Nochmal zum Thema Nekrosen

Dieses Thema im Forum "Wundmanagement" wurde erstellt von Pierre25337, 27.01.2008.

  1. Pierre25337

    Pierre25337 Junior-Mitglied

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    Was die Versorgung von Nekrosen angeht, fehlt mir die Erfahrung.
    Wir hatten mal einen Patienten mit einer Nekrose an der Ferse. Die wurde überhaupt nicht behandelt und hat sich tatsächlich von alleine gelöst und darunter war schöne, rosige Haut.
    Seitdem bin ich noch unsicherer, wann man etwas gegen eine Nekrose unternehmen sollte.

    1. Wenn eine Nekrose trocken ist und keine Entzündungszeichen vorliegen:
    So lassen und abwarten? Oder vom Chirurg abtragen lassen?
    2. Wenn eine Nekrose feucht ist: Z. B. mit Intrasite Gel weiter auflösen oder abtragen lassen?
    3. In welchen Fällen besteht die Gefahr, dass man sich eine Gangrän heranzüchtet, wenn man eine Nekrose auflöst?

    Vielen Dank!
     
  2. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Moin,

    kurz zwei Beispiele:

    1. Diabetikerin, schlecht eingestellt (Arzt und Pat. nicht complient) :|kommt aus dem KH mit 2 sehr großen, trockenen, schwarzen Fersen. Umgebung nicht gerötet. Da wurde tatsächlich außer Entlastung fast ein Jahr nichts gemacht und darunter waren, nachdem der Deckel abging, jeweils 2 Wunden ca 2,5 im Durchmesser, die dann mit Schaumverbänden abheilen konnten.
    Nekrosen hätten nur im KH abgetragen werden können, wir hatten Bedenken, dass die dann doch sehr großen Wunden zu einer Infektion führen konnten. Das Jahr Abwarten und Zusehen, wie sich die Nekrosen langsam lösten, war für Pat. und Pflegende etwas langweilig, weil man nur gucken konnte und nach und nach mal eine Erfolgsmeldung (schon wieder ein cm gelöst) kam, hat m.E. aber der Dame die Füße gerettet.

    2. Immobile Pat., mäßger Diabetes, MRSA +, nur Pat. nicht complient :P kommt ebenfalls aus dem KH, ebenfalls mit 2 schwarzen Fersen, aber nässend, übel riechend, klar auch hier MRSA. Hausarzt schickt die Pat. nach 10 Tagen wieder ins KH zum Nekrosenabtragen, sie kommt, wie sie reingegangen ist wieder.
    Da der Hausarzt auch Chirurg ist, haben wir uns zu Hause der Fersen annehmen müssen. Nekrosen abgetragen, Wunden gesäubert, desinfiziert und moderne Wundversorgungsprodukte. Die Dame ist zwar vor Abheilung gestorben, aber nicht aufgrund einer Infektion.

    Fazit: wenn es richtig trocken ist, würde ich die Pat. nicht gleich zum Chirurgen schicken, wenn es näßt und Entzündungszeichen zu sehen sind ja.

    und: ist es nicht schön, dass letztendlich die Entscheidung nicht immer bei den Pflegenden ist?
     
  3. Pierre25337

    Pierre25337 Junior-Mitglied

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    Hallo Britta!
    Danke für die Antwort. Ich denke, in beiden Fällen hätten wir genauso gehandelt. Vielleicht kann noch jemand ein paar Erfahrungen schildern?

    Gruß,
    Pierre
     
  4. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    Beim Thema Nekrosen dran oder ab gibt es eine einfache Faustregel:

    1. Ist die Durchblutung gewährleistet werden die Nekrosen abgetragen

    2. Ist keine Durchblutung vorhanden werden sie solange trocken behandelt bis wieder eine Durchblutung geschaffen wurde
     
  5. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Guter Tipp Bluestar,
    (wenn denn alle mitmachen:cheerlead:)




    und es geschehen noch Zeichen und Wunder und eine Wunde heilt doch!
    Ist es nicht schön?
     
  6. Susanne Huber

    Susanne Huber Stammgast

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    Letztendlich setzte ich mir bei jeder Wundbehandlung ein Ziel.
    Abgesehen von den genannten Informationen, immer den Patienten, seinen Zustand und die Prognose anschauen. Risikofaktoren abwägen:
    • Palliativversorgung: Nekrosen belassen, wenn es geht
    • Käme die Entfernung der Nekrosen einer Amputation gleich mit Einschränkung der Lebensqualität des Patienten: belassen ,wenn möglich
    • Junger Patient mit Nekrosen: Zum Chirurgen, sehen was der machen kann.
    • Wo ist die Nekrose? Hatte mal einen Patientne mit Nekrose in der Leiste: Finger weg, zum Chirurgen (der hat auch nichts unternommen)
    Viele Grüße, Susanne
     
  7. Anica

    Anica Junior-Mitglied

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    Hallo erstmal!

    Also trockene Nekrosen (z.B. an den Fersen) werden nicht abgetragen , die Ferse sollte täglich kontrolliert werden ob sie weiterhin trocken ist oder feucht wird , dies kann man durch draufdrücken/ klopfen mit Spatel feststellen , ist sie trocken klingt es hohl und wenn sie feucht ist kann man die Nekroseplatte eindrücken ("Matschig" darunter) und es klingt dumpf, ggf kann man den Rand desinfizieren wenn sich die Nekroseplatte lösen tut um Infektionen zu vermeiden und eine "normale" Abheilung zu gewährleisten ....

    Weiterhin auf Entzündungszeichen und Infektzeichen achten !

    zu 2.) ein chirurgisches Debridement ist meistens vorzuziehen (schnell und wirtschaftlich) ist dies nicht möglich kann man Nekrosen autolytisch , enzymatisch oder mit Biochirurgie lösen....

    hoffe ich konnte ein wenig weiterhelfen...

    mit freundlichen Grüssen
    Anica
     
  8. Susanne Huber

    Susanne Huber Stammgast

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    Hallo Anica, das kann man so pauschal nicht sagen. Es kommt nicht nur darauf an, wie trocken die Nekrose ist. Auch das Ausmaß der Wunde, die Grunderkrankung, die Ursache der Entstehung der Nekrose, die Prognose des Patienten.... spielen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung.

    Würdest Du ggf. zeitlebends mit einer Nekrose an der Ferse "rumlaufen" wollen?

    Viele Grüße, Susanne
     
  9. Anica

    Anica Junior-Mitglied

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    Hallo Susanne, Da gebe ich dir recht.... aber sehr oft hat man einen Fersendekubitus mit Nekroseplatte vorliegen und wenn die Durchblutung gewährleistet ist z.B. freilagern usw... heilt es meist selbst und dir Platte löst sich , habe leider auch zu oft erlebt dass die Platte zu schnell entfernt wurde und somit der Heilungsprozess verlängert wurde...


    die meisten mit einer Nekrose an den Fersen laufen nicht mehr rum.......

    lg Anica
     
  10. Susanne Huber

    Susanne Huber Stammgast

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    Hallo Anica,

    ich weiß, die meißten schon...

    Ich denke wir beide wissen, was wir meinen und von was wir sprechen. Ich bin nur so penibel mit den Begriffen "immer" und "nie" in der Medizin, da ich nie weiß, wer in diesem Forum alles mitliest und vielleicht manche Kommentare unreflektiert ernst nimmt.

    Viele Grüße, Susanne
     
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