugehörig fühlt : Eine examinierte Krankenschwester ist mir nicht weniger wert, doch ich fühle mich aufgrund der finanziellen Gleichbehandlung bei höherer Qualifikation schlechter gestellt. Deswegen möchte ich die Fachweitergebildeten hervorheben um ihre Interessen zu schützen.
    Meine Grundannahme besteht darin, daß Ver.di überhaupt kein Interesse hat, die Fachweitergebildeten zu stärken, weil das gleichzeitig bedeuten würde, die normalen Krankenschwestern nicht zu stärken, und das kann sich eine an Mitgliederschwund leidende Gewerkschaft nun einmal nicht leisten, den Kern nicht zu stärken.
    Jeder hat Verständnis, daß unterschiedliche Berufsgruppen einmal ins Zentrum der Aufmerksamkeit geraten : Erzieher, Post, etc., überall gibt es mal Zustände zu verbessern. Doch wenn die Pflege dran ist, kann man nur für alle das gleiche rausschlagen und nicht einen kleinen Teil dieser Gruppe bevorzugen, was aber aus meiner Sicht mal nötig wäre.
    Normalerweise würde ich an dieser Stelle jetzt sagen, daß die Fachweitergebildeten eine eigene, kleine Gewerkschaft braucht und nicht nur eine Unterbringung in einer Pflegekammer oder einem Pflegeverband, um ihre Interessen durchzusetzen. Immerhin sitzen diese am Kern der Gelddruckerei in Krankenhäusern und könnten enormen Druck ausüben. Doch das wäre "natürlich" (Vor allem aus Sicht der Ver.di ) unsolidarisch, weil es bedeuten würde Mitglieder zu verlieren, die eigentlich zahlenmässig für sie wichtig wären, aber auch, weil diese auch enormen Druck für ihre anderen Mitglieder ausüben können.
    Unsolidarisch zu sein, finde ich ein Stück weit aber auch nicht schlimm. Ich glaube nicht, daß es eine moralische Verpflichtung gegenüber anderen Interessengruppen gibt, wenn man eigentlich nur benutzt wird um das Rückgrat zu stärken.
    Selbst eine Gewerkschaft zu gründen wäre also tatsächlich eine Option, aber vielleicht ist auch das Risiko zu hoch, damit vor die Wand zu laufen. Wer bekommt schon Garantien, aber wenn das scheitert, ist man der unbeliebteste Fachkrankenpfleger Deutschlands und ich als Arbeitgeber würde mich hüten mich einzustellen. Zudem kommt noch, daß ich kluge Verbündete brauche, weil ich zwar ein super Anästhesiepfleger bin, aber von Politik und Gewerkschaftsarbeit nicht genug verstehe um die Sache ins Rollen zu bringen. Ich kenne niemanden, der die Absicht hätte, mir dabei zu helfen und mit mir Verantwortung zu übernehmen. Ich wäre mir sicher, daß sich ein Großteil der Fachkrankenpflegenden in der "neuen Gewerkschaft" einschreiben würden, aber nur, wenn sie schon fertig ist und gezeigt hat, daß sie was kann. Tja, ganz schön schwierig und keine Idee wie es gehen soll.

    Also stehe ich wieder in der Ausgangslage. Die Ver.di hilft mir nicht, was selber machen ist zu schwierig. Aber beschweren darf ich mich eigentlich auch nicht, weil ich bin ja kein aktives Gewerkschaftmitglied und eigentlich nur schäbiger Nutznießer des TVÖD ( Als hätte man eine echte Wahl in TVÖD geführten Krankenhäusern.). Ich rege mich auf, werde wütend, streite mich mit Verdiranern und muss mich plötzlich für meine Haltung verteidigen und rechtfertigen. Ein elendes Dilemma. Viel Energie die verpufft, die ich eigentlich sinnvoller einsetzen könnte, wenn ich nur wüsste für was. Jeder von uns will doch immer das gleiche : Bessere Arbeitsbedingungen und finanzielle Anerkennung. Ohne die sind wir auch in der Öffentlichkeit nur die Arschputzer am Ende der Ernährungskette.
    Wenn ich den Streit also nicht gewinnen kann und für meine jetzige Position nichts rausschlagen kann, was soll ich da also machen ?
    Nichts ist keine Option, sondern eine Konsequenz
     
