Ondansetron

Dieses Thema im Forum "Pharmakologie" wurde erstellt von Sash, 12.10.2015.

  1. Sash

    Sash Junior-Mitglied

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    Hallo,

    Frage: kann man Ondansetron auch bei "normaler" Übelkeit & Erbrechen nehmen wenn Vomex und MCP nicht mehr wirklich helfen?

    LG
     
  2. FLORA.BLEIBT

    FLORA.BLEIBT Poweruser

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    unbedingt sogar...
     
  3. mary_jane

    mary_jane Gast

    Was ist denn normale Übelkeit?
    Je nach Ursache der Übelkeit kommen andere Medikamente/Maßnahmen infrage.
    Entscheiden sollte dies aber der Arzt!
     
  4. Sash

    Sash Junior-Mitglied

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    @mary_jane,

    um zu vermeiden das diese Frage aufkommt, schrieb ich normal extra in Anführungszeichen. Ondansetron gibt man ja in erster Linie bei Zytostatika-bedingter Übelkeit und Erbrechen. Und nicht z.B. bei Übelkeit & Erbrechen bei einem Norovirus. Daher die Frage!
     
  5. FLORA.BLEIBT

    FLORA.BLEIBT Poweruser

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    nee, ist so nicht korrekt. wenn du eine adäquate antiemese betreiben willst, dann musst du immer verschiedene rezeptoren angreifen. also beispielsweise neben den dir vorgeschlagenen medikamenten noch ondansetron. gutes medikament!
     
  6. FLORA.BLEIBT

    FLORA.BLEIBT Poweruser

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    achso und nur nebenbei: paspertin verliert immer mehr seinen stellenwert als antiemetikum, da in der regel zu niedrig dosiert um eine adäquate antiemese vergleichbar zu vomex oder ondansetron zu erreichen (gängige 10 mg MCP sind zu wenig). desweiteren hat paspertin gerade bei geronto-patienten ein nicht zu unterschätzendes nebenwirkungsprofil...

    gibt dazu auch immer wieder diverse artikel in anästhesie- und intensivzeitschriften und diverse studien. einfach mal googeln wer es genau wissen will, hab die genaue ausgabe nicht im kopf (war glaub im "der anästhesist" vom springer verlag).
     
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  7. mary_jane

    mary_jane Gast

    @Sash
    Dass dieses Medikament aufgrund des Wirkmechanismus häufig u. a. in der Onkologie eingesetzt wird ist mir durchaus bewusst. Ändert jedoch trotzdem nichts an meiner Aussage.
     
    #7 mary_jane, 12.10.2015
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 12.10.2015
  8. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Zum MCP gibt es noch einiges mehr. 2014 hat die EU-Arzneimittelbehörde die Reißleine gezogen, bekannt?

    Die Tropfen wurden (in Deutschland, da zu hohe Konzentration, Gefahr der Überdosierung & Missbrauch hoch) eingezogen, es stehen per os in der Klinik nur noch die Tabletten zur Verfügung. Mit je 10mg. Also 3 am Tag und die Maximaldosis ist erreicht.

    Seit der Veröffentlichung 2014 gibt es in der Klinik zu dem Medikament eine deutlich engere Indikationsstellung. Problem: Die Nebenwirkungen in Form von EPS - extrapyramidalen Störungen, weiterem s. Text.

    Für den kurzfristigen Akutbereich - kommen sie dennoch zum Einsatz, aber inzwischen sehr selten.*

    Die Tabletten und die Ampullen halten ewig. Parkinsonpatienten bekommen sie ohnehin nicht. Sowieso schon im Bedarfsfall das Domperidon, s. Text. Onda - haben wir auch da, immer. Hat sich bewährt. Es soll künftig Tropfen mit 1mg/ml geben (anstelle der bisherigen 4-5mg/ml) kenne sie aber nicht. Was die dann taugen?
    Pharmazeutische Zeitung online: MCP und Domperidon: Das sind die Alternativen


    *hab MCP vorwiegend als BrechHILFE in Erinnerung, von dem her - find ich es recht o.k., wie es jetzt ist. Dass das Medikament nicht mehr die 1. Wahl ist.
     
