Muss man Kinder lieben, um...

Cinnamon

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Letztens hatte ich eine Diskussion mit einer bereits in Ausbildung stehenden KKS-Schülerin. Wir unterhielten uns über ihre Kollegen und deren und unsere Einstellung. Dabei kam dann auch die Frage auf, ob man Kinder überhaupt lieben müsste, um eine (gute) KKS sein zu können? Oder würde es theoretisch reichen, wenn man Kinder mag. Denn so gesehen, lieben KS ja auch nicht ihre (älteren) Patienten, aber ihnen macht einfach der Umgang mit Menschen Freude.
Ich kann von mir nämlich nicht behaupten, dass ich jedes Kind liebe oder generell Kinder über alles liebe. Ich würde eher sagen, dass ich sie mag. Manche mehr, manche weniger. So wie es auch mit Erwachsenen wäre, aber mich interessiert Kinderpflege nun mal mehr, als Erwachsenenpfl. Ich denke aber nicht, dass ich deswegen eine schlechtere KKS wäre, oder?
Was meint ihr denn?
 

Freedom

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Hi Sinnamon. Ich glaube das "lieben" etwas zuviel gesagt ist, kommt eben drauf an wie man es deffiniert. Aber ich kann wohl mit gutem Gewissen sagen, dass bei unseren KKS in der Kinderklinik niemand dabei ist der ein Kind, welches derzeit in Behandlung is "liebt", man hat sie gern wenn sie nett sind, und findet sie süß und mag sie. Aber lieben würde man nur
Menschen die einem nahe stehen, wie die eigenen Kinder oder Familienmitglieder. Viele sagen ja einfach nur so. "Ich liebe Kinder über alles" oder: "Ich liebe Kinder". Aber dann überleg mal was damit gemeint ist. Es ist von ihnen verallgemeinert worden, was bedeutet das man Kinder mag und sich ewt. eigene wünsch. Aber du darfst das da nich so wörtlich nehmen, vor allem da eine zu enge Bindung zu Patienten gar nicht gern gesehen oder geduldet wird. Nicht um sonst wurden schon Kinder oder Babys in Behandlung entführt worden! Das passiert wenn sie es mit der "Liebe" übertreiben und sich in etwas hineinsteigern!
Du bist keine schlechtere Schwester wenn du sie einfach nur magst! oder gern hast!
Hoffe ich konnte dich´zum denken anregen!
Viele liebe Grüße!
 

corpax

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Hi!

Ich glaube auch, dass Liebe, auch wenn es oft dafür gebraucht wird (Kinderlieb sein) nicht wirklich das richtige Wort ist. Die Sympathie, die zugegebenermassen manchmal sehr intensiv zwischen Kind/Pat. und Pflegenden ist, würde ich nicht liebe nenne. Ich denke den Unterschied kann man sehr gut an Kinderkrankenschwestern sehen, die eigene Kinder bekommen. Das ist immer etwas anderes.

Vergessen sollte man aber auch nicht, dass eine gesunde Distanz zwischen Kind und Pflegenden nötig ist. In der Kinderkrankenpflege ist die wahrscheinlich oft nicht so stark ausgeprägt, wie anderswo, aber ohne weiss ich nicht, wie man als Pfleger/ Schwester mit schwerwiegenden Diagnosen, düsteren Prognosen oder dem Tod von Kindern umgehen will.