  2. pflegekraft87

    pflegekraft87 Stammgast

    Registriert seit:
    30.06.2011
    Beiträge:
    208
    Zustimmungen:
    3
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Akt. Einsatzbereich:
    innere medizin
    Also im AVR Tarifvertrag und meines Wissens auch im Tvöd sind "Fachweitergebildete" in einer höheren Stufe als der "normale Guk". Deswegen wundert es mich ein wenig das deine "0-8-15" Kollegen auch in 9a eingruppiert sind, vorallem warum du keine Intensivzulage bekommst.
    Zu dem Thema Ärzte: Überleg mal wie lange es dauert bis ein Arzt mal anfängt Kohle zu verdienen?! Er macht Abi mit 19 studiert 6-7 Jahre ohne einen cent zu verdienen bzw. muss für sein Studium noch bezahlen.
    Du hingegen kannst mit 16 deinen Realschulabschluss machen, direkt in die Ausbildung gehen und fängst sofort an Geld zu verdienen. Jetzt überleg mal wie lange es dauert bis der Doktor dich gehaltsmäßig eingeholt hat!!
    Wie wolltest du denn mit ner Handvoll "Fachweitergebildeten" irgendwie Druck auf deinen Arbeitgeber bzw. auf die Verbände machen?
    Wenn du das System ungerecht findest mach dich selbstständig, dann kannste Stundenlöhne von ca 45euro aushandeln und hebst dich von der Masse ab.
     
  3. DennisV80

    DennisV80 Newbie

    Registriert seit:
    30.06.2015
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Funktion:
    Fachkrankenpfleger Anästhesie und Intensivpflege
    Sobald man in einem Funktionsbereich, zum Beispiel OP, arbeitet, bekommt eine Krankenschwester nicht mehr 7a sondern 8a. Erst mit der Fachweiterbildung steigt man in 9a auf. Für jemanden, der die FWB sehr früh machen kann, ist es schon ein kleiner Gewinn, jedoch wird am Ende der Tabelle deutlich, daß die Entgelder am Ende ( 9a/5, bzw 8a/6 ) exakt die selben sind. Die Intensivzulage ist natürlich auch genau definiert. Die bekommt man nach Aussage eines Kollegen nämlich nur dann, wenn man Intensivpflichtige Patienten pflegen muss. Allein der Umgang mit zum Beispiel Katecholaminpflichtigen, beatmeten Patienten erfüllt die Vorraussetzung nicht.

    Zum Thema Ärzte bin ich da völlig anderer Meinung als Du. Natürlich haben die einen anderen Werdegang und müssen mehr verdienen, schließlich, und das ist ja auch ein führendes Argument der AG, tragen diese die VERANTWORTUNG. Wir pflegenden haben ja keine Verantwortung ( Und vor dem Gesetz ist das ja auch leider korrekt ). Nichtsdestotrotz ist allein der Werdegang für mich aber noch kein Grund generell besser bezahlt zu werden, sondern für mich sind Leistung und Qualifikation entscheidende Merkmale. Das wird natürlich nicht berücksichtigt. Wenn ein Assistenzarzt nach einem oder zwei Jahren deutlich mehr verdient als eine Krankenschwester mit FWB finde ich das legitim. Doch welcher Arzt kommt schon im ersten Jahr mit seinen Kenntnissen und Fähigkeiten an eine erfahrene Intensivschwester dran ?! Selbst im besten Fall liegen dazwischen Welten. Also warum sich Lohntechnisch nicht an jungen Ärzten orientieren, statt "nach unten" ?!

    Der Druck der Fachweitergebildeten liegt für mich auf der Hand. Diese arbeiten nämlich an der Geldmaschine eines jeden Krankenhauses : dem OP. Auch OP-Schwestern sind (zumeist) fachweitergebildet. Zusammengeschlossen im OP streiken bedeutet keine Operationen und somit kein Geld für den AG ( Mal von Notfällen abgesehen ). Ebenso auf der Intensivstation. Kein Personal, keine Betten, keine Übernahme von schweren OP's, kein Geld. Auf den Normalstationen ist der Druck deutlich geringer, weil dann eben nur die Patienten drunter leiden, wenn sie ihr Essen nicht rechtzeitig bekommen oder nicht versorgt werden können. Der Druck auf den AG ist da eben nur indirekt und längst nicht so stark.
    Die FWB sind da ähnlich wie die GDL, die sitzen auch am Kern und konnten enormen Druck ausüben !

    Sich selbstständig machen und Stundenlöhne bei 45,- € hört sich toll an. Du bedenkst aber auch, daß Du Dich dann noch komplett selbst versichern musst ? Rente, KK, usw. das sind Bruttolöhne ! Am Ende bleibt Dir auch nur Krankenhaushopping und unstete Arbeitsverhältnisse bei kaum höheren Lohn !
     
  4. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

    Registriert seit:
    10.03.2011
    Beiträge:
    1.306
    Zustimmungen:
    159
    Aber die Kollegen ohne FWB bilden doch auch die jungen Ärzte mit aus.

    Den Bewährungsaufstieg gibt es ja nicht ohne Grund.
    Gleiches Geld für gleiche Arbeit.

