Muss man in der Ausbildung in die Leichenhalle?

Lost Fairy

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ich hab da mal eine sehr wichtige Frage... in der Ausbildung zur Kinderkrankenschwester... muss man dort in die Leichenhalle? ich weiß nicht genau wie ich das sagen soll, aber mir wurde das schon oft erzählt, dass man dort rein muss ... Bitte sagt mir ob ich da richtig liege :engel:
 

Elisabeth Dinse

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Irgendwie kann ich die Frage nicht verstehen. Meinst du, ob du in die Pathologie musst, in den Seziersaal? Oder meinst du, ob du während deiner Ausbildung beim Transport einer Leiche von der Station in die "Leichenkammer" mitgehen musst?

Elisabeth
 

Ramona84

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Hmm.
Also zwingen kann dich niemand in die Leichenhalle zu gehen, wenn es dir unangenehm ist.
habe mich am Anfang auch davor gestreubt, bis eine Schwester mir dann ins Gesicht knallte, das das zum Job dazu gehören würde, und wenn ich das nicht könnte, wäre ich für den Beruf ungeeignet, denn die auseinandersetzen mit Leben und Tod/Sterben würde dazugehören.
War dann zwar ziemlich geknickt, aber hab mir dann einen ruck gegeben, und bin ab und an dann doch mal mitgegangen.
Gewöhnen werde ich mich aber nie daran...
 

Pierre

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Hallo Lost Fairy !

Schwierige Frage.Zwingen wird man dich nicht können mit in die Leichenhalle zu gehen.Nur eines müsste klar sein - wenn Du in der Pflege arbeiten willst musst Du dich zwangsläufig mit dem Thema Tod auseinandersetzen.In der Kinderkrankenpflege ist es sicher nicht so an der Tagesordnung wie in der Erwachsenenpflege,gehört jedoch zum Job dazu.Nutze die Gelegenheit in der Ausbildung so bald wie es geht, um dich damit beschäftigen.Während deiner Ausbildung hast Du (hoffentlich) Examinierte an deiner Seite,die dich entsprechend darauf vorbereiten und dich in dieser Situation begleiten.Solltest Du selbst examiniert sein und mit dem Thema Leichenhalle konfrontiert werden gibt es für dich so gut wie keinen Ausweg.Oder du arbeitest mit einer Schülerin und Du bist selbst nicht auf so eine Situation vorbereitet ? Wird mit Sicherheit umso schwieriger für dich wenn Du nicht schon im Vorfeld Erfahrungen gemacht hast.
Keine Sorge,mit dem Thema Tod wird dich niemand alleine lassen.Du wirst immer jemanden an der Seite haben der dir beisteht,es ist schliesslich für niemanden eine einfache Situation und kaum jemand steckt das so weg.
Ich wünsche dir eine Menge Kraft und Mut sowie eine Schwester oder einen Pfleger der mit dir sehr einfühlsam und rücksichtsvoll dieses Thema angeht,denn verweigern solltest Du dich diesem Thema nicht - das geht uns alle an,früher oder später !
 

Zickchen-Pia

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Keine Angst!!!

Hi...

Du brauchst keine Angst haben, es gehört nicht zur Ausbildung in die Pathologie zu gehen, da kann ich dich beruhigen.
Ich war mit meinem Kurs in unserer Pathologie und ich musste auch rausgehen weil ich es einfach nicht ausgehalten habe, das war ok und wenn du von Anfang an nicht mit gehen möchtest, falls euer/eure Kursleiter/in dort überhaupt hingeht, dann musst du da auch nicht mit.

Als Kinderkrankenschwester siehst du auch nicht so viele Leichen, da kann ich dich auch nochmal beruhigen.
Im OP einsatzt musst du schon ein rießen Pech haben um eine zu sehen, auf einer Erwachsenen Intensivstation kann es schonmal vorkommen, aber da kannst du auch sagen das du es nicht sehen möchtest.

Wenn Kinder sterben ist das noch schlimmer, wenn du das arme kleine Würmchen so leblos siehst, aber es ist was anderes als bei einem Erwachsenen Menschen.

Ich hatte das Glück das bei meinen Einsätzen im Erwachsenen bereich keiner verstorben ist, leider musste ich dafür umsomehr Kinder sterben sehen.....

Was mir passiert ist, weil ich große Angst hatte eine Erwachsene Leiche zu sehen (wobei ich eine gesehen habe) war, ich hatte ab und zu nachts ganz schlimme Albträume, habe mir vorgestellt ich komme aus dem Fahrstuhl und überall stehen Leichen.....
 

Liberty

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Hallo!

