Muss Dampf ablassen, oder: "Mein Tag als Schülerin auf Station"

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von ariellekatze, 08.10.2013.

  1. ariellekatze

    ariellekatze Newbie

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    Ihr Lieben,
    ich muss einfach mal Dampf ablassen...
    ich hab nach 6 jähriger Tätigkeit in meinem 1. erlernten Beruf mich letztes Jahr dazu entschlossen, noch einmal von vorne anzufangen und eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin zu machen.
    Das Ganze macht mir echt Spaß - ich liebe den Umgang mit den Patienten, ihr Dank gibt mir so viel. Die Schule ist auch super, geh da so gerne hin, bin Stufenbeste von den Noten her und habe jetzt im September das duale Studium im Bereich Pflege begonnen. Bin also theoretisch rundum zufrieden. ...
    Praktisch allerdings, könnt ich im Moment nur heulen :(
    Als Schüler wird man echt als Volldepp behandelt von den examinierten Schwestern. Der letzte Einsatz war im ambulanten Pflegedienst. Klar, das ist ein anderes Arbeiten - ich hab es so genossen, diese Ruhe.
    Seit ein paar Tagen nun bin ich auf einer internistischen Station und der Unterschied fällt mir soooo auf.
    Ich habe auf so vielen Stationen das Gefühl, fast alle Schwestern sind komplett überfordert und lustlos und sehen uns Schüler als ihre Fußabtreter.
    Ich meine, ich bin wirklich die letzte, die sich vor irgendeiner Arbeit drückt- habe mein lebenlang körperlich gearbeitet. Aber es kann doch nicht sein, dass man als Schüler NUR rennt?! Eigentlich ist das ja so gedacht, dass wir Schüler gar nicht "zum Personal" zählen, sondern mitlaufen, helfen und LERNEN sollen. Klar, auf der Inneren ist viel zu tun - aber es kann doch nicht sein, dass man direkt am Anfang des Einsatzes gesagt bekommt "Ich werd keine Zeit haben, dich anzuleiten und will aber nicht dass die normalen Schwestern das machen" ... Einführungsgespräch - fehlanzeige.

    Mein Tag: In der Übergabe wird man ignoriert, falls man dazu kommt überhaupt dabei zu sein als Schüler. Bei der Grundpflege ist es auf der aktuellen Station so, dass die examinierten meist Vitalzeichen messen, Medis geben und dokumentieren und wir Schüler Waschen und Betten beziehen. Trotz Hausstandards, Dienstanweisungen etc. sind so viele Dinge auf jeder Station anders. Auf der einen wird die Wäsche eines MRSA Patienten in spezielle Säcke gepackt und gesondert mitgenommen, auf der anderen kommt sie in die ganz normalen Wäschewagen. Auf der einen Station darf ich als Schülerin AZM Gabe abzeichnen, auf der jetzigen hab ich Ärger dafür bekommen. Auf der letzten Station hab ich das dokumentieren "so" gelernt, auf der jetzigen ist es komplett falsch und ich bin die Doofe. ...egal wie mans macht, man macht es immer falsch. Die Frühstückspause müssen wir Schüler ausser Station verbringen. Heisst in unserem Fall: im Patienten- und Besuchercafé. Meist allein, jeder Schüler hat anders Pause.
    Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin die einzige die zur Klingel geht. Hat dann ein Patient Schmerzen, Übelkeit etc. und ich sage der Schwester im Stationszimmer Bescheid, juckt die das gar nicht. Habe heute z.B. 3 x Bescheid gesagt und es wurde NICHTS gemacht. Nach der Grundpflege fülle ich die Pflegewagen auf, räume den Flur auf, gehe zur Klingel, verteile mit einer Schwster Frühstück. 10.30 Uhr BZ Runde + Medis + VZ Kontrollen. Bei 35 Betten - davon 6 Isolierzimmer. Die mache ich alleine. Zwischendrin soll ich Pat. von Untersuchungen abholen. Blut etc. ins Labor bringen " die Zuckerrunde kann warten". Keine andere Schwester auf dem Flur. Das Mittagessen kommt, ich bekomme Ärger weil ich das Essen austeilen soll. Essen ausgeteilt. Neuaufnahme kommt, werde ins Zimmer geschickt für VZ, Stammblatt etc. auf dem Weg dorthin fängt mich eine Schwester ab, ich soll mitkommen in den Aufwachraum " die Neuaufnahme kann warten". Wieder oben eine andere Schwester, ich solle ins Labor - jetzt. Dann sofort Tasche vom Pat. packen, der Transportdienst wartet schon... "die Neuaufnahme kann warten" Komme aus dem Zimmer, soll Essen abräumen. Sage, die Neuaufnahme wartet noch und ernte einen bösen Blick und doofen Spruch von einer Schwester die 5 Jahre jünger ist als ich und selbst gerade ausgelernt hat. Hetze zur Neuaufnahme. Dann räume ich zusammen mit der genervten Schwester das Essen ab. Mittendrin ist sie weg. ( Kaffeetrinken und Übergabe) Es ist 10 nach 1. Eine Schwester kommt auf dem Weg zum Rauchen an mir vorbei und fragt leicht angesäuert, warum ich noch einen Tee und Kaffee ausgeteilt hab. Hetze also weiter. Bin pünktlich zum Feierabend fertig. Übergabe mittags hab ich nicht mitbekommen. von 7 Schwestern, die mit Kaffee in der Hand im Schwesternzimmer sitzen, sagen mir 3 Tschüss.

    Resümee: Die Füße tun mir weh, saß seit morgens halb 6, genau 20 min in meiner Pause. Nichts neues gelernt, werde nicht auf meine Anleitungsstunden kommen, die Praxisaufgabe "Pflegeplanung" kann ich vergessen, Praxisanleitung sagt "keine Zeit". ... muss diese Woche noch in der Schule Bescheid geben.
    Habe Durchfall und Bauchschmerzen weil mich die Situation so aufwühlt.
    Mir ist zum Heulen.
    Ich bin nicht dumm, nicht faul, offen für Alles und ein Mensch, der sonst immer Anschluss findet und mit Jedem auskommt.

