Nichtraucherschutz im geschlossenen Bereich?

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von Jumanji, 03.02.2010.

  1. Jumanji

    Jumanji Senior-Mitglied

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    Hallo!

    Wie wird das auf geschlossenen Abteilungen Psychiatrie, Forensik etc. mit dem Nichtraucherschutz gehandhabt?

    Wie sehen die Rechte der Patienten aus, die rauchen? Wird denen eine Möglichkeit gegeben ihrer Nikotinsucht nachzukommen?

    Wie sehen die Rechte der rauchenden Mitarbeiter aus? Wird denen eine Alternative geboten?

    Wie sehen die Rechte der nicht-rauchenden Patienten aus? Wie werden die vor Zigarrettenqualm und den Gefahren des Passivrauchens geschützt?

    Wie sehen die Rechte der nicht-rauchenden Mitarbeiter aus? Wie werden die vor Zigarrettenqualm und den Gefahren des Passivrauchens geschützt?

    Inwieweit haben Raucher Verständnis für die Schutzbedürftigkeit der Spezies Nichtraucher und nehmen entsprechende Rücksicht? Wäre aufgrund dessen eine gesetzliche Regelung überflüssig oder ist sie zwingend notwendig?

    Mich würde eure Meinung und eure Erfahrungen interessieren. Sowohl aus der Sicht der Raucher, als auch der Nichtraucher.

    Danke

    Jumanji
     
  2. IchIchIch

    IchIchIch Junior-Mitglied

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    Hallo Jumanji!

    Tja, ziemlich schwierig, zumindest bei uns auf der Station.
    Also, es gibt für die Patienten einen Raucherraum. Sogar mit Deckenabzug und Türschließer, aber wenn Du auf die Station kommst, stehst Du trotzdem im Dunst. Es ist einfach unmöglich, den restlichen Bereich zu schützen und lüften über Oberlichter ist auch nicht der Renner.
    Ich halte mich so gut wie gar nicht im Raucherraum auf und stinke nach dem Dienst wie ein Aschenbecher (bin übrigens Nichtraucher). Habe jetzt nicht sooo das Problem damit, wohl aber die Pat. die sich an Rauch stören und keine Möglichkeit haben, diesem zu entkommen. Also mehr als suboptimal, aber was will/kann man da machen, wenn es baulich nicht mehr her gibt? Man kann Pat, die in der Regel gegen ihren Willen auf der Station sind, das Rauchen schlecht verbieten. Außerdem lässt es sich auch gut deeskalierend einsetzen. Das dabei die Nichtraucher hinten über fallen ist übel, keine Frage. Allerdings ist es bei den Pat auch eher eine Minderheit.
    Die Mitarbeiter rauchen übrigens bei den Pat im Raucherzimmer und können so geschickt die Sucht mit der Bezugsarbeit verbinden.

    Ich hoffe, ich konnte Dir damit weiterhelfen?!
     
  3. Tobler75

    Tobler75 Newbie

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    In unsererem Bereich wurden zumindestens in den forensischen und akutpsychiatrischen Bereichen Raucherbereiche eingerichtet, da es erstens wegen fehlender Ausgangsregelung oder Fluchtgefahr bei Fremd und Eigengefährdung nich möglich war die Raucher nach draussen zum Rauchen zu schicken.
    Letztlich wurde die Regelung getroffen um mögliche Eskalationen zu verhindern. Die Sucht und Aufnahmestationen verfügen somit über jeweils ein Raucherzimmer pro Station.

    Die Reglung hat sich bisher auch bewährt, was jedoch bei anliegenden 1:1 Überwachungen oft zu Problemen führt, da man es sicherlich einem Nichtraucher abverlangen kann, dass er sich in das "verrauchte" Zimmer wo etwa 10 Patienten aufs Mal rauchen. Aber das lässt sich dann oft je nach Situation gut klären.
     
