Nullrunde

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Berufspolitik" wurde erstellt von urmel, 29.11.2002.

  1. urmel

    urmel Stammgast

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    Hallo zusammen,

    ich möchte mal wissen, ob sich in den verschiedenen Krankenhäusern, in denen Ihr alle arbeitet, sich die bevorstehende Nullrunde schon in irgendeiner Art ausgewirkt hat. Bei uns isses so, daß bei der letzten Betriebsversammlung gesagt wurde, daß das Weihnachtsgeld gestrichen wird.
    Zudem habe ich vor kurzem gehört (nicht gesehen, nur erzählt bekommen), daß eine Klinik außer der Notfallambulanz komplett dicht macht. Weiß da jemand genaueres?

    Wo könnte man sparen? Wie könnte man sparen?

    Bei mir persönlich fällt das mit dem Weihnachtsgeld schon ins Gewicht, da mein Mann und ich im selben Haus arbeiten :( .....

    Schreibt doch mal Eure Gedanken dazu, das wird bestimmt interessant und bestimmt kommen viele effektive Vorschläge.

    Ich muß gestehen, ein bissel Existenzangst habe ich schon. Wir haben erst gebaut und zwei kleine Kinder, ich kann nicht voll mitverdienen, weil sonst niemand für die Kinder da ist.

    Wie geht es Euch?

    LG
    urmel
     
  2. Dorothee

    Dorothee Stammgast

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    Hallo Urmel,

    Sparmasnahmen kann man auch in meiner Klinik spüren. Bei uns werden freie Stellen im Moment nicht besetzt oder auch ganz gestrichen. Neuanschaffungen sind auch im begrenzten Maße möglich.

    Ich denke, dass zum einen der Wettbewerb zwischen den Krankenhäusern stärker wird und auch das Kliniken wohl schliessen werden.

    Deine Existenzangst ist sicher nicht ganz aus der Luft gegeriffen und irgendwo spüre ich das auch.
     
  3. Tigermaus

    Tigermaus Stammgast

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    Hallo zusammen!
    Bei uns im Haus laufen auch Diskussionen über Sparmaßnahmen.
    Das Weihnachtsgeld wurde uns zwar nicht gestrichen, aber freie Stellen werden nicht neu besetzt!
    Es hing ein Zettel am schwarzen Brett wo drauf stand die mirarbeiter mögen sich doch gedanken über sparmaßnahmen machen. Ich finde es wirklich Mieß das diese Sparmaßnahmen immer auf unserem Rücken ausgetragen werden, dabei sollte sich unser Krankenhaus mal an die eigene Nase fassen. Täglich neue Essenskarten gibt es bei uns, z.B das wäre eine Sparmaßnahme in anderen Häusern gibt es die Wochenweise, täglicher Stecklakenwechsel.....Warum????
    Es gibt genug Dinge worüber sich diskutieren läßt.
     
  4. Tisi

    Tisi Senior-Mitglied

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    Hallo!

    Es wird immer alles auf dem Rücken des Personals ausgetragen und das kotzt echt total an!!
    Ich habe ein Beispiel das ich schonmal hier im Forum erzählt habe, nämlich dass in einem Krankenhaus alle Urinflasche -und Redonhalter an denen ein bisschen Lack abgegangen ist weggeworfen werden, wegen der Hygiene 8O !!!!!!
    Also ich find das total übertrieben, die sparen manchmal echt an der falschen Stelle!!!
    Urinkrüge die nicht mehr so schön aussehen werden ersetzt, aber wen interessierts wie die Urinkrüge aussehen :?: :?:
    Tsja, das mit den Stecklaken ist bei uns so ne Sache!
    Als ich 2000 mit der Ausbildung angefangen habe hieß es, dass man die Stecklaken nicht mehr jeden Tag wechseln soll!
    Irgendwie ignoriert das aber jeder und die Stecklaken werden trotzdem jeden Tag gewechselt, ich muss sagen, dass die meisten Pat. das aber auch erwarten, wechselt man das Stecklaken mal nicht, wird man blöd angeguckt und darauf aufmerksam gemacht, weil es war ja schon immer so, dass die Steckl. jeden Tag gew. werden!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
     
