Neugeborenes nach Drogenentzug

Dieses Thema im Forum "Kinderintensivpflege" wurde erstellt von Pflegemutter, 20.04.2011.

  1. Pflegemutter

    Pflegemutter Newbie

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    Hallo
    Ich bin Kriesen und Kurzzeitpflegemutter und werde vorraussichtlich ein Baby ( zZ 6 Tage alt) bekommen. Das Kind wurde von einer Mutter geboren die seit 30 Jahren drogenabhängig ist, auch Metadon.
    Angeblich ist der Entzug vorbei was ich mir nicht vorstellen kann.

    Was muss ich im Krankenhaus erfragen?
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Informationen findest du z.B. hier: http://www.drogenberatung-wolfsburg...taler_Drogenentzug_Dr_Schmitz.ppt#256,1,Folie 1

    http://www.archido.de/index.php?option=com_docman&task=doc_view&gid=2698 ab S.23

    Ich bezweifle ernsthaft, dass man ein gefährdetes Kind in die Hände einer (Pflege-)mutter gibt.

    Wenn du so unsicher bist, dann würde ich dir empfehlen, dieses Kind net in Pflege zu nehmen... in deinem und im Interesse des Kindes.

    Elisabeth
     
  3. Pflegemutter

    Pflegemutter Newbie

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    Oh man, auch Dir ein herzliches hallo.
    Ich bin eine erfahrene Pflegemutter und Erzieherin und nur weil ich Fragen stelle heißt es doch nicht das ich unsicher bin. Ich wollte Fachmeinungen hören und mir sicher sein nichts wichtiges zu vergessen. Ich freue mich so nett begüßt zu werden.
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Was würdest du fragen, wenn du nix über die Vorgeschichte des Kindes wüßtest?

    Elisabeth
     
  5. Pflegemutter

    Pflegemutter Newbie

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    Ich will mal kurz erzählen.
    Ich bin mitte 40, habe 4 Kinder und davon 2 Dauerpflegekinder. Das Ältere ist ein FAS Kind.
    Pflegemutter bin ich seit 7 Jahren und seit 4 Jahren in der Kriesen-Kurzzeitpflege für Säuglinge.
    In der Regel bleibt ein Kind ca 4 - 6 Monate bei uns und wird dann sanft zu den Eltern/ Pflegeeltern oder in die Adoption übergeben.

    Nein, Kinderklau oder ungerechtfertigten Kindesentzug durch das Jugendamt habe ich noch nicht erlebt, im Gegenteil.
     
  6. Pflegemutter

    Pflegemutter Newbie

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    Nichts
    Bei der Übergabe der Säuglinge gibt es von der Krankenschwester meistens eine sehr gute kurze Zusammenfassung und der Rest ist meine Erfahrung.
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Es gibt doch das ganz normale Entlassungsgespräch- oder net? So wie es bei jeder Entlassung üblich ist. Hier wirst du auf Besonderheiten hingewiesen, auf was du achten musst... usw.. Das wird bei diesem Kind net anders sein.

    Mach dir net so viele Gedanken. Du wirst sicherlich regelmäßig zu entsprechenden Kontrolluntersuchungen einbestellt werden. Vielleicht bittest darum, dass die ersten Termine möglichst kurzfristig gelegt sind.


    Elisabeth

    PS Ops- hat sich überschnitten. Inhalt bleibt aber der gleiche.
     
  8. Pflegemutter

    Pflegemutter Newbie

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    Noch einmal die Frage, was muss ich speziell über ein Drogenkind wissen und was darf ich nicht vergessen zu erfragen?

    Ich habe meine Erfahrung mit diesem KH
     
  9. Pflegemutter

    Pflegemutter Newbie

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    Ich danke für die freundliche Unterstützung
     
  10. Herzlich Willkommen hier im Forum :boozed:
    Kann dir dazu zwar nciht helfen, aber wollte mal, dass du hier auch mal nette antworten bekommst :knabber:.
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Zu welchem Kinderarzt gehst du sonst mit deinen Pflegekindern? Der bekommt ja eigentlich auch die Entlassungspapiere aus dem Krankenhaus in dem alles medizinisch wichtige steht.

