Nerviger Kollege geht schlecht mit Patienten um

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsinhalte" wurde erstellt von maja94, 01.01.2015.

  1. maja94

    maja94 Newbie

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    Hallo,
    ich mache nun seit Oktober die Ausbildung zur GuKP und bin seit Ende November auf einer Inneren Station eingesetzt.
    Die Ausbildung macht mir Spaß und die Station ist auch echt toll, bis auf einen bestimmten Pfleger.
    Eigentlich ist er ganz nett und zu uns Schülerinnen auch manchmal ein wenig zu nett, er kommt einem immer sehr nah, aber das hält sich noch in erträglichen Grenzen. Er ist auch bemüht uns etwas neues zu zeigen und nimmt uns mit zu interessanten Fällen und erklärt uns das.
    Allerdings ist er immer sehr gestresst und nimmt vieles was die Patienten sagen sehr persönlich und lässt es die Patienten auch spüren, auch die, die es eigentlich nicht verdient hätten.
    Er macht sich immer selbst den meisten Stress, auch wenn momentan eigentlich kein Stress da ist.
    Ich finde ihn echt sehr unverschämt den Patienten gegenüber... Über die Feiertage hatten wir, wie wahrscheinlich alle internistischen Stationen, sehr viele Pflegefälle und natürlich fand ichs auch nicht schön, wenn jeder von den Pflegefällen auch noch 3 mal täglich Stuhlgang hatte, aber daran kann man natürlich nichts ändern, aber jemandem, der Bettlägerig ist und sich eh schon in einer unangenehmen Situation befindet für seinen Stuhlgang anzumotzen finde ich echt unglaublich...
    Alle anderen Kollegen sind sehr nett und auch sehr einfühlsam den Patienten gegenüber. Auch meine PA ist sehr nett, allerdings hatten wir noch nicht oft Dienst miteinander. Das Zwischengespräch ist gut gelaufen und es gab eigentlich nichts zu meckern.

    Nun zu meiner Frage..soll ich etwas tun? Und wenn ja, was? Oder soll ichs einfach ertragen? Ich werde ihn ja wahrscheinlich eh nicht ändern können..

    Wär echt sehr dankbar für ne Antwort :-)

    PS: Wünsch euch noch ein frohes neues Jahr! :flowerpower:
     
  2. Anna456

    Anna456 Newbie

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    Hey Maja94 :-)

    Erstmal frohes neues Jahr :-) Schön das dein erster Einsatz so positiv für dich gelaufen ist.

    Komme wir auf deine Frage, du musst eins verstehen durch die Ausbildung sind wir auf den Stationen Ca. 4 Wochen dort, dann kommt entweder Schule oder die nächste Station. Die Pflegekräfte sind einfach überfordert, sie haben mehr als 20-30 Jahren Berufserfahrung hintersiech und kennen einfach die schatten Seiten:

    Unterbesetzt sein, der Schichtdienst (Früh,Spät,Nacht) kann aufdauer die Laune beeinträchtigen, das nicht einhalten der 10 Stunden, mehrer Tage durch arbeiten Ca 20 Tage glaub mir es gibt noch vieles mehr.
    Es ist keine Entschuldigung aber versteh auch diese Seite. Nach der Zeit vergisst man den Ton. Jeder Mensch geht mit Stress anders um mag sein, das der eine Kolleg ganz locker umgeht und der andere in Panik gerät.

    Wenn du wirklich was unternehmen möchtest, warten bis du deine Beurteilung bekommen hast. Wenn du mit ihm doch das Gespräch suchen solltest dann würde ich dir als Tipp geben: wenn ihr im Unterricht das Thema Kommunikation hattet benutze es.


    wünsch dir noch viel Erfolg :-)
     
  3. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

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    Hallo und frohes neues,

    also ich bin nicht der Meinung dass Stress und Überforderung, meine Patienten zu spüren bekommen sollen. Klar sage ich Ihnen auch mal dass es zur zeit viel zu tun gäbe, aber ich kann meine schlechte Laune nicht an Ihnen aus lassen, sie sind unsere Arbeit.
    Von daher absolutes Unverständnis gegenüber dem Kollegen.

    Was kannst du tun?
    Versuch es besser zu machen, ich glaube solche Menschen kann man nicht ändern auch nicht mit einem Gespräch, hab ich schon all zu oft erlebt.
     