    ABER: es ist soooo schwer, sich als Schüler auf Station immer wieder selbst zu motivieren, wenn es SO läuft. Den anderen aus meiner Klasse, meiner Stufe und der Uni geht es oft genau wie mir jetzt.
    Es geht mir einfach nicht in den Kopf, warum soooo viele Schwestern so genervt, so verbittert und so desinteressiert gegenüber Schülern sind. Ihr ward doch selbst ALLE Schüler! Wenn ihr unzufrieden seid mit eurem Job, dann sucht euch was anderes! Aber macht ihn nicht uns Schülern mardig!!!!

    So, genug gejammert!
     
  2. hypurg

    hypurg Poweruser

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    Das ist so nicht ganz richtig. 9 Azubis "kosten" eine Vollkraftstelle. Tut aber nix dem Rest Deines Berichts.
    Solche Stationen gibt es und ich frage mich, warum das mal keiner mit denen reflektiert. Das ist aber nicht Deine Aufgabe. Rückmelden kannst Du Deine Beobachtungen (sachlich) natürlich trotzdem, wenn Du Dir den möglichen Konflikt antun möchtest.
    Das wird nicht so einfach, wenn es kollektives Problem ist. Da kann ich nur hoffen, daß Du die Art der Pflegeorganisation und Kommunikation nicht verinnerlichst und nach wenigen Monaten genauso wirst. Das wünsche ich mir für Dich.
    (Trotzdem sehe ich das auch so, daß manche Kollegen sich was anderes suchen sollten. Jemanden der so schlechte Stimmung verbreitet, entbehre ich gerne.)

    Ich möchte das gar nicht an den Azubis festmachen. Ich finde, daß mit jedem Mitarbeiter, ob Arzt, Praktikant oder Hausmeister respektvoll umgegangen werden muß.
     
  3. Corv

    Corv Senior-Mitglied

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    Hallo,

    Es ist schade, dass es oft so läuft wie du es beschreibst.
    Aber leider kenne ich solche Sitationen nur zugut. Aus Sicht des Schülers UND aus Sicht als examinierte Schwester.

    Ich habe mich als Schüler auch sehr sehr oft darüber geärgert.
    Mittlerweile verstehe ich es etwas besser. eben weil ich nun auch die andere sicht kenne.

    EIGENTLICH sollten die Schüler zusätzlich geplant sein. Leider ist das glaube ich selten der Fall.
    Bei uns sind Schüler meist ganz normal mit eingeplant. außer im nachtdienst, da ist ein schüler immer zusätzlich. im tagdienst leider nicht. Da wird pro Kopf gezählt. egal welche Ausbildung dahintersteckt.

    Die Sache mit der Frühstückspause.
    Hast du mal gefragt ob du mit auf Sttion pause machen kannst.
    Ich kenne es von manchen Statiionen (von meiner ausbildung) dass schüler allein in Pause geschickt werden, weil laut gesetzt eine pause ungestört sein muss. dies ist eine pause auf sttion selten. da muss einer aufstehen wenn es klingelt. und wennder schüler auf station pause macht muss auch der mal (nicht immer) aufstehen. teilweise gab es darüber beschwerden, sodass schüler teilweise in pause außerhalb von station geschickt wurde, um das zu vermeiden.
    Ob es bei dir so der Fall ist weiß ich natürlich nicht.
    hat man dir gesagt warum du allein pause machen sollst?

    Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe Schülern auch schon gesagt, dass ich sie nicht anleiten kann.
    Mit der Bitte, das an die Schule genau so weiterzuleiten. (was leider nicht passiert ist).
    Zu Zeiten, wo ein extrem hoher Pflegeufwand und sehr schlechte Besetzung war. Der Schüler blieb bei uns auf Station und ich habe kaum angeleitet.
    Jeden Tag habe ich das (in Form von Gefährdungsanzeite schriftlich und per Telefonat mündlich) der PDL sowie dem Betriebsrat mitgeteilt.
    Das hilft nur leider dem Schüler auch nicht weiter.
    Aber was soll man tun wenn die Arbeit am Patienten schon nicht zu schaffen ist und wirklich nur eine minimalversorgung stattfindet? Noch weniger zum Patient und dafür Schüler anleiten?
    Wäre für den Schüler ntürlich gut.
    Aber für die Patienten eine noch größere Gefährdung.
    Damit möchte ich gar nichts entschuldigen. Nur erklären was manchmal der Grund für eine "nichtanleitung" sein KANN.

    Bei uns laufen schüler auch häufig den ganzen Tag. Aber das tue ich auch.
    Nur das ich mir meist irgendwo noch 15 Minuten nehme zum sitzen während ich dokumentiere.

    Was ich als wirklich großes Prblem sehe (jetzt und vor allem auch als Schüler) ist,dass man als Scüler von allen beansprucht wird. Und alle sauer sind wenn man etwas nicht erledigt. Weil man "Auftäge" von jedem bekommt.
    Da fehtl es häufig oft an Kommunikation im team. also zwischen den examinierten Personal.
    Jeder gibt dem Schüler einen "Auftrag", der in kurzer Zeit zu erledigen ist und sieht nicht das schon einige ndere das auch getan haben oder tun werden.
    HAst du einen festen Ansprechpartner?
    Wenn du natürlic schon sagst dass du noch was anderes zu tun hast, und es keinen interessiert ist das schwierig.

    Das ein Patient Schmerzen angibt und du mehrmals bescheid gibst und keiner reagiert, kann natürlich auch nicht sein.
    Gab es eine Begründung für das "nicht-handeln"?

