Nächtliche Angstattacken

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von nebukadnezar, 29.12.2005.

  1. nebukadnezar

    nebukadnezar Junior-Mitglied

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    hallo liebe leute,
    wir haben in unserem beatmungsteam einen patienten der tagsüber durchaus umgänglich und auslenkbar ist doch sobald es dunkel wird geht die post ab. er randaliert und gibt grosse angstzustaende an. inwiefern das wirklich zutrifft weiss man nicht weil sich die kommunikation nur auf mimik und gestik beruht.
    jegliche medikamente werden von den eltern abgelehnt so müssen wir auf pflanzliche mittel zurück greifen. wir haben schon melisse tropfen, baldrian sogar rescue bachblüten ausprobiert, nichts scheint zu helfen. er kann nicht sagen wovor er angst hat oder so ausser kontrolle gerät. wir wissen nicht mehr weiter und jedermanns nerven sind überstrapaziert. hat jemand einen guten rat für uns oder tipps oder was auch immer. werde dafür für ewig eure füsse küssen.

    mir besten dank
    nebukadnezar:roll:
     
  2. silverlady

    silverlady Stammgast

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    Angstzustände

    habt ihr schon mal versucht ein kleines Nachtlicht zu installieren, denn wenn ich mir vorstelle von einer Beatmung abhängig zu sein dann ist das auch am Tag schon schlimm aber ich kann sehen was passiert. Im Dunkeln kann ich das nicht und allein bei der Vorstellung gerate ich schon leicht ausser Fassung. Versucht doch so ein Licht welches ihm ermöglicht zu sehen was bei der Beatmung passiert. Vielleicht nützt es was
     
  3. narde2003

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    Wie Silverlady schon schrieb, versucht es mal mit Licht.
    Nachttischlampe könnte schon helfen, wenn jemand so panisch ist.

    CU
    Narde
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Alter des Pat.? Vorerfahrungen? Warum beatmet? sonstige Medikamente? früherer Tagesablauf? sonst auch "nachtaktiv" gewesen? Schlafphasen? Tag/ Nacht Rhythmus? ...
    nonverbale Kommunikation- okay. Aber wann wird wie reagiert? Sind die Zeichen stets gleich und reproduziebar? Was bieten wir wie als Kommunikation an? ...
    scheint also auch am Tag Probs zu geben- wann und in welchem Zusammenhang treten diese auf? in welcher Art wird erfolgreich abgelenkt?

    Was mich ein bischen betroffen macht bei diesem Beispiel ist der schnelle Ruf nach Medikamenten: der Pat./ Bew. soll ruhig sein. Soweit, sogut. Aber wird hier nicht nur das Symptom gesehen? Der Betroffene kommuniziert ja offensichtlich über die Symptome, warum ihm dies nehmen?

    Schwierige Situation, die aus der Ferne nur schwer beurteilbar ist. Zumal wichtiges (siehe oben) fehlt.

    Elisabeth
     
  5. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Hi nebukadnezar,

    die Antwort, wovor jemand Angst hat, kann man nicht unbedingt ergründen oder daraus das Angst-nehmen ableiten.

    Elisabeth fragte ja schon nach den Umständen, Erkrankung etc. Vielleicht hilft das, vielleicht auch nicht.

    Ganz persönlich kann ich Dir nur sagen, dass ich, als ich "aufwachte" und merkte, dass da jemand beatmet wurde, ebenfalls Panik bekam.... bis ich mal darauf kam, dass ich die jenige war, die am Gerät hing. Ich hatte Panik, dass da jemand neben mir stirbt, bis ich die Situation begriff, dass mich die Maschine am Leben hielt.
    Beim Extubieren 2 Wochen später kam erneut Panik auf. Ich dachte, ich vergesse zu atmen und wollte auch nicht mehr einschlafen.
    Da hat mir ein Anästesist mit Akupunktur helfen können.


    Ich wollte nur mal einschieben, dass sich manchmal Panik nicht ergründen oder ableiten läßt. Alle haben mir in die Hand versprochen, dass ich nicht aufhöre zu atmen, wenn ich einschlafe, aber ich konnte es in der Situation nicht glauben. Ich hatte schlicht eine ******angst zu sterben.

    Wenn die Eltern eures Pat. auch eher alternative Mittel tollerieren, wäre grundsätzlich Akkupunktur eine Idee....
     
  6. nebukadnezar

    nebukadnezar Junior-Mitglied

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    Fortsetzung

    aslo erstmal herzlichen dank fuer eure tipps. nun zur vorgeschichte des pat. er ist 35 jahre alt und hatte vor über einem jahr die diagnose hirntumor bekommen. nach der op bildete sich ein ödem und inwiefern das schädigte konnte uns keiner sagen allerdings wurde daraufhin ein shunt gelegt. er ist jetzt seit über einem jahr beatmet von jeglichen sedetieren medikamente abgesetzt ( auch keine schmerzpflaster mehr) und seit ca. 5 monaten wieder im heimischen milieu. sein bruder sagte mir das er es vorher überhaupt nicht mochte im mittelpunkt zu stehen geschweige denn angefasst zu werden aufgrung einer skoliose mit der als kind schlechte erfahrungen sammelte. (kinder können echt grausam sein). er ist ein einzelgänger.