  4. Jillian

    Jillian Senior-Mitglied

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    Hi,

    So eine Kollegin hatte ich jetzt in meinem geriatrischen Einsatz im Pflegeheim. Es war mir furchtbar peinlich, mit dieser Kollegin zusammen am Bewohner zu arbeiten. Es kann nicht sein, dass man seinen Frust über krankheitsbedingte Unterbesetzung am dementen Bewohner auslässt und diesen so ruppig behandelt, dass dieser vor Angst Augen groß wie Wagenräder bekommt und am ganzen Körper verkrampft.Was die Reizschwelle der Kollegin wiederum enorm strapazierte und sie dies verbal sehr deutlich dem Bewohner kommunizierte.
    Nachdem ich mir das einen Dienst lang angesehen habe, dachte ich noch, ok, jeder hat mal einen schlechten Tag. Ich musste aber feststellen, dass diese Arbeitsweise ihre Norm sein sollte. Mehr als einmal konnte man bei geöffneter Zimmertür ihren Umgang mit den Bewohnern live miterleben (allein schon, dass die Türen zum Wechsel des IKM nicht geschlossen werden, während draußen Angehörige über den Gang laufen).

    Ich muss zugeben, ich war einfach nur perplex.

    Mein Einsatz endete mit dem obligatorischen Gespräch mit der Praxisanleiterin, die mich auch nach negativen Erfahrungen befragte. Ich umriss ihr mein Problem mit kurzen Worten, ohne den Namen der MA zu nennen. Umgehend verwies mich die PA an die PDL, mit der ich dann am Nachmittag ein Vieraugengespräch hatte. Sie fand es mutig von mir, das Thema anzusprechen, und ließ mich die gesammelten Vorfälle auch schriftlich dokumentieren.
    Ich fragte sie auch, wie ich in der jeweiligen Situation hätte reagieren sollen. Steht es mir als Schülerin zu, einer examinierten und erfahrenen Fachkraft zu sagen, wie schlecht ich ihre Arbeitsweise finde? Ja, sagte sie. Wenn ich den Mut dazu finde, soll ich das direkt in der Situation ansprechen. Ich werde sehen, ob ich das kann.
    Die PDL selbst kündigte mir an, mit der beschuldigten Mitarbeiterin ein Gespräch führen zu wollen, in der die angesprochene Arbeitsweise thematisiert werden soll. Eventuell soll es auch eine Mitarbeiterversammlung geben, in der schwierige Situationen und mögliche Reaktionen des Teams darauf besprochen werden können. Ich würde mich freuen, wenn meine Beobachtungen und mein Hinweis auch nur einem Bewohner dazu dienen, nicht mehr wie ein Stück Vieh, sondern ein Mensch am Ende seines arbeitsreichen Lebens, und immer noch mit Würde, behandelt zu werden.

    In einem Falle, in meiner Probezeit, erlebte ich einmal, wie mich eine altgediente KPH im Patientenzimmer auf ziemlich rüde Weise kritisierte, was ich falsch gemacht hätte. Auf dem Gang sagte ich ihr ruhig und sachlich, dass ich zwar Kritik gerne annehme, aber sie möge sie doch bitte in einem angemessenen äußeren Rahmen äußern und in einer Weise, die mir auch Raum gibt, die Kritik anzunehmen, zu verinnerlichen und umzusetzen. Sie entschuldigte sich sofort bei mir, und hat mich hernach nie wieder vor anderen, ob Patienten oder Mitarbeitern, kritisiert.
     
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  5. Irgendeine

    Irgendeine Poweruser

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    Wir haben im Unterricht gerade "Helfen und hilflos sein" und demnach klingt der Kollege wie ein Paradebsp für nen Burn-Out, auch wenn ich das Wort sehr ungerne benutze. Aber ich den Beitrag gelesen hab, musste ich sofort an den Unterricht heue denken. Da passt alles: übermäßiges Engagement, gleichzeitig sich aber über Pat. aufregen und sie anmotzen etc.
    Wie ist der Typ denn sonst so? Eher offen oder verschlossen?
     
  6. maja94

    maja94 Newbie

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    Der Typ ist eher offen und labert den ganzen Tag irgendeinen Mist..
    Ja an Burnout musste ich auch schon denken..vorallem, da er erzählt hat, dass er lange krankgeschrieben war und jetzt in der Wiedereingliederung ist, aber ich wollte nicht fragen wieso..
     
  7. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Du bist anscheinend auch nicht ohne, fass dir also erstmal an die eigene Nase.

    Eine Langzeiterkrankung und Wiedereingliederung steht auch erstmal in keinem Zusammenhang zu einem Burnout oder ähnlichem, sowas kann auch einfach eine Knie-OP sein - und sowohl das eine als auch das andere geht dich nichts an.
     
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  8. HellBunny

    HellBunny Senior-Mitglied

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    Danke Maniac für diese grandiose Antwort! :beten:
     
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