  5. urmel

    urmel Stammgast

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    Hallo zusammen,

    ich arbeite in einem kleinen Krankenhaus mit 168 Betten (als ich anfing 1988, da waren es 270).
    In dieser Zeit wurden wöchentlich alle Betten bezogen und täglich das Stecklaken gewechselt. Unnötig, wurde abgeschafft. Bezogen wird, was bezogen werden muß.

    @Dorothee: unsere Entbindung wird nun zum Ende des Jahres geschlossen (260 Geburten waren zu wenig). Und ich finde das persönlich sehr schade, da ich selber dort zweimal enbunden habe und die Betreuung super war! Es war sehr familiär dort, sehr angenehm, und die Hebammen waren top!

    Was neu gemacht wurde bei uns ist eine "Komfort-Station". Nur für Privatpatienten. 15 Betten, chirurgisch und internistisch. Was ich bis jetzt mitgekriegt habe (und das ist nicht viel, da ich erstens Teilzeit arbeite und die Station mit einer Tür getrennt "vom Rest der Welt" ist.... :? .....) ist die Belegung dort phänomänal! Die Patienten stehen quasi Schlange und können gar nicht alle auf einmal stationär behandelt werden.

    Die Küche wurde privatisiert. Allerdings ist sie wieder in Hand des Hauses, wegen massiver Probleme (Essen=würg).
    Die Pforte wurde privatiesiert. Allerdings ist sie wieder in Hand des Hauses, wegen massiver Probleme (u.a. Schlägerei zwischen zwei Mitarbeiterinnen, ein Angestellter war nicht in der Lage Telefongespräche durchzustellen und lehnte Zugänge ab und solche Sachen).

    Irgendwie fruchtet alles nicht. Alle Veränderungen werden wieder rückgängig gemacht (was im Endeffekt ja nix schlechtes für das Haus insgesamt ist). Aber diesen Aufwand der Privatisierung hätte man sich sparen können, letztendlich).

    Die hauseigenen Stationshilfen sind abgeschafft worden. Jede Station hatte solch eine "gute Fee". Sie putzte, sie sammelte die Essenstabletts ein, sie gab frische Gläser und Tee aus, achtete ein bisschen auf die Ordnung in den Zimmer, war immer da, wenn ein Patient mal einen kleinen Smalltalk suchte, ein Engel eben.
    Stattdessen wurde eine Firma engagiert, die auf Zeit und qm putzen (und das sieht man leider). Ruck- Zuck- Gewische nenne ich das. Ein Patient stürzte vor drei Wochen im Bad (Pat. ist beinamputiert und geht an Krücken), weil es klatschnaß war und er mit den Krücken wegrutschte. Die gute Frau hatte leider nur in einem Zimmer Bescheid gesagt wegen der Nässe, in dem Zimmer nebendran nicht. Aber das ist Nebensache....
    Ich vermisse diese Stationshilfen sehr. Sie verliehen dem Haus ein warme Athmosphäre, finde ich.

    Im Sommer wird immer eine Station geschlossen (sog. Sommerloch), das Personal wird auf die anderen Stationen im Haus verteilt. Ich bin mir fast sicher, daß dieses Sommerloch schon im April beginnen wird... :? .

