OP-Pflege - wie sieht sie konkret aus?

Dieses Thema im Forum "OP-Pflege" wurde erstellt von Elisabeth Dinse, 08.01.2012.

  1. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Die Op- Fachkräfte beschwören den großen Pflegeanteil in ihrer Branche, wenn es um den Unterscheid zwischen OTA und FS OP geht. Das macht mich neugierig. In der OTA-Ausbildung dürfte ff. net Inhalt der Ausbildung sein:

    Ich schlussfolgere nun, dass gerade diese Aspekte wichtig sind im Bereich OP-PFLEGE.

    Deshalb: was fällt da konkret an? Wie sieht denn das nun mit dem individuellen Pflegeprozess aus? Welche Pflegemodelle werden verwendet? Nach welchen Pflegekonzepten arbeitet man?

    Elisabeth
     
  2. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Hallo Elisabeth!

    Ich hatte in einem anderen Thread (OTA vs. GuK mit Fachweiterbildung OP) bereits geschrieben, dass im OP keine Pflegemodelle oder -konzepte evaluiert werden können.

    Wir haben eher Standard´s nach denen gearbeitet wird und die umgesetzt werden. Das QM ist ein Instrument, welches bei uns hohe Beachtung findet. Mit der typischen Pflege haben wir nicht viel zu tun. Wir müssen verschiedene Aufgaben erfüllen und Gesetze einhalten, wie z. B. Arbeitssicherheit, Hygienevorschriften, Medizinproduktegesetz, Dekubitusprophylaxe usw. und natürlich dürfen wir nie die Würde und Intimssphäre der Patienten außer Acht lassen.

    Ich persönlich finde den Begriff OP-Pflege unangebracht für unsere Tätigkeit. Und meiner Meinung nach sollte der OP und seine Mitarbeiter im Organigramm des Hauses direkt der Verwaltung unterstehen und ein OP-Manager würde die jetzige Pflegedirektion ersetzen.:thinker:

    Allerdings nimmt die "Pflege" während der OTA-Ausbildung einen, wenn auch kleinen Platz ein. Unsere OTA-Auszubildenden haben einen mehrwöchigen Einsatz auf Station.

    Ich hoffe, ich konnte dir ein bißchen deine Fragen beantworten.

    LG opjutti
     
  3. lusche

    lusche Poweruser

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    @Elisabeth Dinse
    Wo steht das denn? Alle Berichte, die ich bisher hier von OP-Schwestern las, sprachen von einem geringeren, aber dennoch vorhandenen, Anteil an Pflege im OP. Beispiele sind physiologische Lagerung, Wahrung der Intimsphäre und bei Operationen in LA, ist die Betreuung während der OP nicht ganz unerheblich.

    Opjuttis Einverständnis (Danke) mal vorausgesetzt kopiere ich mal dies ein
    Der OP ist ein kleiner Mikrokosmos, genau, wie die Endoskopieabteilung, das Herzkatheterlabor usw. Die Anforderungen sind einfach andere als auf Station; die verrichtete Arbeit ist nicht besser, aber auch nicht schlechter.

    Das Problem liegt mE in der Unkenntnis des Bereiches und das führt manchmal zu den wildesten Spekulationen.
    OTAs´ lernen nicht Krankenpflege nach dem hier zitierten Gesetz, sondern eben OTA.
    Da sind die Ausbildungsinhalte anders gewichtet, also rein auf den OP Betrieb ausgerichtet; die OP-pflegerelevanten Punkte dürften dort allerdings genauso Pflichtprogramm sein, wie rein OP-technische Punkte (Instrumentenkunde usw).
    Bezüglich dieser Ausbildungsinhalte kann uns opjutti sicher mehr sagen.
    VG lusche
     
  4. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Ich habe jetzt mal bei unserer OP-Schule gegoogelt und folgendes gefunden:

    Es wird nicht in Lernfeldern, sondern klassisch in Themenbereichen gelehrt.

    OTA-Ausbildung umfasst 1600 Stunden Theorie in den Bereichen:
    Berufsfachkunde, Anatomie + Physiologie, Physik + Chemie, Anästhesie + Notfallversorgung, Arzneimittellehre, Berufs-, Gesetzes- u. Staatsbürgerkunde, Krankheitslehre, spez. Krankheitslehre Chirurgie, Hygiene u. med. Mikrobiologie, Krankenhausbetriebslehre, Psychiologie + Soziologie, Sozialmedizin, Stahlenschutz, Unfallverhütung, Lern- u. Lehrmethodik.

    Praktische Ausbildung umfasst 3000 Stunden Einsätze in den OP-Bereichen:
    Viszeral, Traumatologie, Orthopädie, Gyn, Uro, Gefäßchirurgie, Neuro, Thoraxchirurgie, Plastische Chirurgie, HNO, Augenchirurgie und Kinderchirurgie.
    Darin eingeschlossen sind Einsätze in folgenden Bereichen:
    Ambulanz/Notaufnahme, Zentralsterilisation, Endoskopie und Chirugische Station.

    Das Berufsbild der Mitarbeiter im OP stellt sich so dar:
    Organisation und Koordination eines reibungslosen Ablaufes vor und nach operativem Eingriff
    Sach- und fachgerechtes Vor- und Nachbereiten von Materialien, Geräten und Instrumenten
    Durchführen und einhalten der Desinfektions- und Hygienemaßnahmen im OP
    Einhalten und durchfühen der Arbeitssicherheits- und Unfallverhütungsvorschriften
    Gerätebedienung nach Medizinproduktegesetz umsetzen
    Erstellen und Durchführen der Doku

    Desweiteren brauchen sie:
    Gute Beobachtungsgabe und Reaktionsschnelligkeit
    Konzentrationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein
    Einfühlungsvermögen in die Patienten
    Teamfähigkeit interdisziplinär
    Technische Fähigkeiten

    Karrieremöglichkeiten sind:
    Ausbildung zum Praxisanleiter, Leitung im Funktionsdienst und sogar ein Studium, nämlich:
    Bachelor of Science in Physician Assistance.

    Ich kann hier keine oder nur wenige Übereinstimmungen mit der Krankenpflegeausbildung erkennen.

    Deshalb nochmal, wie in meinem Post #2 beschrieben, OP und Pflege sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
    Wobei keiner besser oder schlechter ist und jeder Bereich seinen Beitrag zum Wohlbefinden der Patienten leistet.

    LG opjutti
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Danke. Ich sehe es gnauso. Mir ging es hier auch net um eine Bewertung, wer besser ist und wer schlechter.

    Elisabeth
     
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