corpax
 

Cinnamon

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Naja, eigentlich habe ich mit "lieben" gar nicht die Liebe gemeint, so wie man ein Familienmitglied oder Freund liebt, sondern mehr das Mögen. Was ich fragen wollte ist, ob man alle Kinder mögen - sehr mögen - sollte, oder ob es ausreicht, wenn man Kinder so weit mag, dass man gerne mit ihnen zusammen ist, aber auch irgendwann genug hat innerhalb eines Tages, also nicht irgendwie kinderfixiert ist, dass man ständig alle Kinder (auch auf der Straße oder in de U-Bahn) anlächelt und gleich mit ihnen spielen oder reden möchte.
Denn wie gesagt, bei mir ist das so, dass ich gerne babysitte, aber eben auch nicht immer. Und wenn ich z.B. im Einkaufszentrum bin und gemütlich auf einer Bank sitze um mich vom langen Gehen zu erholen und es kommen Kinder und setzen sich dazu, oder stehen vor mir, oder was weiß ich, dann habe ich eigentlich keine Lust, mich mit ihnen zu unterhalten. Oder manchmal nerven mich schon Kinder, vor allem wenn sie verwöhnt sind oder die Eltern sie nicht erziehen können.
Generell mag ich Kinder, ich mag sie "nur". Manche mehr, andere weniger, auch manche gar nicht. Aber im Beruf denke ich, schadet es nicht, wenn man Kinder nicht "sehr mag", sondern "mag",so wie ich, denn ich bin zwar nett zu ihnen und freundlich und so, aber ich kann auch auf Distanz gehen und diese bewahren.
 

Cinnamon

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Hallo!

Heute hatte ich einen Schnuppertag. Ich war auf der Kinderkrebsstation. Aber ehrlich gesagt, habe ich nicht gerade viel gesehen :(
Hauptächlich beobachtete ich die mir zugeteilte KKS beim Infusionen mischen. Und sonst sind wir nur hin und her gelaufen. Patientenkontakt war sehr wenig. Einmal kurz rein bei jedem -es waren eh nur 4 Kinder, die uns zugeteilt waren - und mal abwiegen, das wars. Nicht einmal habe ich gesehen, dass die Kinder gewaschen worden sind. OK, es waren ständig die Mütter um sie herum, aber trotzdem. Irgendwie hat es mir nicht so gut gefallen. Jetzt habe ich Zweifel, ob ich wirklich die Ausbildung machen soll. Andereseits hatte ich so viel Glück und wurde von über 2oo Bewerbern auf die 36 limitierten Plätze aufgenommen.... Ich bin echt ratlos :(
 

Liberty

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Onkologie, Gastroenterologie
Hallo Cinnamon!


Also aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das die Schnuppertage nie so sind wie der eigendliche Einsatz dann. Ich habe auch an meinem ersten Schnuppertag gedacht ob das alles so richtig ist, aber jetzt wo ich den Einsatz habe ist es wirklich super.

Also, gib nicht so schnell auf.

LG

Liberty
 

chicca

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hallo cinnamon,
bin im 1.jahr und mein erster einsatz war auf einer kinderstation mutterkind und kinder jeden alters und alle möglichen krankheuten, auch krebskinder.

ich kann dir sagen das du zb auf krebsstaionen bei kinder und auch bei mutterkind stationen kaum was mit waschen zu tun hast, allgemein steht das waschen und dinge wie bettenmachen bei kindern eher im hintergrund.

bei kindern wird großen wert auf beobachtung(vitalzeichen, hautzustand, hautfarbe usw usw), genauigkeit, fürsorge gelegt.
und einer kinderkrebsstation hast du viel mit infusionen& medis, infusionen mixen zu tun, die ganzen speziellen sachen .......nimm das einfach mit.

ich kann dich gut verstehen dir das nicht so gut gefallen hat, aber vor allem bei ner kinderkrebsstat, ist immer sehr sehr viel zu tun, infusionen untersuchungen, das steht bei kindern im vordergrund, vor allem auf krebsstation,
und bei krebspats, sind ja fast immer die eltern, so das die das waschen und so übernehmen, auf so ner stat kannst du viel lernen was das therapeutische betrifft du kannst viel sehen und lernst mit leid umzugehen.

auf ner stat wie zb kinderchirurgie, kommst du mehr dazu die grundpfege zu lernen, aber glaub mir das hast du schnell gelernt und du hast dort auch mehr zeit auf die kinder einzugehen....

ich kann dir nur sagen, wenn dus wirklich willst dann mach es, du hast die möglichkeit bekommen!
 

Cinnamon

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danke für euere aufbauenden und informativen antworten. irgendwie bin ich heute aufgewacht und wollte es doch wieder "wagen".
 

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