Niedriger pCO2

Dieses Thema im Forum "Intensiv- und Anästhesiepflege" wurde erstellt von Jessi76, 02.05.2008.

  1. Jessi76

    Jessi76 Newbie

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    Hi,
    seit kurzer Zeit arbeite ich als Neuling auf einer Intensivstation...und mich überkommt eine Frage nach der nächsten...is wohl normal so....(hoffe ich!)....jetzt hatten wir einen Patienten Zustand nach Rea mit, wie im Nachhinein herausgestellt, Bauchaortenaneurysma, dementsprechend extrem niedrigem Hb. Der pO2 war sehr hoch....über 300 und der pCo2 war unter 15....jetzt frage ich mich, ist die BGA so mies, weil der Hb so tief ist, oder weil die Zellen den Sauerstoff nicht mehr verstoffwechselt haben, aber das sieht man doch auch nur an der venösen BGA und nicht an der arteriellen BGA wieviel Sauerstoff letztendlich von den Zellen verbraucht wurde......??? Und wie greift man ein, damit der CO2 wieder ansteigt? Damit der Co2 fällt kann man mit der Atemfrequenz höher gehen, wurde mir erklärt, aber in diesem FAll war der CO2 ja zu niedrig??!!??!:gruebel:
     
  2. Dirk Jahnke

    Dirk Jahnke Poweruser

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    Moin Jessi76

    Klingt alles etwas durcheinander :gruebel:

    Nehme mal an der Patient ist beatmet.

    pO2 300

    der paO2 entspricht dem chemisch gelösten O2 nicht dem am HB gebundenen. Hängt also neben der pulmonalen Situation vom FiO2 also der inspiratorischen O2 Konzentration ab. Wird hier wohl 1,0 sprich 100% sein. Da ist 300 gar nicht so schlecht! Nur wenn keine Erythrozyten da sind wird der Patient trotzdem arg hypoxisch sein. Ein Grossteil des O2´s ist ja an den Erythrozyten gebunden (Messwert ist übrigens der SpO2 der in eurer BGA wohl aber auch 99 sein wird, nur halt 99% von ganz wenig)


    pCO2 15

    klar sehr niedrig. Wird der Patient voll kontrolliert beatmet muss man die Ventilation verringern ,AMV runter , pCO2 steigt. Nur wenn der Patient im Rahmen des Schocks in eine Lactatazidose gerutscht ist und auch noch fleißig mitatmet, würde man den pCO2 nur mit Sedierung oder Relaxierung zum steigen bringen. Außerdem muss man beim Anstieg mit einem pH Abfall rechnen. Ein Patient, der die Möglichkeit hat, würde auf eine metabolische Azidose mit Hyperventilation antworten.(respiratorischer Kompensationsversuch)

    An deiner Stelle würde ich mich Schritt für Schritt in die Materie einzuarbeiten. Und der erste Schritt ist es die Basics der Beatmung zu verstehen. Ein Fachbuch kann hier schon helfen. Die von dir geschilderte Situation ist ja schon sehr komplex. Es können einige Organsysteme Einfluss auf die BGA / Beatmungssituation nehmen. Versteht man die unkomplizierte Beatmung und deren Anpassung an die Beatmungssituation kann es ja weiter gehen !
     
  3. Jessi76

    Jessi76 Newbie

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    Hi Dirk!
    Vielen Dank für deine Erklärung...hat mir schon etwas gehofen. Jeden Tag ein Stückchen mehr Durchblick...:-), daher habe ich mir auch schon ein Beatmungsbuch bestellt, ich hoffe der Säure-Basen-Haushalt und manche praxisnahe Beispiele werden dadrin deutlich erklärt. Oftmals ist es aber auch leichter etwas zu verstehen, wenn man den Fall direkt vor sich sieht , aus dem Buch eher etwas schieriger, habe auch ein Skipt einer hausinternen Forthildung kopiert und gelesen....aber echt nicht verstanden...
    Gruss Jessi.
     
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