Muss mich mal ausheulen

Dieses Thema im Forum "OP-Pflege" wurde erstellt von Carlita04, 22.12.2011.

  1. Carlita04

    Carlita04 Newbie

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    Ich hab am 1.Oktober meine Ausbildung zur Ota angefangen. Ich liebe diese Ausbildung total und möchte nichts anderes machen. Jetzt stand ich am Dienstag heulend am Tisch und hab instrumentiert. Hab es aber geschafft die Op zu Ende zu bringen und hatte echt tolle Ärzte an meiner Seite. Ich hatte an dem Tag eine richtig blöde Op-Schwester mit im Saal. Die mich von morgens bis Dienstende nur schikaniert hat. Was immer ich gemacht habe war falsch. Ich hatte schon morgens 2 Op´s instrumentiert und dann hatten wir eine Oberschenkelamputation. Meine erste. Ich war als Springer tätig und ja was soll ich sagen,ich fand die Op schrecklich. Die Patientin war wach,diese Knochensäge,dann das Bein was mir ind die Hand gedrückt wurde. Ich war in dem Moment einfach schockiert. So und da meinte meine tolle Kollegin,ich wäre für den Beruf nicht geeignet. Danach musste ich halt noch ne Op instrumentieren und sie hat mich die ganze Zeit nur rund gemacht. Dann war ich irgendwann so fertig,dass mir nur noch die Tränen gelaufen sind. Der Operateur hat immer nur zu mir gesagt,ich soll ihr nicht zu hören,ich mache alles super.Heute kam dann meine Lehrerin mit in den Op und meinte sie überprüft mich heute weil sie gehört hätte ich mache alles falsch. Ich hab dann die ersten 3 Op´s instrumentiert und nebenher noch dem Operateur assistiert. Und der war total zufrieden und meine Lehrerin meinte,sie hätte nichts zu beanstanden. Mensch ich bin doch erst seit 8 Wochen im Op. Natürlich bin ich nicht perfekt aber ich gebe mir immer grosse Mühe. Ist es schlimm,dass mich eine Amputation mitnimmt? Habt ihr denn keine Op´s die euch garnicht liegen? Ich bin einfach nur traurig
     
  2. Claudia B.

    Claudia B. Poweruser

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    Nö.
    Abtreibungen (Abrasios), ich kann dieses Raussaugegeräusch verbunden mit den Blutmatsch im Auffangglas nich ab (brrr...).
    Verbunden mit Kopfkino, schrecklicher Eingriff für "mich".

    Warum das denn?
    Ist doch super für Dich gelaufen:
    Lass Dich doch nich kirre machen.

    Drückerchen
    Claudia B.
     
  3. Marty

    Marty Poweruser

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    Carlita,

    dein schlimmer Tag ist zweiteilig aufzufassen. Natürlich ist eine Amputation schlimm, beim ersten Mal ganz und auch wenn man sich ein bißchen daran gewöhnt, bleibt es unangenehm. Wenn du so lax drüber hinweggehen würdest, müßte man sich Sorgen machen. Du bist vor aller Profession ein mitfühlender Mensch. Das bleibst du, du lernst nur professionelles Handeln. Also irgendwann die Tränen runterschlucken, denn wenn du immer und überall mitfühlst, machst du dich kaputt. Und keine Angst, das lernst du schon.
    Das zweite Problem ist dein OP-Drachen. Ist die denn immer so oder hatte sie bloß einen miesen Tag? Wenn sie einen miesen Tag hatte, dann gib ihr eine zweite Chance, wenn sie es so weitertreibt, dann wehr dich. Suche das Gespräch, wenn du brauchst, mit Unterstützung.
    Du scheinst doch gute Leistungen zu bringen und ein positives Feedback zu erhalten.
    Also Carlita, Nase putzen, weitermachen, das wird schon.
    Erhol dich über Weihnachten und wenn du mal so alt und so weit wie opjutti bist (eine Userin hier), dann wirst du an diese Geschichte zurückdenken und wirst sehen, das sie dich weitergebracht hat. Aber nur, wenn du nicht aufgibst.
    Wünsch dir wieder bessere Tage,
    Marty
     
  4. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Hallo Carlita!

    Natürlich ist es nicht schlimm, dass eine Amputation dich so arg mitnimmt. Das ist sogar mehr als verständlich und deine Kollegin ist wirklich das "Allerletzte"!!!:down:
    Ich glaube auch gar nicht, dass nur die Amputation der Grund für deine Tränen waren. Die ganze Situation (OP und diese Kollegin ohne Einfühlungsvermögen) war für dich unerträglich. Ich hoffe, diese Person ist nicht deine Praxisanleiterin, sonst wäre mal ein Gespräch mit der OP-Leitung fällig.

    Aber sei stolz auf dich, denn die Ärzte und deine Lehrerin sind mit dir sehr zufrieden:up:. Das ist viel mehr wert, als das "saublöde" Gelaber von Kollegen, die nur neidisch sind, weil du es so gut machst.
    Lass dich davon nicht verunsichern, du bist auf einem guten Weg und es wird immer :up: und:down: in deinem Berufsleben geben
    Mir haben, und tun es heute noch, Operationen zugesetzt, bei denen die Patienten gestorben sind. Am schlimmsten war es, wenn Kinder die Betroffenen waren.

