"Normale GuK-Ausbildung" oder Studiengang Pflege?

Ka_Lu

Newbie
Mitglied seit
13.10.2014
Beiträge
3
Hallo ihr Lieben,

ich lese jetzt schon länger bei euch mit und möchte zunächst "Danke" sagen. Ihr habt mit den Mut gegeben, jetzt mit 26 nochmal neu durchzustarten und endlich den Beruf zu erlernen, den ich schon immer wollte.

Meine Bewerbungsphase ist nun durch, ich habe überall Zusagen bekommen und jetzt steht die letzte Entscheidung zwischen zwei Möglichkeiten an.

Ich habe eine Zusage für die Gesundheits- und Krankenpflege-Ausbildung einer Krankenpflegeschule und dem dazugehörigen Krankenhaus. Bei beiden habe ich mich sofort total wohl gefühlt. Es handelt sich um ein mittelgroßes Krankenhaus, bei dem viele Fachbereiche vertreten sind. Hier habe ich mich auch bereits ausführlich mit einer Mitarbeiterin unterhalten, die die Arbeit und auch die Ausbildung dort, natürlich mit Abstrichen, als sehr gut gewertet. Hier habe ich auch schon zugesagt, aber noch keinen Vertrag unterschrieben. Für diese Variante brauche ich kein Auto, komme mit dem ÖPNV hin.

Gleichzeitig habe ich nun auch eine Zusage für das ausbildungsintegrierte Studium "Pflege" an einem anderen Krankenhaus bekommen. Das Krankenhaus ist auf Neurologie, Gerontopsychiatrie und Geriatrie spezialisiert. Hier würde ich 3 Jahre meine Praxisphasen verbringen (natürlich mit Außeneinsätzen) und danach das Examen machen. Die Theorie findet ausschließlich in der Berufsakademie statt, eine Krankenpflegeschule besucht man nicht. Nach den drei Jahren wird noch ein weiteres halbes Jahr für die Bachelorarbeit angehängt. Sollte ich mich hierfür entscheiden, muss ich mir ein Auto anschaffen, was finanziell ziemlich schwer machbar ist momentan. Im Gespräch habe ich mich nicht so wohl gefühlt und habe auch schon ein paar negative Dinge gehört, u.a. dass der Studiengang noch in den Kinderschuhen steckt und die Betreuung in den Praxisphasen nicht wirklich vorhanden ist.

Nun stehe ich vor der Frage, wie ich mich entscheiden soll. Eigentlich weiß ich, dass es wohl sinnvoller und „vernünftiger“ ist, das Studium zu machen. Allerdings habe ich bereits einen Bachelor in einem anderen Studiengang und beende derzeit mein Masterstudium. Nichts zieht mich momentan dazu, noch ein weiteres Studium zu machen, außer dass ich nachher "bessere" Berufsaussichten hätte. Aber ist das wirklich so?

Mein Gefühl sagt mir seit mehreren Wochen, dass ich am liebsten die drei Jahre Ausbildung machen würde (schließlich bin ich danach auch schon 29) und dann sehe, in welche Richtung ich gehen möchte. Eine Fachweiterbildung oder ein berufsbegleitendes Studium wäre dann immer noch möglich. Sollte ich bspw. in den Bereich Pflegepädagogik wollen, würde ein Bachelor in Pflege ohnehin nicht für einen Master in diesem Bereich anerkannt werden, oder?

Gibt es auch Masterstudiengänge im Bereich Pflege, die man auf einen fachfremden Bachelor draufsetzen kann?

Oh man... Ich weiß einfach nicht, wie ich mich entscheiden soll.

Ich freue mich über jede Anregung von euch!

Viele Grüße
 

Bachstelze

Poweruser
Mitglied seit
10.03.2011
Beiträge
2.103
Ort
NRW
Beruf
Fachkrankenschwester OP, Anästhesie, KODA
Mir persönlich würde das erste Angebot auch mehr zusagen. Auch weil das Spektrum des Hauses größer ist.