    Mach da kurzfristig einen Termin. Ich denke, dort bekommst du die Informationen, die auf dein Pflegekind zutreffen. Und du kannst gleich mit dem Fachmann/ der Fachfrau besprechen, wie es weiter gehen soll.

    Man sollte sich net verunsichern lassen durch zu viele Erfahrungsberichte. Ist wie mit der Entbindung. Hörst da im Vorfeld nur Horrorgeschichten, dann hast selbst auch Panik vor der Geburt.

    Elisabeth
     
  12. angie85

    angie85 Stammgast

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    Neonatologie
    liebe pflegemutter, erstmal möchte ich sagen, dass ich es super finde, was du machst. ich hab immer wieder mal mit neugeborenen im neonatalen drogenentzug zu tun und weiß, wie wichtig es ist, dass es menschen wie dich gibt.

    wieso bezeifelst du, dass der entzug bereits vorbei ist? es gibt tatsächlich kinder, bei denen das recht schnell und unproblematisch geht.

    hast du konkrete fragen? "was muss ich wissen" ist nicht sehr spezifisch. wichtig für dich ist wohl vor allem die familiäre situation, aber das wirst du wohl eh wissen, da du ja schon erfahrung hast. gibt es was, worüber du dir besonders gedanken machst, wo du schwierigkeiten mit dem kind erwartest?

    lg
     
  13. olynthchen

    olynthchen Stammgast

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    Chirurgie
    - inwieweit hat auch das Baby Entzugserscheinungen, bekommt es dagegen Medis
    - wie ist der Allgemeinzustand, also hat es Probleme Gewicht zuzulegen,Verdauungssstörungen, ist es besonders nervös und schläft verhältnismäßig wenig oder schlecht.
    Anpassungsstörungen?
    - ist es durch Geburt oder Schwangerschaft mit irgendwelchen Infektionskrankeheiten belastet...Hep c, HIV.

    Ein Entzugsbaby muß nicht komplizierter sein in der Pflege als ein Kind, daß unter nicht solchen Bedingungen geboren wurde.

    Zudem, werden bei uns nur Kinder in Pflege gegeben, wenn sie jegliche Entzugsproblematig oder andere Probleme überwunden haben und ein regelrechtes Gedeihen stattfinden kann.
    Ich denke, daß wird bei euch genauso sein.

    Wünsche Dir mit dem kleinen alles Gute und das es in seinem Leben ab jetzt glatter läuft.:wink:
     
  14. Pflegemutter

    Pflegemutter Newbie

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    Viele Dank für die Antworten
    Das Kind ist noch auf entzug und es bleibt noch, bis mindestens Dienstag, in der Klinik. Ich habe die Genehmgung in der Zwischenzeit dort hinzufahren und Kontakt zum Kind und zum Arzt aufzunehmen. Das beruhigt mich, so kann ich mich an den kleinen Menschen gewöhnen, sein schrilles Schreien unterscheiden lernen und mir Tipps geben lassen wie ich es ihm erleichtern kann. Mir wäre wichtig das er hier keine Medis bekommt die eine erneute Abhängigkeit bringt aber da werde ich mich auf die Ärzte verlassen müssen. Wenn der Säugling dann hier ist wird er natürlich schnell meinem KA vorgestellt und auch die Amtsärztin bleibt mit mir im Kontakt. Gemeinsam werden wir es schon schaffen.
     
