Nahrungsverweigerung bei Menschen mit einer dementiellen Erkrankung

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von BibleMan, 07.02.2006.

  1. BibleMan

    BibleMan Newbie

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    Könnt ihr mir etwas über "Nahrungsverweigerung bei Menschen mit einer dementiellen Erkrankung" sagen? Mir müssen darüber eine Gruppenarbeit machen. Vielleicht habt ihr auch ein paar gute Links im Internet so dass ich net solange suchen muss. Das Referat soll nämlich 30min lang sein und wir haben nur 6*45 min Zeit um uns das Thema zu erarbeiten.
    Vielleicht habt ihr das Thema auch schon in eurer Ausbildung gehabt und könntet mir da etwas berichten.
    Wäre echt nett. Danke.
     
  2. Hülsi

    Hülsi Gast

  3. BibleMan

    BibleMan Newbie

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    Da war ich schon drauf. :smoking: Hab mir da auch das eine oder andere rausgezogen, jedoch finde ich, dass der Inhalt echt dünn ist für eine halbe Stunde referieren!
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ethische Problematik- eigener Standpunkt. Demenz - biographischer Aspekt (was wurde wann gegessen?), Essensvorlieben sind regional gebunden. Wie wärs mit Selbsterfahrung: z.B. Essen testen- prassierte Kost. Problem der Schluckstörungen....

    Also mir fällt da ganz viel ein.

    Elisabeth
     
  5. Sheila

    Sheila Senior-Mitglied

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    Reha
    Wie von Elisabeth schon erwähnt: Biographiearbeit!
    Woher stammt der Patient? Küche der Region? Was hatte er für Vorlieben und Abneigungen? Was und wie hat er gearbeitet? Aß er vorwiegend kalt oder warm? Wie waren die Arbeitszeiten (Aufschluss auf Essenszeiten)?
    Hat er Kriegsjahre erlebt, wenn ja wie? Hat er Hungersnöte erlebt? Hat er deshalb vielleicht Probleme mit zu üppiger Mahlzeit? Wie wird vor ihm mit Essen umgegangen? Hat er schlechte Erfahrungen mit Ernährung?
    Wichtig auch der Sozialaspekt: Aß er allein oder in Gemeinschaft?
    Kennt er die Handlungsabfolge "Essen" noch, weiß er für was Messer und Gabel sind? Hilfreich: Zusammen mit dem Patienten essen, "vormachen", bei Flüssigkeitsverweigerung: "Prosten", zusammen trinken, wirkt manchmal Wunder! Flüssigkeit mit Hilfe von Obst oder Kompott, Suppen etc.
    Hat der Demente Wahlmöglichkeiten? Darf er bestimmen was er zu sich nimmt? (z.B: Getränke) (Eigenbestimmung, Ressourcen!!)
    Kostform evtl. anpassen, vor allem bei Schluckstörungen. Jedoch nicht voreilig zu passierter Kost greifen! Alternativ: weichkochendes Gemüse und Fleisch. Kein "Untereinanderrühren" der passierten Kost - gibt einen undefinierbaren Breí! Keine Medikamente unterrühren!
    Sitzt die Zahnprothese richtig? Hat der Patient vielleicht Schmerzen beim Schlucken?
    Ältere Menschen haben oft einen veränderten Geschmackssinn: eingeschränkt oder sensibilisiert: Ist das Essen gut gewürzt? Wie ist der Geschmack?
    Kennt der demente das Gericht? Exotisches Obst oder Gemüse wird oft nicht als solches erkannt.
    Wie ist das Essen angerichtet? Optisch ansprechend ohne verkannt zuwerden? Wie ist die "Essatmosphäre"? Hektisch? Hat der Patient Zeit und Ruhe zum essen? Braucht er Anleitung oder Hilfe?
    Benötigt er Hilfsmittel (anatomisches Besteck, Tellerranderhöhung, Strohhalm, Trinkbecher)?
    Sind die Portionen richtig gewählt? Vielleicht zu groß?
    Anregung der Sinne durch basale Stimulation: mit bekannten Düften aus der Küche arbeiten (Biographie orientiert!); Fingerfood: Demente sind oft ruhelos und wollen nicht zu festen Zeiten im Speisesaal essen "müssen"; 24h Angebot zum essen, vor allem bei Dementen mit umgekehrten Tag-Nacht-Rhythmus.
    Wie ist der Tisch gestaltet? Tischsets, Blumen, Gestecke..? Gibt es einen festen Sitzplatz?
    Hilfreich kann auch Arbeit nach ROT sein: Speisepläne, Gerichte nach Jahreszeit, Saison, Rituale und Sitten: z.B. freitags: Fisch, samstags; Eintopf; Herbst: Neuer Wein und Zwiebelkuchen.. je nach Region - hilft Erinnerungen wiederzufinden.
    Aktivierung: Essen zusammen zubereiten: Patienten Tätigkeiten übernehmen lassen z.B. Kartoffeln schälen, Obst schneiden, Teig kneten.. können Demente oft sehr gut umsetzen und macht ihnen Freude - vor allem frühere Hausfrauen (Selbstwertgefühl - ich werde gebraucht); alte Rezepte und Gegenstände (Küchenwaage, Kaffeemühle..) verwenden.
    Ich finde auch der demente Mensch hat wie jeder Andere auch einmal das Recht die Nahrung abzulehnen - die sollte, wenn alle Möglichkeíten ausgeschöpft wurden - akzeptiert werden.
    Daraus ergeben sich weitere Fragen: enterale Ernährung? Infusionstherapie? Inwieweit wird die Eigenbestimmung respektiert? Wo sind Grenzen?
    :gruebel:
    Liebe Grüße Sheila
     
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