Nachtwache - Gefühle

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Enniii, 26.08.2013.

  1. Enniii

    Enniii Newbie

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    Hallo, ich stelle meine Frage einfach mal hier rein, weil sie wo anders nicht richtig zum Thema gepasst hätte ;)

    Habe als Lernaufgabe erhalten, zu beschreiben, welche Situationen in der Nacht eher mit negativen und belastenden Gefühlen verbunden sind. Ich selbst hatte erst 2 Nachtwachen und da war ich zusätzlich eingeteilt.

    Was würden diejenigen unter Euch auf die Frage antworten, die schon länger und öfters Nachtwachen gemacht haben?

    LG Enniii
     
  2. rbk127

    rbk127 Newbie

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    Das so allgemein zu beantworten ist schwierig, aber ich hab in den Häusern in denen ich bislang gearbeitet habe immer wieder festgestellt, das man Nachts oft auf sich alleine gestellt ist und keine Möglichkeit hat Kollegen um Hilfe zu bitten, da oft keine da sind oder ihre Stationen nicht verlassen können/dürfen. Dadurch kann es belastend werden, wenn man das Gefühl hat den Patienten nicht gerecht zu werden oder seine Arbeit nicht gut genug (seinen eigenen Ansprüchen entsprechend) zu erledigen.
    Aber wie gesagt, das ist das erste was mir einfällt, wenn ich an dieses Thema denke. Es gibt bestimmt noch ganz viele andere Gedanken/ Gefühle dazu!
     
  3. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Ich habe in meinem Berufsleben nicht sehr viele Nachtwachen machen müssen.

    Während meiner Ausbildungszeit habe ich sehr gerne ND gemacht, weil die Examinierten einem ein Dazugehörigkeitsgefühl gaben. Man arbeitete im Team, wir waren nur zu zweit = 1 ***, 1 Azubi.

    Das Verantwortungsgefühl war größer, weil man in vielen Situationen selbständig entscheiden musste (natürlich die ***). Bei einer kollegialen *** durfte man, je nach Ausbildungsstand viel selber machen und man hat sehr viel gelernt. Zeit war genug vorhanden, weil die Kinder nachts auch oft schliefen. Die Arbeit verlief ruhig und selbst die Ärzte waren gelassener.

    Als ich meine Fachweiterbildung im OP absolvierte habe ich auch sehr gerne ND gemacht. Aus den gleichen Gründen, wie in der Azubizeit. Man gehörte zum Team, war aufeinander angewiesen. Die Operateure waren ruhiger, obwohl nachts meistens Notfalloperationen anstanden. Die gegenseitige Akzeptanz war größer, es war ja niemand anders anwesend. Der Lernfaktor war immens hoch, weil die "fertige" OP-*** einen alles instrumentieren ließ.

    Ich weiß, das klingt jetzt wieder paradiesisch, aber die Zeiten, in denen ich ND machen musste, sind ja schon 24 Jahre her.

    LG opjutti
     
  4. eiermatz

    eiermatz Senior-Mitglied

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    In der Nacht sind die Patienten oft unruhiger, nervöser oder desorientierter als am Tag, brauchen also oft mehr Zuwendung als am Tag. Leider ist man aber dann meist alleine im Dienst und hat einfach oft die Zeit nicht, sich diesen Patienten anzunehmen, da es entweder wieder klingelt, ein Neuzugang schon im Gang steht oder andere Dinge erledigt werden müssen. ( Dauernachtwache auf einer internistischen Station; 8 Jahre durchgehalten)
     
  5. Joerg

    Joerg Poweruser

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    stellv. Betriebsratsvorsitzender, Sprecher der ver.di-Vertrauensleute
    Für mich ganz klar, das Umstellen vom Tag- auf den Nachtrhythmus und umgekehrt. Nach mehr als 2 Nächten am Stück brauche ich gute 3 Tage um wieder einigermaßen zu ticken.
     