    Gut das Kaffetrinken bei der übergabe finde ich jetzt nicht dramatisch.
    Wenn ich Übergabe mache (was nunmal sein MUSS) sitze ich eh, dann kann ich auch endlich mal einen Kaffee trinken. Das tue ich auch, ganz ohne schlechtes Gewissen wenn ich Übergbe mache.
    Wenn ich keine Übergabe mache sitze ich meist auch nicht, sondern laufe noch irgendwo rum.


    Ist das nur auf der Staion wo du jetzt bist so?
    Oder allgemein auf den Sttionen so?
    Was sagen deine Mitschüler? ergeht es ihnen auch so?
    Dann vielleicht mal ein Gespräch mit der Schule?


    Ich finde es sehr sehr schade, so häufig solche Berichte zu lesen.
    Und leider, leider sehe ich oft, das es dort wo ich arbeiten manchmal ähnlich läuft. (mit dem unterschied dass auch die examnierten kollegen eben nicht nur kaffee trinken sondern arbeiten, und das oft ohne Pause, wo zumindest drauf geschaut wird das schüler pause machen und pünktlich gehen).

    Ich glube das Problem ist auch, wenn dem Schüler nicht signalisiert wird, dass man sich eigentlich kümmern will.
    Ich glaube das bei uns Schüler nicht gut angeleitet sind.
    Trotzdem wird unsere Station von Schülern oft gelobt.
    Wiel viele bei uns, den Schülern VERSUCHEN in dem chaos noch was zu zeigen. Oder aber zumindest erklären warum sie es nicht tun.


    Wirklich was ändern kann man glaube ich als Schüler sehr sehr weig.
    Du knnst natürlich versuchen nochma mnit Praxisanleiter oder Leitung zu sprechen.
    Sage denen wie DU dich dort fühlst.
    Keine Vorwürfe machen. dann wird direkt zu gemacht.
    Sag ihnen wie DU dich fühlst. und das du gerne was lernen würdest aber es leider nicht kannst.
     
  4. Nani91

    Nani91 Poweruser

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    @ariellkatze ich weiß zu gut wie du dich fühlst. Aber ich kann dir sagen, so sind wirklich nicht alles Stationen, bin jetzt im dritten Ausbildungsjahr und hab in der gesamten Ausbildung bis jetzt nur zwei Stationen erlebt die so sind.
    Gibt es einen Lehrer von deiner Schule der für die Station zuständig ist? Sprech mit ihm darüber oder teil es der Schule mit. Wir haben auch so Praxisbeurteilungsbogen von der JAV die wir ausfüllen können.
    Ganz ehrlich, du kannst froh sein deine Pause ausserhalb der Station haben zu dürfen, denn wenn du die auf der Station hättest, müsstest du eh nur auf die Klingel gehn.
    Das mit der fehlenden Anleitung wird dir bestimmt öfters passieren, so geht es jedem Schüler.
    Manche Stationen sind lernfähig wenn sie von Schülern kritisiert werden oder Lehrer ihnen das so wiedergeben, andere Stationen leider nicht. Ich finds auch nicht so toll aber da muss man einfach mal durch in der Ausbildung :/
    Im wievielten jahr bist du?
    Sobald man im dritten Ausbildungsjahr oder kurz davor ist, kommt sowas eig nicht mehr vor du kommst auf Station und sagst du bist Drittkursschüler und schon sehen die dich mit anderen Augen :D ;)
     
  5. opjutti

    opjutti Poweruser

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    @ariellekatze!

    Ich kann dich trösten, es läuft nicht überall so, wie du es hier beschreibst. Bei uns steht kein Schüler auf den DP, auch nicht 9:1. Der Schüler, egal ob OTA oder FWB ist bei uns, um möglichst viel Input zu bekommen.
    Natürlich bin ich froh, wenn ich einen OTA-Azubi im 3. Jahr bei mir im OP habe, weil ich diese viel schneller selbständig arbeiten lassen kann. Wenn ich aber einen Schüler aus dem 1. oder 2. Jahr habe, stelle ich diesem einen PA an die Seite, der ihn betreut. Trotzdem sind alle Azubis die 3. Person im OP-Saal, aber gezählt werden nur 2. Das kommuniziere ich auch an die Ärzte, wenn sie meinen, es wären zu viele MA im Saal.

    Ich finde es äußerst schade, dass MA zum PA-Kurs gehen, diesen auch mit viel Enthusiasmus durchziehen und anschließend wieder in der Versenkung des Stationsalltags verschwinden, ohne den Schwung aus dem Kurs mitzunehmen und auf ihrer Station mit allen Mitteln umzusetzen. Leider wird der Kurs zum PA oft als "mal 4 Wochen wegkommen von Station" angesehen. Habe ich auf meinem Kurs selber erlebt.

    Die Ausbildungsrichtlinien schreiben PA vor und trotzdem hält sich in vielen Fällen scheinbar weder die Schule noch der Ausbildungsbetrieb an die Richtlinien einer adäquaten Ausbildung. Die gesetzlichen Pausen der Azubis einzuhalten ist wichtiger, als die gesetzlichen Anforderungen einer Ausbildung zu gewährleisten.

    Mit Zeitmangel lässt sich z. Zt. alles entschuldigen. Auch dass keine Zeit bleibt, den Nachwuchs auszubilden. Wundern wir uns dann, wenn die meisten nach ein paar Jahren den Weg aus der Pflege suchen und die Pflege es nicht schafft eine Lobby zu bekommen.

    Das ist doch wie in der Erziehung: Was ich vorlebe, machen die Kinder nach!
    Wenn ich einen Azubi schlecht oder gar nicht ausbilde, nur rennen lasse und von A nach B schicke, was bleibt dann?
    Ein Azubi, der sich gut im Haus auskennt, sonst nix!!