    Ich kann nach ein paar Jahren Berufserfahrung keinen Unterschied bei den Kollegen sehen. Es gibt Idioten sowohl mit als auch ohne FWB.

    Grundsätzlich hast Du natürlich Recht, das zu wenig verdient wird. Aber solange wir Kostenträger und keine Leistungsträger (wie die Ärzte) sind, wird sich daran nichts ändern.
     
  5. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    04.09.2004
    Beiträge:
    10.445
    Zustimmungen:
    215
    Beruf:
    Krankenschwester, M.A. Pflegewissenschaft, Dozentin
    Akt. Einsatzbereich:
    Palliativstation, Bildungszentrum
    Funktion:
    Praxisanleiterin, Bachelor of Nursing, M.A. Pflegewissenschaft
    Ohne die Qualität der Fachweiterbildung in Abrede stellen zu wollen: Hast Du einen Beleg für diese Behauptung? Die mir bekannten Studien belegen lediglich, dass sich Akademiker in der Pflege positiv auf die Genesung und Komplikationsrate auswirken. Das sind jedoch Studienergebnisse aus dem Ausland und nicht ohne Weiteres auf Deutschland übertragbar.

    Hat man den Abstand zwischen den Fachweitergebildeten und den Kollegen "nur" mit Berufserfahrung (inklusive der Wirtschaftlichkeit, wenn Du das Thema schon ansprichst) tatsächlich mal wissenschaftlich überprüft? Wenn man Patricia Benners Stufenmodell der Pflegekompetenz betrachtet, funktioniert der Aufstieg zum Pflegeexperten ausschließlich über die berufliche Erfahrung und kann nicht in einer Fachweiterbildung erworben werden.

    Wenn ich mir das Schicksal der BIG, vormals Gewerkschaft Pflege, ansehe, dann sehe ich schwarz für die Gewerkschaft Intensivpflege. Ob Intensivler sich häufiger politisch engagieren als die normale Feld-Wald-Wiesen-Krankenschwester müsste man auch mal statistisch erfassen, aber klar ist: Nur fünf bis zehn Prozent unserer Berufsgruppe sind überhaupt irgendwo drin; sonderlich viele Intensivpfleger können also auch nicht Mitglied in der Gewerkschaft oder in einem Berufsverband sein.

    Wenn Du Dich ausschließlich für die Intensivpflege engagieren willst - was vollkommen legitim ist - hättest Du vielleicht im passenden Berufsverband eine Möglichkeit, Deine überschüssige Energie nutzbringend einzusetzen: http://www.dgf-online.de/ Aber wenn es Dir nur um eine monetäre Verbesserung geht, wird Dir das nichts nutzen.
     
    #5 -Claudia-, 01.07.2015
    Zuletzt bearbeitet: 01.07.2015
  6. DennisV80

    DennisV80 Newbie

    Registriert seit:
    30.06.2015
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Funktion:
    Fachkrankenpfleger Anästhesie und Intensivpflege
    Das ist ja der Witz an der Sache : Das muss ich gar nicht belegen ! Wer muss schon belegen, daß seine Qualifikation tatsächlich zu irgendetwas führt ? Man hat die Fachweiterbildung gemacht, damit ist man rechtlich qualifiziert und man erwartet, daß ich Dinge in der Spezialisierung besser beherrsche und das angesprochene Patientenklientel besser ( =effektiver, und somit auch wirtschaftlicher ) behandeln kann.
    Nenn mir einen Arzt der sich zunächst mit seiner erworbenen Qualifikation beweisen muss. Der hat seine Approbation und somit wird die Qualifikation erwartet und er wird danach vergütet. Ob er nun sein Geld wert ist oder nicht !

    Da gebe ich Dir natürlich recht, das entspricht auch dem Bild, daß ich vom Organisationsgrad in unserem Haus habe. Aber ich kann das auch nachvollziehen. Mir fällt eben keine wirkliche Option ein, die meine monetären Interessen als FWB-Pfleger wirklich vertreten. Klar bekommt man den obligatorischen "Inflationsausgleich" wie alle anderen auch, doch ein wirkliches Interesse an der Verbesserung der Position finde ich dort (zumeist Ver.di) nicht wieder.
    Deswegen ist es meine These, daß der Organisationsgrad der FWB sich dramatisch verbessern wird, wenn deren Interessen in den Mittelpunkt rücken würden, und sei es durch eine neu gebildete Alternative.
    Soweit ich weiß gab es irgendwo im Osten ein Krankenhaus, wo sich die Funktionsdienstler zusammengetan haben und für sich im Haustarifvertrag eine Stufe 9a/6 (die eigentlich nicht existent ist) rausgehandelt haben nach massiven Druck. Finde den Link dazu gerade nicht, tut mir leid.

