Mutterschutzgesetz

Nani1986

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Hallo ihr,

ich bin 27 Jahre alt und arbeite seit 3 Jahren auf einer Inneren in einem etwas kleineren Krankenhaus nun bin ich in der 7. Woche schwanger und hätte da mal ein paar Fragen.
Ich war gestern bei der PDL und habe diese über meine Schwangerschaft informiert und habe dann einen Zettel bekommen, auf dem die Sachen vermerkt sind welche ich nicht mehr tun darf. Das ist so ziemlich alles was ich momentan tue. Als ich diese Bedenken geäußert und gesagt habe, dass diese Verbote im Stationsalltag nicht einzuhalten sind hat mein Chef nur gegrinst. Wir haben zum Großteil Pflegepatienten auf Station und immer mal wieder isolierte Patienten (auch welche die erst nach mehreren Tagen auf Station isoliert werden), daraufhin meinte mein Chef, wenn ich diese Bedenken hätte dürfte ich auch keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr nutzen.
Heute war hatte ich dann einen Termin bei meiner Stationsleitung, welche voller Entsetzen meine Schwangerschaft zur Kenntnis nahm und mich dann sofort gefragt hat, ob ich denn im Sommer Urlaub meine geplante Reise antreten würde, als ich dies verneinte hat sie gleich gemeint, das wäre ja super, da das Personal im August eh knapp ist und ich dann arbeiten soll.
Das ich momentan wegen ständigen Erbrechen und Rückenschmerzen (hatte bereits 1 Bandscheibenvorfall und damit immer wieder Probleme) krankgeschrieben bin, war für sie völlig unverständlich und mir wurde ins Gewissen geredet, das ich nur schwanger wäre und nicht krank, und Millionen von Menschen das auch alles schon hätten. Ich solle bedenken, das meine Kollegen für mich jetzt schuften müssten, nur weil ich diese Schwangerschaftswehwechen hätte. Außerdem bräuchten sie mich dringend und da ich nur bis 20 Uhr Spätdienst machen dürfte, hätte ich dann ab jetzt immer früh. Ich war echt ziemlich geschockt über diese Reaktion.
Leider ist unsere Betriebsarzt erst wieder Anfang April im Haus und vorher kann ich auch keinen Termin bekommen.
Auf unserer Station ist seit Monaten die Hölle los, zu wenig Personal zu viel Arbeit, ich habe meine 100% vor der Schwangerschaft gerade so geschafft und war da schon oft am Limit, ich weiß nicht, wie ich das jetzt machen soll. Da ich eine Kollegin habe die ebenfalls schwanger ist und komplett alles macht (Isozimmer usw) weiß ich echt nicht mehr was ich jetzt machen soll.
Was meint ihr denn dazu? Wie soll ich denn jetzt vorgehen?

Gruß Nani
 

Markus23KP

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Gynäkologin und Beschäftigungsverbot holen...
 

Nani1986

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Daran hab ich auch schon gedacht, aber meine Gynäkologe meinte er dürfe das BV nur bei Risikoschwangerschaften ausstellen, da ich die aber net habe muss ich zum Betriebsarzt.
Der ist ja leider bis Anfang April nicht da. Außerdem meinten meine Chefs, sie würden keinen Grund finden warum ich nicht ganz normal weiterarbeiten könnte und auch der Betriebsarzt wahrscheinlich keinen Grund sehen wird.
 

Elisabeth Dinse

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Du hast den Gynäkologen darüber informiert, dass deine Vorgesetzten nicht die Absicht haben, das MuSchu einzuhalten? Wechsel den Gynäkologen.

Elisabeth
 

Maniac

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Gynäkologin und Beschäftigungsverbot holen...
Wenn ich das schon lese, kriege ich Bluthochdruck.
Verbot zu arbeiten weqen Schwangerschaft allgemein???



Wenn man arbeitsunfähig ist - und das für die ganze Schwangerhaft (weil man Schwangerschaftswehwechen hat, um den Ausdruck aufzugreifen), gut; dann ist das so.
Ansonsten normal arbeiten wie beplant. Natürlich in den gegebene Grenzen...

Was erwartest du jetzt?
 