    LG opjutti
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Die Möglichkeiten einen Azubi allen arbeiten zu lassen dürften im OP weit geringer sein als auf einer Station. Und es ist nun mal so, dass der Laden nur läuft weil die Azubis eben mitarbeiten- ebenso wie der FSjler, der Bufdi und der Praktikant. Jemanden nebenbei mitlaufen lassen- das dürfte wohl eher die Ausnahme sein. Wer dies erwartet, dürfte in jedem Ausbildungsberuf in der Praxis enttäuscht werden- net nur in der Pflege.

    Elisabeth
     
  7. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Im OP ist man nie allein, sondern zumindest bei uns wenigstens zu zweit. Ein Springer und eine instrumentierende Kraft.
    Da der Azubi mitläuft, nicht auf dem Stellenplan erscheint und nicht eine Kraft ersetzt, besteht die Möglichkeit ihn ordentlich auszubilden. Weil dadurch immer jemand da ist, der ihn betreut und unterstützt, entweder bei der Springertätigkeit oder beim Instrumentieren. Auch wenn das vielleicht die Ausnahme ist, ist es ein Anfang. Wir wollen unsere Azubis gut ausgebildet in die nachfolgenden Bereiche schicken, das ist unser Anspruch. Und diesem sind wir in den letzten 3 Jahren gerecht geworden.

    Deshalb tut mir der Azubi in der Pflege ja leid, weil er zwar 9:1 auf dem Stellenplan steht, aber 1:1 dort mitarbeiten soll! Das kann auf Dauer nicht gutgehen.
    By the way! Scheinbar wird es hingenommen und von allen so akzeptiert. Von den Stationen, aber auch von den Azubis. Aus Angst vor einer schlechten Beurteilung oder vor Repressalien.
    MMn. sollten sowohl die Azubis, als auch die Ausbildungsstationen/PA beurteilt werden und daraus Lehren gezogen werden.


    LG opjutti
     
  8. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Bei uns "beurteilen" die Schüler den Stationseinsatz, geben ihre Rückmeldung an die Schule, und die schaltet sich bei Bedarf ein und fragt nach. Wobei sie nicht uneingeschränkt auf der Seite der Schüler steht. Im obigen Beispiel wüsste ich nicht, was an der Pause fern von Station negativ ist - die ist dann ungestört und wirklich eine Pause. Daraus ergibt sich aber zwangsläufig, dass nicht alle Mitarbeiter gleichzeitig Pause machen können.

    Du lebst ein bißchen im Wolkenkuckucksheim. Es herrscht Stress, Druck und immenser Personalmangel. Ich kann mich nicht immer so um den Schüler kümmern, wie ich es gern würde. Ich kenne genügend Praxisanleiter, die Überstunden machen oder Urlaube unterbrechen, um ein wenig Anleitung gewährleisten zu können. Kein Witz.

    Was ich hier als schwierig ansehe: Dass die TE in ihrer Beschreibung von verschiedenen Leuten von Auftrag zu Auftrag gehetzt wird. Das kann nicht sein. Es braucht eine bessere Aufgabenverteilung und Prioritätensetzung von Seiten des Teams.
     
  9. Fleschor_Max

    Fleschor_Max Poweruser

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    Ja, da kann man aber doch verstehen, dass so wenig Leute darauf Lust haben. Es kann doch nicht sein, dass die Ausbildung auf dem Rücken der Anleitenden geleistet wird.

    Wenn ich nicht genügend Zeit habe einen Schüler auszubilden, dann könnte ich ihn nur rumschicken, Grundpflege machen lassen und die ganzen Nebentätigkeiten. Wenn ich Ihn wirklich ausbilde, nimmt das oft mehr Zeit in Anspruch als ein instabiler Patient.

    Ich muss Prioritäten setzen, und wie in der Rettung ist die erste Priorität Eigenschutz. Wenn ich Urlaube oder Freizeit opfern müsste, wäre das eine Gefahr für meine Gesundheit. Das hilft auch keinem, wenn ich dann irgendwann komplett aus der Pflege verschwinde. Zweite Priorität müssen die Patienten sein.

    Und erst wenn ich dann noch Kapazitäten frei habe, kann ich wirklich ausbilden, auch mal danebenstehen und den Schüler machen lassen, und nur Sicherheit geben und beobachten. Wenn ich diese Kapazitäten nicht habe, dann kann ich Ihn nur als Pflegehelfer missbrauchen und ihn praktisch nichts ITS-relevantes am Patienten machen lassen, weil ich schon mit meinem Patienten genug zu tun habe, und mir die Zeit für Erklären oder Danebenstehen ja nicht aus den Rippen schneiden kann.

    Aber es ist doch nicht meine Aufgabe als Mitarbeiter diese Kapazitäten zu schaffen, und es ist auch nicht meine Aufgabe für die Azubis zu kämpfen. Das sind meist erwachsene Menschen, da gehörts auch dazu, dass man selbst für seine Rechte kämpft und eine adäquate Ausbildung einfordert, und sich nicht auf Andere verlässt. Warum fordern die Schüler keine Praxisanleiter ein?
    Dann müssten die Unternehmen den PA auch was bieten, damit sie den Job machen, z.B. 20% der Arbeitszeit nur für die Anleitung reservieren, so dass der Anleiter seinen Tag frei planen kann und theoretisch keine Patienten betreuen muss (das natürlich in der Anleitungssituation machen wird, aber eben nicht fest geplant), oder nen Bonus aufs Gehalt, für den zusätzlichen Stress.
     