Ich hatte da auch so ein Erlebnis vor 3 Wochen, es war mein erster Einsatz. Ich bin einen Nachmittag auf Station gekommen, zur Spätschicht, und bis dahin konnte ich mich immer drücken in die Pathologie zu müssen, (ich hatte meinen Einsatz auf einer Onkologischen Station und zu der Zeit sind leider viele Gestorben,) doch an diesem Morgen ist ein Patient verstorben und lag noch im Zimmer als ich kam. Wir waren in der Spätschicht zu 3. Zwei Examinierte und ich. Dann sollte der Mann in die Pathologie gebracht werden, und ich als Schülerin konnte ja nicht alleine auf der Station bleiben. :dudu: Also mußte ich den Mann mit einer Schwester an den Bestatter übergeben. Das war in dem Moment wirklich erstmal ein Schock. So völlig unvorbereitet.

Ich denke auch das man um das Thema in dem Beruf einfach nicht drum herum kommt. Leider können nicht alle wieder gesund werden.

LG

Liberty
 

Zickchen-Pia

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Es kommt drauf an in welchem Krankenhaus, bei uns ist ein Pathologe und der holt die Persönlich ab, da muss keine Schwester irgendwen dort hin bringen.

Im Kinderbereich holt unser Pathologe die Säuglinge sogar nur in einem Handtuch eingewickelt auf dem Arm ab....

Im Erwachsenen Bereich wird man soweit ich weiß auch nicht gezwungen sich eine Leiche anzugucken und im Kinderbereich ist es einem auch freigstellt, aber angucken würde ich es mir auf jeden Fall, es ist zwar nicht schön ein totes Kind zu sehen aber interessant
 

Sr.Stefanie

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Hi!

In die Leichenhalle sezieren oder so musst du nicht, das gehört nicht zur Ausbildung (leider). Wir waren in der Ausbildung mal bei einer Sektion dabei. Ist sehr interessant und halb so wild. War ja auch freiwillig....
 

Crizzy

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Hallo!

Als ich mein Praktikum anlässlich des Besuchs der Fachoberschule auf der Inneren Station gemacht habe, wurde ich auch des Öfteren mit dem Tod konfrontiert.
Meine Stationsleitung hat mich einmal beiseite genommen und mich mit ins Untersuchungszimmer genommen, sie fragte dann ob es ok für mich ist, wenn sie mir einen Toten zeige, damit ich sehe dass das nicht so schlimm ist und da dies ja auch zum Arbeitsalltag einer Schwester gehöre (sie wußte dass ich die Ausbildung machen möchte). Ich hatte auch kein Problem damit, sondern war irgendwie froh und stolz dass sie mir die Möglichkeit gegeben hat mich mit dieser Situation auseinanderzusetzen.
"Leichentransporte und -herrichten" haben bei uns zudem oft die Schüler (2./3. Kurs) übernommen. Auch die Zivis hatten oft die Aufgabe die Verstorbenen in den "Keller" zu bringen.

Aber wie viele hier schon sagten, zwingen kann Dich niemand. Allerdings solltest Du Dich darauf vorbereiten dass Du irgendwann so oder so mit der Situation in Berührung kommst (wenn Du z.B. in ein Zimmer kommst und der Patient zwischenzeitlich verstorben ist). Da finde ich es doch besser irgendwie drauf vorbereitet zu sein, als dann aus allen Wolken zu fallen.

LG
 

flexi

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In die Leichenhalle sezieren oder so musst du nicht, das gehört nicht zur Ausbildung (leider)
Hallo Sr.Stefanie,

dein "leider" versteh ich überhaupt nicht, denn das Sezieren gehört in die Hände der Ärzte und speziell dafür ausgebildete Medizinische/r Sektions- und Präparationsassistent/innen.

 

Tamara_München

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also ich hab schon ab dem 1. einsatz (schülerin) verstorbene in den leichenraum bringen müssen ... gehört halt zum job dazu!!!
 

MagicM

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Hm ich hätte mir in der Ausbildung auch gerne mal gewünscht in eine Pathologie zu kommen, natürlich nicht selbst Hand anlagen, aber zugesehen gerne, verstehe daher auch das "leider" von meinem Vorredner ;)

Ich mein im OP sieht man ja auch das gelernte aus Anatomie auf einmal vollkommen anders, so gings jedenfall mir, weil ich dann die ganzen schematischen Zeichnungen auch aufs Reale transferieren konnte - denke dass solche "aha"Momente auch in der Pathologie auftreten würden...

Natürlich sollte es kein "Pflichteinsatz" sein, das ist klar!

