Neue Lernform "Segel-BS"?

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsinhalte" wurde erstellt von Julchen_1990, 16.10.2007.

  1. Julchen_1990

    Julchen_1990 Junior-Mitglied

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    Ich hab am 01.10. meine Ausbildung begonnen, uns wurde am ersten Tag gesagt, das die Schule mit uns einen Schulversuch vorhat.
    Genannt wird das ganze "Segel-BS", Langform: "Selbstgesteuertes Lernen - Berufsschule"!!
    Wir müssen viele Gruppenarbeiten usw. machen.
    Kennt das jemand von euch??
    Hat Erfahrungen damit??
    Danke
     
  2. flexi

    flexi Administrator
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    http://wiwiweb.upb.de/www/fb5/WiWi-...713C1256FC0003E0DB1/$file/Handbuch Teil C.pdf

    Scheint eine sehr interessantes Angebot zu sein... aber mit imensen Vorbereitungen verbunden im materiellen Bereich und es muss wohl auch erst mal diese Lernform beigebracht werden. Alles scheint zu stehen oder zu fallen mit der Eigenmotivation der Lernenden.

    Deshalb bin ich besonders gespannt auf die Antworten zu flexis Frage:
    Elisabeth
     
  4. Julchen_1990

    Julchen_1990 Junior-Mitglied

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    Na ja, man kann nicht sagen, das man uns das beigebracht hat!!
    Wir haben bis jetzt nur sehr viele Gruppenarbeiten mit verschiedenen Stationen gemacht, meist zum Thema "Lernen".
    Aber wie des "Segel-BS" genau abläuft, hab ich noch nicht verstanden und die Lehrer sind glaub auch noch unsicher.
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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  6. Julchen_1990

    Julchen_1990 Junior-Mitglied

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    Was ich genau von dem ganzen erwarten soll, weiß ich auch nicht. Ich weiß nur das wir bis jetzt jeden Tag Gruppenarbeiten mit anschließenden Vorträgen halten mussten. Mit der Zeit nervt das schon, ich habe nicht das Gefühl das ich dabei viel lerne.
    Bin nicht gegen "was ausprobieren", aber mir war der klassische Unterricht (Lehrer vor der Klasse, hält Unterricht) viel lieber. Vor allem kann ich mir bei unserer Form nicht vorstellen, wie der Stoff für Klausuren zustande kommen sollen bzw. wie ich mich darauf vorbereiten soll.
     
  7. chrisichen

    chrisichen Junior-Mitglied

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    hallo,
    also wir haben auch viel gruppenarbeit machen müssen
    aber hintehrer wenn alles vorgestellt worden ist hat der lehrer nochmal alles wichtige gesagt oder uns kopiert was ich dann gut fande.

    lg chrisi
     
  8. flexi

    flexi Administrator
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  9. Lillebrit

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    Hier mal ein Auszug aus meiner Diplomarbeit, in welcher ich ein Unterrichtskozept auf Basis des Selbstgesetuerten Lernens konzipiert habe:

    Ein didaktisches Prinzip der konstruktivistischen Pädagogik ist das Konzept des selbstgesteuerten Lernens. Hierbei tritt die Vorstellung des Lehrens zugunsten des Lernens in den Hintergrund, wobei es jedoch im Bezug auf den Grad der Selbststeuerung verschiedenen Akzentuierungen gibt (Gudjons, 2006, S. 36), da Lernen immer auf einem Kontinuum mit den Polen der vollkommenen Autonomie und der vollkommenen Fremdsteuerung geschieht (ebd., S. 31). Lernen ist grundsätzlich in Anteilen immer sowohl fremd - als auch selbstgesteuert, wobei der Begriff der Selbstteuerung intendiert, dass der „Lernende mehr oder weniger Initiator und Verantwortlicher seiner Lerntätigkeiten ist und in dem für ihn passenden Maße Unterstützung und Hilfe erfahren und heranziehen kann“ (Konrad &Traub, 1999, S. 12 ff.). Lernpsychologisch setzt selbstgesteuertes Lernen daher die Vereinbarkeit von Instruktion seitens der Lehrkraft und Konstruktion seitens der Lernenden voraus.
    Im Berufsbildungsbericht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF, 1998, S. 8) wird das selbstgesteuerte Lernen als Schlüssel zur Bewältigung der im Beruf wachsenden Lernbedürfnisse betrachtet, da dieses die Selbstbestimmung fördert und aufgrund der Anwendung auf konkrete Situationen und auf der eigenen Erfahrung basierend als nachhaltig gilt.
    Auch die PISA - Studie 2000 erfasst selbstregulatorische Fähigkeiten bei Schülern. Aus den Ergebnissen der Studie eine Korrelation zwischen selbstregulatorischen Fähigkeiten und guten Leistungen hervor (OECD, 2003, S. 81). Darüber hinaus wird angenommen, dass die wirksame Selbststeuerung des Lernens zu einer gleich bleibenden Lernmotivation sowie dem Wunsch nach kooperierenden Lernstilen führt (ebd., S. 80). Die Verfasserin geht daher von einer Eignung dieses methodischen Vorgehens zur Förderung von Aktivitäts- und Umsetzungsorientierten Kompetenzen (2.2) aus, welche langfristig eine entscheidende Grundlage zur Anbahnung von Bewegungskompetenz (1.1; 2.2) bilden.
    Selbstgesteuertes Lernen bedarf der Förderung und Anleitung. Schlutz (1999) betont „Es scheint viel Fremdorganisation nötig, damit Selbstorganisation angebahnt und erfolgreiche Selbststeuerung unterstützt werden können“ (Schlutz, 1999, S. 19).
    Zur Förderung der Selbststeuerung betonen Friedrich & Mandl (1997, S 259) die Gestaltung der Lernumgebung, in welcher das Lehren der Unterstützung der Eigenaktivität dient. Die Lernumgebung soll daher authentische, komplexe und realitätsnahe Lernprobleme stellen, die Verknüpfung von Wissen und Handeln unterstützen, die Kooperation zwischen den Lernenden aktivieren und den Transfer des Gelernten anbahnen. Dieses wird nach Gudjons (2006, S. 33) gefördert durch eine offene Unterrichtsstruktur, in welcher der Stoff flacher gegliedert und der Zeitrahmen flexibler gestaltet ist. Heid (1996, S. 162) betont im Hinblick auf den Begriff des offenen Unterrichtes jedoch, dass dieses lediglich eine „selektive Zubilligung“ an den Lernenden darstellen kann, der Lehrer letztendlich aber immer die Gesamtverantwortung für den Unterrichtsprozess trägt.
    Von entscheidender Bedeutung sind Metakognitive Strategien, welche zum einen das Wissen über die eigenen Fähigkeiten, Schwächen sowie das Lernverhalten und zum andern die exekutiven Prozesse der Planung, Überwachung und Regulierung beinhalten (Kilian, n.d., S. 5; Gudjons, 2003, S. 7). Zur Planung und Überwachung des eigenen Lernprozesses über einen längeren Zeitraum, sowie zur Ausbildung der Metakognitiven Strategien, eignet sich das Führen eines Lerntagebuches, welches eine kontinuierliche Dokumentation der individuellen Lerngeschichte sowie die Reflexion von Lernprozessen erlaubt (Kilian, n.d, S. 8).

    Bezüglich der Unterrichtsmethodik zur Anbahnung grundlegender Fähigkeiten zur Selbststeuerung sind nach Gudjons besonders die Freiarbeit sowie die Freie Forscherzeit geeignet (2006, S. 36). Die Freiarbeit beinhaltet anfangs eine begrenzte Wahlmöglichkeit an Themen und wird zunehmend offener in dieser Wahlmöglichkeit sowie der Auswahl an Arbeits -, Lern - und Handlungsformen. Im Anschluss hieran werden die Ergebnisse im Plenum vorgestellt. Kombinierbar ist dieses mit der Form des Lernens durch Lehren (ebd., S. 35), indem sich die Auszubildenden gegenseitig unterrichten und gleichzeitig auch Fähigkeiten anbahnen, um z.B. im beruflichen Kontext Patienten und deren Angehörige zu beraten oder anzuleiten (3.1.2) Die Freie Forscherzeit geht noch über dieses hinaus und bietet den Auszubildenden den Freiraum, völlig selbständig deren Interessen forschend nach zu gehen. Hierzu müssen vorab allerdings Grundlagen zur Fähigkeit der Selbststeuerung durch die Lehrkraft gelegt worden sein.
     
  10. andy1987

    andy1987 Senior-Mitglied

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    also ich habe auch am 1.10. angefangen, bei uns heißt es zwar nicht segel- bs, sondern eva (eigenverantwortliche ausbildung). wir haben auch fest eingeteilte gruppen, die sich lerinhalte selbst erarbeiten müssen, wobei aber immer ein lehrer greifbar sein sollte . in den knapp drei wochen hatten wir schon einige projekte (z.b. hygiene, betten, lagern, mobilisation, mikrobiologie), die jedes mal auf einer diskette gespeichert werden und manchmal auch vor der klasse vorgetragen werden müssen.
    zusätzlich zu diesen gruppenarbeiten haben wir aber auch noch den klassischen "frontalunterricht" , z.b. in recht und verwaltung.
    das konzept ist , denke ich, ganz gut, weil man viel durchdenken muss, etc. manchmal fehlt mir aber persönlich die erläuterung durch einen "fachmann"!
     
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