  10. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Wer Praxisanleiter werden wollte und diese Funktion ausübt, der sollte auch genau der Azubi - Fürsprecher sein und darum kämpfen. Darüber hinaus darf sich eine Leitung und Stellvertretung auch diesbezüglich nicht aus der Verantwortung stehlen. Wie schnell ist ein Azubi verunsichert und verkrault für alle Ewigkeit. Ich weiß, wie es in der Realität ist: Keine Zeit, kein Personal und oft keine Freistellung der PAler und ebensowenig eine angemessene bis gar keine Honorierung ihrer Tätigkeit. Dennoch verstehe ich es definitiv nicht, wieso man nicht für die Azubis kämpft. Es gibt gute Beispiele in Deutschland, wo PAler samt Leitung für die Ausbildung kämpfen. Auch ich tue es schon lange und werde es weiterhin tun. Das Studium der Pflegepädagogik hilft mir diesbezüglich weiter: Kontakte zu Anderen zu knüpfen und sich gemeinsam zu vernetzen. Auch arbeite ich nach wie vor in der Praxis und das nicht zu knapp. Also ich bin der Auffassung, dass es wichtig ist, auch darum zu kämpfen- auch wenn es hart ist und wenn der eigene Arbeitsplatz nicht passt, dann muss man sich einen Anderen suchen. Die Garantie: es lohnt sich in seinem eigenen Haus zu kämpfen und auch über den Tellerrand zu blicken. Sich mit der Krankenpflegeschule und ebenso auch, wenn vorhanden, mit der Hochschule/Uni zu vernetzen, so dass die bestmöglichste Ausbildung gewährleistet werden kann. Ebenso ist es wichtig berufspolitisch auf den Putz zu hauen und ich bin diesbezüglich, trotz vieler resignierter Phasen in der Pflege (über 20 Jahre), umso kämpferischer geworden und zudem kann ich mich ganz genau an meine Ausbildungs- und auch Weiterbildungszeit erinnern. Es ist ein hartes Geschäft, aber genau das würde ich immer wieder lernen wollen und ebenso auch dafür kämpfen. Ich kann die Empfindungen absolut nachvollziehen und ebenso verwundert es mich nicht. Ich finde es nur nicht angemessen, dass die Qualität der Pflegeausbildung in Deutschland so sehr aufgrund der DRGs und der Privatisierung darunter leidet. Es steht in keinem Verhältnis mehr. Ich kann allerdings ebenso auch den Frust der Pflegenden auf den Stationen nachvollziehen. Allerdings nochetwas: die DRGs einzukaufen war unbedingt der größte Fehler. Vielmehr ist es der größte Fehler, das Gesundheitswesen zu privatisieren.
     
  11. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Da bin ich ganz bei dir, Pericardinchen!:wavey:

    Die Ausbildungsvorgabe und deren Umsetzung in der Praxis sollte für uns alle auch von berufspolitischer Bedeutung sein.

    Es wird immer dazu aufgerufen sich zu engagieren, damit die Pflege ein besseres Standing bekommt. Aber dann ist man nicht bereit im eigenen Umfeld damit anzufangen und für die Rechte der anderen, in dem Fall für die Azubis, zu kämpfen.

    In der PA-Weiterbildung wird einem beigebracht, was einem als PA für die Ausbildung an Zeitkontingent zusteht.
    Das kann und sollte man bei der SL, PDL oder sogar beim AG einfordern.

    Wenn der AG nicht in der Lage ist, diese Strukturen zu schaffen, sollten die PA dieses an die Schule kommunizieren. Schließlich hat ein Ausbildungshaus auch eine Verpflichtung gegenüber den Azubis. Und nicht nur, diese als "billige Arbeitskraft" zu verwenden.

    Ich bin zwar keine aktive PA mehr, habe aber in meinem Bereich dafür gesorgt, dass es genügend PA mit Weiterbildung gibt. Somit kann ich auf einen Pool von Anleitern zurückgreifen, die im OP alle Fachbereiche abdecken, um allen Azubis, neuen Mitarbeitern, Praktikanten oder Bufdis eine ordentliche Anleitung gewährleisten zu können.

    Da überall, auch im OP, Fachkräftemangel herrscht, müssen doch wir etwas tun, damit der Nachwuchs wieder Freude am Beruf hat und diesen möglichst lange ausüben kann.

    Ergo: Je besser ausgebildet jemand ist und während der Ausbildung/Einarbeitung betreut wird, desto mehr Selbstbewusstsein und Fachkompetenz kann der MA in der Pflege, im OP und in jedem anderen Fachbereich entwickeln.
    Viele Probleme bezüglich Standing, Wertschätzung und Anerkennung der Pflege könnten durch eine ordentliche Ausbildung/Einarbeitung bereits im Keim erstickt werden.

    LG opjutti
     
  12. Fleschor_Max

    Fleschor_Max Poweruser

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    @opjutti: Das geht alles nur mit einer Leitung, die die Wichtigkeit von guter Anleitung selbst zu schätzen weiß und die sich durchsetzen kann. Denkst du wirklich die Mehrheit der Leitungen ist so wie du drauf?

    Die Häuser sind doch dran interessiert gutes Personal zu haben und die Azubis sind an ner guten Weiterbildung interessiert. Ich persönlich hab erstmal nichts von der Anleitung, bin aber kollegial gerne bereit das zu machen. Das Interesse liegt aber bei den Leitungen und den Azubis, der Ball ist deren Spielfeld.
    Ich setz mich schon genug ein und verändere Dinge auf meiner Station, Dinge die meinen Arbeitsalltag betreffen und die Versorgung der PAtienten verbessern. Dafür werde ich bezahlt. Aber ich hab nicht unbegrenzt Ressourcen und es gibt soviel zu verändern. Ich bin nicht Mutti für alles und muss mir nicht die Verantwortung für alles aufbürden.

    Ich kann euch ja schon verstehen, ich hab ja auch gerne gut ausgebildete Kollegen, ich sehe auch das ganze Problem, aber ich seh es nicht ein, mich für alles verantwortlich zu fühlen und mich für alles einzusetzen.