  9. FLORA.BLEIBT

    FLORA.BLEIBT Poweruser

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    yo, bekannt und alles korrekt was du ergänzt hast.

    hab mich wohl oben etwas unverständlich ausgedrückt. paspertin in der üblichen dosierung von 10mg hat keinen vergleichbaren effekt wie andere antiemetika und muss deshalb deutlich höher dosiert werden um einen antiemetischen effekt wie bspw. ondansetron zu erzielen, hier dann aber das deutlich höhere risiko von nebenwirkungen wie EPMS (die du mit akineton wieder gut in griff bekommst, nur so nebenbei...) oder einem MNS

    MCP als brechhilfe?
    paspertin fördert die aborale peristaltik, deshalb versteh ich diese aussage nicht. kannst du das nochmal erklären wie du das meinst, wäre mir neu. aber man lernt ja nie aus.
     
  10. kräuterfrau

    kräuterfrau Poweruser

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  11. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    @FLORA.BLEIBT
    "Brechhilfe": Gabe von MCP - anstelle Besserung promptes Erbrechen. Wär das nur vereinzelt vorgekommen, wär es nicht erwähnenswert.

    Nachtrag: Wahrscheinlich gab es immer eine zu geringe Dosis, was Du beschrieben hast, im Link steht das auch. Mehr als 10mg wurde nicht verabreicht, weder per os noch iv.
     
    #11 amezaliwa, 13.10.2015
    Zuletzt bearbeitet: 13.10.2015
  12. FLORA.BLEIBT

    FLORA.BLEIBT Poweruser

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    ahhhh okay, jetzt blick ich es auch.
     
  13. novalgin

    novalgin Junior-Mitglied

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    Interessanter Thread, was empfehlt ihr denn als Bedarf für post-OP-Erbrechen? Ja, ja, ja, Arztentscheidung, aber wie oft muss man einem Arzt erstmal erklären, was das beste ist und was er jetzt genau aufschreiben muss? MCP und Onda werden bei uns ähnlich häufig verwendet, zur Nacht gerne Vomex. Zu welchem würdet ihr eher greifen wenn es eine schnelle Entscheidung braucht? Mit Rücksicht auf die Häufigkeit von Unverträglichkeiten, Nebenwirkungen beziehungsweise Wirkung auf bestimmte vorgeschädigte oder operierte Organe?
     
  14. FLORA.BLEIBT

    FLORA.BLEIBT Poweruser

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    üblich bei uns und erste wahl sind 4 mg ondansetron + 8 mg fortecortin i.v. zur prophylaxe des postoperativen erbrechens (ponv).

    erweitert wird dass ganze dann mit vomex oder DHB. bei bekannter PONV anamnese verzicht auf volatile und TIVA.

    ich persönlich finde vomex und ondansetron am besten in bezug auf deine kriterien, letztendlich aber immer vom patienten und seiner vorgeschichte/vorerkrankungen abhängig.
     
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  15. novalgin

    novalgin Junior-Mitglied

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    Darauf zielte meine Frage ab.
     
  16. FLORA.BLEIBT

    FLORA.BLEIBT Poweruser

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    kontraindikationen der medikamente hatte ich vorausgesetzt oder was willst du genau wissen?

    1. wahl onda/forte 4mg/8mg
    2. kein erfolg -> + vomex 62mg
    3. kein erfolg -> + DHB 1,25 mg
    4. evtl. noch paspertin 10-20 mg

    so bei uns zumindest...
     
  17. SteffiKöln

    SteffiKöln Newbie

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    Hey, so kenne ich das auch.
     
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  18. JessesGirl

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    Bei uns gibt es als erste Reserve in erster Linie einmal 10 mg Primperan, als zweite Reserve dann 4mg Ondansetron und zuletzt Droperidol. Das ist unser Standardschema, sofern Diagnosen, Verträglichkeiten und andere Medikamente passen.

    Dies klappt eigentlich auch sehr gut, meistens kommen wir nicht bis zur dritten Reserve.
     
  19. Fea

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    #19 Fea, 19.11.2015
    Zuletzt bearbeitet: 19.11.2015

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