    LG
    urmel
     
  6. carmen

    carmen Poweruser

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    Hallo,

    auch wir sollen ab 1.1.2003 privatisiert werden.
    Wie das im Einzelnen genau ablaufen soll, darüber wissen wir nicht so richtig Bescheid. Es hieß bei der Betriebsversammlung vorige Woche, dass sich nur an den Arbeitsverträgen und Bezahlungen bei den Neueinstellungen was ändern soll. Daran glauben wir aber nicht in dem Maße, wie uns Glauben gemacht wird.
    Von Einsparungen ist in dieser Klinik nicht viel zu spüren. Die Pat. bekommen weiterhin gratis ihre gewünschten Mengen an Säften und Mineralwasser (natürlich bedienen sich auch die Besucher an den Getränkewagen, was eigentlich nicht gestattet ist, doch wir nicht die Augen überall haben können), die Betten werden wenigstens alle 2-3 Tage komplett bezogen und es laufen weiterhin äußerst teure Untersuchungen, die nicht immer notwendig sind.
    Dafür wird es nächstes Jahr wohl auch kein Weihnachtsgeld mehr geben, doch die Aufnahmekapazität wird erhöht, weil gebaut wird.
    "Tolle" Aussichten.

    Carmen
     
  7. urmel

    urmel Stammgast

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    Hallo zusammen,

    jetzt isse durch, die Nullrunde.
    Unser Geschäftsführer hat mittlerweile einen Aufruf an alle Mitarbeiter gemacht. Wir sollen uns alle Gedanken machen, wo und wie das Haus Geld sparen könnte.
    Selbst "absurde" Vorschläge sollen gemacht werden.
    Mir iss einiges eingefallen und meinem Mann auch, der im gleichen Haus arbeitet wie ich, allerdings zielen unsere Vorschläge überwiegend dahin Geld zu verdienen (wo soll man auch noch sparen.... :?:).

    Wurden bei euch auf Arbeit auch die Mitarbeiter gebeten sich Gedanken darüber zu machen? Und wenn ja, was für Vorschläge habt ihr gemacht oder würdet ihr machen?

    LG
    urmel
     
  8. Sabine

    Sabine Junior-Mitglied

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    Hallo,

    also bei uns ( 320 Betten, ländlich gelegen ) sieht es eigentlich noch ganz gut aus. Wobei bei uns schon seit Jahren eingespart wird, wo es nur geht, aber wenigstens schreiben wir schwarze Zahlen.Neueinstellungen gibt es auch bei uns nicht, aber es sind noch Kapazitäten da. Wir operieren uns blöde im Moment und haben super viel zu tun.
    Von Kollegen aus anderen Häusern in der Umgebung habe ich aber gehört, das es dort schon betriebsbedingte Kündigungen gibt, d.h. Kollegen mit Zeitverträgen werden nicht weiterbeschäftigt, wenn der vertrag ausläuft.

    Sparmaßnahmen bei uns sind z.B.
    * alle Betten, die früher mit Stecklaken ausgestattet aus der Bettenzentrale hochkommen, werden jetzt ohne Stecklaken bestückt. Wir ziehen nur bei A2 und A3 Patienten eins rein.
    * Saft gibt es bei uns schon lange nicht mehr, nur noch ´Wasser, aber das ist für die Pat. kein Problem ( kann man sich ja von zu Hause mitbringen lassen ) . Tee gibt es natürlich auch unbegrenz
    * Apotheke ist weg aus unserem Haus, wir bekommen Medikamente aus einer Zentralapotheke in einém anderen Krankenhaus

    Mhm, mehr fällt mir jetzt auch nicht ein, muß ich nochmal überlegen.

    Bis bald mal,
    Sabine
     
  9. Mellimaus

    Mellimaus Poweruser

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    Bei uns werden dieses Jahr 50 Stellen gestrichen
     
