Nahrungsverweigerung bei Menschen mit einer dementiellen Erkrankung

BibleMan

Newbie
Registriert
19.12.2005
Beiträge
15
Könnt ihr mir etwas über "Nahrungsverweigerung bei Menschen mit einer dementiellen Erkrankung" sagen? Mir müssen darüber eine Gruppenarbeit machen. Vielleicht habt ihr auch ein paar gute Links im Internet so dass ich net solange suchen muss. Das Referat soll nämlich 30min lang sein und wir haben nur 6*45 min Zeit um uns das Thema zu erarbeiten.
Vielleicht habt ihr das Thema auch schon in eurer Ausbildung gehabt und könntet mir da etwas berichten.
Wäre echt nett. Danke.
 
H

Hülsi

Gast
Hallo ,

eine Seite für dich www.nahrungsverweigerung.de

viel Spass beim recherchieren !

Hülsi
 

BibleMan

Newbie
Registriert
19.12.2005
Beiträge
15
Da war ich schon drauf. :smoking: Hab mir da auch das eine oder andere rausgezogen, jedoch finde ich, dass der Inhalt echt dünn ist für eine halbe Stunde referieren!
 

Elisabeth Dinse

Poweruser
Registriert
29.05.2002
Beiträge
19.810
Beruf
Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
Akt. Einsatzbereich
Intensivüberwachung
Ethische Problematik- eigener Standpunkt. Demenz - biographischer Aspekt (was wurde wann gegessen?), Essensvorlieben sind regional gebunden. Wie wärs mit Selbsterfahrung: z.B. Essen testen- prassierte Kost. Problem der Schluckstörungen....

Also mir fällt da ganz viel ein.

Elisabeth
 

Sheila

Senior-Mitglied
Registriert
18.06.2005
Beiträge
126
Beruf
Altenpflegerin; Studentin Pflegepädagogik
Akt. Einsatzbereich
Reha
Wie von Elisabeth schon erwähnt: Biographiearbeit!
Woher stammt der Patient? Küche der Region? Was hatte er für Vorlieben und Abneigungen? Was und wie hat er gearbeitet? Aß er vorwiegend kalt oder warm? Wie waren die Arbeitszeiten (Aufschluss auf Essenszeiten)?
Hat er Kriegsjahre erlebt, wenn ja wie? Hat er Hungersnöte erlebt? Hat er deshalb vielleicht Probleme mit zu üppiger Mahlzeit? Wie wird vor ihm mit Essen umgegangen? Hat er schlechte Erfahrungen mit Ernährung?
Wichtig auch der Sozialaspekt: Aß er allein oder in Gemeinschaft?
Kennt er die Handlungsabfolge "Essen" noch, weiß er für was Messer und Gabel sind? Hilfreich: Zusammen mit dem Patienten essen, "vormachen", bei Flüssigkeitsverweigerung: "Prosten", zusammen trinken, wirkt manchmal Wunder! Flüssigkeit mit Hilfe von Obst oder Kompott, Suppen etc.
Hat der Demente Wahlmöglichkeiten? Darf er bestimmen was er zu sich nimmt? (z.B: Getränke) (Eigenbestimmung, Ressourcen!!)
Kostform evtl. anpassen, vor allem bei Schluckstörungen. Jedoch nicht voreilig zu passierter Kost greifen! Alternativ: weichkochendes Gemüse und Fleisch. Kein "Untereinanderrühren" der passierten Kost - gibt einen undefinierbaren Breí! Keine Medikamente unterrühren!
Sitzt die Zahnprothese richtig? Hat der Patient vielleicht Schmerzen beim Schlucken?
Ältere Menschen haben oft einen veränderten Geschmackssinn: eingeschränkt oder sensibilisiert: Ist das Essen gut gewürzt? Wie ist der Geschmack?
Kennt der demente das Gericht? Exotisches Obst oder Gemüse wird oft nicht als solches erkannt.
Wie ist das Essen angerichtet? Optisch ansprechend ohne verkannt zuwerden? Wie ist die "Essatmosphäre"? Hektisch? Hat der Patient Zeit und Ruhe zum essen? Braucht er Anleitung oder Hilfe?
Benötigt er Hilfsmittel (anatomisches Besteck, Tellerranderhöhung, Strohhalm, Trinkbecher)?
Sind die Portionen richtig gewählt? Vielleicht zu groß?
Anregung der Sinne durch basale Stimulation: mit bekannten Düften aus der Küche arbeiten (Biographie orientiert!); Fingerfood: Demente sind oft ruhelos und wollen nicht zu festen Zeiten im Speisesaal essen "müssen"; 24h Angebot zum essen, vor allem bei Dementen mit umgekehrten Tag-Nacht-Rhythmus.
Wie ist der Tisch gestaltet? Tischsets, Blumen, Gestecke..? Gibt es einen festen Sitzplatz?
Hilfreich kann auch Arbeit nach ROT sein: Speisepläne, Gerichte nach Jahreszeit, Saison, Rituale und Sitten: z.B. freitags: Fisch, samstags; Eintopf; Herbst: Neuer Wein und Zwiebelkuchen.. je nach Region - hilft Erinnerungen wiederzufinden.
Aktivierung: Essen zusammen zubereiten: Patienten Tätigkeiten übernehmen lassen z.B. Kartoffeln schälen, Obst schneiden, Teig kneten.. können Demente oft sehr gut umsetzen und macht ihnen Freude - vor allem frühere Hausfrauen (Selbstwertgefühl - ich werde gebraucht); alte Rezepte und Gegenstände (Küchenwaage, Kaffeemühle..) verwenden.
Ich finde auch der demente Mensch hat wie jeder Andere auch einmal das Recht die Nahrung abzulehnen - die sollte, wenn alle Möglichkeíten ausgeschöpft wurden - akzeptiert werden.
Daraus ergeben sich weitere Fragen: enterale Ernährung? Infusionstherapie? Inwieweit wird die Eigenbestimmung respektiert? Wo sind Grenzen?
:gruebel:
Liebe Grüße Sheila
 

Über uns

  • Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit mehr als 15 Jahren eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

Unterstützt uns!

  • Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!