Ich würde auf meinen Bauch hören.
 

renje

Poweruser
Mitglied seit
16.08.2009
Beiträge
3.612
Ort
Bayern
Beruf
GuK, RA, KHbetrw.
Akt. Einsatzbereich
Angestellt
Wenn es finanziell Probleme gibt, dann ist die Entscheidung schon gefallen? Kann mir allerdings nicht vorstellen, dass jeder im Kurs unbedingt ein Auto braucht als Voraussetzung.

Für die Karriere - natürlich mit Studium, gerade weil du schon 29 bist, mit Bachelor kannst du doch ganz anders durchstarten! Schneller geht es nicht!

Spektrum des Hauses - eigentlich egal - denn die nicht vorhandenen Fachrichtungen werden in anderen Einrichtungen gemacht - da erlebe ich in der Ausbildung große, kleine, öffentliche, private, städtische, kirchliche Häuser, Unis, usw. Lerne ich in einem mittelgroßen Haus, komme ich da kaum raus - wers mag.
 

Ka_Lu

Newbie
Mitglied seit
13.10.2014
Beiträge
3
Vielen, vielen Dank euch beiden für die Antworten!

Leider ist ein Auto Voraussetzung. Es gibt keinen ÖPNV, der die Klinik anfährt.

Renje, du sagst, dass ich mit Bachelor ganz anders durchstarten kann. Was meinst du genau damit? Kann ich mit dem Bachelor die verschiedensten Masterstudiengänge draufsetzen? Weil der Bachelor allein bringt ja (zumindest jetzt) noch keine wirklichen Vorteile, wenn ich das richtig verstanden habe. Oder bin ich da falsch informiert?

Mir sagt das erste Krankenhaus auch mehr zu, Bachstelze. Ich hatte auch noch andere Zusagen für die grundständige Ausbildung, habe mich aber unter diesen ganz klar für das Haus entschieden.

Wahrscheinlich werde ich am Ende auf meinen Bauch hören.

Ich freue mich auch, falls noch jemand Anregungen hat!
 
M

mary_jane

Gast
Jeden Master kannst du da natürlich nicht draufsatteln. Ich denke ein pflegewissenschaftlicher Master wird sich vermutlich am unproblematischsten realisieren lassen. Wenn du in den Bereich Pflegemanagement oder -Pädagogik willst, wird dir wohl sicher auch etwas anerkannt, aber ohne ECTS nachzuholen wirst du in diesem Bereich eventuell Schwierigkeiten bekommen.

Das kommt aber immer auch etwas auf die Hochschule an. Du kannst dir ja mal durchlesen, was momentan die Masterstudiengänge (die dir zusagen würden) verlangen, oder dich auch mal unverbindlich an eine Studienberatung wenden.
 

renje

Poweruser
Mitglied seit
16.08.2009
Beiträge
3.612
Ort
Bayern
Beruf
GuK, RA, KHbetrw.
Akt. Einsatzbereich
Angestellt
Renje, du sagst, dass ich mit Bachelor ganz anders durchstarten kann. Was meinst du genau damit?
  1. dass du schon mal höher qualifiziert bist als die breite Masse der Gesundheits- und Krankenpfleger,
  2. dass du als Bachelor für eine Leitungsstelle prädestiniert bist,
  3. dass dir deutlich mehr Möglichkeiten in und außerhalb der Klinik offen stehen,
  4. dass dich der Master weniger Zeit und Nerven kostet durch Verkürzung, Vorwissen, Handling des Erarbeitens bei den einschlägigen Studiengängen,
  5. dass du durch dein Mehr an Wissen und das gelernte Erarbeiten dessen Perspektiven in deiner täglichen Arbeit und den Umgang in jeglicher Beziehung entwickeln kannst und wirst, dass dir ohne das Wissen und Handling des Erarbeitens evtl. deutlich schwerer wird oder verwehrt bleibt.
 

Über uns

  • Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit mehr als 15 Jahren eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

Unterstützt uns!

  • Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!