Muskelrelaxantien

Dieses Thema im Forum "Pharmakologie" wurde erstellt von schwester jenni, 18.03.2007.

  1. schwester jenni

    schwester jenni Junior-Mitglied

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    huhu,

    kann mir vielleicht jemand von euch sagen wie Muskelrelaxantien genau wirken???

    Also wo liegt der Unterschied zwischen nichtdepolarisierenden und depolarisierenden Muskelrelaxantien??:weissnix:

    Hab schon gegoogelt aber leider net verstanden, was die da mit dem Acetylcholin meinen...:gruebel:


    Danke schon mal,

    glg

    Jenni
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Bitte korrigier mich jemand wenn ich mich irre, aber ich hab es so in Erinnerung:

    Also Acetylcholin sit ja DER Transmitter bei der Muskelkontraktion und mitverantwortlich bei der Depolarisation.

    Depolarisiernde MR sind Acetylcholinagonisten - der Muskel wird dauernd depolarisiert, es kommt keine Kontraktion zustande,

    Polarisierende MR sind Antagonisten, es kommt zu keiner Depolarisation - mit demselben Ergebnis...
     
  3. schwester jenni

    schwester jenni Junior-Mitglied

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    hä???:knockin: versteh ich nicht...., steh glaub ich grad auf em schlauch....

    ich had gedacht es wäre genau umgekehrt bei den depolarisierenden kommt es zur muskelkontraktion und bei den nichtdepolarisierenden halt net...

    hab aber keine ahnung...

    und wie kommt es nun zu dieser kontraktion???
     
  4. Maniac

    Maniac Poweruser

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  5. clairegrube

    clairegrube Junior-Mitglied

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    Hi, Also:
    Muskelrelaxantien hemmen die Impulsübertragung an der motorischen Endplatte eines Muskels. (=Schaltstelle für die Erregung motorischer Nerven auf die Muskelfasern mit anschließender Kontraktion) Acetylcholin (Transmitter) bindet sich im Normalfall an den Rezeptor der Muskelzelle und führt im Endeffekt zu einer Muskelkontraktion durch Verschiebungen von Kalium-,Kalzium- und Natrium-Ionen (am Besten im Buch nachlesen, das würde jetzt hier den Rahmen sprengen) Nichtdepolarisierende Muskelrelaxantien besetzen den Rezeptor, somit kann das Acetylcholin dort nicht mehr "andocken", also nicht mehr wirken= keine Kontraktion auslösen.
    Depolarisierende Muskelrelaxantien: Es erfolgt eine Reaktion am Rezeptor, die Muskelzellmembran wird "depolarisiert",, es breitet sich eine Erregung aus. Es kommt zu unkoordinierten Muskelzuckungen. Nach der Erregung besetzt das Relaxans noch eine zeitlang den Rezeptor, somit bleibt die Membran noch unerregbar.
    Soviel dazu in Kürze, Buchtipp: Larsen, Anästhesie
    Viele Grüße, Claire
     
  6. Anja780

    Anja780 Newbie

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    Neurochirurgische Intensivstation
    Hier hab ich was für Dich, musste ich mal einen Vortrag halten.


    Muskelrelaxanzien
    Definition
    --> sind Substanzen, die eine reversible schlaffe Lähmung der Skelettmuskulatur
    hervorrufen
    (Lähmung beruht auf Hemmung der Impulsübertragung an der motorischen
    Endplatte des Muskels)

    Gruppen der Muskelrelaxanzien
    --> nichtdepolarisierende Relaxanzien (Atracurium = Tracium)
    --> depolarisierende Muskelrelaxanzien (Succinylcholin)

    Wirkung der Muskelrelaxanzien

    Nichtdepolarisierende Muskelrelaxanzien
    --> wirken als Antagonisten an den postsynaptischen Rezeptoren, dadurch wird
    Acetylcholin von Rezeptoren verdrängt, motorische Endplatte ist unerregbar
    und Muskulatur relaxiert

    Depolarisierende Muskelrelaxanzien
    --> binden Antagonisten an postsynaptische Rezeptoren, dadurch kommt es zur
    Depolarisation der Endplatte und zur Erregung der Muskelfasern à durch
    Faszikulation der Muskulatur sichtbar à durch langsame Elimination von
    Succinylcholin kommt es nach einigen Sekunden zur Dauerdepolarisation der
    Endplatte wodurch diese unerregbar wird à es kommt zur Muskelrelaxion




    Botenstoff der Muskelrelaxanzien
    --> Acetylcholin
    (vermittelt die Erregungsübertragung zwischen Nerv und Muskel an der
    neuromuskulären Endplatte,
    Acetylcholin stellt den Transmitter dar à Stoffe die Information von einer
    Nervenzelle zur anderen an die Synapsen weitergeben)


    Unterscheidung Atracurium und Succinylcholin

    Atracurium
    --> nichtdepolarisierendes Muskelrelaxanz
    --> mittellanger Wirkungseintritt
    (nach 2- 3 Min. gute Intubationsbedingungen)
    --> Halbwertszeit ~ 20 – 30 Min.
    --> fehlende Kumulation durch organunabhängigen Abbau
    Hofman-Elimination (Abbau unabhängig von Leber und Nierenfunktion)
    Esterspaltung, unabhängig von Pseudocholinesterase

    !!! kann mit Cholinestereasehemmern antagonisiert werden

    Nebenwirkungen
    --> Blutdruckabfall und Tachycardie (bei höheren Dosen)
    --> Anstieg Herzzeitvolumen
    -->Histaminfreisetzung
    (Zeichen: vorübergehender Blutdruckabfall, lokale oder generalisierte
    Hautrötung, Bronchospasmus, angioneurotisches Ödem)



    Succinylcholin
    --> depolarisierendes Muskelrelaxanz
    --> sehr rascher Wirkungseintritt
    (innerhalb von 30 – 60 Sec. Maximale Muskelerschlaffung)
    --> kurze Wirkdauer
    (Wirkung hält ~ 5 Min an, volle Muskelkraft soll aber erst nach ~ 20 Min
    wiederhergestellt sein)
    --> Elimination bzw. Abbau durch die Pseudocholinesterase in Leber und Plasma
    zu Cholin und Bernsteinsäure

    !!! Succinylcholin sollte nicht wiederholt nachinjiziert werden, weil dadurch ein langanhaltender Phase I Block entstehen kann, kann durch Cholinesterasehemmer (Neostigmin) antagonisiert werden

    Nebenwirkungen
    --> Hypertonie und Tachycardie (bei höheren Dosen)
    --> Bradycardie bis zum Herzstillstand, durch muscarinartige Wirkung der
    Substanz auf den Sinusknoten (bei Kindern, Narkosetechniken die zu einer Zunahme des Vagotonus führen, wiederholte Nachinjektionen, Hyperkaliämie)
    --> starker Speichelfluss
    --> vermehrte Bronchialsekretion
    --> Tonussteigerung im Magen Darm Trakt
    !!! genannnten Nebenwirkungen lassen sich mit Atropin verhindern bzw. beseitigen !!!
    --> maligne Hyperthermie
    --> erhöhter Augeninnendruck
    --> Kaliumfreisetzung (Anstieg um 0,5 – 1mval/l, durch Kaliumverschiebungen von
    intra- u. extrazellulär)
    --> erhöhter intragastrischer Druck (Ursache: Kontraktion der Bauchmuskulatur)

    Und hast es evtl. jetzt verstanden???

    LG Anja
     

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