Um auf die Frage zurückzukommen, wenn du die Kühlkammer meinst, in die die Verstorbenen nach ihrem festgestellten sicheren Tod gebracht werden, JA es kann vorkommen, dass du da hin sollst... kannst es natürlich ablehnen, aber ich würde es dir auf jedenfall raten, weil später als examinierte KKS musst du es dann evtl. doch, und wenn du Pech hast im Nachtdienst...

Da du KKS lernst, wirst aber auf jeden Fall viel seltener dort hinmüssen, als als KS...

Sprech doch evtl. das Thema mal in der Schule an, und schlag vor, als Unterrichtseinheit "Sterben" , auch einmal in kleinen Gruppen die Leichenhalle zu "besichtigen", dass ihr euch schoneinmal mit vertrauten Leuten ein Bild von der Lokalität machen könnt
 
M

Michl

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Zickchen-Pia schrieb:
]es ist zwar nicht schön ein totes Kind zu sehen aber interessant
Das Wort interessant find ich jetzt grad etwas befremdlich. Wie definiert man hier interessant? Was genau erweckt das Interesse am Betrachten eines toten Kindes?

Michl
 
M

Michl

Gast
ich hab da mal eine sehr wichtige Frage... in der Ausbildung zur Kinderkrankenschwester... muss man dort in die Leichenhalle? ich weiß nicht genau wie ich das sagen soll, aber mir wurde das schon oft erzählt, dass man dort rein muss ... Bitte sagt mir ob ich da richtig liege :engel:
Sektionen sind definitiv kein Pflichtprogramm und an vielen Ausbildungsorten auch gar nicht im "Angebot".
Transporte in die Leichenkammer sind von der Organisation des Hauses abhängig. Ich stelle es mir in der Kinderkrankenpflege sehr schwierig vor, wenn ein Kind stirbt und sich die Eltern verabschieden UND DANN kommt so eine Art "Aufräumdienst", der den "Abtransport" erledigt. Bei uns ist das Aufgabe der Pflege - bei Erwachsenen und Kindern.

Ob man in der Kinderkrankenpflege mit Tod in Verbindung kommt, hängt letztendlich auch vom Einsatzort ab. Es gibt schließlich auch onkologische Kinderstationen und Kinderhospize.
Ich glaube nicht, dass jede Pflegekraft ein geeigneter Sterbebegleiter ist. Und bedingt sollte man sich auch nach der Ausbildung diesbezüglich seinen Einsatzort aussuchen.

Warum besteht die Angst vor einem Leichnam - Aber nicht davor, dass man vielleicht mit der Begleitung des Sterbenden und dessen Angehörigen nicht zurecht kommt?

Grüße
Michl
 
O

Oldtimer

Gast
Hallo ,wir mussten schon vom 1. Lehrjahr mit in die Leichenhalle zum Abtransport ,weil die Toten vom Bett auf die Pritsche vom Kühlhaus gelegt werden mussten ( immer zu zweit). Bei Sektionen war ich dann 3Mal freiwilig dabei, aber erst 4 Jahre nach Beendung der Ausbildung, wo man dann schon Erfahrung und Umgang mit dem Tod gemacht hatte, muß aber sagen, es war unwahrscheinlich interessant und weil einem der Pathologe alles genau gezeigt und erklärt hat. Ich würde aber jedem raten so etwas erst zu machen wenn er im Beruf gefestigt ist.
 

Aloha

Poweruser
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Als ich Schwesternschuelerin war, war es auf meiner damaligen Station ueblich, dass man neue Schuelerinnen nicht gleich mit Beginn der Ausbildung auch mit Tod/ Umgang mit Leichnamen etc. konfrontiert hat. Es gibt in der ersten Zeit soviel zu lernen und zu verarbeiten, dass dieser Ansatz vielleicht gar nicht schlecht ist. Inwieweit es sich in die Praxis umsetzen laesst, ist die andere Frage.
Mit der ersten Zeit waren uebrigens so ca. die ersten 3-4 Monate gemeint.

Als Abschluss unserer Anatomie/Physiologie-Klasse waren wir dann als Kurs im anatomischen Institut einer Uni und konnten beim Sezieren zusehen. Es war also keine Pathologie - Medizinstudenten waren hier meist am Werk, denen wir ueber die Schulter schauten.
 

Sr.Katja

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Hallo !!!