  6. Markusmayer

    Markusmayer Newbie

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    Ich hab Nachtwache immer gehasst. Die Einsamkeit und die Dunkelheit... voll schlimm
     
  7. hypurg

    hypurg Poweruser

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    Krankenpfleger
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    PDL
    Müdigkeit
    Montone Routineaufgaben im Nachtdienst
    Notfälle verbunden mit schwer erweckbaren Ärzten

    ...ist für mich gar nicht so einfach, negative Punkte zu finden. Die Arbeit im Nachtdienst fand ich eigentlich immer noch am angenehmsten... diese Ruhe und keiner, der reinquasselt. Nur leider bringt das Alter arge Umstellungsschwierigkeiten mit sich.
     
  8. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
    Mitarbeiter

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    Praxisanleiterin, Bachelor of Nursing, M.A. Pflegewissenschaft
    Im Winter empfinde ich als negativ, dass ich im Nachtdienst praktisch nur im Dunkeln lebe. Während der Arbeit sowieso, dann fahre ich im Dunkeln nach Hause und bis ich nachmittags aufwache ist es schon wieder dämmrig.
     
  9. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Krankenschwester mit WB Stroke Unit, RbP
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    Akt. Einsatzbereich:
    Stroke Unit mit IMCI
    Die Nacht ist an sich zu allererst zum schlafen da, was für unsere Patienten aber nur bedingt funktioniert, mit häufigen Störungen verbunden ist.
    Die Überwachungskabel stören, in den letzten Tagen gab es gleich 3 ältere Damen die große Probleme hatten, bei nahezu jeder der stdl. RR-messungen, es tat ihnen sehr weh.
    Lösen sich Elektroden beim selbständigen drehen, muss ich hin, ist der Sättigungsclip ab, muss ich den wieder aufstecken - was vor allem die sehr fitten als störend empfinden, lästig, es tut mir auch leid. Es ist aber auch mein Job, mich darum zu kümmern, aus der "Nummer" komm ich einfach nicht raus.
    Es ist kein schönes Gefühl am Bett eines friedlich entspannt schlafenden Menschen zu stehen, um im nächsten Moment die routinemäßigen Messungen durchführen zu müssen, es tut mir oft leid. Das mach ich 2x in jeder Nacht bei jedem. Um jemanden nicht völlig zu erschrecken, sprech ich denjenigen mit dem Namen an, fass ggfs. noch an der Schulter an. Wenn ich Glück hab, döst derjenige danach gleich wieder ein. Andere packen es schlechter.
    Deutlich besser geworden ist es, bei der Beobachtung ob ein ausreichend eigenständiger Lagewechsel stattgefunden hat (oder auch nicht) aufgrund der jetzt übersichtlichen Patientenzahl. Ich scheu mich jmd. zu stören wenn es nicht wirklich sein muss. Wechsel von Inko-material ist nachts auch nicht schön, die Frage immer wieder - soll ich oder nicht, müsst ich jetzt nicht, reicht es nicht noch früh...
    Am gefühlsmäßig ganz unteren Level rangiert, jemanden der eh schon verwirrt ist stören zu müssen, obwohl er grad erst zur Ruhe gekommen ist.
    Ältere Patienten kommen häufiger schon mit mehr oder weniger ausgeprägtem demenziellem Abbauprozess, sie tun sich noch schwerer, dazu kommt noch die Akuterkrankung, dazu kommt noch unser "übliches Procedere", die fremde Umgebung sowieso, es ist bei uns nie richtig dunkel (mein Dank an diese bes*h***ene Planung)...und dann, obendrein, kriegt man nicht mal nachts seine Ruhe, was häufiger zu noch mehr Stress und Verwirrung führt.
    Keine/ zu wenig Zeit darauf frühzeitig einzugehen, Käs-gefühl.
    So um den Zeitpunkt 1, 2 Uhr brauch ich mal etwas mehr Ruhe, was essen, Schreibkram, drumherum-Zeugs. Geht es non-stop von Anfang bis Ende, ständig IRGENDWAS werd ich irgendwann mal stinkig.
    Deutlich negativ - fitter Zugang früh um 2, 3 Uhr putzmunter, kein Bedürfnis zu schlafen, aber ein enormes sich mitzuteilen bis ins allerkleinste Detail und ohne Rücksichtnahme auf den Mitpatienten...und ja ich gebs zu - auch auf mich, irgendwann reicht es mal, Akku leer, Speicher voll, Tiefpunkt erreicht, grad im ND.
    An sich aber arbeite ich gerne nachts, etwa 6x im Monat.
     
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