  4. Snaggletooth

    Snaggletooth Junior-Mitglied

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    Es gibt klar definierte Raucher- und Nichtraucherzonen, die über den Einrichtungsleiter "abgesegnet" wurden. Da im psychiatrischen Langzeitbereich aber pi mal Daumen die Anzahl der nichtrauchenden Bewohner verschwindend gering ist (zumindest bei uns), fällt das alles nicht so ins Gewicht. Allerdings dürfen die MA auch nur in den definierten Zonen rauchen. Gesprächsführung und Therapiezigarette quasi....Ansonsten hat natürlich jeder MA die Möglichkeit, vor die Tür zu gehen und im Freien zu rauchen.
     
  5. Delta

    Delta Junior-Mitglied

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    Hallo Jumanji,

    bei uns gibt es in jeder Abteilung einen Raucherraum. Auf der geschlossenen Station haben die Patienten die Möglichkeit in einem eingezäunten Garten (ist an die Station angegliedert) zu rauchen. Einige dürfen da aber nur in Begleitung eines PP rausgehen. Bei uns auf der Sucht gibt es extra Öffnungszeiten für das Raucherzimmer (05:00-22:30 Uhr), da die Pat. sonst auch die ganze Nacht da drinnen sitzen würden. Ich als Nichtraucher lehne es strikt ab mich mit in diese "Qualmbude" :smoking:zu setzen, gab bisher auch noch keine Anweisung dazu (würde ich trotzdem ablehnen). Die PP müssen außer Haus in einer extra errichteten Raucherinsel rauchen, dürfen also nur in ihren Pausen rauchen:motzen:.

    LG Delta:cheerlead:
     
  6. pueppidorle

    pueppidorle Newbie

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    BEi uns auf der Akutstation( teils geschlossene teils geöffnete Tür ) gibt es ebenfalls noch einen Raucherraum, welcher aber durch Raucherraumzeiten geöffnet oder geschlossen wird( Öfnnungszeit jeweils für 1/2 Stunde, dann geschlossen für 1 Stunde ).
    Diesen Raucherrauch dürfen nur ausschließlich die nutzen die keine Ausgänge haben, für die anderen gibt es eine Terrase. Nur Abends wenn die Station komplett geschlossen ist dürfen alle PAtienten den Raucherraum benutzen bis 23.00 Uhr.Ab dann ist er eigendlich geschlossen.Natürlich drückt man mal eine Auge zu wenn NAchts jemand kommt und Druck auf eine Zigarette hat, aber dann wird dieses auch zeitlich begrenzt.

    Sinn der Öffnungszeiten und Schließungzeiten des RAucherraum war es das sich alles nur im Raucherraum abgespielt hat und sic h dort eine richtige Kneipenatmosphäre gebildet hat.Dazu kam noch das viele Schwestern bei uns nicht rauchen und den Kontakt dann gemieden haben.Für mich als Raucher viel es einfach Kontakt aufzunehmen da man auch mal in nder Raucherpause Kontakt aufgenommen hat.
     
  7. 1mic1

    1mic1 Newbie

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    Hallo,
    wir haben unseren Raucherraum geschlossen. Trotz aller Bedenken, die es auf einer Akutstation gibt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir den Raucherdunst auf Station verbannt. Die Patienten gehen zum Rauchen vors Haus; Patienten, die alleine nicht raus dürfen begleiten wir. In der Nacht gibt es ein Rauchverbot (allerdings: Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel). Die befürchteten Aggressionen wegen des Rauchverbots blieben aus. Ganz im Gegenteil: wegen des Rauchverbots auf Station gab es bislang keine einzige Auseinandersetzung. Patienten sehen das gar nicht so kritisch und sind in der Hinsicht eher verständnisvoll. Das ist ja auch gelebte Normalität: rauchen in öffentlichen Gerbäuden (und in vielen, vielen privaten Wohnungen) ist heute einfach ein no go!
    Grüße
     
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