  10. carmen

    carmen Poweruser

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    Hallo @all,
    rückwirkend zum 1.01.03 wurde der AZV-Tag gestrichen, dafür bekommen wir 7,45% des Bruttolohnes im März 03 als Einmalzahlung. In dem Papier, was wir zur Einsicht bekamen steht weiterhin, dass die Zuwendungen (damit ist wohl Urlaubs- u. Weihnachtsgeld gemeint) weiter eingefroren werden.
    Auch in unserer Klinik kann man ganz sicher sehr viel Geld einsparen, wenn effektiver gearbeitet werden würde.
    Muß jeder Pat., der neu auf Stat. aufgenommen wird, egal wegen was, ein Rö-Thorax und EKG haben? Wie ist das bei Euch?
    Müssen jeden Tag und für fast jeden Pat. in der gesamten Klinik Plastikbehälter (zum Einmalgebrauch natürlich) auf den Essentabletts stehen, egal für welche Mahlzeit? Dafür bekam unser Küchenchef sogar einen Umweltpreis 8O
    Können Essenzettel nicht für die ganze Woche ausgefüllt werden?
    Sind teure Untersuchungen, die keinerlei therapeutische Relevanz nach sich ziehen wirklich angebracht?
    Es würde mich sehr interessieren, wie die o.g. Dinge in anderen Kliniken ablaufen.

    Viele Grüße
    Carmen
     
  11. urmel

    urmel Stammgast

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    Hallo Carmen,

    auch bei uns wir bei jeder Aufnahme Ekg, Thorax (möglichst in 2 Ebenen) und eine Blutentnahme gemacht, zudem ist es schon fast Standart am nächsten Tag ein U-Status zu machen und ein Sono.
    Wir haben Medikamentenschieber, die für jeden Patienten beschriftet werden und auch wiederverwendet werden, das spart schon einiges an Medikamentendöschen, die werdn für Tropfen noch verwendet.
    Aber auch da könnte man sparen.
    Die Küche im Haus verwendet auch Plastikbehältnisse, aber in einem Mass, da geht es noch. Z.B. Kompott wird in verschlossenen Plastikbehältnissen ausgegeben. Ansonsten liegt Obst in Porzellanschälchen.
    Essenskarten werden gesammelt und wiederverwendet, sofern sich nix mit der Kost ändert, machen aber auch nicht alle (nach dem Motto: bis ich alles aussortiert und durchgeguckt habe...da bin ich ja schneller wenn ich alle neu schreibe....).
    Auch mit den Medikamenten ist das immer so eine Sache. Da stehen manchmal Unmengen von Medikamenten, die man äusserst selten braucht und die dann ablaufen und verworfen werden, in manchen Medikamentenschränken stehen 5 Päckchen der gleichen Sorte und alle sind angebrochen, da könnte man auch effizienter arbeiten, wenn einer auf Station sich ein bissel darum kümmern würde.
    Was mittlerweile ganz gut ist: es gibt eine Zentralversorgungstelle im Haus, die jeden Tag die Stationen "abklappert" und die Bestände nachfüllt: Kathetersets, Katheter, Verbansmaterial, Infusionen, diverse Sonden, halt alles, was man für die Stationsarbeit braucht. Noch vor nicht all zu langer Zeit wurden diese Sachen vom Personal bestellt, was meist zu überfüllten Lagerräumen führte und nach kurzer Zeit total unübersichtlich war. So werden auch die Sachen, deren Verfallsdatum überschritten ist, ständig erneuert und es entfallen die wöchentlichen "Lagereinkäufe".

    Teure Untersuchungen, die kommen bei uns auch vor, obwohl die gestellte Diagnose keinerlei Relevanz auf die Genesung des Pat. nach sich zieht. Für mich sind persönlich sind auch manche Reha-Massnahmen nicht nachvollziehbar, aber die Kassen zahlen (bei anderen wiederum wird die Kostenübernahme verweigert, was ich dann auch nicht verstehen kann....verkehrte Welt...).

    Die Weihnachtsfeier hätte man sich auch sparen können, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich glaube auch nicht, dass irgendjemand deswegen beleidigt gewesen wäre, soviel Verständnis bringt jeder auf.
    Einige Wochen vor der Feier wurde von der Geschäftsleitung über die Kürzung, bzw. Streichung des Weihnachtsgeldes gesprochen.....und dann feiern mit der Belegschaft.....paradox.

    LG
    urmel
     

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