    Über diesen Post musste ich erst mal nachdenken, weil ich denke, daß das auch eine sehr verbreitete Meinung ist.
    Ich finde es schwierig zu begreifen, wie man sein Rollenverständnis (in der Pflege) so selbstverständlich unterordnet und den AG-Interessen relativ kritiklos zuspielt. Für mich war immer klar, daß es ein politisches und wirtschaftliches Interesse daran gibt, die Pflegenden ständig darauf hinzuweisen, daß sie ja "Kostenträger" sind und keine "Leistungsträger". Wenn man das lange genug sagt, dann glaubt man das am Ende selbst. De facto stimmt das ja leider so in unserem DRG-System, doch in der Praxis sind wir nach meiner Meinung zu deutlich höheren Anteilen an der Behandlung des Patienten verantwortlich ( Wenn man das zum Beispiel einfach am Zeitaspekt festmachen will: Wie lange sieht ein Arzt im Durschnitt den Patienten und was macht er dann und im Gegenzug, wie sieht es bei einer Krankenschwester / Intensivschwester aus ).
    Das Gesundheitssystem basiert mitlerweile nur noch aus Verantwortlichkeiten und danach fließt das Geld. Krankenschwestern sind ja "zu doof" um Verantwortung zu übernehmen, deshalb können wir sie ja auch schlechter bezahlen und sagen ihnen immer wieder wie wertlos sie sind und daß "ausreichende Pflege" das Maß der Dinge ist. Zum Thema gleiches Geld für gleiche Arbeit sage ich nur, daß du der Fachweiterbildung damit jegliche Existenzberechtigung abschreibst. Wenn man wirklich denkt, daß man eine gleiche Arbeit ( zum Beispiel die Pflege eines Intensivpatienten ) mit und ohne Fachweiterbildung genauso macht ( oder machen könnte...), dann wäre es ja auch egal, ob man sie hat oder nicht.
    Als Gegenargument bringe ich hier zum Beispiel die Tendenz der Krankenhäuser, ihre Pflegenden bei der Fachweiterbildung zu unterstützen, bzw die Kosten dafür teils komplett zu tragen, wie es in meinem Fall so war. Da diese Ausbildung tausende Euro pro Teilnehmer kostet, wäre es doch dumm vom AG, diese zu tragen, wenn es dafür keinen Grund gibt. Ich glaube schon, daß der AG genau weiß, daß es sich dabei im Grunde um einen Vorteil für ihn handelt. Er bezahlt die FWB, dafür bekommt er eine Top ausgebildete Pflegekraft, die erstens nichts mehr kostet, als vorher, und zweitens warscheinlich auch noch für erhebliche Liegezeitenreduzierung sorgt, sofern es möglich ist.

    Doch eigentlich wollte ich nocheinmal das Ausgangsthema aufgreifen, warum ihr denkt, daß es sich trotzdem lohnen würde, zum Beispiel als Intensivkraft in die Verdi einzutreten. Ich möchte mich gern darüber austauschen, welche Argumente dafür oder dagegen sprechen, ob ich mit meiner Haltung Aspekte nicht berücksichtigt habe, usw.
    Wie steht ihr diesem Thema gegenüber. Ich finde es derzeit eben nicht selbstverständlich sich zu organisieren, weil ich den Sinn darin nicht erkenne.

    Auf jeden Fall freue ich mich über den derzeitigen Diskussionsverlauf !
     
  7. Resigniert

    Resigniert Stammgast

    Registriert seit:
    27.12.2012
    Beiträge:
    377
    Zustimmungen:
    30
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Innere Medizin
    Wenn ganz viele Intensivkräfte in Ver.di eintreten hat Ver.di auch ein Argument, für diese einzutreten. Warum soll sie die Interessen für z.B.100 Leute vertreten? Evtl. kennt Ver.di ja auch die Problematik nicht, wenn diese Kräfte sie nicht schildern, da sie nicht in der Gewerkschaft sind.
    Ohne genügend Intensivkräfte als Mitglieder ist Ver.di auch nur ein Papiertiger.
    Die Gewerkschaft macht doch, aber ohne Kranken/Altenpflegekräfte als Mitglieder?
    Warum nach einer neuen Gewerkschaft schreien, die schon bestehende auffüllen und so schlagfähig machen!
     