Resigniert

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Unsere Schwangeren bekommen sofort Beschäftigungsverbot! vom Krankenhaus!
Ist in der ganzen Region so. Habe schon zu viele fehlgeschagene Schwangerschaften im Haus erleben müssen, bin selbst auch nur kurz dran vorbeigeschlittert. Auf unserer High Care Station ist eine Schwangerschaft auch keine Krankheit aber oft dauerte sie halt nur 4 oder 5 Monate - ist echt zu kurz zum Leben.
Und leider gibts es keinen "einfachen" Arbeitsbereich mehr - Schreibtisch haben Admin Service Kräfte inne. Es gibt nur noch Pflege im Laufschritt mit zu wenigen Beinen
 

Joerg

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Wenn ich das schon lese, kriege ich Bluthochdruck.
Verbot zu arbeiten weqen Schwangerschaft allgemein???

Nein, sondern weil sich der AG nicht an die gesetzlichen Vorschriften zu halten scheint.
 

Bluestar

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Ich war gestern bei der PDL und habe diese über meine Schwangerschaft informiert und habe dann einen Zettel bekommen, auf dem die Sachen vermerkt sind welche ich nicht mehr tun darf.

Du hast von der PDL schriftlich bekommen was du nicht darfst. Sollte deine Stationsleitung der Meinung sein, dass sie dich so nicht gebrauchen kann, soll sie sich doch mit der PDL in Verbindung setzen und nach einer Lösung für dich suchen. Bis dahin machst du das, was du darfst, nicht mehr und nicht weniger.
Und den genehmigten Urlaub würde ich mir schon gar nicht wegnehmen lassen !
 

Nani1986

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Guten Morgen,

natürlich heißt es offiziell das sie die Bestimmungen einhalten möchten, was aber in der Realität auf Station nicht möglich ist und das wissen alle. Als ich sie darauf angesprochen habe, hieß es nur das andere Schwangere auch ganz normal auf Station mitgearbeitet hätten und es wäre nie was passiert und außerdem würde ich ja wissen, das das Personal eh sehr knapp ist und meine Kollegen dann für mich schuften müssten. Auf der Liste, welche ich von der PDL erhalten habe stehen Sachen wie, ich darf den Zahnputzbecher eines Pat. halten und Essen mundgerecht zubereiten. Geplant werde ich aber als volle Kraft. Außerdem habe ich auch noch 25 Tage Urlaub, die keiner weiß wann ich sie nehmen darf.
Momentan wüsste ich nicht mal wie ich bis zur Arbeit kommen sollte ohne zu erbrechen oder zwecks meinen Rückenschmerzen einen ganzen Tag zu arbeiten.
Ich arbeite wirklich gerne als Krankenschwester, aber mir ist die Gesundheit meines Kindes doch etwas wichtiger
 

Blinki

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Man versucht dir also ein schlechtes Gewissen einzureden? Krasse Nummer.
Ich persönlich würde an deiner Stelle das machen, was auf der Liste erlaubt ist und keinen Handschlag mehr tue.
Und bei solchen Sprüchen wie "Denk mal an die Kollegen... Schwangerschaftswehwehchen..." wäre ein kurzer Anruf bei meiner HÄ das Erste was ich beim Anflug von Übelkeit/Rückenschmerzen tuen würde. *Hust* *Hust*
Unfassbar. Wenn man schon Personalnot hat, dann sollte man doch wenigstens Die gut behandeln, Die noch für einen arbeiten.
Alles Gute für die Schwangerschaft!
 

Elisabeth Dinse

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Das ist eine erhebliche psychsiche Belastung, den Kollegen immer und immer wieder erklären zu müssen: lt. MuSchu NEIN. Ich denke, dass net nur die PDL udn die SL die Ansicht vertreten: alle anderen haben die Arbeit ja auch gemacht. Und das kann ein Gynäkologe nicht verstehen? Warum? Gibt es hier auch ein Vorgabe der KV zurückhaltend zu sein?