    Mir sind in meinem langen Berufsleben auch schon öfter am OP-Tisch die Tränen geflossen. Meistens war meine persönliche Situation der Grund und es gibt auch sehr "einfühlsame Ärzte", die soetwas auskosten.
    Aber, ich bin daran gewachsen (trotz nur 1,55 cm Körpergröße) und das hat mich u.a. zu dem gemacht, was ich heute bin.:king:

    Ich wünsche dir ein schönes, ruhiges Weihnachtsfest und weiter viel Freude an deinem Beruf.

    LG opjutti
     
  5. anästhesieschwester

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    Hallo Carlita,

    so eine Amputation ist wirklich nichts Schönes. Aber sieh es mal von der anderen Seite: durch die Amputation kann dem Patienten z.B. eine Sepsis erspart bleiben (oder kann dadurch "gestoppt" werden).
    Zu der anderen Sache: solche Leute gibt es leider in jedem Team, ganz egal welche Abteilung. Ich weiß, als Außenstehender hat man leicht reden, aber da muss man lernen "auf Durchzug zu schalten". Andererseits können einem diese (meist recht erfahrenen) Kollegen "richtige" Fehler manchmal sehr genau aufzeigen, so dass man dann auch weiß wo man ansetzen kann.
    Erholsame Feiertage wünscht dir

    Die Anästhesieschwester
     
  6. calypso

    calypso Stammgast

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    Hallo Carlita,
    wir hatten Unterricht bei einer gestandenen OP-Schwester. Sie erzählte, dass man ihr bei ihrem ersten Amputations-Einsatz auch das Bein in die Hand gedrückt hatte - und sie ist daraufhin umgekippt.

    Leider hat sie nicht erzählt, ob ihre berufliche Eignung dadurch in Frage gestellt wurde - aber ist sie ja dabei geblieben, hat sich ihr Mitgefühl bewahrt und trotzdem (oder gerade deshalb?) eine kompetente Fachfrau geworden, auch in pädagogischer Hinsicht. Bei der Schüleranleitung geht es doch um konstruktive Kritik, Unterstützung und Motivation. Das scheint Deiner "Kollegin" wohl völlig abzugehen - es ist auch nicht jedem gegeben.
     
  7. Feli

    Feli Poweruser

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    Hi,
    beim Lesen Deines Beitrages fiel mir sofort ein Gespräch ein, das ich erst kürzlich mitgehört habe:

    Ich arbeite nicht im OP, aber während meiner Pause treffe ich zwei Kollegen, die wirklich beide schon sehr lange im OP arbeiten ( 15 Jahre ). Sie haben sich über eine Oberschenkelamputation unterhalten, die gerade erst stattgefunden hatte, und was für eine grauenvolle Sache es ist, wenn man das Bein wegbringen muss, und vorher die Knochensäge... bäh!

    Du siehst also, sogar so "alte Hasen" (wie ja hier auch opjutti) finden dies OP alles andere als alltäglich. Wäre Deine Praxisanleiterin dieser Bezeichnung würdig, wäre sie auch auf Dich eingegangen!

    Sei doch froh, dass Deine Lehrerin kam und sich selbst von Deinen Leistungen überzeugt hat, als nur dem Gelaber von anderen Leuten zu vertrauen! Ist doch prima gelaufen!

    LG und ein frohes Fest!
     
  8. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Auch nach 20 (zwanzig) Jahren im OP waren Amputationen nicht meine Lieblingseingriffe....

    Matras
     
  9. Carlita04

    Carlita04 Newbie

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    Also die "tolle" Person ist zum Glück nicht meine Praxisanleiterin. Und mittlerweile hat die ganze Sache auch ein Nachspiel gegeben. Meine Kollegin die an dem Tag auch mit im Saal war ist zur Opleitung gegangen und hat erzählt wie die mich behandelt hat. Naja diese tolle Person darf nicht mehr mit mir in den Op weil auch die Opleitung meinte,ihr Verhalten würde garnicht gehen. Unsere Opleitung kam dann heute zu mir,hat mich in den Arm genommen und mich gefragt ob es mir denn hier noch gefallen würde. Ja na klar gefällt es mir. Ich liebe jeden Tag im Op. Ich denke einfach an dem Tag war mir echt alles zuviel. Meine Tochter ist vor 2 wochen mit dem Krankenwagen in die Notaufnahme gekommen weil sie einen Schulunfall hatte und hatte mehrere Frakturen an der Wirbelsäule. Ich bin tagelang nur zwischen Op und Kinderstation hin und her gerannt. Ich stand total unter Strom. Dann diese Oberschenkelamputation und noch diese miese Kollegin. Das hat dann wohl einfach mein Faß zum überlaufen gebracht. Aber jetzt ist alles wieder gut.Die Frau kommt so schnell nicht mehr mit mir in den Saal und das ist klasse.Ich weiß nicht was ich ihr getan hab oder warum sie mich nicht mag aber es ist die Einzigste mit der ich nicht klarkomme.Und ich hab viel getan,dass ich diese Ausbildung bekomme und von ihr lasse ich mir das nicht vermiesen. Jetzt erst recht!

    Danke euch allen für die lieben Antworten

    Wünsche allen Frohe Weihnachten
     
  10. MichaHH

    MichaHH Senior-Mitglied

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    Gute Besserung an deine Tochter!
     
  11. G31023

    G31023 Junior-Mitglied

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    hallo @carlita04...

    wegen solchen "tollen OP-Schwestern" sind WIR zu einer austerbende Zunft geworden... wer will denn noch mit antiquerierten Alt OP Schwestern arbeiten bzw. anleiten lassen... Ich muss mich und meine "vermeintliche" Kollegin bei Dir entschuldigen... denke nicht schlecht über uns Fach-Schwestern...
     
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