  8. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

    Registriert seit:
    27.01.2008
    Beiträge:
    588
    Zustimmungen:
    51
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpfleger; MKDA
    Akt. Einsatzbereich:
    MCO
    Funktion:
    Sicherheitsbeauftragter, BR
    Zum einen wird das Geld nicht durch das Personal erbracht sondern der Patient bringt das Geld. Zum anderen ist es natürlich einfacher das Budget den Ärzten zuzuordnen da sie Ihre Leistungen anhand der OPS abbilden können, was die Pflege ja bekanntlich nicht machen kann/will. Von daher sieht es von aussen her immer so aus dass ein Arzt mehr Leistung erbringt als die Pflege. Weiterhin bin ich @Resigniert's Meinung.
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Verdi hat das Problem, dass ihr Fachkompetenz mehr oder weniger egal ist. Das mag daran liegen, dass eben keine Pflegefachspezialsten die Pflege verteten. Eine Lösung wäre eine Kammer, die entsprechend vorgibt, welche Quali welche Kompetenzen mitbringt. Das ist aber bei einer AG-orientierten Gewerkschaft (sieh aktuell die Abschlüsse für die Erzieher) nicht gewollt.

    Sehr schön kann man das auch an der Argumentation von SPD/Verdi gegen die Kammer ablesen. Da tauchten in Berlin solche Aussagen auf, wie: die Kammer spaltet die Pflege in Fach- und Hilfskräfte weil sie nur Fachkräfte aufnehmen würde.

    Alle machen Alles- ist nun mal ein deutsches Pflegeverständnis, dass Folgen hat. Vor allem im Lohnsektor. Qualifikation wird monitär nicht gewürdigt. Die Akademiker am Bett können da ein Lied von singen.

    Elisabeth

    PS Pflege bildet keine Ärzte aus. Das sich manche in der Rolle sehen, ist was anderes.
     
  10. DennisV80

    DennisV80 Newbie

    Registriert seit:
    30.06.2015
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Funktion:
    Fachkrankenpfleger Anästhesie und Intensivpflege
    Stimmt die Aussage "Alle machen alles" wirklich so ? Aus meiner Sicht macht die Pflege leider lange nicht genug, nämlich nicht die Dinge, die Geld durch Übernahme von Verantwortung bringen könnten. Da lassen sich die Ärzte schon nicht die Butter vom Brot nehmen...

    Genau das folgt ja auch der Debatte, die ich kürzlich hatte. Diese Argumente brachte mein Gegenüber auch und ich verstehe es nicht. Es kommt mir vor wie eine Metzgerei, die ich betrete, und nach Brötchen frage. "Haben wir zwar nicht, aber wenn nur genug Leute danach fragen, backen wir eben auch Brötchen." Aber sind die Brötchen dann noch genau so gut wie vom Bäcker ?..Hmmmm !
    Mir kommt es nur wie ein K.O.-Argument vor, die "Schuld", das nichts wichtiges für den einzelnen (oder eine Minderheit) durchgesetzt wird, auf jeden einzelnen abgewälzt wird und ihm auch noch die Moralkeule der Unsolidarität ( Woher stammt der Begriff nochmal ???? ) um die Ohren gehauen wird.
    Um es nochmal deutlich zu sagen, mir wurde konkret das Versagen der Gewerkschaft Ver.di(ob nun generell oder in einem konkreten Fall war offen) als persönlicher Vorwurf gemacht, weil ich mich nicht darin organisiert habe, obwohl ich ja offen Forderungen an meine Bezahlung stelle.
    Schlimmer noch. Man (der Personalrat) verweigerte mir sogar die Auskunft über einen bestimmten Umstand ( Willkür im öffentlichen Dienst, kommunal, bei einer Gruppe von Kollegen, die gemeinsam nach einem verkürzten Stufenaufstieg fragten. 2 von 6 bekamen den Stufenaufstieg, die anderen haben "....Pech gehabt".), weil er der Auffassung war, daß ich kein Anrecht auf diese Fragestellung hätte, da ich nicht organisiert wäre.
    Ich finde diese Haltung selbstgefällig und in hohem Maße ausgrenzend.
    Es wird also ernsthaft von mir verlangt, daß ich mir eine neue Arbeitsstelle suche, die nicht TVÖD gebunden ist, damit ich mir als nicht organisierter Mitarbeiter den Vorwurf der Nutznießerei ( Schmarotzerei ! ) nicht mehr gefallen lassen muss. Ist es ernsthaft soweit gekommen ? Für mich klingt das stark nach Kartell und "Monopol".....
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Alle machen alles in der Pflege- egal welche Quali. Da erhebt der Azubi die Pflegeanamnese. Die ausgebildete Pflegehilfskraft schreibt die Pflegeplanungen. FSJler und Bufdi hängen Infusionen ab. Der medizinische Pflegepraktikant hängt die Infusionen an. ... Lässt sich endlos fortführen. Und jetzt bitte nicht mit dem Personalmangel argumentieren. Eines von beiden geht nur: Anerkennung der Fachqualifikation oder Alle machen Alles.