    Ganz ehrlich, die meisten Azubis machen schlicht gar nichts für die eigene Lehrqualität ausser schimpfen. Dabei haben Azubis heutzutage auch einen viel besseren Stand. Viele Schulen haben doch einen massiven Bewerberrückgang. Andererseits können die Kliniken ohne Azubis teilweise nicht mehr wirtschaftlich arbeiten. Die Azubis nutzen ihre Macht nicht aus. Das sind erwachsene Menschen, wenn die Aktionen machen für ihre Ausbildungsqualität, bin ich gerne bereit mich zu denen auf die Strasse zu stellen, aber primär sehe ich halt den Ball bei den Leitungen und den Azubis selbst.

    EDIT: Achso, ich bekomme meine PA-Anerkennung wohl aufgrund der vielen Pädagogik-Stunden im Pflegewissenschaftlichen Studium. Ich hab aber nichts darüber gefunden, dass es eine gesetzliche Grundlage gibt, dass PA für Anleitungen ein Zeitkontingent zusteht, und hab es natürlich auch im Studium nicht gelernt. Hast du eine Quelle für mich? Die würde ich ja gerne allen Azubis und PA bei mir in die Hand drücken.
     
  13. ariellekatze

    ariellekatze Newbie

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    Ihr Lieben,
    vielen Dank für die ganzen Antworten!
    Ja theoretisch sollte es so sein, dass wir Azubis "mitlaufen"; dass das praktisch unmöglich ist (zumindest in unserem Haus) das ist mir klar. Das erwarte ich auch ehrlich gesagt nicht. Freu mich doch, wenn ich anpacken und helfen kann.

    Ich verstehe auch, dass viele Schwestern gestresst sind - zu wenig Personal, Zeitmangel, ständig einspringen, etc. ...ich finde es aber als absolutes NO GO das auf dem Rücken der Schüler auszutragen. Und dann sind das meistens noch nicht einmal die alt eingesessenen, die seit 30 Jahren auf Station arbeiten, sondern die jungen Schwestern, gerade examinierten, teilweise jünger als ich selbst.
    Und es ist echt nicht leicht, sich jeden morgen um halb 5, wenn der Wecker klingelt zu motivieren, weil man genau weiss, dass man das Gefühl hat, "lästig" zu sein.

    Ich muss dazu sagen, ich war auch auf Stationen, da wollt ich gar nicht mehr weg, weils so super war.
    Nur wenn ich zusammenrechne, dann überwiegen leider die schlechten Einsätze. Mir ist aufgefallen, dass in den Teams selber so viel Knatsch und Zickenkrieg herrscht. Da weiss die eine nicht, was die andere macht. Da fehlt ganz viel Komunikation untereinander, das stimmt.

    Und wir als Schüler hetzen dann von Aufgabe zu Aufgabe, wissen nicht was wir zuerst tun sollen und egal wie wir uns entscheiden, eine Schwester ist hinterher immer sauer. Man kommt ja noch ncht einmal dazu, zu sagen, dass man gerade beschäftigt ist, da wird einem nur mal eben über den Flur gerufen " mach noch schnell das und das" oder im vorbeigehen etwas in die Hand gedrückt.

    Den anderen Schülern geht es ähnlich wie mir, nur steht man als Azubi immer im Abhängigkeitsverhältnis zu den Schwestern auf den Stationen. Da ist es nicht immer so leicht, Kritik zu äußern. Und ich bin wirklich nicht auf den Mund gefallen ;) Da es auch ein kleines KH ist, kennt jeder jeden und sowas macht schnell die Runde. Meine Lehrerin sagte zu der Schülerin, die vor mir auf der Station war, sie kenne das Problem und es würde uns noch häufiger in der Ausbildung erwarten. Wir sollten die Zähne zusammenbeißen und uns durchkämpfen.
    Es ist ja auch immer eine Frage von Sympathie, wie gut man auf Station zurechtkommt. Mögen die Schwestern einen, darf man zu den Untersuchungen mit, wird viel angeleitet, bekommt eine bessere Bewertung. Mögen die Schwestern einen nicht, hat man verloren.

    Es erschreckt mich, dass sogar die frisch Examinierten frustriert, überarbeitet und komplett gestresst über die Stationen laufen ( oder eben nicht, und immer die Schüler schicken). Der Satz, den ich von meinen Mitschülern am häufisten höre, ist, " wenn ich erst mal examiniert bin, werd ich die Schüler auch nur noch rumschubsen, so wie ich rumgeschubst werde" - und genau so wird es sein, wenn sich an den Arbeits- und Ausbildungsverhälnissen in der Pflege nichts ändert. Ein Schüler guckt sich ganz viel bei den Mentoren ab und verfällt schnell in bereits kennen gelernte Verhaltensmuster.

    Naja, auch dieser Einsatz ist begrenzt und wird in 6 Wochen enden. Also Augen zu und durch... eine andere Wahl hab ich ja nicht ;)
     
  14. opjutti

    opjutti Poweruser

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    @Fleschor_Max!

    Da ich gerade im Urlaub bin und meine PA Unterlagen in meinem Büro in der Arbeit sind, habe ich jetzt keine verlässliche Quelle.

    Uns wurde in der PA-Weiterbildung gesagt, dass einem der AG pro Schüler und pro Tag 2 Stunden Anleitungszeit zur Verfügung stellen soll.

    Natürlich gebe ich dir recht, dass vieles besser wäre, wenn die Lobby für die Azubis von oben käme. Es schadet trotzdem nicht, wenn sich Mitarbeiter der Abteilung für die Ausbildung der Azubis oder die Einarbeitung neuer MA stark machen.