Elisabeth
 

Nani1986

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Der Termin bei meinem Gyn war am Mittwoch und danach bin ich zur PDL und gestern dann zur Stationsleitung, er weiß also noch nix von der Reaktion meiner Chefs. Er meinte halt, er dürfe das BV nur bei Risikoschwangerschaften ausstellen, diese besteht ja bei mir nicht. Leider ist er jetzt dann auch erst mal im Urlaub. Meine Nachbarin ist Hebamme, mit ihr habe ich mich gestern länger unterhalten und auch sie ist der Meinung das ich unter Berücksichtigung der Verbote im Mutterschutzgesetz meinen Beruf so nicht ausüben kann wie es auf Station von mir verlangt wird. Auf meinem Zettel steht, das ich mich in Notfallsituationen im Hintergrund halten soll, wir arbeiten teilweise am Wochenende mit 3 Vollkräften d.h wenn in meinem Bereich eine Rea ist darf ich erst mal nix tun. Ich darf keinen BZ messen, kein Insulin spritzen usw. Aber meine Chefs gehen davon aus, das ich das wohl weiter machen, so wie meine schwangere Kollegin.
Mir macht das echt total zu schaffen, ich möchte ja auch nicht das meine Kollegen wegen mir noch mehr Arbeit haben.
Kann ich den wegen dieser Angelegenheit auch zu meinem Hausarzt?
Am 5.4 habe ich einen Termin bei unserem neuen Betriebsarzt, aber die PDL hat gemeint dieser müsse noch über die Gepflogenheiten bzgl. schwangere Schwester in unserem Hause aufgeklärt werden. Das macht mir echt Angst. Noch dazu habe ich bereits jetzt wieder vermehrt mit meiner Bandscheibe zu kämpfen.
 

Elisabeth Dinse

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Dannwar die Aussage falsch, dass der Gyn sich verweigert hat. Er wusste zu dem zeitpunkt nicht, dass dein AG keinen Alternativarbeistplatz anbieten kann/will. Ergo: Montag zum Gyn und die Situation so schildern, wie du es hier getan hast.

Elisabeth
 

hypurg

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Ich kann den Arbeitgeber eigentlich überhaupt nicht verstehen. Es gibt ein Gesetz über den Ausgleich von Arbeitgeberaufwendungen für Entgeltfortzahlungen (Aufwendungsausgleichgesetz - AAG). Wenn der Betriebsarzt ein Beschäftigungsverbot ausspricht, dann beantrage ich die Ausgleichzahlungen bei Deiner Kasse und kann die Stelle zeitnah nachbesetzen.
Ich muß keinrm Arbeitsplatz schaffen, für den ich gar keine Fachkraft bräuchte und muß mich nicht um eine Schwangere und deren Kind sorgen, die eh ständig wegen der hohen Belastung wegen Krankheit ausfällt.
Vielleicht muß man dem Arbeitgeber mal sagen, daß er das Geld von Deiner Kasse zurückfordern kann.

Ich bin zwar schon der Meinung, daß man organisatorisch SEHR viel unternehmen könnte, um auch Schwangere weiterhin ins Pflege-Arbeitsleben zu integrieren... aber in der Praxis scheitert das oft an Chefs und Kollegen, die sich irgendwann dann doch wieder selbst die nächsten sind.
 

Barbara28

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Hi Nani,

Mach dir keine Sorgen für das Krankenhaus, besonders wenn die dich schon sooo LIEBEVOLLLL behandeln. Hol dir ein Beschäftigungsverbot bei der Gynäkologin. Dein Baby ist wichtiger, und wenn das Krankenhaus junge Krankenschwestern einstellen müssen die damit rechnen dass manche schwanger werden. Meine Empfehlung: Beschäftigungsverbot + 1 Jahr Mutterschutzurlaub. Verbrauche ja keine Energie um mit denen zu diskutieren, spare deine Energie fürs Kind.
 

opjutti

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Hallo Nani!

Erstmal herzlichen Glückwunsch zu deiner Schwangerschaft und alles gute für dich und deine neue kleine Familie!!:klatschspring:

Als bei uns vor ein paar Wochen eine Mitarbeiterin ihre Schwangerschaft per Attest kundtat, bekam ich vom AG ein Formular, welches ich zusammen mit der Schwangeren ausfüllen musste. Dort stand genau beschrieben, was erlaubt ist und was nicht und welche Möglichkeiten in unserem Bereich gegeben sind, um die Mitarbeiterin dort arbeiten zu lassen. Im OP besteht keine Möglichkeit, aber da bei uns die ZSVA angegliedert ist, besteht immer die Möglichkeit, den Arbeitsplatz zu wechseln und die Schwangeren in diesem Bereich einzusetzen.
Dort gibt es auch Gebote, die eingehalten werden müssen: Kein Heben über 5 kg, nicht im Schmutzraum, kein Kontakt mit kontaminiertem Material, usw.
Dieses Formular wird nach dem Ausfüllen an das Gewerbeaufsichtsamt geschickt.
Deshalb ist es sehr wichtig, dieses auch wahrheitsgemüß auszufüllen und alles einzuhalten, was dort beschrieben ist. Wenn es eine unangemeldete Kontrolle gibt, hat nämlich der AG und deine SL ein echtes Problem.