    Elisabeth
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Gibt der Bäcker die Brötchen raus, ohne das man seine Taler über den Tresen schiebt? Wieso kommt man auf die Idee Anrecht auf eine Leistung zu haben, die man nicht bezahlt hat? Ein typisches Problem der Pflege: Fordern, dass "die da oben" es regeln sollen. Die Zeit der Mutter Oberin ist vorbei. Und Verdi tut zwar nicht selten so, als wolle sie die Position einnehmen... aber wenn genug selbstbewusste Mitglieder der Führungsetage der Gewerkschaft klar machen, dass es so net geht... . Würde aber wieder bedeuten: man müsste Beiträge zahlen. Das ist Pflege nun mal nicht zumutbar. Oder doch?

    Elisabeth
     
  13. Resigniert

    Resigniert Stammgast

    Registriert seit:
    27.12.2012
    Beiträge:
    377
    Zustimmungen:
    30
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Innere Medizin
    @DennisV80, um eine Vereinsleitung zu bekommen, muss man im Verein sein. Du wirst auch nicht Schützenkönig ohne im Verein zu sein, der Mieterbund ist auch nur an Auskünfte und Hilfestellung für Mitglieder zuständig, der ADAC hilft nur Mitgliedern umsonst - aber Ver.Di soll?
    Ein Betriebs/Personalrat/MAV ist was anderes - da bist du als Betriebsangehöriger ja im Verein drin. Aber selbstverständlich kannst du dann NICHT den kostenlosen Rechtsbeistand der Gewerkschaft in Anspruch nehmen.
    Von nichts kommt nichts :weissnix:
     
  14. DennisV80

    DennisV80 Newbie

    Registriert seit:
    30.06.2015
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Funktion:
    Fachkrankenpfleger Anästhesie und Intensivpflege
    Die Frage dabei ist nur, wer zieht die Grenzen zwischen PR und Gewerkschaft, bzw. wo liegen die genau ?! Ist der PR nicht in erster Linie PR und dann Gewerkschaft ? Wer hat welche Zuständigkeiten ?
    Kann ein PR eigentlich eine PR-Tätigkeit übernehmen, wenn seine Gewerkschaftsarbeit da mit reinfließt ?

    Nichtsdestotrotz lese ich immer wieder die selben Argumente. Verdi ist eine Leistung, für die muss man Mitglied sein, wenn ich es nicht bin, kann ich auch nichts erwarten. Soweit so gut.
    Aber gibt es denn keine besseren? Bisher hat mich davon noch nichts überzeugt, daß es in meiner Position wirklich eine gute Idee wäre, Ver.di Mitglied zu sein. Ich erwarte natürlich keine Werbung, aber ich wäre neugierig auf stärkere Argumente, die ich nicht berücksichtigt habe...
     
  15. Resigniert

    Resigniert Stammgast

    Registriert seit:
    27.12.2012
    Beiträge:
    377
    Zustimmungen:
    30
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Innere Medizin
    ein PR ist für alle Personalangehörigen zuständig, unabhängig von Gewerkschaftsmitgliedschaft,
    Ein PR muss ja nicht mal selbst Gewerkschaftler sein.
    Er ist einfach nur eine vom Personal gewählte Vertretung und hat eben die Aufgabe zwischen AG und AN zu vermitteln.
     
    supetrosu gefällt das.
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Bessere? Was schwebt dir vor? Eine Gewerkschaft á la Marburger Bund? Vergiß es. Zu viele denken wie du: ich will mich nicht organisieren. Das sollen die anderen machen. Ich möchte nur partizpieren.

    Und nach dem Tarifeinheitsgesetz ist es eh unsinnig eine Gewerksckaft zu gründen, die nicht mehr Mitglieder als Verdi vorzuweisen hat. Der SPD sei dank. Damit wird der Dienstleistungssektor verscherbelt. Birske ist halt kein Weselsky.

    Elisabeth
     
  17. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    04.09.2004
    Beiträge:
    10.445
    Zustimmungen:
    215
    Beruf:
    Krankenschwester, M.A. Pflegewissenschaft, Dozentin
    Akt. Einsatzbereich:
    Palliativstation, Bildungszentrum
    Funktion:
    Praxisanleiterin, Bachelor of Nursing, M.A. Pflegewissenschaft
    Der Arzt hat eine Approbation, die GuKP die staatliche Prüfung, Du die abgeschlossene Fachweiterbildung. Nach diesem Abschluss und den Jahren der Betriebszugehörigkeit errechnet sich die Vergütung. Mit welcher Note z.B. die staatliche Prüfung abgeschlossen wurde, ist hier uninteressant; der Einser- und der Vierer-Kandidat erhalten das gleiche Geld. Es gibt die Probezeit, um die Qualifikation unter Beweis zu stellen, und (selten angewandt) die leistungsgerechte Vergütung für außergewöhnliches Engagement, aber damit hat es sich im TVÖD. Kein Grund, die Berufsgruppe der Ärzte zu kritisieren.

