Neu in der Psychiatrie

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von sanne2081, 11.06.2009.

  1. sanne2081

    sanne2081 Newbie

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    Hallo ihr Lieben,
    Ab dem 01.07. habe ich einen neuen Arbeitsplatz in der Psychiatrie.
    Vorher war ich bisher nur in der Somatik tätig. Ich interessiere mich schon immer sehr für dieses Fachgebiet, aber jetzt wo es endlich so weit sein soll, frage ich mich ob ich der Sache denn gewachsen bin. Kann ich immer adäquat reagieren und kommunizieren, da ich ja nicht viel Erfahrung habe.

    Es ist eine Allgmeinpsychiatrie, je nach Patientenlage geschlossen oder offen.
    Ist man in der Psychiatrie generell zu zweit im Nachtdienst?

    So genug der Fragen, vielleicht kann mir jemand ein wenig meine Aufregung nehmen.:-)
    Lg Sanne
     
  2. Leann

    Leann Stammgast

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    Bei uns sind die Akut sowie Forensische Stationen mit 2 Nachtwachen besetzt.
    Sind nur ganz wenige Bereiche der Psychiatrie die Nachts alleine besetzt sind (ist aber Haus abhängig, Fachgebiet...)

    Du wirst mit Sicherheit von den Patienten "beschnuppert" und gleich mal geschaut wie kann ich sie am besten testen:mrgreen:
    Mach Dich gleich erstmal mit den Stationsregeln bekannt so das Du schon mal nicht in versuchung kommst dem Patienten was zu bejaen was eigentlich verboten ist.

    Ich hoffe das Du eine gute Einarbeitung hast und Dir der Bereich Spaß macht:flowerpower:

    Ahja das "gewusel" wie in der Somatik fällt da flach. Aber Du wirst bald merken das Du "anders" arbeiten mußt als in der Somatik.:-)
     
  3. Sr.Sandra

    Sr.Sandra Stammgast

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    Psychiatrie/Traumatologie/Geburtsmedizin
    Mach dir keine Gedanken, ich habe den Schritt im März auch gemacht und bereue es nicht. Sogar im 2. Monat habe ich ND alleine gemacht und es war eine gute Berreicherung für mich.
    Es gibt ja auch wenn möglich eine Einarbeitungszeit die dich auf viele situationen vorbereiten kann.
    Ich bin glücklich diesen Schritt gemacht zu haben.
    Auch die Kollegen sind sehr verständnissvoll und helfen bei allen Problemen.
    Lt. meinen Kollegen hat man in der Psychatrie die längste Eingewöhnungszeit (ca. 1 Jahr).
    LG Sandra
     
  4. lieblingsbesuch

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    Psychiatrie
    Es stimmt schon - wenn du in eine Psychiatrie wechselst, hast du die laengste Eingewoehnungs- bzw. Lernphase überhaupt. V.a. wenn du in eine Allgemeinpsychiatrie kommst, wo du alle Krankheitsbilder auf einmal kennen lernst.

    Das liegt ganz einfach daran, dass es für so gut wie alle Situationen dort keine Vorschriften bzw. festen Regeln gibt, wie du sie zu meistern hast.
    Der Blutzucker muss zwischen 80 und 120 sein, alles darunter oder darüber muss behandelt werden. Sowas gibt es halt bei psychiatrischen Krankheiten nicht. Sicher gibt es Pflegeleitlinien, "Verhaltensregeln" und Grenzen, an die man sich auch unbedingt halten muss, aber den Zustand des Patienten kannst du halt nicht mehr am Display ablesen.

    Am Anfang wirst du deine Kollegen wahrscheinlich kaum verstehen - du unterhaeltst dich mit einem Patienten, findest ihn eigentlich so ganz mitteilsam, und in der Übergabe wird gesagt "Hr. XY war heute mal wieder total manisch, ich denke hier besteht dringender Handlungsbedarf". Lass dich davon nicht verunsichern, die meisten arbeiten schon Jahre in dem Bereich und fühlen das einfach, bzw. haben die Erfahrung. Viele vergessen das. Aber so ist das ja mehr oder weniger in jedem Gebiet. Nur halt in der Psychiatrie am staerksten.... das Fühlen.

    Wichtig ist, dass du die nötige Distanz bewahrst, gleichzeitig aber auch offen bist, nicht zuviel von dir Preis gibst, und trotzdem das Vertrauen des Patienten erlangst.
    Ganz wichtig ist, dass du immer den Respekt gegenüber des Patienten bewahrst. Du wirst viele, "abgeschossene", Patienten erleben, chronifizierte, oberflächlich gesehen "faule" Patienten, und ich erlebe es täglich, wie Kollegen den Patienten ein bisschen wie Kinder behandeln, ihn "diskriminieren". Wenn du dich nicht ständig selbst reflektierst, kannst du da evtl. auch sehr schnell reinrutschen.
    Mir ist das auch schon passiert - hab 5 Minuten später drüber nachgedacht und hätte mich selbst Ohrfeigen können - hab dann mit dem Patienten drüber geredet ob er das auch so empfunden hat. (Sich öffnen - zeigen, dass man selbst auch ein Mensch ist). Die Sprache des Patienten sprechen, also.

    Wenn ein Patient unfreundlich zu dir ist - werde es nicht auch. Sei freundlich, aber bestimmt, sonst verhärten sich die Fronten nur.

    Wichtig ist auch, nimm dem Patienten so wenig wie möglich ab. Lass dich nicht zu sehr ausnutzen (ist am Anfang unvermeidlich), wenn dich ein Patient um etwas bittet, mache es mit ihm zusammen, wenn du es siehst, er kann es allein, dann lass es ihn allein machen.


    Das alles sind sehr allgemeine Tipps, mit denen du wohl durch die erste Runde kommen wirst, bedenke aber, dass jedes Krankheitsbild evtl. ganz unterschiedlich behandelt wird.

    Ich gebe dir natürlich auch warme Worte auf den Weg - Hoffe, dass dir das Thema Psychiatrie gefällt und du einen gewissen Enthusiasmus entwickelst - aber sei Kritisch dir gegenüber, Psychiatrie ist nun wirklich nicht jedermanns Sache.
     
  5. Ich war selbst während meiner Physioausbildung zum Praktikum in der Psychiatrie. Sehr spannend das Ganze :-) Ich finde, dass es eine Frage der Einarbeitung ist. Ich bin zwar keine GuKP und für mich war es ja nur ein Praktikum. Aber was mir auch sehr geholfen hat war die Möglichkeit, mich mit sämtlichen Patientenakten auseinanderzusetzen, sodass du ungefähr weißt, was auf dich zukommt!

    Klar, erst will man etwas unbedingt- koste es, was es wolle. Es ist wie ein Traum, den du verwirklichen willst. Wenn du dann kurz davor stehst, ist es ganz normal, dass du nervös wirst. Du willst ja deinen Traum verwirklich. Mit zu großen Bedenken stehst du dir dabei nur selbst im Weg. Aber du wirst sehen- kaum konntest du die ersten Kollegen beschnuppern, verfliegt die Nervosität wie von selbst :-)

    Nur Mut und eine gesunde Portion Selbstvertrauen und du wirst die Sache sicher professionell meistern :-)

    Viel Erfolg :-)
     
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