Also so einfach dir mit einem "Grinsen" eine Negativliste zu überreichen und dann nicht dafür sorgen, dass diese eingehalten wird, kann den AG teuer zu stehen kommen. Und auch deine SL sollte sich mal ernsthaft überlegen, ob und wie sie eine Nichteinhaltung begründen will. Personalnot erkennt kein Gewerbeaufsichtsamt an.

Mein Tipp: Berufe dich auf das MuSchuG und mach das, was du darfst. Du bist nicht für die Situation auf deiner Station verantwortlich. Hör auf, dir ein schlechtes Gewissen einzureden und denke an dich und dein Baby. Denn die anderen denken auch nur an sich!!

LG opjutti
 

tutut

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Ich glaube, diese Station solltest Du nicht mehr mit Deiner Arbeit entlasten...denn Du bist diejenige, die entlastet werden muss!
Tu Nichts, was Dir und Deinem Kind schaden könnte. Und wenn Du mich fragst, gehört Deiner Stationsschwester erstmal der Marsch geblasen!!!
Ich finde auch, daß schwanger nicht krank bedeutet, aber Ihr beide steht jetzt unter einem sogar gesetzlich verbürgten Schutz! Schone Dich, bis Du Dich wieder fit fühlst. Falls Du arbeiten willst, mache nur daß, was auch erlaubt ist und hole Dir für Dein nächstes Gespräch mit der Stationsschwester einen Betriebsrat an Deine Seite.
Und, falls Du nicht weiter kannst, denk nicht nur an Dich, sondern auch an Dein Baby.
Ich kann Dir nur sagen, meine Stationsleitung damals, als ich schwanger war, wollte keine Fehlgeburt oder sowas riskieren, und hat sich mir gegenüber seht korrekt verhalten...und so war es bei jeder Schwangeren! Auch wenn jemand kurzzeitig ausfiehl, gab es Verständnis und aufmunternde Worte.
Für die Personalpolitik Deines Hauses sollten nicht die Schwangeren leiden
 

Tryit

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Hallo!
Auch ich muß mal "kurz" überlegen, wie es mit dem Dienstplan weitergeht, wenn sich eine Kollegin schwanger meldet. Ist aber mein Job. Mein Job ist es dann auch, dafür zu sorgen, das alle Gesetze und Vorschriften zum Schutze der Schwangeren eingehalten werden. Leitende Kollegen, die dann versuchen, bei der Schwangeren ein schlechtes Gewissen zu erzeugen, sind mir ein Graus und eigentlich eine Fehlbesetzung. Schliesslich ist die schwangere Kollegin ja nicht schuld an schlechten Stellenplänen oder nicht besetzten Planstellen.
Grüße
Stephan
 
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Maniac, du solltest nicht wegen desBeschäftigungsverbots einen Hypertonus kriegen, sondern wegen des Verhaltens der PDL und der SL. Da kriege ich nämlich hohen Blutdruck! Unmöglich!!! Und die andere schwangere Kollegin ist schön doof, wenn sie in Isozimmer geht. Nani1986, lass dich bloß nicht emotional erpressen von denen!! Die haben sich an Gesetze zu halten und fertig!!
 

Maniac

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Die feine Art, war das nicht, klar.

Aber dass sie sich an die eingeschränkte Liste hält, die ihr AG hält, da für ist sie letztendlich selbst verantwortlich.

Iso Zimmer ist auch nicht gleich Iso Zimmer. Was soll dagegen sprechen, wenn ich in ein umkehr oder MRSA IsoZimmer gehe?

Wenn sie erbricht und solche übermäßige Rückenschmerzen hat, dann ist das was Anderes. Dann muss sie sich ganz normal krank schreiben lassen, wenn ihr niemand per se ein Beschäftigungsverbot ausstellt...
 

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