    Wenn Du jedoch im Eingangspost damit argumentierst, dass Du durch Deine Fachweiterbildung leistungsfähiger bist und Deinem Arbeitgeber dadurch finanzielle Vorteile bringst, und deshalb deutlich mehr Geld haben willst als die Kollegen, die ohne Fachweiterbildung in der gleichen Position arbeiten, dann musst Du diese Behauptung belegen können. Im Augenblick mutmaßt Du nur.

    Seit wann hast Du die Fachweiterbildung abgeschlossen? Inwiefern hatte sich dies auf die Liegedauer auf Deiner Station ausgewirkt? An diese Daten solltest Du eigentlich ohne großen Aufwand herankommen können. Wäre natürlich weit entfernt von einer repräsentativen Stichprobe, aber Du hättest eine ersten Hinweis darauf, dass Deine Hypothese zutrifft.
     
  18. DennisV80

    DennisV80 Newbie

    Registriert seit:
    30.06.2015
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Funktion:
    Fachkrankenpfleger Anästhesie und Intensivpflege
    Da bin ich anderer Meinung.
    Zum einen möchte ich noch einmal betonen, daß ich die Berufsgruppe Ärzte nicht kritisiere, sondern vergleiche. Warum sollte ich meine (zugewonnene) Leistungsfähigkeit beweisen, wenn Ärzte das nicht müssen ? Wieviel Unterschied liegt zwischen einem Arzt und einem Facharzt ? Manchmal mehr manchmal weniger, aber sobald sie die Qualifikation Facharzt erreichen, werden sie pauschal besser vergütet. Das gleiche nehme ich für die Pflege in Anspruch. Ich habe mit der FWB die bessere Qualifikation, also sollte ich mehr Geld bekommen. Ich glaube wirklich, daß es so einfach ist, wie es sich anhört.
    Warum sollte ich mich selbst kritischer behandeln und die tatsächliche Leistungsfähigkeit hinterfragen, wenn es nicht üblich ist und ich mir auch noch selbst damit schade ? Leuchtet mir nicht ein.

    Zum anderen ist die von Dir angestrebte Beweisführung extrem schwierig, da ich mich nicht mit mir selbst vor der FWB vergleichen kann. Außerdem ist auch nicht immer klar, ob eine Liegezeitverkürzung bei einem bestimmten Patienten X möglich wäre oder nicht.
    Wenn ich nur die durchschnittliche Liegedauer auf der Station vergleiche mit vor meiner Ausbildung und danach, braucht man konstante Bedingungen, wie gleiches Personal, gleiches Klientel, unveränderte Arbeitsbedingungen, etc. In einem Zeitraum von >= 2 Jahren sehr schwierig.
    Man kann aber die Liegezeiten auf einer Intensivstation mit dem allgemeinen Grad an fachweitergebildeten Pflegekräften auswerten. Immerhin gibt die DIVI 2011 die Empfehlung, daß mindestens 30% der Pflegekräfte auf einer INT mit Fachweiterbildung sein sollten.
    Hier nochmal die Frage : Wenn der Unterschied zwischen FWB und nicht FWB trivial sein sollte, warum dann die Empfehlung ?

    Und hier kommen wir zu der bitteren Quintessenz : Der Arbeitgeber weiß ganz genau, daß es keine guten Zahlen und Belege für diese Forderung nach mehr Geld für FWB gibt ! Deshalb gibt es ja auch keinen Druck von unten, weil man es nicht belegen kann. Nicht mal Du ( Pflegewissenschaft, Dozentin, etc. ) glaubst, daß meine Forderung zu etwas führen könnte, weil man es nicht belegen kann oder es noch nicht ausreichend hat !
    Es ist natürlich auch so, daß man unterstellen kann, daß es volle Absicht ist, derartige Studien nicht zu machen, weil das ein für den AG günstiges System zum Kippen bringen würde. So wird das nie was mit leistungsgerechter Vergütung !

    Moment mal, das habe ich nie behauptet. Ich habe nur gesagt, daß ich nicht sehe, wo ich mich organisieren kann um meine Interessen adäquat vertreten zu wissen. Ich habe gesagt, daß ich nicht der Meinung bin, daß die Ver.di dafür eine gute Lösung ist, sondern im Gegenteil, meine Interessen schwächen würde.
    Marburger Bund ist tatsächlich genaus interessant wie die GDL : Beide haben eine kleine, aber wichtige Interessengruppe vertreten und unfassbare Konditionen rausgeschlagen. Die Ärzte hätten bei der Ver.di niemals eine solch gute Position bekommen, wie sie jetzt haben. Das gleiche gilt für die Lokführer.
    Darum sag ich ja, das Konzept einer Gewerkschaft für die Fachweitergebildeten könnte wirklich funktionieren ! Und wenn es sowas gäbe, wäre ich der erste der dafür auf die Straße ginge !
    Alles in allem bin ich einigermaßen verwundert, wie wenig Begeisterungsfähigkeit oder Interesse hier in diesem Thread für die Idee gekommen ist. Versteht das nicht als Vorwurf ! Jeder hat seine Überzeugungen, wie ich selbst auch. Aber entweder wird mir das Recht auf die Forderung nach mehr Kohle abgesprochen oder mir gesagt, reih dich bei den anderen ein, sonst bist du unsolidarisch.
    Seid ihr damit wirklich zufrieden ?
     