Also ich hatte während mneiner Ausbildung erst recht spät einen verstorbenen Menschen versorgt. Bei uns wurden die verstorbenben danmals dann von Station abgeholt. Da wo ich jetzt seit 4 Jahren arbeite müssen wir die Patrienten 3 stunden später wegbringen in die Leichenhalle. Dort befinden sich kühlkammer wo jeder verstorbene Patient eine eigene bekommt. Man sieht keine anderen. Aber ich finde es es ist wichtig das man sowas mal als Schüler gesehen hat. Wie man einen vestorbenen versorgt und was alles gemacht werden muß. Denn alsd examinieter stehst du plötzlich ganz alleine da. Weil der Tod gehört zum Beruf dazu. Und als Schüler ist es besser sich damit auch zu befassen weil man auch ansprechpartner hat .


Gruß Katja
 

Werner Rathgeber

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Hallo,

ich errinnere mich noch gut an meine erste Leiche.

Ist miltlerweile 23 Jahre her und war während meines Pflegepraktikums vor der Ausbildung:

Da lag sie nun, die Frau X.
Zwei Wochen war sie bei uns, Coloncarcinom, Metastasen überall...
Trotz vieler Schmerzmittel klagte sie immer wieder über starke Schmerzen.
Schaute mich oft mit trauigen Augen an.
Jetzt lag sie friedlich schlafend da.
Schmerzfrei...

Ich persönlich habe keine Angst vor dem Tod, sondern nur vor dem Weg dorthin.....

Viele Grüße

Werner
 

SistaS

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hallo ihr lieben leute,
nun versuche ich mich mal an meinem ersten beitrag hier, hoffe es klappt.
hab mir ja das passende thema ausgesucht, naja ist ja egal.
also ich bin jetzt grad frisch mit meiner ausbildung fertig geworden und arbeite seit einem monat in einer rehaklinik, hier gibts soweit ich mitbekommen habe selten leute die sterben. vor meiner ausbildung habe ich in einem altenheim gearbeitet habe, wo ich logischerweise öfters sterbende bewohner betreut habe, ich hatte das glück, dass die erste frau die ich sah die gestorben war einfach so friedlich aussah, als ob sie schläft, demnach hatte ich schon zumal keine schlechten erlebnisse, aber in der ausbildung hab ich auch schon andere sachen gesehen, was ich hier nicht näher erläutern möchte (ausser wenns jemand möchte *g*) aber ich wünsche euch allen, dass die verstorbenen einfach aussehen, als ob sie schlafen, denn dann hat man auch keine angst davor.
ich bezweifel, dass man dem ganzen aus dem weg gehen kann, denn spätenstens als examinierte wärs ganz sinnvoll einem schüler oder praktikant oder sowas zu zeigen, dass man kompetent ist und ihm das erklärt.
man kann natürlich auch einiges mit humor nehmen, wenn mans kann.zum beispiel, dass man den verstorbenen in den keller bringt und kalt legt, damit er im himmel wieder auftauen kann ;)
also bis denne...
 

Sr.Andrea

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hi lost fairy,

ich hab in meiner ausbildung ca 4 tote gesehen.

einen bei einer sektion (sind mit der klasse hin und haben zugeguckt, aber nur wer wollte).

einen patienten hab ich selber tot gefunden,er lag im doppelzimmer, er atmete nicht mehr und hatte weißen schaum vorm mund, das war echt schlimm, ich hatte diesen patienten sehr ins herz geschlossen und er freute sich immer so, wenn ich dienst hatte! er war sehr krank, hatte leberkrebs und war schon etwas dement. manchmal sah er mich an und lächelte und sagte:"ach so ein schönes mädchen... so schöne weiße zähne..." ich hatte ihn echt gern...

es war im spätdienst und ich musste ihn mit einer kollegin dann säubern und "frisch machen" (er hatte stuhlgang im bett und war verschwitzt).

wir haben alle zugänge und katheter entfernt, ihn gewaschen und zugedeckt. war schon komisch...

die erste tote hatte ich übrigens an meinem ERSTEN ausbildungstag gesehen!!! morgens früh um 9!!!!

die zimmertür stand offen und ärzte standen rum also hab ich mal reingeguckt, tja und dann war ich erstmal geschockt und bin raus!

10min später kam eine schwester zu mir mit handschuhen:"andrea, komm mal mit, hier zieh die handschuhe an"

ich ging mit...und aufeinmal standen wir vor der frauenleiche!!!! ich hab also auch zugänge etc entfernt und das an meinem ERSTEN tag! sie meinte:"besser gleich ins kalte wasser..."

naja geschadet hats nicht. ansonsten sollte ich mal einzelwache bei einem präfinalen patienten halten (damit er nicht allein stirbt), das war auch schlimm, hab ihn gestreichelt und ein bisschen geredet (er war schon "weggetreten").

also wie gesagt 4 tote in 3 jahren lehre ist schon krass! aber irgendwie geht es!

man sollte nur nicht so sehr emotionen hochkommen lassen!

lg
andrea
 

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