    jetzt ist es so das er permanent nach aufmerksamkeit sucht. er möchte übrigens kein licht anhaben weil es ihm beim schlafen stört. wir haben jetzt zur kommunikation eine tafel mit buchstaben und mit der kann er nach und nach seine wünsche äußern. (buchstabieren) auch teilte er uns so mit das er sofern nicht wieder gesund werden will, da er dann die aufmerksamkeit die er jetzt von jedem bekommt nicht mehr haette. in der nacht spielt er deswegen verrückt weil, die eltern und kollegen meine nach mitternacht sollte man doch schlafen und nicht anfangen zu buchstabieren. manchmal auch ganz sinnlose wörter und buchstabenaneinanderreihungen weil er beschaeftigt sein will. verweigern wir ihm die tafel steppt der bär(in meinen augen verständlich). leider steh ich mit miener meinung allein da ihm alles zuzulassen wenn es ihn doch beruhigt. viele meiner kollegen sind der meinung seine dickköpfigkeit sollte man nicht unterstützen. was ist nun richtig.

    tgasüber hat er nicht das verlangen beschaeftigt werden zu müssen weil er volles programm mit logopädden, kg, lymphdrainage, lauftraining, esstraining usw. er ist also abgelenkt. zur nacht möchte er aber keine ablenkung in form von tv oder musik oder etwas vorlesen.

    verzwickt. ##schöne grüße nebukadnezar
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Schön beschriebener Machtkampf um individuelle Interessen.

    Wie ist das Schlafverhalten sonst? Der Mensch braucht ja seinen Schlaf. Wann schläft er denn und wie lange jeweils?

    Außerdem scheint hier in der Familie selbst ein Problem vorzuliegen (Eltern und 35jähriger Sohn; Autonomieverlust und Abhängigkeit; nur wenn ich etwas gebe, bekomme ich auch etwas), dass ihr als Pflegekräfte kaum bearbeiten könnt. Bleibt wohl nur das Aushalten der Situation.

    Elisabeth
     
  8. narde2003

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    Hallo,
    wieso nicht einen Psychologen noch mit einschalten?

    Also wenn das Licht aus ist kann er doch auch nicht buchstabieren?

    Sehr schwierige Situation, ich würde es mit Handmassage versuchen und ätherischen Ölen, aber auch mit dem Psychologen.

    Angst kann wirklich krank machen.

    Weiterhin viel Glück und gute Nerven

    Narde
     
  9. nebukadnezar

    nebukadnezar Junior-Mitglied

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    weil...

    hallo mal wieder,

    also psychologen sind von der eltern seite nicht so gern gesehen weil sie angst haben der könnte dann harte medis verschreiben. wir wollen ihn ja nicht abschiessen. wir wollen ja nur das er einen gesunden erholsamen schlaf hat weil er ja so beschaeftigt ist tagsüber. er schläft seinen mittagsschlaf höchstens 2 stunden. er ist auch müde was man ihm ansieht, will halt nur nicht schlafen. der sohn lebt deswegen noch zu hause weil er eine leichte geistige behinderung hat aber trotzdem einen beruf lernen konnte. er ist bei vollen bewusstsein und antwortet adäquat auf fragen. .

    ich schätze da müssen wir nun durch aber ich werde mal mit meinen team die möglcihkeit von akkupunktur und handmassagen disskutieren und vielleicht können wir noch die eltern überzeugen einen psychater hinzuzuziehen.

    erstmal vielen dank

    nebukadnezar
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Nachts nicht schlafen können ist was furchtbares. Nicht selten fängt dann das grübeln an. Und das Grübeln hindert am Schlafen. Und weil man nicht schlafen kann, grübelt man. ...

    Elisabeth
     
  11. nebukadnezar

    nebukadnezar Junior-Mitglied

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    Hallo,
    ich möchte euch gern auf dem laufenden halten und euch von unserem Erfolg erzählen. Nachdem wir alles mögliche ausprobiert hatten, sogar Raiki, haben wir uns für einen 48h Schlafentzug entschieden. Nachdem er sowieso die ganze Nacht wieder wach war (mittlerweile waren das keine Angstattacken mehr, sondern er lag wirklich tobend im Bett und hat das ganze Haus auf Trapp gehalten) haben wir ihn im 12h Tagdienst nicht eine Minute schlafen lassen ud haben ihn mit allen Mitteln beschäftigt. Die Nacht darauf (ich nehme mal aus Übermüdung) hat er uns nochmal richtig gezeigt wo der Hammer hängt. Der nächste Tag war sehr schlimm durchzuhalten. Das Ende vom Lied ist, dass er jetzt seinen Tag-Nacht-Rhythmus wieder gefunden hat und endlich seinen erholsamen Schlaf finden konnte. Endlich nach über 2 Monaten. :boozed: Die Eltern sind jetzt viel entspannter und wir auch.

    Alles wurde gut.

    Vielen Dank nochmal für eure guten Tipps!
    Tschüß bis demnächst
    nebukadnezar
     
  12. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Herzlichen Glückwunsch, hoffentlich bleibt`s dabei!!!!!!!!!!

    :rocken:
    Obwohl Schlafentzug auch nicht ganz ohne ist...........
     
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