    Aber selbst, als ich noch keine Leitung war, hatte ich den Anspruch an mich, mein Wissen weiterzugeben und Schüler und/oder neue Mitarbeiter so anzulernen, dass sie den Aufgaben im OP irgendwann selber gewachsen sind. Das hat mich weder überfordert noch war es mit Mehrarbeit oder Stress für mich verbunden. Verantwortung habe ich schon immer gerne übernommen. Irgendwann kam aber der Zeitpunkt, da wurden die Anzuleitenden selber in die Verantwortung für ihr Tun und handeln entlassen. Das war für mich jedesmal die Bestätigung meiner Arbeit.

    Im Gegenteil: Je besser ich angelernt habe, umso mehr ist der Respekt mir gegenüber gewachsen. Denn ich war nicht die "Überhebliche", die nix weitergibt, sondern diejenige, zu der jeder kommen konnte, wenn er eine Frage hatte und auch eine Antwort oder Hilfe bekam, übrigens auch Ärzte.
    Jeder gut ausgebildete MA hat mich wiederum entlastet und mir Freiräume gestattet, meine Karriere zu forcieren.

    Jetzt bin ich Leitung und OP-Managerin und habe immer noch den Anspruch unsere OTA-Azubis, Fachweiterbildungsteilnehmer, Bufdis, Praktikanten und neue Mitarbeiter gut auszubilden. Meine MA können auch heute jederzeit zu mir kommen, wenn sie eine oder mehrere Fragen haben und bekommen immer noch Antwort oder Hilfe.
    Für die praktische fachbezogene Ausbildung habe ich meine sechs Praxisanleiter, die mit sehr viel Freude und Enthusiasmus anleiten und von mir die Zeit und Gelegenheit dafür bekommen. Inzwischen kommen auch MA zu mir und fragen, ob sie anleiten dürfen, obwohl sie keine PA sind. Spricht meiner Meinung nach für mein Konzept der Anleitung.

    LG opjutti
     
  15. Fleschor_Max

    Fleschor_Max Poweruser

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    Wenn man die Schüler zu Nebentätigkeiten und Grundpflege schickt, nur damit man selbst Assistenz beim Doc machen kann oder andere fachpflegerische Dinge, dann ist das wirklich übel, und oft schlicht ein charakterliches Problem. Ich hoffe für dich, dass du mal auf ne ITS kommst in der Ausbildung. Sowas ziehen wir hier mit den Schülern nicht durch. Und wenn du es Schüler auch mal so erlebst, dann weisste auch wie es anders ginge. Grundpflege, Putzen/Aufräumen, Schränke auffüllen oder auf Klingel laufen, das können die Schüler schon, die sind zum Lernen da. Ich brech mir da ja nichts ab. Wenn der Schüler nicht da ist, muss ichs ja auch machen. Der Unterschied wird wohl sein, dass man auf Normalstation dran gewöhnt ist, dafür Schüler zu haben, während bei uns der Schüler einer Schwester zugeteilt ist und wenn man gerade keinen mitlaufen hat, was üblich ist, muss man den ganzen Kram ja auch selbst machen.

    Egal wie ich hier schimpfe, prinzipiell denke ich schon, dass Schüler bei uns noch am meisten lernen, selbst wenn wir unwillig sind ;).

    @opjutti: Naja, keine Ahnung warum sich das von OP zu ITS so unterscheidet, aber für mich bedeutet jeder Schüler erheblich mehr Arbeit. Ganz zynisch gesprochen, ist das dann vom Arbeitsaufwand der vierte Patient.
    Ich will ihm ja fachpflegerische Sachen beibringen, muss ihm dabei aber erst anleiten und dann, aufgrund der potentiellen Risiken und meiner Verantwortung für den PAtienten und den Schüler, immer auf die Finger schauen. Hier bekommt keiner Zeit für die Anleitung, das kommt alles oben drauf. Wenn ihr Zeit bekommt dafür, dann ist die Situation mMn grundverschieden. Aber ich glaube es gibt keinen rechtlichen Anspruch darauf. Zumindest habe ich nichts gefunden.
     
  16. Corv

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    Ich glaube der Unterschied zwischen ITS und Normalstation ist eben der das der Schüler viele "einfache" Dinge ALLEINE tun kann. und viele dazu neigen den Schüler zu schicken statt anzuleiten. Auf ITS werden die Tätigkeiten die ein Schüler wirklich komplett alleine ohne Aufsicht macht denke ich wesentlich weniger sein. Zumindest sofern es sich um Arbeit am Patienten handelt (wenn es nicht so sein sollte korrigiert mich bitte, ich kenne bisher nur die seite normlsttion)
    Und auf Normalstation (sowie eben ITS) dauert es mehr zeit einem schüler wirklich etwas beizubringen.
    Sobald es darum geht das der Schüler wirklich sinnvoll etwas lernen soll,dauert es ERSTMAL länger wie wenn man es efinach alleine macht.

    Aissistenz beim Doc schicken wir schüler immer sehr gerne mit.
    Die Schüler sehen auch mal was anderes wie sonst immer und man selbst kann in der Zeit was anderes machen. (bei uns sinds in der Regel dinge wo es dem doc reicht wenn ein schüler allein bei ist)


    Aber wie viele schon gesagt haben.
    Liebe Schüler,
    bitte versucht auch mit etwas zu verändern.
    Redet mit Station, Schule. Sonst wird sich NIE etwas ändern.

    Wie ich schon am Anfang sagte.
    Zeitweise habe ich (und Kollegen), die Situation an PDL und Betriebsrt weitergeleitet.
    Und haben gesagt, das wir den Schülern nichts zeigen können, weil keine zeit ist weil nichtmal die Patienten ausreichend versorgt sind.
    Gut wäre es dann natürlich, wenn sich dann auch Schüler, die das betrifft zu Wort melden.
    Je mehr etwas sagen, desto besser.
    Wen interessiert das denn, wenn nur eine Hand voll Kollegen von einer Station sagen (und schreiben) das eine Anleitung nicht stattfindet??
    Wenn die Schüler dann sagen, alles ist schon ok oder sich gar nicht äußern!?
    NUR die Stationen können es niht ändern. Da sollten alle mit anpacken.
    Das wird nicht von heute auf morgen funktionieren. Aber man kann es zumindest versuchen.
     