  19. spflegerle

    spflegerle Stammgast

    Registriert seit:
    13.07.2006
    Beiträge:
    267
    Zustimmungen:
    17
    Du hast dir doch deine Antwort eigentlich schon selbst gegeben:
    Allerdings hat das nichts mit Fachweitergebildeten zu tun, sondern mit dem Arbeitsort OP/Anästhesie.

    Der gerade abgelaufene Streik in der Charité war nur deshalb so effektiv, weil gerade im OP/Anästhesie-Bereich ein großer Organisationsgrad vorherrschte. Hier kann man tatsächlich ein Krankenhaus wirtschaftlich empfindlich treffen. Dadurch laufen nachgeordnete Stationen zwangsläufig leer und können problemlos ebenso bestreikt werden. In der Charité hat das 2011 zu 5 Tagen OP-Ausfall und ca 1000 leeren Betten geführt. Das damalige Motto "300 Jahre Charité - 300 Euro netto mehr" (o.s.ä.) wurde in Abstufungen mit dem Streik auch durchgesetzt.
    Beim aktuellen Streik waren am Ende nach 11 Streiktagen ca 1200 Betten leer (mehr als 1/3 der Charité), was dabei rauskommt, wird sich erst noch zeigen. Die Verhandlungen laufen nun zumindest auf konstruktivem Niveau und mit sinnvoller Zielsetzung. Ergebnisse wird man aber nicht so schnell erwarten dürfen. In die Verhandlungen schalten sich sogenannte "Tarifberater" aus allen Bereichen mit ein, wer also tatsächlichen Einfluss nehmen will, muss sich auch entsprechend engagieren und kann dann auch "vorne mitspielen".

    Um tariflich etwas zu erreichen musst du also gewerkschaftlich organisiert sein, und da gibt es nunmal nur Verdi. Und Elisabeth hat natürlich auch recht mit ihrem Hinweis auf das Tarifeinheitsgesetz. Das hat der Gauck ja heute unterzeichnet, somit ist es also erst mal in Kraft. Wird sich zeigen, ob die angekündigten Verfassungsklagen dieses Gesetz nochmal abwenden, aber falls nicht, hast du mit einer Fachkräfte-Gewerkschaft keine Chance. Es steht dir aber frei, dich aktiv in die Verdi-Gewerkschaftsarbeit einzubringen und in deinem Haus eine starke Gewerkschaftsgruppe mit aufzubauen.
    Nur mit Gewerkschaften werden Tarifverträge verhandelt.

    Wenn du dich allerdings aus dem ganzen raushalten willst, dann beschwere dich auch nicht, denn dann kannst du keinerlei Einfluß auf deinen Tarif nehmen.

    Gruß spflegerle
     
  20. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Eine eigene Gewerkschaft... träume weiter.

    Ich kann deinen Frust bezüglich Verdi voll verstehen. Wenn ich sehe, welche Interessen die Postler hatten und was sie schlussendlich bekommen haben... das hat schon was von Zuckerbrot und Peitsche.

    Um so mehr bin ich gespannt, was von den Forderungen übrig bleibt, für die die Charite-Kollegen gekämpft haben. Hier ging es ja nicht um Lohnerhöhungen.
    Wenn Verdi hier wieder versagt wie bei den Erziehern bzw. den Postlern, dann dürfte das nicht unbedingt dazu geeignet zu sein, für Verdi zu werben.

    Elisabeth
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Organisieren oder nicht Forum Datum
Wie Wundmanagement organisieren? Wundmanagement 21.06.2013
Arbeitsabläufe besser organisieren - mehr Zeit für den Patienten! Fachliches zu Pflegetätigkeiten 05.05.2011
Neuseeland Praktikum oder Arbeiten? Ansprechpartner / Institutionen und Erfahrungsberichte 30.11.2016
News Ambulant oder stationär: Ist die Pflege eine Frage der Postleitzahl? Pressebereich 24.11.2016
PDL-Weiterbildung: 400 oder 700 Stunden? Fachweiterbildung für Leitungsaufgaben in der Pflege 29.10.2016

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.