  15. rumpelstilzchen

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    Kinderkrankenschwester
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    Neonatologische Observationsstation
    Funktion:
    Fachweiterbildung Intensivpflege & Anästhesie
    Hallo!
    erstmal Respekt für deine Tätigkeit! Ich habe häufiger mal mit Drogenentzugsneugeborenen auf der Station zu tun und weiß, wie anstrengend sie sein können. Wichtig ist, dass das Kind wirklich aus seinem Entzug raus ist. Nach 6 Tagen hätte ich das schon als sehr ungewöhnlich empfunden. Ein Kind, welches noch einen Entzug durchmacht, kann sehr anstrengend sein. Daher mein Rat ( wenn man es so nennen kann...) lieber einen Tag länger in der Klinik bleiben, Nerven schonen und anschließend das Leben mit dem Kleinen genießen. Sicherlich sehr wichtig, auch in der Zeit nach dem Klinikaufenthalt, sind viel Körperkontakt. Das beruhigt die Kinder sehr. Vielleicht hast du die Möglichkeit, dir z.B. ein Tragetuch für die Anfangszeit zu besorgen. Ganz wichtig ist m.E. auch zu wissen, welche Symptome das Kind bei seinem Entzug zeigt. Können ja sehr vielfältig sein und grade in der Anfangszeit zu Hause noch mal auftreten. Frag nach, wie man das Kind gut beruhigen kann!!!! Über die soziale Situation weißt du ja sicherlich schon bescheid.
    Ich wünsche dir alles Gute,ganz viel Kraft und Freude mit dem Kleinen!!!
    Lg.
     
  16. Pflegemutter

    Pflegemutter Newbie

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    Vielen Dank für Eure Antworten. Nun die nächste Frage:

    Das Kind ist nun seit 7 Wochen bei mir. Vom Entzug ist erstaunlich wenig zu bemerken. Das einzige und sehr belastende für Kind und uns ist seine Verdauung.
    Seine Darmausscheidungen waren schon am Anfang kaum vorhanden, nun findet keine spontane Ausscheidung mehr statt. Ich habe mehrmals mit meinem Kinderarzt gesprochen und auch mit Frau Dr. von Kinder_Jugend Gesundheitsdienst. Deren Ratschläge befolgen wir genau. Er bekommt die 1er Nahrung von Babivita, da sie weniger schäumen soll als die Pre Nahrung. Ich mache Milchpulver hinein, er trinkt viel Tee (reines Wasser nimmt er nicht) und reibe den Bauch ständig. Bei jedem Windelwechsel (spätestens nach 2 Stunden durch den vielen Tee) mit loser neuer Windel tragen wir ihn in Sitzhaltung mit den Knien bis zum Bauch und liegt das Kind dann auch auf dem Bauch. Am Nachmittag rege ich den Darm mit dem Fieberthermometer an und nehmen den Kleinen wieder in Sitzhaltung, in der Hoffnung, da kommt was alleine. Bisher alles vergebens. Frau Dr. vermutet, dass der Darm noch nicht reif genug ist und beide Ärzte denken, dass er es lernen muss. Ist wohl typisch für Drogenkinder ?. Auch Glycilax Zäpchen, (sollen den Stuhl aufweichen) helfen nicht. Wie bei den Kümmelzäpchen (gegen Bauchschmerzen und Blähungen) schreit der Kleine nach deren Gabe schrecklich.
    Habt Ihr Ratschläge was ich tun kann. Ist es Typisch für Drogenkinder und habt Ihr einen Link für mich.
    Vielen Dank I.
     
  17. Pflegemutter

    Pflegemutter Newbie

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    Ach übrigens. Er kam mit 48 cm und 2300 g und ist nun 52 cm und wiegt 4300g.:razz1:
     
  18. PePaMel

    PePaMel Gast

    Hi,

    mein Sohn ist jetzt auch 7 Wochen alt und leidet unter Blähungen und hat teilweise etwas Verstopfung.

    Meine Hebamme gab mir den Tip einen halben Teelöffel Sonnenblumenöl oder Rapsöl in jedes Fläschchen zu geben. Der Stuhl war innerhalb von 12h weicher! Auch die Blähungen sind deutlich besser geworden.

    Der ganze andere Kram wie Kümmel oder Fenchel hat bei uns nichts geholfen. Was Du auch noch probieren könntest ist Bi Gaia (oder so ähnlich) soll für den Aufbau der Darmflora gut sein. Wenn das Öl nicht geholfen hätte wäre das das nächste gewesen was ich ausprobiert hätte.

    Liebe Grüße,
    Mel
     
  19. Pflegemutter

    Pflegemutter Newbie

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    Oh danke, das werde ich versuchen.
    Bi Gaia, was ist das?
    Liebe Grüße I.
     
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