  17. Nani91

    Nani91 Poweruser

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    Kann ich nicht verstehen, wie man sowas sagen kann! Ich denke mir nach einem schlechten Einsatz immer wieder, dass ich so niemals mit Auszubildenden umgehen werde. Da ich ja selbst weiß wie es ist wenn man als Azubi ungerecht behandelt wird.
     
  18. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Welche Arbeiten kann der Azubi denn im OP, der Intensivstation übernehmen? Und warum geht das nicht? Und was unterscheidet Op und Intensivstation?

    Zum 1:7 oder 1:9. Ketzerisch: kann es sein, dass man hier mal außerhalb des eigenen Bereiches schauen muss? bei der Geamtzahl aller MA eines Hauses dürfte das Verhältnis wohl eher nachzuweisen sein. I-woher muss der Personalmangel bezüglich der Fachkräfte wohl kommen.

    Wünschenswert ist vieles. Realistisch ist weniges. Und wenn ich lese, dass man von PAs erwartet, dass sie über die vereinbarte Arbeistzeit hinaus aktiv sind, dann geht mir gelinde gesagt, der Hut hoch.

    Was spricht dagegen, dem Azubi die Arbeiten der Grundpflege aufzutragen statt ihn bei dieser Tätigkeit stets nur assistieren zu lassen? Was spricht dagegen, dass der Azubi den Pat. zur Untersuchung begleitet statt ihn am Schreibtisch neben sich zu setzen und ihn zuschauen zu lassen wie die Doku in dem Ausbildungshaus funzt?

    Tipp an angehende Lehrer und PAs: keine künstlichen Anleitungssituationen schaffen sondern den Azubi mit einbinden. dann versteht er ev., dass Zeit endlich ist und man ohne Hilfe von Azubis, Praktikanten, etc. gar net auskommt.
    Ausbildungsstationen einfordern. Hier kann man den Azubis am ehesten die bittere Wahrheit nahe bringen und das Verständnis für die Kollegen.

    Elisabeth
     
  19. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Es gibt schon Unterschiede in der Ausbildung zwischen einer Normalstation und dem OP. ITS weiß ich nicht.

    Wenn ich von Ausbildung im OP schreibe, meine ich nicht GuK-Azubis (wir bilden keine GuKs aus) sondern unsere OTA-Azubis, Fachweiterbildungsteilnehmer und neue MA, die ausgebildete GuKs oder OTAs sind oder MFAs.

    Und diese müssen, damit sie etwas lernen, unter Anleitung, aktiv mitarbeiten und am OP-Tisch stehen. Sie werden nicht von Pontius zu Pilatus geschickt, sondern einem Saal mit PA zugeordnet, um dort den Tagesablauf kennenzulernen und die Tätigkeiten, die als Springer damit verbunden sind. Wenn anleitungsrelevante Operationen anstehen, stellt sich der PA mit an den OP-Tisch, begleitet und unterstützt den Anzuleitenden während der Operation.

    Wenn es die Zeit zulässt, schaffen wir sehr wohl künstliche Anleitungssituationen. Trockenübungen zum Anlernen von sterilen Abdeckungen und Tischaufbau in Ruhe nehmen Ängste und helfen das Erlernen von Zeitmanagement. Bildwandlereinstellungen, Geräteeinweisungen und Lagerungen lassen sich auch leichter begreifen, wenn die Anleitung in einem ruhigen Umfeld stattfindet und nicht im Stress, während einer laufenden Operation.

    Von der Schule bringen die Auszubildenden einen Tätigkeitskatalog mit, in dem aufgelistet ist, was in dem Zeitraum ihres Einsatzes bei uns geleistet werden muss (springen und instrumentieren). Die minutengenaue Abrechnung der Anleitungszeiten sind für die OTA-Azubis äußerst relevant für die Prüfungszulassung. Da sind der Azubi und auch die Ausbildungsabteilung gefordert, dieses Ziel zu erreichen.

    @Elisabeth: *ketzerisch frag*: Was spricht dagegen, den Azubi die Doku schreiben zu lassen und ihn dabei zu unterstützen, damit er das auch mal gelernt hat?

    Jeder Praxisanleiter hat eine andere Sichtweise und jeder Betrieb eine andere Philosophie. Meine ist kein Alleinstellungsmerkmal, aber ich weiß, dass unsere Anleitungsprozesse in dieser Form, wie wir es machen, funktionieren.

    LG opjutti
     
  20. -Claudia-

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    Der Gesetzgeber spricht von 10% der praktischen Ausbildungszeit, also wesentlich weniger. Und es ist nicht mal klar, ob diese 10% im Stellenschlüssel der Abteilungen berücksichtigt wurden.

    Wenn die Schüler fordern, dass die Misere nicht auf ihrem Rücken ausgetragen wird, dann kann ich das verstehen. Ich will aber auch nicht, dass sie allein auf dem Rücken der PA lastet. Und im Augenblick ist das vielerorts so. Nur sehen die Schüler dies nicht, können sie auch gar nicht, wenn man es ihnen nicht erklärt.

    Der Arbeits- und politische Kampf in allen Ehren, aber da sind höchstens langfristig Erfolge zu erwarten, kurzfristig bringt der den heutigen Beschäftigten und Azubis nichts. Und ich sehe auch nur bei sehr wenigen Schülern den Willen, etwas zu diesem Erfolg beizutragen. Frag die mal nach ihrer Mitgliedschaft in Gewerkschaft oder Berufsverband.
     
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